Ethen: 2 + 1 + 1
Die C=C-Doppelbindung zählt an jedem C mit 2. Deshalb bleiben je zwei C–H-Einfachbindungen. Insgesamt sind es vier H-Atome.
Chemie · Klasse 9–13 · Grundlagen & Vertiefung
Was ändert sich, wenn zwei Kohlenstoffatome doppelt oder dreifach verbunden sind? Vergleiche die Moleküle, leite ihre Formeln ab und entdecke, wie Additionsreaktionen funktionieren.
Ethan · Ethen · Ethin
Mehrfachbindung → weniger H-Atome
Alkene und Alkine sind Kohlenwasserstoffe: Sie bestehen nur aus C und H. Alkene besitzen mindestens eine C=C-Doppelbindung, Alkine mindestens eine C≡C-Dreifachbindung. Hier betrachten wir zunächst offene Ketten mit genau einer Doppel- beziehungsweise Dreifachbindung und ohne weitere Mehrfachbindungen.
Man nennt sie ungesättigt, weil sie weniger H-Atome als ein offenkettiges Alkan mit gleicher C-Zahl enthalten und an der Mehrfachbindung zum Beispiel Wasserstoff addieren können.
Wie viele H-Atome passen noch an jedes C? Wähle eine Bindungsart und prüfe die Bindungsordnungssumme.
Strukturzeichnungen zeigen die Verknüpfung. Im Ethen liegen die Atome in einer Ebene; die Winkel an C sind ungefähr 120°. Ethin ist linear (180°). Um ein C-Atom im Ethan sind die Bindungen ungefähr tetraedrisch angeordnet (109,5°).
Die C=C-Doppelbindung zählt an jedem C mit 2. Deshalb bleiben je zwei C–H-Einfachbindungen. Insgesamt sind es vier H-Atome.
Die Dreifachbindung zählt an jedem C mit 3. Je eine C–H-Einfachbindung ergänzt auf 4. Insgesamt sind es zwei H-Atome.
Eine Einfachbindung ist eine σ-Bindung. Eine Doppelbindung besteht aus einer σ- und einer π-Bindung; eine Dreifachbindung aus einer σ- und zwei π-Bindungen. Die π-Anteile ermöglichen typische Additionsreaktionen. Eine Mehrfachbindung ist insgesamt nicht einfach „schwächer“ als eine Einfachbindung.
Um eine C=C-Bindung ist keine freie Drehung möglich, ohne den π-Anteil aufzuheben. Das wird später für E/Z-Isomerie wichtig.
Gegenüber dem Alkan CₙH₂ₙ₊₂ fehlen zwei H-Atome. Beispiele: Ethen C₂H₄, Propen C₃H₆, Butene C₄H₈.
Gegenüber dem Alkan fehlen vier H-Atome. Beispiele: Ethin C₂H₂, Propin C₃H₄, Butine C₄H₆.
Für unsere unverzweigten Beispiele gilt: 2 C → eth-, 3 C → prop-, 4 C → but-, 5 C → pent-. Die Endung -en steht für eine Doppelbindung, -in für eine Dreifachbindung.
Nummeriere so, dass die Mehrfachbindung die kleinste mögliche Positionszahl erhält. Die Zahl nennt das erste C-Atom der Mehrfachbindung.
„But-3-en“ wird von der anderen Seite gezählt zu But-1-en. Bei zwei oder drei C-Atomen ist die Position in diesen einfachen Beispielen eindeutig; man schreibt Ethen, Propen, Ethin und Propin.
Bei einer Addition werden Atome oder Atomgruppen an die beiden C-Atome einer Mehrfachbindung gebunden. Die C–C-Bindungsordnung nimmt dabei ab. Das Kohlenstoffgerüst muss nicht auseinanderbrechen.
Bei dieser Hydrierung wird aus Ethen Ethan. Je ein H-Atom kommt an jedes C. Dafür sind geeignete Reaktionsbedingungen und ein Katalysator nötig, zum Beispiel Nickel; das bloße Mischen bedeutet nicht, dass die Reaktion sofort abläuft.
Im vereinfachten Modell der Bromaddition entsteht 1,2-Dibromethan. Je ein Br-Atom bindet an jedes C; die H-Zahl bleibt gleich. Die Entfärbung von Brom ist ein Hinweis auf eine Reaktion, aber kein eindeutiger Nachweis ausschließlich für Alkene. In wässrigem Medium sind auch andere Additionsprodukte möglich.
Wähle eine Reaktion. Sage Produkt und Bindungsänderung voraus, bevor du die Lösung öffnest.
Die Werkstatt zeigt Gesamtreaktionen unter passenden Bedingungen, keine Versuchsanleitung und keinen Mechanismus. Bei Alkinen ist mit speziellen Katalysatoren auch eine gezielte Teilhydrierung möglich; „vollständig“ meint hier die Umsetzung bis zum Alkan.
Die vollständige Hydrierung von einem Mol Ethen benötigt ein Mol H₂. Ein Mol Ethin benötigt dagegen zwei Mol H₂, um Ethan zu bilden.
Gesucht ist die benötigte Stoffmenge Wasserstoff. Aus dem Verhältnis 1 : 2 folgt:
Bei vollständigem Umsatz entstehen 0,30 mol Ethan. Das Verhältnis bezieht sich auf Stoffmengen, nicht auf gleiche Massen.
Alkene und Alkine sind wie Alkane insgesamt wenig polar und schlecht in Wasser löslich. Ihre Siedetemperaturen hängen unter anderem von Molekülgröße und Struktur ab. Ihre Mehrfachbindungen eröffnen zusätzliche Reaktionswege.
Ethen ist ein wichtiger Ausgangsstoff für Polyethylen: Bei der Polymerisation werden viele Ethenmoleküle zu langen Ketten verknüpft. Ethin ist auch unter dem Namen Acetylen bekannt. Für das Verständnis der Stoffklasse ist entscheidend, die Struktur und mögliche Reaktionen zu erkennen.
Auch Alkene und Alkine können verbrennen. Verbrennung und Hydrierung sind verschiedene Reaktionen: Bei vollständiger Verbrennung mit O₂ entstehen CO₂ und Wasser; bei der Hydrierung mit H₂ entstehen stärker gesättigte Verbindungen.
But-1-en und But-2-en unterscheiden sich durch die Position der Doppelbindung. Bei But-2-en können zusätzlich zwei räumliche Anordnungen auftreten: Die beiden CH₃-Gruppen liegen auf derselben oder auf entgegengesetzten Seiten der Doppelbindung.
Für E/Z-Isomerie muss jedes der beiden Doppelbindungs-C-Atome zwei unterschiedliche Substituenten tragen. Ethen erfüllt das nicht: An jedem C sitzen zwei gleiche H-Atome. Die genaue Zuordnung nach Prioritätsregeln ist ein weiterführendes Oberstufenthema; dazu findest du unten ein eigenes Arbeitsblatt.
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25–40 Minuten · ab Klasse 9: Ethan, Ethen und Ethin zunächst ohne Summenformeln vorgeben. Lernende ergänzen H-Atome und begründen an jedem C die Bindungsordnungssumme vier. Danach mit dem Bindungs-Labor vergleichen.
Partnerphase: Eine Person nennt Edukte einer Addition; die zweite zeichnet das Produkt. Beide prüfen C-, H- und gegebenenfalls Br-Zahlen vor und nach der Reaktion.
Differenzierung: Einstieg über Bindungstypen und Formeln; Vertiefung über Stoffmengen, σ/π-Bindungen und E/Z-Voraussetzungen. Die kostenlosen Materialien unten bieten passende Übungen vom Einstieg bis zur Oberstufe.
Wähle das Material, das zu deinem Lernziel passt. Alle hier verlinkten Materialien sind kostenlos als PDF erhältlich. Auf der jeweiligen Produktseite findest du Umfang, Downloadweg und Nutzungsbedingungen.

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