1 · Grenzwert von x² + 1 für x → 3?
Lösung und Rechenweg ansehen
Direktes Einsetzen ergibt 3² + 1 = 10.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · Grundlagen und Wiederholung
Untersuche, welchem Wert sich eine Funktion annähert. Unterscheide Grenzwert und Funktionswert, erkenne hebbare Lücken und prüfe Stetigkeit – mit einfachen Beispielen und verständlichen Rechenschritten.
Annähern statt nur einsetzen
limx → 1(x + 1) = 2
Wenn x immer näher an 1 rückt, nähert sich x + 1 der Zahl 2. Ein Grenzwert beschreibt dieses Verhalten in der Umgebung einer Stelle.
Lernschritt 1
Ein Grenzwert beschreibt, welchem Wert sich die Funktionswerte beliebig nahe annähern, wenn x gegen eine bestimmte Stelle läuft. Die Schreibweise lim kommt vom lateinischen Wort „limes“ für Grenze.
limx → af(x) = L
Wir lesen: „Der Grenzwert von f(x) für x gegen a ist L.“ Dabei betrachten wir x-Werte nahe a, aber zunächst nicht x = a selbst. Die Funktion muss an der Stelle a nicht einmal definiert sein, um dort einen Grenzwert zu besitzen.
Für f(x) = x + 1 sieht man die Annäherung an a = 1 in einer Wertetabelle:
| x | 0,9 | 0,99 | 1,01 | 1,1 |
|---|---|---|---|---|
| f(x) | 1,9 | 1,99 | 2,01 | 2,1 |
Von links und von rechts nähern sich die Werte der 2. Eine endliche Tabelle kann das Verhalten veranschaulichen, ersetzt aber keinen allgemeinen rechnerischen Nachweis.
Lernschritt 2
Bei Polynomen kannst du einen endlichen Grenzwert an einer Stelle durch Einsetzen berechnen. Zum Beispiel:
limx → 2(x² + 3x) = 2² + 3 · 2 = 10
Auch bei einem Quotienten stetiger Funktionen funktioniert das, solange der Nenner an der betrachteten Stelle nicht null ist:
limx → 1 =
Für endliche Grenzwerte darfst du Summen, Differenzen und Produkte gliedweise berechnen. Bei Quotienten muss der Grenzwert des Nenners von null verschieden sein. Prüfe diese Bedingung, bevor du eine Quotientenregel verwendest.
Lernschritt 3
Betrachte die Funktion
f(x) = , x ≠ 1
Bei x = 1 ist der Nenner null. Die Funktion ist dort nicht definiert. Für alle anderen x zerlegst du den Zähler und kürzt:
= x + 1, für x ≠ 1
Deshalb ist der Grenzwert für x → 1 gleich 2. Der ursprüngliche Funktionswert f(1) existiert trotzdem nicht. Erst wenn du eine erweiterte Funktion mit dem zusätzlichen Wert f(1) = 2 definierst, ist die Lücke geschlossen.
Der Ausdruck „0 geteilt durch 0“ ist kein Ergebnis und insbesondere nicht 0 oder 1. Er zeigt hier, dass direktes Einsetzen nicht reicht. Erst die Umformung klärt den Grenzwert.
Lernschritt 4
x → a⁻ bedeutet Annäherung von links, x → a⁺ Annäherung von rechts. Ein zweiseitiger endlicher Grenzwert existiert nur, wenn beide einseitigen Grenzwerte existieren und gleich sind.
Eine Sprungfunktion sei für x < 0 gleich 0 und für x ≥ 0 gleich 1. Von links nähern sich die Funktionswerte der 0, von rechts der 1:
limx → 0⁻f(x) = 0
limx → 0⁺f(x) = 1
Die beiden Ergebnisse stimmen nicht überein. Daher existiert an 0 kein zweiseitiger Grenzwert, obwohl f(0) = 1 definiert ist. Ein vorhandener Funktionswert garantiert also keinen Grenzwert.
Lernschritt 5
Bei x → ∞ werden die x-Werte beliebig groß, bei x → −∞ beliebig weit negativ. Für f(x) = gilt in beiden Richtungen:
limx → ∞ = 0
Der Bruch nähert sich 0, ohne jemals 0 zu werden. Ein Grenzwert muss also nicht von der Funktion angenommen werden. Die Gerade y = 0 ist eine waagerechte Asymptote.
Bei gebrochen-rationalen Funktionen hilft es, Zähler und Nenner durch die höchste vorkommende Potenz zu teilen:
limx → ∞ = = 3
Nach Division durch x² gehen die verbleibenden Terme und gegen 0. Dagegen wächst x² für x → ∞ unbegrenzt. Die Schreibweise „Grenzwert +∞“ beschreibt unbeschränktes Wachstum und keinen endlichen reellen Grenzwert.
Lernschritt 6
Für in der Nähe von 0 gilt: Von rechts werden die Werte beliebig groß positiv, von links beliebig groß negativ.
limx → 0⁺ = +∞
limx → 0⁻ = −∞
Es gibt keinen endlichen Grenzwert und wegen der unterschiedlichen Richtungen auch keinen gemeinsamen uneigentlichen Grenzwert. Die Gerade x = 0 ist eine senkrechte Asymptote. Anders als bei der hebbaren Lücke lässt sich das Problem nicht durch einen einzelnen ergänzten Funktionswert beseitigen.
Lernschritt 7
Eine Funktion ist an einer inneren Stelle a ihres Definitionsbereichs stetig, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:
limx → af(x) = f(a)
Anschaulich gibt es dort weder Sprung noch fehlenden oder versetzten Punkt. An einem Randpunkt prüfst du die Annäherung innerhalb des Definitionsbereichs.
Die Funktion x² ist überall stetig. Der gekürzte Ausdruck x + 1 ist ebenfalls stetig, aber der ursprüngliche Bruch mit der ausgeschlossenen Stelle 1 hat dort eine Definitionslücke. Definiert man an dieser Stelle den Wert 7 statt 2, bleibt der Grenzwert 2 – die erweiterte Funktion ist dann bei 1 nicht stetig.
Lernschritt 8
Merke: Grenzwert, Funktionswert und Definitionsmenge sind drei verschiedene Informationen. Gerade bei gekürzten Brüchen müssen alle drei im Blick bleiben.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Direktes Einsetzen ergibt 3² + 1 = 10.
Erklärung wiederholen →Für x ≠ 1 ist der Ausdruck x + 1. Der Grenzwert ist deshalb 2.
Erklärung wiederholen →Nein. Der Nenner ist dort null. Der Grenzwert ersetzt keinen fehlenden Funktionswert.
Erklärung wiederholen →Er existiert nicht, weil die beiden einseitigen Grenzwerte verschieden sind.
Erklärung wiederholen →5. Teile Zähler und Nenner durch x²; die übrigen Bruchterme gehen gegen 0.
Erklärung wiederholen →Nein. Für Stetigkeit müssen Grenzwert und Funktionswert übereinstimmen.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Material ansehen →Nein. Beispielsweise nähert sich für x → ∞ der 0, nimmt diesen Wert aber nie an.
Nur gemeinsame Faktoren dürfen gekürzt werden, und nur dort, wo sie nicht null sind. Die ursprüngliche Definitionslücke bleibt bestehen.
Nein. x → ∞ beschreibt beliebig großes x. Rechenregeln für gewöhnliche reelle Zahlen dürfen nicht unkritisch auf ∞ übertragen werden.