1 · Proben und Marker auftragen
Proben werden in getrennte Taschen pipettiert. Ladepuffer erhöht unter anderem die Dichte; ein Laufmarker hilft, den Fortschritt zu verfolgen.
Biologie · Verstehen und üben
Lies DNA-Banden sicher: Verstehe Ladung und Siebwirkung, vergleiche Fragmentlängen und erkenne, wann Kontrollen eine Auswertung infrage stellen.
Nach einer PCR oder einem Schnitt mit Restriktionsenzymen liegen oft viele DNA-Stücke im Gemisch vor. Die Gelelektrophorese macht ihre unterschiedlichen Längen sichtbar. Hier betrachten wir lineare doppelsträngige DNA im Agarosegel.
Das Zucker-Phosphat-Rückgrat verleiht DNA eine negative Ladung. Im elektrischen Feld wandert sie zum Pluspol. Das Gel wirkt als molekulares Sieb: Kürzere Fragmente bewegen sich unter gleichen Bedingungen meist schneller hindurch und liegen nach gleicher Laufzeit weiter von der Starttasche entfernt.
Eine Spur gehört zu einer beladenen Tasche. Eine Bande enthält viele DNA-Fragmente ähnlicher Länge – sie ist nicht ein einzelnes DNA-Molekül.
Ein Größenmarker enthält DNA-Stücke bekannter Länge. Der Vergleich auf gleicher Höhe hilft, unbekannte Fragmentlängen abzuschätzen. Ohne Marker lässt sich häufig nur sagen, welches Fragment größer oder kleiner ist.
Proben werden in getrennte Taschen pipettiert. Ladepuffer erhöht unter anderem die Dichte; ein Laufmarker hilft, den Fortschritt zu verfolgen.
Puffer leitet den Strom und stabilisiert Bedingungen. Die Starttaschen liegen auf der Seite des Minuspols; die DNA wandert durch das Gel zum Pluspol.
Das Agarosenetz bremst lange Fragmente stärker. Laufzeit, Feldstärke und Gelkonzentration beeinflussen die Trennung.
Geeignete DNA-Farbstoffe machen die Banden mit passender Beleuchtung sichtbar. Der Laufmarker im Ladepuffer ersetzt diese DNA-Färbung nicht.
Die einfache Regel „kürzer läuft weiter“ gilt hier für lineare DNA unter vergleichbaren Bedingungen. Ringförmige oder stark verdrillte Plasmide können anders laufen. Eine solche Bande darf man nicht ohne Weiteres mit der Längenregel auswerten.
Wähle einen Fall. Beschreibe zuerst die sichtbaren Banden und vergleiche ihre Höhe mit dem Marker. Zeige anschließend die begründete Auswertung. Der Laufregler veranschaulicht nur die Bewegung, keine reale Zeitmessung.
M = Marker · P/Q = Proben · K+/K− = Positiv-/Negativkontrolle · U/S = ungeschnitten/geschnitten. Markerwerte beziehen sich auf den fertigen Modell-Lauf.
Welche Banden erkennst du? Warte für den Größenvergleich bis zum vollständigen Modell-Lauf.
Wo sind die Taschen? Wo liegt der Pluspol? Welche Spur enthält Marker, Probe oder Kontrolle?
Auf gleicher Höhe liegen unter vergleichbaren Bedingungen Fragmente ähnlicher Länge. Die unterste Bande gehört zu den kürzesten sichtbaren Fragmenten.
Vom Marker waagerecht zur Probenbande vergleichen. Zwischen Markerbanden ist die Schätzung näherungsweise; die Längenskala ist nicht linear.
Länge und Muster beurteilen. Gleiche Länge beweist keine identische Basenfolge, gleiche Banden allein keine eindeutige Herkunft.
Ein Restriktionsenzym schneidet DNA an bestimmten Erkennungsstellen. Ein lineares DNA-Stück von 2000 bp wird an genau einer Stelle vollständig geschnitten. Im Gel erscheinen zwei Fragmente: ungefähr 1500 bp und 500 bp.
Längenkontrolle: 1500 bp + 500 bp = 2000 bp. Die Summe passt zur Ausgangslänge. Bei einer linearen DNA führt ein einzelner Schnitt zu zwei Fragmenten. Eine ringförmige DNA wird durch einen einzelnen Schnitt zunächst nur linearisiert.
Besonderheit: Entstehen zwei gleich lange Fragmente, können sie in derselben Bande liegen. Deshalb ist „zwei Fragmente“ nicht zwingend „zwei sichtbare Banden“.
| Beobachtung | Mögliche Erklärung – noch kein Beweis |
|---|---|
| Negativkontrolle mit Zielbande | Eine Verunreinigung ist möglich; Ergebnisse erneut prüfen. |
| Positivkontrolle ohne erwartete Bande | Reaktion, Beladung oder Sichtbarmachung könnten fehlgeschlagen sein. Unbekannte negative Proben sind dann nicht sicher interpretierbar. |
| Mehrere Banden nach PCR | Unspezifische Produkte sind möglich. Sehr kurze Nebenprodukte können Primerdimere sein. |
| Schmier statt scharfer Bande | Zum Beispiel stark unterschiedliche Fragmentlängen, DNA-Abbau oder Überladung. |
| Sehr helle Bande | Unter gleichen Färbe- und Aufnahmebedingungen häufig mehr DNA-Masse; daraus folgt nicht unmittelbar eine bestimmte Molekülzahl. |
Die Wanderstrecke hängt nicht nur von der Länge ab. Gelkonzentration, Laufbedingungen und Molekülform spielen mit. Vergleiche deshalb Proben möglichst im selben Gel mit geeignetem Marker. In einem geeigneten Größenbereich verhält sich die Wanderstrecke näherungsweise linear zum Logarithmus der Fragmentlänge, nicht zur Länge selbst.
Das Gel vervielfältigt keine DNA und sequenziert sie nicht. Es trennt Moleküle und ermöglicht den Größenvergleich. PCR und Elektrophorese ergänzen sich daher, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.
Beim genetischen Fingerabdruck werden ausgewählte variable DNA-Bereiche verglichen. Eine einzelne übereinstimmende Bande reicht nicht zur Identifizierung. Moderne STR-Analysen verwenden häufig Kapillarelektrophorese und mehrere Marker; ein einfaches Schulgel stellt nur das grundlegende Vergleichsprinzip dar.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Was enthält eine sichtbare DNA-Bande?
Wähle eine Antwort.
Vorhersage: Vor dem Modell-Lauf die Reihenfolge von 250, 500, 1000 und 2000 bp begründen lassen.
Auswertung: Beobachtung und Deutung getrennt notieren: „K− besitzt eine Bande“ versus „Kontamination ist möglich“.
Transfer: Schnittmuster mit Längensummen prüfen und den Sonderfall gleich langer Fragmente diskutieren.
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Verstehen, wie die zu untersuchenden DNA-Produkte entstehen.
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Bandenmuster vergleichen und ihre Aussagekraft einordnen.
Material ansehen →Fachliche Vertiefung: Wellcome Connecting Science · Gelelektrophorese · OpenStax · Biotechnology. Eigene Modellzeichnungen und Aufgaben. Umfang und Klassenstufe unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.