1 · Warum liegt für x² − 2 eine Nullstelle in [1; 2]?
Lösung und Rechenweg ansehen
Die Funktion ist stetig; f(1) = −1 und f(2) = 2 haben verschiedene Vorzeichen.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 9–13 · etwa 45–60 Minuten
Du schließt Nullstellen sicher ein, berechnest Newton-Schritte und begründest die Genauigkeit deiner Näherung.
Funktionswerte, Brüche, Stetigkeit; für Newton zusätzlich Ableitungen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Mehrere Werte mit Semikolon trennen und die verlangte Reihenfolge beachten. Terme mit x oder t und Potenzen wie x^2. Entscheidungen: ja oder nein. Beachte die in der Frage genannten Antwortmöglichkeiten.
02 · Verstehen
Wenn eine exakte Lösung nicht direkt greifbar ist
f(x) = x² − 2
√2 ≈ 1,4142
Eine Nullstelle erfüllt f(x) = 0. Nicht jede Gleichung lässt sich mit bekannten Schulformeln einfach exakt lösen. Numerische Verfahren liefern dann kontrollierte Näherungen.
Beispiel: Untersuche f(x) = x² − 2 auf [1; 2].
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Intervall: [1; 2]
Das Polynom ist auf [1; 2] stetig. Deshalb liegt zwischen 1 und 2 mindestens eine Nullstelle.
Ein Vorzeichenwechsel ohne Stetigkeit genügt nicht: 1 geteilt durch x hat auf den Seiten von 0 verschiedene Vorzeichen, aber keine Nullstelle. Umgekehrt kann eine Nullstelle ohne Vorzeichenwechsel auftreten, etwa bei x².
Berechne die Mitte m = (a + b) geteilt durch 2. Falls f(m) = 0 gilt, ist die Nullstelle gefunden. Andernfalls behältst du die Hälfte mit entgegengesetzten Funktionsvorzeichen an den Endpunkten.
Für x² − 2 beginnt das Verfahren mit [1; 2].
| Mitte m | f(m) | Neues Intervall |
|---|---|---|
| 1,5 | 0,25 | [1; 1,5] |
| 1,25 | −0,4375 | [1,25; 1,5] |
| 1,375 | −0,109375 | [1,375; 1,5] |
| 1,4375 | 0,06640625 | [1,375; 1,4375] |
So entstehen die ersten beiden Tabellenzeilen:
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Startintervall: [1; 2]
Die Mitte hat einen positiven Funktionswert.
f(1) ist negativ. Deshalb bleibt die linke Hälfte erhalten.
Der Funktionswert an der neuen Mitte ist negativ.
f(1,5) ist positiv. Behalte diesmal die rechte Hälfte des aktuellen Intervalls.
Das Intervall bleibt eine sichere Einschließung. Hier ist die positive Nullstelle eindeutig, weil f auf [1; 2] streng steigt. Eine Vorzeichenprüfung allein garantiert bei anderen Funktionen noch keine Eindeutigkeit.
Nach k Halbierungen ist die Intervallbreite gleich der ursprünglichen Breite geteilt durch 2ᵏ. Als Näherung kannst du die Mitte des zuletzt behaltenen Intervalls nehmen. Ihr Abstand zu einer darin liegenden Nullstelle beträgt höchstens die halbe Intervallbreite.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Nach vier Halbierungen: [1,375; 1,4375]
Das zuletzt behaltene Intervall ist [1,375; 1,4375].
Diese Mitte verwendest du als Näherung.
Die Nullstelle liegt im Intervall, also höchstens eine halbe Intervallbreite von m entfernt. Die zuletzt geprüfte Mitte 1,4375 ist jetzt ein Randpunkt; verwechsle sie nicht mit der neuen Mitte.
Ausgehend von Breite 1 reichen neun Halbierungen für eine Mittelpunkt-Fehlerschranke von höchstens 0,001: ≈ 0,000977. Für korrekt gerundete Nachkommastellen prüfst du am besten, ob das ganze Endintervall auf denselben Rundungswert führt.
xₙ₊₁ = xₙ −
Die Tangente an den Graphen im aktuellen Punkt trifft die x-Achse beim nächsten Näherungswert. Das erklärt die Formel. Du brauchst die Ableitung und einen Startwert; an jedem Schritt muss f′(xₙ) ≠ 0 sein.
Beispiel: f(x) = x² − 2 mit Startwert x₀ = 1,5.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Startwert: x₀ = 1,5
Die Ableitung am Startwert ist ungleich null. Der erste Newton-Schritt ist damit definiert.
Ziehe den Quotienten aus Funktionswert und Ableitung vom Startwert ab.
Bei x₁ = 17/12 gilt f(x₁) = 1/144 und f′(x₁) = 17/6. Die Dezimalzahlen sind nur gerundete Anzeigen.
Setze beim Weiterrechnen möglichst den ungerundeten Wert ein. Erst den ausgegebenen Endwert rundest du. Hier ist nach wenigen Schritten die positive Wurzel aus 2 gut angenähert.
Bei f′(xₙ) = 0 ist der Quotient nicht definiert. Kleine Ableitungen können zu sehr großen Schritten führen. Ein ungünstiger Startwert kann die Folge von der gesuchten Nullstelle wegführen.
Gegenbeispiel: f(x) = x³ − 2x + 2 mit x₀ = 0.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 2x + 2
Startwert: x₀ = 0
Die Ableitung ist ungleich null; der Rechenschritt ist definiert.
Newton führt vom Startwert 0 zum Wert 1.
Der nächste Schritt führt zum Startwert zurück. Die Werte pendeln zwischen 0 und 1, statt eine Nullstelle zu erreichen.
Auch eine kleine Änderung der Näherungswerte oder ein kleiner Funktionswert ist ohne weitere Voraussetzungen keine universelle Garantie für einen kleinen x-Fehler. Wenn eine verlässliche Schranke verlangt ist, bietet eine geprüfte Intervallschachtelung eine klare Kontrolle.
Gesucht ist eine Lösung von x³ + x = 1.
Beispiel · Schritt für Schritt
x³ + x = 1
Startintervall: [0; 1]
Subtrahiere 1 auf beiden Seiten und verwende die linke Seite als Funktion.
Die Funktion ist auf [0; 1] stetig. Wegen des Vorzeichenwechsels ist das Intervall geeignet.
Behalte [0,5; 1], denn der Funktionswert bei 1 ist positiv.
Behalte [0,5; 0,75]. Wiederhole bis zur geforderten Genauigkeit.
Zum Vergleich: Newton für dieselbe Funktion mit x₀ = 0,5.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ + x − 1
Startwert: x₀ = 0,5
Die Ableitung ist ungleich null.
Ein negativer Quotient wird abgezogen; der Näherungswert wächst. Beide Verfahren bearbeiten dieselbe Nullstelle, aber mit unterschiedlichen Rechenschritten und Kontrollmöglichkeiten.
Intervallhalbierung braucht ein stetiges Modell und ein geeignetes Startintervall. Sie ist gut nachvollziehbar und liefert eine Einschließung. Newton braucht zusätzlich Ableitungswerte und kann nahe einer geeigneten Nullstelle deutlich schneller sein, ist aber nicht allgemein abgesichert.
Halte Startwerte, Zwischenwerte und Abbruchgrund fest. In einer Sachaufgabe prüfst du anschließend, ob die Lösung im zulässigen Bereich liegt und welche Einheit sie hat.
Mit einem einzigen Startintervall oder Startwert findest du nicht automatisch sämtliche Nullstellen einer Funktion. Suche gegebenenfalls weitere Bereiche.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. Nutze die Abbildungen und gib anschließend die gefragte Antwort ein. Prüfe Reihenfolge, Vorzeichen und Sonderfälle.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Die Funktion ist stetig; f(1) = −1 und f(2) = 2 haben verschiedene Vorzeichen.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Startintervall: [1; 2]
Erste Mitte: m = 1,5
Der linke Randwert ist negativ, der Wert an der Mitte positiv.
Die stetige Funktion hat in dieser Hälfte weiterhin einen Vorzeichenwechsel.
Lösung · Schritt für Schritt
Startbreite: 1
Anzahl der Halbierungen: 4
Jede Halbierung teilt die aktuelle Breite durch 2.
Das ist die gesamte Intervallbreite. Die Fehlerschranke der neuen Intervallmitte ist nur halb so groß.
Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = x² − 2
Startwert: x₀ = 1,5
Bei f(x) = x² − 2 lautet die Ableitung f′(x) = 2x.
Verwende zum Weiterrechnen den exakten Bruch beziehungsweise den intern ungerundeten Wert.
Die Formel würde durch 0 teilen. Dieser Schritt ist nicht definiert.
Erklärung wiederholen →Nein. Die Funktion ist im Intervall bei 0 nicht definiert und nicht durchgehend stetig.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Die kompakte Lernhilfe und ein passender Buchband ergänzen sich beim Wiederholen und Vertiefen. Beachte die jeweilige Klassenstufe.
5. Klasse · 6. Klasse · 7. Klasse · 8. Klasse · 9. Klasse · 10. Klasse
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Näherungswerte in der Kurvendiskussion anwenden →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Nein. Es ist eine gerundete Näherung. Deshalb schreibst du √2 ≈ 1,4142.
Nein. Das Ergebnis hängt vom Startwert und der Funktion ab. Das Verfahren kann auch scheitern oder pendeln.
Bei einem exakt getroffenen Nullwert oder sobald das Intervall die festgelegte Genauigkeit erreicht. Den Abbruchgrund solltest du angeben.
Der linke Funktionswert ist negativ, der rechte positiv.