Denaturierung · etwa 95 °C
Die Doppelstränge trennen sich. Es entstehen keine neuen Basenfolgen; die vorhandenen Stränge werden als Matrizen zugänglich.
Biologie · Verstehen und üben
Von der Primerbindung zur millionenfachen Kopie: Verfolge die drei Temperaturphasen und prüfe, was eine PCR leisten kann – und was Kontrollen zeigen müssen.
Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigt einen ausgewählten DNA-Abschnitt im Reaktionsgefäß. Aus wenig Ausgangsmaterial entstehen viele Kopien, die anschließend untersucht werden können. Die PCR kopiert nicht automatisch das gesamte Erbgut.
Zwei kurze DNA-Stücke, die Primer, legen den gewünschten Bereich fest. Sie passen zu Sequenzen an seinen beiden Rändern. Ein Thermocycler wechselt wiederholt zwischen Temperaturen für Trennung, Primerbindung und Verlängerung.
Amplifikation bedeutet Vervielfältigung. Das vervielfältigte Produkt heißt Amplicon. Seine Länge wird gewöhnlich in Basenpaaren (bp) angegeben.
Für die Primerwahl muss man die flankierenden Sequenzen kennen. Die innere Sequenz muss dagegen nicht vollständig bekannt sein. Ein passendes Primerpaar sorgt dafür, dass überwiegend der beabsichtigte Abschnitt vervielfältigt wird.
| Bestandteil | Warum wird er gebraucht? |
|---|---|
| DNA-Vorlage | Enthält den Abschnitt, der kopiert werden soll. |
| Zwei DNA-Primer | Binden an gegenüberliegende Matrizen und stellen freie 3′-OH-Enden bereit. |
| Hitzestabile DNA-Polymerase | Verlängert die Primer, zum Beispiel Taq-Polymerase. |
| dNTPs | Die vier DNA-Bausteine dATP, dTTP, dGTP und dCTP. |
| Puffer mit geeigneten Ionen | Sichert passende Bedingungen; Magnesiumionen sind für die Polymerase wichtig. |
In der üblichen PCR ersetzt Hitze das Öffnen durch die Helicase. Bereits zugesetzte DNA-Primer ersetzen die Primerherstellung durch die Primase. Neue DNA wächst auch hier immer 5′→3′.
Wechsle zwischen den drei Schritten. Die Zeichnung verfolgt dieselben zwei Matrizen. Blau steht für vorhandene DNA, Violett für Primer, Grün für neu ergänzte DNA. Die gelben Formen mit P zeigen die Polymerasen.
Bei etwa 95 °C lösen sich die Basenpaarungen: Die beiden DNA-Stränge werden getrennt. Das Zucker-Phosphat-Rückgrat bleibt erhalten.
Die Doppelstränge trennen sich. Es entstehen keine neuen Basenfolgen; die vorhandenen Stränge werden als Matrizen zugänglich.
Die Primer binden komplementär an passende Stellen. Die geeignete Temperatur hängt vom Primerpaar ab: zu niedrig begünstigt Fehlbindungen, zu hoch kann die Bindung verhindern.
Die Polymerase ergänzt DNA-Bausteine am 3′-Ende des jeweiligen Primers. Aus zwei Matrizen entstehen wieder Doppelstränge. Andere Polymerasen können andere Optimaltemperaturen haben.
Diese Schritte werden typischerweise über viele Zyklen wiederholt. Neue Kopien dienen in der nächsten Runde selbst als Vorlagen: Dadurch entsteht die Kettenreaktion. Die genannten Temperaturen sind typische Schulbeispiele, kein universelles Laborprotokoll.
Bei idealer Verdopplung pro Zyklus gilt N = N₀ · 2ⁿ. N₀ ist die Ausgangszahl der Doppelstrang-Vorlagen, n die Zahl der Zyklen. Aus einer Vorlage werden idealisiert nach zehn Runden 2¹⁰ = 1024 Doppelstrangprodukte.
1.024
1 · 2¹⁰ = 1.024 Doppelstrangprodukte im Idealmodell
In den ersten Runden können Produkte über den Zielbereich hinausragen. Doppelstränge mit beidseitig exakt definierter Ampliconlänge entstehen ab dem dritten Zyklus. Die Formel 2ⁿ zählt hier alle idealisierten Doppelstrangprodukte, nicht ausschließlich diese exakten Amplicons.
In der Praxis beträgt die Effizienz nicht dauerhaft 100 %. Reagenzien werden knapp und Produkte reichern sich an: Die Reaktion erreicht eine Plateauphase. Nach 30 Runden sagt die Idealrechnung daher keine verlässlich gemessene Ausbeute voraus.
| Ansatz | Erwartung und Bedeutung |
|---|---|
| Positivkontrolle | Bekannte Ziel-DNA wird mitgeführt. Das erwartete Produkt zeigt, dass die Reaktion unter diesen Bedingungen funktionieren kann. |
| Negativkontrolle ohne DNA-Vorlage | Darf kein Zielprodukt liefern. Ein solches Produkt kann auf Verunreinigung hinweisen. |
| Unbekannte Probe | Ihr Ergebnis wird erst zusammen mit den Kontrollen beurteilt. Kein sichtbares Produkt kann auch an Hemmstoffen, zu wenig DNA oder anderen Fehlern liegen. |
Eine anschließende Gelelektrophorese prüft, ob ein Produkt ungefähr die erwartete Länge hat. Eine Bande der richtigen Länge allein beweist jedoch noch nicht die exakte Basenfolge. Dafür können weitere Analysen nötig sein.
| Begriff | Was ist gemeint? |
|---|---|
| PCR | Vervielfältigung eines DNA-Abschnitts. |
| RT-PCR | RNA wird zuerst durch reverse Transkriptase in komplementäre DNA (cDNA) umgeschrieben. Danach folgt PCR. RT steht hier für reverse Transkription. |
| qPCR / Real-Time-PCR | Die Zunahme des Produkts wird während der Zyklen über ein Fluoreszenzsignal verfolgt. Unter passenden Bedingungen lässt sich auf die Ausgangsmenge schließen. |
| RT-qPCR | Kombiniert die Umschrift von RNA mit der quantitativen Echtzeitmessung. |
PCR wird unter anderem in der Forschung, bei der Analyse von DNA-Spuren und beim Nachweis bestimmter Zielsequenzen eingesetzt. Das Verfahren vervielfältigt Nukleinsäureabschnitte; es stellt keine Proteine her und liest auch nicht selbst die vollständige Basenfolge ab.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Was legt vor allem fest, welcher Bereich vervielfältigt wird?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Natürliche Replikation und PCR vergleichen: Enzyme, Primer und Strangtrennung zuordnen.
Modellarbeit: Primer auf zwei antiparallelen Papiersträngen so platzieren, dass ihre 3′-Enden nach innen zeigen.
Auswertung: Mit der folgenden Gelseite die Bedeutung von Positiv- und Negativkontrolle erarbeiten.
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Die Bilder zeigen eine Vorschau. Über Bild oder Link gelangst du zur Produktseite und zum PDF-Bezug.

Das passende Arbeitsblatt zum Zyklus und zur Vervielfältigung.
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Replikation, Basenpaarung und Strangrichtungen wiederholen.
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Mit DNA-Banden die Länge von Produkten prüfen.
Material ansehen →Fachliche Vertiefung: NHGRI · PCR · OpenStax · Biotechnology. Eigene Modellzeichnungen und Aufgaben. Umfang und Klassenstufe unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.