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Kunststoffe: Aufbau und Eigenschaften

Warum lässt sich ein Kunststoff schmelzen, ein anderer dehnen und ein dritter nicht neu formen? Verknüpfe Monomere zu Polymerketten und leite die Eigenschaften aus Struktur, Wechselwirkungen und Vernetzung ab.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Was kannst du schon?

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Was kennzeichnet ein Polymer?

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Aufgabe 2Welcher Stoff entsteht durch Polymerisation von Ethen?

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Aufgabe 3Welche Klasse passt zum engmaschig vernetzten ausgehärteten Kunststoff?

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Lösungen mit Erklärungen
  1. Sehr große Moleküle aus vielen verknüpften Baueinheiten. – Makromoleküle können lange Ketten oder Netzwerke bilden. Kunststoffe enthalten häufig zusätzlich Hilfsstoffe.
  2. Polyethylen – n CH₂=CH₂ → [–CH₂–CH₂–]ₙ. Die ursprünglichen Doppelbindungen werden umgesetzt.
  3. Duroplast – Viele kovalente Querverbindungen ergeben ein starres Netzwerk.

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Kunststoffe enthalten Polymere: Viele Baueinheiten bilden große Moleküle

Ein Kunststoff enthält Polymere: Stoffe aus sehr großen Molekülen, den Makromolekülen. Viele dieser Moleküle sind lange Ketten aus wiederkehrenden Baueinheiten. Dazu kommen häufig Zusatzstoffe wie Farbstoffe oder Stabilisatoren.

Ausgangsmolekül · Monomer

CCHHHH

Ethen ist ein kleines, reaktionsfähiges Molekül. Seine C=C-Doppelbindung ermöglicht die Verknüpfung zu einer Kette.

Viele Bausteine · Polymer

Viele Ethenmoleküle → Polyethylen (PE)

Bei der Polymerisation werden die Moleküle über neue C–C-Bindungen miteinander verbunden. Es entsteht eine lange Kette; die ursprünglichen Doppelbindungen werden dabei umgesetzt.

CH₂CH₂CH₂CH₂CH₂CH₂……

Ausschnitt einer PE-Kette: Jedes CH₂ enthält ein C-Atom mit zwei H-Atomen. Die übrigen zwei Bindungen führen zu benachbarten C-Atomen. Die Punkte zeigen: Die Kette geht weiter. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Struktur seitlich verschieben.

n CH₂=CH₂ → [–CH₂–CH₂–]ₙ

Die Klammer ist die Kurzschreibweise: Sie umfasst eine Wiederholungseinheit, n steht für deren Anzahl. Endgruppen sind weggelassen. Das Monomer und die eingebaute Einheit enthalten hier dieselben Atome, aber andere Bindungen.

Polypropylen lesen: Zwei C-Atome bilden die Hauptkette, CH₃ bleibt Seitenrest

CH₂CHCH₃n

Die Zeichnung zeigt die Wiederholungseinheit von Polypropylen (PP). Die beiden C-Atome der ursprünglichen Doppelbindung bilden die Hauptkette. Die CH₃-Gruppe bleibt als Seitenrest erhalten.

Bindungen in der Kette

Kovalente Bindungen halten die Atome des Makromoleküls zusammen. Eine Verzweigung ist ein Seitenast; sie ist noch keine Querverbindung zu einer anderen Kette.

Wechselwirkungen zwischen Ketten

London-Kräfte, bei passenden Gruppen auch Dipol-Dipol-Wechselwirkungen und Wasserstoffbrücken, beeinflussen Zusammenhalt und Beweglichkeit. Chemische Vernetzungen sind dagegen kovalente Querverbindungen.

Aus Propen wird Polypropylen

1 · Die Doppelbindung finden

CH₂=CH–CH₃

Die beiden C-Atome der C=C-Bindung werden in die Hauptkette eingebaut.

2 · Neue Kettenbindungen bilden

n CH₂=CH–CH₃ → [–CH₂–CH(CH₃)–]ₙ

Die π-Bindung wird umgesetzt, die C–C-Einfachbindung bleibt bestehen. Neue C–C-Bindungen verknüpfen die Bausteine. Kein Wasser wird abgespalten.

3 · Die Bindigkeiten prüfen

Jedes C-Atom besitzt weiterhin vier Bindungen. Die CH₃-Gruppe hängt seitlich an der Kette; sie wird nicht zu einem dritten Hauptkettenatom der Einheit.

4 · Monomer und Einheit vergleichen

Das Monomer hat eine Doppelbindung, die dargestellte Wiederholungseinheit nicht. Die Atome bleiben bei dieser Polymerisation erhalten, ihre Verknüpfung ändert sich.

Polymer-Werkstatt: vom Monomer zur Kette

Wähle ein Monomer. Zeichne die Wiederholungseinheit, bevor du die Lösung aufklappst.

Polymer, Wiederholungseinheit und Erklärung

Die Werkstatt zeigt Strukturbeziehungen bei geeigneten Reaktionsbedingungen. Endgruppen, Kettenlängenverteilung und räumliche Anordnung der Seitenreste sind nicht dargestellt.

Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition anhand der Reaktion unterscheiden

Polymerisation

Alken-Monomere → Kette

Viele Monomere werden über ihre Doppelbindungen verknüpft. Beispiel: Ethen → PE. Dabei entsteht kein kleines Abspaltungsprodukt.

Polykondensation

Diol + Dicarbonsäure → Polyester + Wasser

Mindestens bifunktionelle Bausteine reagieren schrittweise. Neue Ester- oder Amidgruppen verbinden sie; kleine Moleküle werden abgespalten.

R–COOH + HO–R′ ⇌ R–C(=O)–O–R′ + H₂O

Die Gleichung zeigt eine einzelne Esterverknüpfung. Für lange Polyesterketten müssen beide Bausteine mindestens zwei passende Gruppen tragen. Bei Polyamiden entstehen entsprechend Amidgruppen –C(=O)–NH–.

Polyaddition

R–N=C=O + HO–R′ → R–NH–C(=O)–O–R′

Funktionelle Gruppen reagieren ohne Abspaltung kleiner Moleküle. Aus Diisocyanaten und Diolen können Polyurethane entstehen; die neue Verknüpfung ist eine Urethangruppe. Die Gleichung zeigt eine einzelne Verknüpfung.

Bildungsreaktion und Kunststoffart sind verschiedene Einteilungen. Ein durch Polykondensation gebildeter Polyester kann ein Thermoplast sein. Mehrfunktionelle Bausteine können dagegen Vernetzung ermöglichen.

Radikalische Polymerisation: Start, Wachstum, Abbruch

Ein Radikal besitzt ein ungepaartes Elektron, dargestellt durch •. I steht hier für einen Initiatorrest, P für eine gewachsene Kette.

Kettenstart

I–I → 2 I•
I• + CH₂=CH₂ → I–CH₂–CH₂•

Ein geeigneter Initiator wird homolytisch gespalten. Ein Radikal addiert an Ethen; am neuen Kettenende bleibt ein ungepaartes Elektron.

Kettenwachstum

P–CH₂–CH₂• + CH₂=CH₂
→ P–CH₂–CH₂–CH₂–CH₂•

Weitere Monomere werden addiert. Das radikalische Zentrum liegt jeweils am neuen Ende.

Kettenabbruch durch Rekombination

P–CH₂–CH₂• + •CH₂–CH₂–P′
→ P–CH₂–CH₂–CH₂–CH₂–P′

Zwei Radikale bilden eine Elektronenpaarbindung; das aktive Ende verschwindet. Nicht jede Polymerisation läuft radikalisch ab.

Ketten-Labor: Was verändert die Vernetzung?

Was bedeutet Vernetzung chemisch? Kovalente Querverbindungen verbinden Kettenabschnitte. Das ist mehr als eine Anziehung zwischen getrennten Molekülen:

…CH₂CHCH₂……CH₂CHCH₂…X

Strukturschema: X steht für eine kovalente Verbindung, zum Beispiel eine Schwefelbrücke in vulkanisiertem Gummi; die übrigen Seiten- und Endgruppen sind vereinfacht. Die blauen Linien im Modell darunter fassen jeweils ganze Ketten zusammen.

Vergleiche die Strukturen und leite ihr Verhalten beim Erwärmen oder Dehnen ab.

Legende: Blau = Polymerketten · Grün = dauerhafte chemische Querverbindungen.

Vereinfachtes Strukturmodell. Zusammensetzung und Temperatur beeinflussen die Eigenschaften ebenfalls. Bei Elastomeren sind hier klassisch chemisch vernetzte Materialien gemeint.

Vorhersagen und überprüfen: Beim Erwärmen wird ein Thermoplast formbar. Müssen dafür die C–C-Bindungen seiner Hauptketten zerbrechen?

Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen

Nein. Für die übliche thermoplastische Verarbeitung werden Kettenabschnitte beweglicher und können gegeneinander gleiten. Die Hauptketten bleiben weitgehend erhalten. Chemischer Kettenabbau wäre eine andere Veränderung, etwa bei zu starker Erwärmung.

Kettenbeweglichkeit und Vernetzung erklären thermoplastisches, elastisches oder starres Verhalten

Thermoplaste · nicht dauerhaft vernetzt

Lineare oder verzweigte Ketten werden bei ausreichendem Erwärmen gegeneinander beweglich. Der Kunststoff lässt sich neu formen. Beim üblichen Schmelzen werden die Hauptketten nicht gezielt gespalten. Beispiele: PE, PP, PET.

Elastomere · weitmaschig vernetzt

Bewegliche Kettenabschnitte richten sich beim Dehnen aus. Nach Entlastung federt das Netzwerk im elastischen Bereich zurück. Die Querverbindungen verhindern dauerhaftes Fließen. Beispiel: vulkanisierter Gummi.

Duroplaste · engmaschig vernetzt

Viele kovalente Querverbindungen bilden ein starres Netzwerk. Ausgehärtete Duroplaste lassen sich nicht wie Thermoplaste einschmelzen und zersetzen sich bei hoher Temperatur. Beispiel: ausgehärtetes Epoxidharz.

Auch ohne Vernetzung können Kunststoffe steif sein. Unverzweigte PE-Ketten packen dichter als stark verzweigte; polare Amidgruppen können zwischen Ketten Wasserstoffbrücken bilden. Deshalb reicht die Zahl der Querverbindungen allein nicht für jede Eigenschaftsvorhersage.

Thermoplast bedeutet nicht „bei Raumtemperatur weich“. Thermoplastische Elastomere verbinden elastisches Verhalten mit thermoplastischer Verarbeitung und erweitern dieses Grundmodell.

Polymerisationsgrad berechnen: Kettenmasse durch Masse der Wiederholungseinheit teilen

CH₂CH₂n1 Einheit = 2 C-Atome
n ≈ M(Kette)M(Wiederholungseinheit)

PE-Beispiel: 28 000 g/mol durch 28 g/mol

Die gezeigte Wiederholungseinheit enthält zwei C und vier H: C₂H₄.

M(Einheit) ≈ 2 · 12 + 4 · 1
= 28 g/mol

n ≈ 28 000 g/mol28 g/mol = 1000

1000 Einheiten sind hier 2000 C-Atome in der Hauptkette. n zählt die gezeichneten Einheiten, nicht einzelne Atome. Die Einheit g/mol kürzt sich; n ist eine reine Anzahl.

Endgruppen werden vernachlässigt. Reale Proben enthalten verschieden lange Ketten; dort verwendet man passende Mittelwerte der molaren Masse.

Thermoplaste erneut schmelzen: Vernetzung, Sortenreinheit und Alterung begrenzen das Recycling

Geeignete Thermoplaste können sortiert, aufbereitet und erneut aufgeschmolzen werden: werkstoffliches Recycling. Verschmutzung, gemischte Sorten und Alterung begrenzen die Qualität. Vernetzte Kunststoffe lassen sich nicht auf demselben Weg einschmelzen.

Chemische Verfahren können Polymerketten in kleinere Rohstoffmoleküle umwandeln; ihre Eignung hängt vom Material und Aufwand ab. Bei thermischer Verwertung wird Energie genutzt, das Material aber verbrannt. Biobasiert beschreibt die Rohstoffherkunft und bedeutet nicht automatisch biologisch abbaubar.

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Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen

1 · Erkennen und zuordnen

1. Was ist ein Monomer im Beispiel Ethen → Polyethylen?

  • Ausschließlich ein unreaktiver Farbstoff.
  • Ein kleines Ausgangsmolekül, aus dem die Polymerkette aufgebaut wird.
  • Die vollständige fertige Polymerkette.
Lösung und Erklärung

Ein kleines Ausgangsmolekül, aus dem die Polymerkette aufgebaut wird.

Viele Ethenmoleküle werden zu einem großen Makromolekül verknüpft.

2. Was bezeichnet n in [–CH₂–CH₂–]ₙ?

  • Die Anzahl der dargestellten Wiederholungseinheiten.
  • Die Anzahl einzelner H-Atome.
  • Immer die Zahl der Querverbindungen.
Lösung und Erklärung

Die Anzahl der dargestellten Wiederholungseinheiten.

Die Klammer umfasst eine C₂H₄-Einheit. n zählt solche Einheiten, nicht einzelne Atome.

3. Welche Bindungen halten die Atome entlang einer PE-Hauptkette zusammen?

  • Nur Wasserstoffbrücken
  • Ausschließlich Anziehung zwischen freien Ionen
  • Kovalente Bindungen
Lösung und Erklärung

Kovalente Bindungen

Die C-Atome des Makromoleküls sind durch kovalente C–C-Bindungen verbunden.

4. Welche Rolle hat die CH₃-Gruppe in Polypropylen?

  • Sie wird zwingend als Methan abgespalten.
  • Sie bleibt als Seitenrest an der Hauptkette.
  • Sie wird zu einem dritten Hauptkettenatom jeder Einheit.
Lösung und Erklärung

Sie bleibt als Seitenrest an der Hauptkette.

Die zwei ursprünglichen Doppelbindungs-C bilden die Hauptkette; CH₃ bleibt seitlich erhalten.

5. Welche Struktur kennzeichnet klassische Thermoplaste?

  • Lineare oder verzweigte, nicht dauerhaft kovalent vernetzte Ketten.
  • Ein engmaschiges dauerhaftes Netzwerk.
  • Ausschließlich unverbundene Monomere.
Lösung und Erklärung

Lineare oder verzweigte, nicht dauerhaft kovalent vernetzte Ketten.

Die Ketten können bei geeignetem Erwärmen beweglicher werden und gegeneinander gleiten.

6. Welche Struktur kennzeichnet klassische chemisch vernetzte Elastomere?

  • Ein engmaschiges starres Netzwerk ohne elastische Abschnitte.
  • Nur kleine Einzelmoleküle ohne Ketten.
  • Ein weitmaschiges Netzwerk mit beweglichen Kettenabschnitten.
Lösung und Erklärung

Ein weitmaschiges Netzwerk mit beweglichen Kettenabschnitten.

Wenige Querverbindungen ermöglichen elastische Verformung und verhindern dauerhaftes Fließen.

2 · Anwenden und erklären

1. Welche Wiederholungseinheit gehört zu Polypropylen?

  • [–CH=CH–CH₃–] mit unveränderter Doppelbindung
  • [–CH₂–CH(CH₃)–]
  • [–CH₂–CH₂–CH₂–] als unverzweigte Propen-Einheit
Lösung und Erklärung

[–CH₂–CH(CH₃)–]

Die Doppelbindung wird umgesetzt. Die CH₃-Gruppe bleibt am zweiten Hauptketten-C hängen.

2. Welche Wiederholungseinheit entsteht aus Chlorethen CH₂=CHCl?

  • [–CH₂–CH(Cl)–]
  • [–CH₂–CH₂–] unter zwingender Abspaltung allen Chlors
  • [–CCl₂–CCl₂–]
Lösung und Erklärung

[–CH₂–CH(Cl)–]

Die Seitenreste bleiben erhalten; neue Kettenbindungen ersetzen den π-Anteil der Doppelbindung.

3. Welche Wiederholungseinheit passt zu Tetrafluorethen CF₂=CF₂?

  • [–CH₂–CH₂–]
  • [–CF=CF–] mit jeweils nur einem F
  • [–CF₂–CF₂–]
Lösung und Erklärung

[–CF₂–CF₂–]

Die vier F bleiben an den beiden C. Die C=C-Bindung wird in die Kettenverknüpfung umgesetzt.

4. Welcher Bildungsweg passt zu Diol + Dicarbonsäure → Polyester + Wasser?

  • Ausschließlich eine physikalische Mischung
  • Polykondensation
  • Radikalische Ethen-Polymerisation
Lösung und Erklärung

Polykondensation

Funktionelle Gruppen verknüpfen sich schrittweise unter Abspaltung kleiner Moleküle, hier Wasser.

5. Was unterscheidet Polyaddition von Polykondensation?

  • Bei Polyaddition entsteht kein kleines Abspaltungsprodukt.
  • Polyaddition benötigt grundsätzlich keine reaktiven Gruppen.
  • Polykondensation bildet niemals neue kovalente Bindungen.
Lösung und Erklärung

Bei Polyaddition entsteht kein kleines Abspaltungsprodukt.

Beide Wege verknüpfen passende funktionelle Gruppen; die Abspaltung kleiner Moleküle unterscheidet sie.

6. Eine PE-Kette hat ungefähr 42 000 g/mol, die gezeichnete Einheit 28 g/mol. Wie groß ist n näherungsweise?

  • 750
  • 3000
  • 1500
Lösung und Erklärung

1500

n ≈ 42 000/28 = 1500. Endgruppen werden vernachlässigt.

3 · Prüfen und übertragen

1. Warum erfordert gewöhnliches thermoplastisches Formen keine gezielte Spaltung der C–C-Hauptketten?

  • Jede Wiederholungseinheit wird zu einem Gasatom.
  • Kettenabschnitte werden beweglicher und können gegeneinander gleiten.
  • Der Kunststoff muss vorher vollständig zu Monomeren zerfallen.
Lösung und Erklärung

Kettenabschnitte werden beweglicher und können gegeneinander gleiten.

Beim geeigneten Erwärmen ändern sich Beweglichkeit und zwischenmolekularer Zusammenhalt. Kettenabbau wäre eine chemische Veränderung.

2. Warum lässt sich ein ausgehärteter Duroplast nicht wie PE einschmelzen?

  • Das engmaschige kovalente Netzwerk verhindert Fließen.
  • Er besteht ausschließlich aus unverknüpften kurzen Molekülen.
  • Seine Atome besitzen grundsätzlich keine Bindungen.
Lösung und Erklärung

Das engmaschige kovalente Netzwerk verhindert Fließen.

Die vielen Querverbindungen halten das Netzwerk zusammen; bei hoher Temperatur kann Zersetzung auftreten.

3. Warum ist eine Seitenverzweigung noch keine chemische Vernetzung?

  • Jeder Seitenrest verbindet automatisch zwei getrennte Ketten.
  • Vernetzung bedeutet ausschließlich London-Anziehung.
  • Eine Vernetzung ist eine kovalente Querverbindung zwischen Kettenabschnitten.
Lösung und Erklärung

Eine Vernetzung ist eine kovalente Querverbindung zwischen Kettenabschnitten.

Ein Seitenast verändert das Gerüst, ohne zwingend eine Querverbindung zu einem weiteren Kettenabschnitt zu bilden.

4. Was geschieht beim radikalischen Kettenwachstum nach Addition eines weiteren Ethens?

  • Das gesamte Polymer wird wieder zum Initiator.
  • Das ungepaarte Elektron liegt am neuen Kettenende.
  • Bei jedem Wachstumsschritt verschwinden zwingend alle Radikale.
Lösung und Erklärung

Das ungepaarte Elektron liegt am neuen Kettenende.

Das aktive radikalische Zentrum bleibt für die nächste Monomeraddition erhalten.

5. Eine PE-Kette umfasst 1200 der gezeichneten C₂H₄-Einheiten. Wie viele C-Atome gehören dazu, Endgruppen vernachlässigt?

  • 2400
  • 1200
  • 4800
Lösung und Erklärung

2400

Jede Einheit enthält zwei C. Daher ergeben 1200 Einheiten insgesamt 2400 C-Atome.

6. Warum folgt aus „Polyester“ nicht automatisch „Duroplast“?

  • Jeder Polyester besitzt zwingend ein engmaschiges Netzwerk.
  • Polyester enthalten überhaupt keine langen Ketten.
  • Die Bindungsgruppe und der Bildungsweg legen die Vernetzung nicht allein fest.
Lösung und Erklärung

Die Bindungsgruppe und der Bildungsweg legen die Vernetzung nicht allein fest.

Lineares PET ist beispielsweise ein Thermoplast. Funktionalität und Verknüpfung der Bausteine bestimmen die Vernetzung.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Welche Aussage zur Propen-Polymerisation stimmt?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 2Was beendet eine radikalische Kette bei Rekombination?

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Aufgabe 3Welche Aussage zum erneuten Einschmelzen von Thermoplasten ist richtig?

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Lösungen mit Erklärungen
  1. Die π-Bindung wird umgesetzt; die CH₃-Seitengruppe bleibt erhalten und kein Wasser wird abgespalten. – Neue C–C-Bindungen verknüpfen die Monomere. Die Atome der Bausteine bleiben in der Kette erhalten.
  2. Zwei radikalische Enden bilden eine Elektronenpaarbindung ohne neues Radikal. – Rekombination verbraucht zwei Radikale. Monomeraddition gehört dagegen zum Wachstum und Initiatorspaltung zum Start.
  3. Sortenreinheit, Verschmutzung und Alterung können die Recyclingqualität begrenzen. – Thermoplastische Verarbeitbarkeit ist eine Voraussetzung, garantiert aber keinen verlustfreien Kreislauf.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Weitere Aufgaben zum Selbstcheck

Selbstcheck: Formeln, Synthese und Eigenschaften

Welche Struktur passt zu einem klassischen Elastomer?

Wähle eine Antwort.

1 · Zeichne die Wiederholungseinheit von Chlorethen.

Tipp öffnen
CH₂=CH–Cl; alle Seitenreste erhalten.
Lösung ansehen
[–CH₂–CH(Cl)–]ₙ. Die Doppelbindung wird zur Einfachbindung; neue Bindungen setzen die Kette fort.

2 · Welche Rolle hat die CH₃-Gruppe in PP?

Tipp öffnen
Vergleiche Propen mit der Wiederholungseinheit.
Lösung ansehen
Sie bleibt als Seitenrest erhalten und ist kein drittes Hauptkettenatom der Einheit.

3 · Erkläre Start, Wachstum und Abbruch einer radikalischen Polymerisation.

Tipp öffnen
Verfolge das ungepaarte Elektron.
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Start: Radikalbildung und Addition an ein Monomer. Wachstum: weitere Monomere addieren am radikalischen Ende. Abbruch: zum Beispiel Rekombination zweier Radikale.

4 · Diol + Dicarbonsäure: Welcher Bildungsweg und welche Verknüpfung?

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Wasser wird abgespalten.
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Polykondensation; Estergruppen –C(=O)–O– verbinden die Bausteine zum Polyester.

5 · Was unterscheidet Polyaddition und Polykondensation?

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Entsteht ein kleines Abspaltungsprodukt?
Lösung ansehen
Bei Polyaddition nicht; bei Polykondensation wird beispielsweise Wasser abgespalten. Beide benötigen für Kettenbildung geeignete mehrfunktionelle Bausteine.

6 · Warum lässt sich ein Duroplast nicht wie PE einschmelzen?

Tipp öffnen
Kovalente Vernetzung und Kettenbeweglichkeit vergleichen.
Lösung ansehen
Das dichte kovalente Netzwerk verhindert Fließen. PE-Ketten sind nicht dauerhaft vernetzt und werden warm beweglich. Bei zu hoher Temperatur zersetzt sich der Duroplast.

7 · PE mit 56 000 g/mol: Wie groß ist n ungefähr?

Tipp öffnen
M(C₂H₄) ≈ 28 g/mol; Endgruppen vernachlässigen.
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n ≈ 56 000 / 28 = 2 000 Wiederholungseinheiten.

8 · Ist jeder Polyester ein Duroplast?

Tipp öffnen
Bildungsreaktion und Strukturklasse auseinanderhalten.
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Nein. Lineares PET ist ein Thermoplast. Vernetzung hängt von Funktionalität und Verknüpfung der Bausteine ab.
Dein nächster Lernschritt

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