1 · Präparat und Arbeitsplatz vorbereiten
Stelle das Mikroskop standsicher auf. Verwende zunächst ein geeignetes Dauerpräparat oder ein dünnes Frischpräparat. Halte Objektträger und Deckglas sauber; berühre optische Flächen nicht mit den Fingern.
Biologie · Verstehen und üben
Wie findest du Zellen im Mikroskop, was verändert die Vergrößerung und wie bestimmst du ihre wirkliche Größe? Lerne den sicheren Arbeitsablauf und rechne mit Gesichtsfeld und Maßstabsbalken.
Mit einem Lichtmikroskop untersuchst du Strukturen, die für das bloße Auge zu klein sind. Beim Durchlichtmikroskop gelangt Licht durch ein dünnes Präparat zum Objektiv und anschließend zum Okular. Die Probe muss deshalb ausreichend lichtdurchlässig sein.
Drei Eigenschaften helfen dir, das Bild zu beurteilen: Vergrößerung beschreibt, wie groß etwas erscheint. Auflösung beschreibt, ob nahe beieinanderliegende Strukturen getrennt erkennbar sind. Kontrast beschreibt, wie gut sich Strukturen voneinander und vom Hintergrund abheben.
Stelle das Mikroskop standsicher auf. Verwende zunächst ein geeignetes Dauerpräparat oder ein dünnes Frischpräparat. Halte Objektträger und Deckglas sauber; berühre optische Flächen nicht mit den Fingern.
Wähle etwa das 4×- oder 10×-Objektiv. Das große Gesichtsfeld erleichtert das Finden der Probe. Stelle die Beleuchtung passend ein und bringe die interessante Stelle in die Mitte.
Beobachte beim Annähern des Objektivs den Abstand von der Seite. Das Objektiv darf das Deckglas nicht berühren. Stelle bei kleiner Vergrößerung nach der Geräteanleitung grob und danach fein scharf.
Drehe das nächste Objektiv ein. Bei hoher Vergrößerung arbeitest du vor allem mit dem Feintrieb und passt die Beleuchtung an. Der betrachtete Ausschnitt wird kleiner; eine Stelle am Rand kann aus dem Bild verschwinden.
Notiere Probe, Präparation, Vergrößerung und erkennbare Strukturen. Eine biologische Zeichnung zeigt tatsächlich Beobachtetes, mit klaren Linien und sachlichen Beschriftungen. Ergänze keine Organellen nur deshalb, weil sie im Lehrbuch stehen.
Stelle das kleinste Objektiv ein, entferne das Präparat nach Geräteanleitung und schalte die Beleuchtung aus. Reinige Linsen nur mit geeignetem Material und nach Anleitung.
Lege beispielsweise eine sehr dünne, glatte Zwiebelhaut in einen Wassertropfen auf einen Objektträger. Setze eine Kante des Deckglases an den Tropfen und senke es vorsichtig schräg ab. So lassen sich Luftblasen oft vermeiden. Überschüssige Flüssigkeit wird am Rand vorsichtig aufgenommen.
Eine dicke, gefaltete Probe zeigt überlagerte Strukturen. Runde Formen mit dunklem Rand können Luftblasen sein. Die Epidermis einer gewöhnlichen Zwiebel-Speicherschuppe besitzt normalerweise keine Chloroplasten – eine Pflanzenzelle muss also nicht grün aussehen.
Deckgläser sind zerbrechlich. Präparate, Färbemittel und Reinigung werden im Unterricht nach Anleitung der Lehrkraft verwendet.
Das Okular bleibt bei 10×. Wähle ein Objektiv und vergleiche die Gesamtvergrößerung mit dem Durchmesser des sichtbaren Ausschnitts.
Das Modell setzt eine Okular-Sehfeldzahl von 18 mm voraus. Ohne zusätzliche Zwischenvergrößerung gilt: Gesichtsfelddurchmesser in der Probe = Sehfeldzahl ÷ Objektivvergrößerung. Reale Geräte können andere Werte haben.
Überlege: Bei 100× passen ungefähr zwölf unserer Modellzellen nebeneinander über den Durchmesser. Wie viele sind es bei 400×?
Das Gesichtsfeld sinkt von 1,80 mm auf 0,45 mm. Bei 0,15 mm pro Modellzelle passen bei 400× noch ungefähr drei nebeneinander. Die Zellen selbst sind nicht gewachsen.
Okularvergrößerung × Objektivvergrößerung = Gesamtvergrößerung
Beispiel: 10× am Okular und 40× am Objektiv ergeben 400×, nicht 50×. Diese Rechnung gilt für den üblichen Aufbau ohne zusätzliche Zwischenvergrößerung. Sie ist keine feste Größenangabe für ein später skaliertes Bildschirmfoto.
| Gleiche Länge | Umrechnung |
|---|---|
| 1 mm | 1.000 µm |
| 1 µm | 0,001 mm = 1.000 nm |
| 0,15 mm | 150 µm |
| 200 nm | 0,2 µm |
µm bedeutet Mikrometer, nm bedeutet Nanometer. Schreibe bei jeder Rechnung die Einheiten dazu. Ein Fehler um den Faktor 1.000 entsteht schnell, wenn Millimeter und Mikrometer verwechselt werden.
Wirkliche Länge = (Bildlänge des Objekts ÷ Bildlänge des Balkens) × Balkenwert
Die beiden Bildlängen müssen in derselben Einheit gemessen werden, beispielsweise beide in Millimetern oder beide in Pixeln. Der Quotient ist ein Verhältnis. Beispiel: 60 mm Zelllänge auf einer Abbildung ÷ 20 mm Balkenlänge × 50 µm = 150 µm.
Nur wenn der Abbildungsmaßstab für genau die vorliegende Ausgabe bekannt ist, kannst du alternativ rechnen: wirkliche Größe = Bildgröße ÷ Abbildungsmaßstab. Eine danebenstehende optische Mikroskopvergrößerung genügt bei einem beliebig vergrößerten Foto dafür nicht.
Im geeigneten Präparat lassen sich etwa Zellgrenzen, Chloroplasten oder ein gefärbter Zellkern erkennen. Eine Zellmembran ist als einzelne dünne Schicht normalerweise nicht auflösbar. Auch Ribosomen und die Feinstruktur der DNA werden im gewöhnlichen Schul-Lichtmikroskop nicht sichtbar.
Unter günstigen Bedingungen liegt die Auflösungsgrenze konventioneller Lichtmikroskopie in der Größenordnung von 0,2 µm. Ein einfaches Schulgerät oder ein kontrastarmes Präparat kann deutlich weniger Details zeigen. Für feinere Strukturen nutzt man andere Verfahren, etwa Elektronenmikroskopie.
Ein Bild samt Maßstabsbalken wird doppelt so groß ausgedruckt. Was passiert mit der aus dem Balken berechneten Zellgröße?
Wähle eine Antwort und begründe sie zunächst selbst.
Versuche jede Aufgabe zuerst selbst. Nutze bei Bedarf den Tipp und vergleiche erst danach mit der Lösung.
Die Linsen wirken nacheinander.
Das Objektiv erzeugt ein vergrößertes Zwischenbild der Probe. Das Okular vergrößert dieses für die Betrachtung. Bei einem üblichen Mikroskop werden ihre Vergrößerungszahlen multipliziert.
Denke an den sichtbaren Ausschnitt.
Das Gesichtsfeld ist größer. Dadurch lässt sich die Probe leichter finden und die gewünschte Stelle zentrieren, bevor man zu einer höheren Vergrößerung wechselt.
Multiplizieren, nicht addieren.
10 × 20 = 200. Die Gesamtvergrößerung beträgt 200×, sofern kein weiterer Vergrößerungsfaktor hinzukommt.
Vergrößerung und Auflösung unterscheiden.
Digitaler Zoom vergrößert vorhandene Bildinformationen. Zwei zuvor nicht getrennt aufgelöste Strukturen werden dadurch nicht zu zuverlässig getrennten neuen Details.
Ein Millimeter entspricht 1.000 Mikrometern.
0,08 × 1.000 = 80 µm.
Ein Mikrometer entspricht 1.000 Nanometern.
2,5 × 1.000 = 2.500 nm.
Bilde zuerst das Verhältnis der Bildlängen.
24 mm ÷ 10 mm × 50 µm = 120 µm. Die Millimeter kürzen sich im Verhältnis heraus.
Wurde der Balken mitvergrößert?
Ja, wenn Bild und Balken gemeinsam gleichmäßig skaliert wurden. Wird nur die Zellaufnahme vergrößert, der Balken aber nicht, ist die Zuordnung falsch.
Die Objektivvergrößerung wird vervierfacht.
Bei sonst unveränderter Optik beträgt der Durchmesser ein Viertel: 1,8 ÷ 4 = 0,45 mm. Die Fläche wäre sogar nur noch ein Sechzehntel.
Nicht jede Pflanzenzelle betreibt Fotosynthese.
Beispielsweise besitzen Zellen der üblichen Zwiebel-Speicherschuppe normalerweise keine Chloroplasten. Die Zellart und das verwendete Gewebe sind entscheidend.
Beobachtung zuerst, Interpretation getrennt.
Klare Konturen und tatsächlich erkennbare Strukturen, sachliche Beschriftungen sowie Angaben zur Probe und zur Beobachtung. Nicht sichtbare Organellen werden nicht aus dem Lehrbuch ergänzt.
Es muss genügend Licht hindurchgelangen.
Prüfe, ob die Probe zu dick oder gefaltet ist und ob Beleuchtung und Blende passend eingestellt sind. Ein dünneres Präparat kann helfen; bloß stärker zu vergrößern beseitigt das Problem nicht.

Übe die Zusammenhänge mit Aufgaben und Lösungen.
Arbeitsblatt ansehen →Eigene Erklärungen, Grafiken und Übungsbeispiele. Vereinfachungen und künstliche Beispieldaten sind an den jeweiligen Modellen gekennzeichnet.