Genmutation · Basenfolge
Ein oder wenige Bausteine werden ausgetauscht, eingefügt oder entfernt. Beispiel: Aus dem codierenden DNA-Triplett GAA wird GAG.
Biologie · Verstehen und üben
Vergleiche konkrete DNA-Veränderungen und verfolge ihre Wirkung bis zur Aminosäurefolge – mit Mutations-Werkstatt und klar getrennten Organisationsebenen.
Eine Mutation ist eine dauerhafte Veränderung der genetischen Information. Sie kann einzelne DNA-Bausteine, größere Chromosomenabschnitte oder die Chromosomenzahl betreffen. Sie ist nicht automatisch schädlich und muss nicht sichtbar sein.
Um eine Folge zu erklären, gehst du die Ebenen durch: DNA-Veränderung → mögliche Änderung der RNA → mögliche Änderung eines Proteins → mögliche Wirkung auf ein Merkmal. An jeder Stelle kann eine Veränderung ohne auffällige Wirkung bleiben.
Ein oder wenige Bausteine werden ausgetauscht, eingefügt oder entfernt. Beispiel: Aus dem codierenden DNA-Triplett GAA wird GAG.
Ein größerer Abschnitt eines Chromosoms fehlt, ist verdoppelt, umgedreht oder an einen anderen Ort versetzt. Dabei können viele Gene betroffen sein.
Die Zahl einzelner Chromosomen oder ganzer Chromosomensätze verändert sich. Beispiel: Eine Trisomie bedeutet drei statt zwei Exemplare eines bestimmten Chromosoms.
Wir betrachten einen codierenden DNA-Strang in 5′→3′. Die mRNA hat dieselbe Reihenfolge, jedoch U statt T. Das kurze Modell beginnt mit einem Startcodon und endet mit einem Stoppcodon.
5′–ATG GAA TTT TAA–3′
5′–AUG GAA UUU UAA–3′
Wähle eine Veränderung und verfolge DNA, mRNA und Produkt. Die gelben Kästen markieren den veränderten Bereich beziehungsweise die neue Gruppierung. Alle Sequenzen laufen 5′→3′.
Codierende DNA
mRNA
Methionin – Glutaminsäure – Phenylalanin
Unveränderte Referenz. Die vier Tripletts enthalten Start, zwei weitere Aminosäure-Codons und Stopp.
Das Ribosom liest ab dem Startcodon immer Dreiergruppen. Fehlt im codierenden Bereich eine Base, verschieben sich die nachfolgenden Gruppengrenzen. Eine Insertion oder Deletion mit einer Basenzahl, die nicht durch drei teilbar ist, kann daher eine Leserastermutation (Frameshift) auslösen.
Werden genau drei Basen entfernt, bleibt das nachfolgende Raster erhalten. Liegt die Entfernung nicht genau an einer Codongrenze, können am Übergang dennoch neue Codons entstehen. „Drei Basen fehlen“ bedeutet deshalb nicht immer einfach nur „eine Aminosäure fehlt“.
Auch Veränderungen außerhalb proteincodierender Abschnitte können wirken, etwa an Promotoren oder Spleißsignalen.
Die Buchstaben stehen hier für größere Abschnitte eines Chromosoms, nicht für einzelne Basen. Vergleiche die Reihenfolge mit der Ausgangsstruktur.
Bei einer Translokation gelangt ein Abschnitt an eine andere Stelle, häufig auf ein nicht homologes Chromosom. Eine balancierte Umlagerung kann ohne Verlust oder Zugewinn von DNA vorliegen; trotzdem können Gene unterbrochen oder die Bildung von Keimzellen beeinflusst werden.
Werden homologe Chromosomen in Meiose I oder Schwesterchromatiden in Meiose II nicht richtig getrennt, spricht man von Nichttrennung (Nondisjunction). Keimzellen können dann ein Chromosom zu viel oder zu wenig erhalten.
Nach Befruchtung mit einer normalen Keimzelle kann daraus beispielsweise eine Trisomie (2n + 1) oder Monosomie (2n − 1) entstehen. Eine Veränderung ganzer Sätze heißt Polyploidie. Sie ist besonders bei Pflanzen bedeutsam.
Kopierfehler und chemische Veränderungen können spontan auftreten. UV-Strahlung, ionisierende Strahlung und bestimmte Chemikalien können die Mutationshäufigkeit erhöhen.
Ein DNA-Schaden kann repariert werden. Erst wenn eine Veränderung dauerhaft in der genetischen Information erhalten bleibt, liegt eine Mutation vor.
Somatische Mutationen werden an Tochterzellen weitergegeben, bei Menschen aber normalerweise nicht an Kinder. Keimbahnmutationen können über eine betroffene Keimzelle vererbt werden.
Mutationen entstehen nicht, weil ein Organismus eine bestimmte Eigenschaft benötigt. Ob eine Variante vorteilhaft ist, hängt von ihrer Wirkung und der Umwelt ab.
Replikationskontrolle und Reparatursysteme korrigieren viele Fehler. Eine einzelne Mutation verursacht nicht zwangsläufig Krebs; Veränderungen mehrerer beteiligter Gene können jedoch zur unkontrollierten Zellvermehrung beitragen.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Welche Veränderung verschiebt typischerweise das nachfolgende Leseraster?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Ausgangsfolge übersetzen lassen. Danach eine Base verändern und die Folgen begründen.
Partnerarbeit: Eine Person beschreibt die DNA-Veränderung, die andere verfolgt RNA und Protein.
Transfer: Mit Abschnittsbuchstaben Strukturänderungen legen; anschließend den Unterschied zu Basen und Chromosomenzahlen erklären.
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Veränderungen und ihre möglichen Folgen mit Aufgaben festigen.
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