Siedetemperatur steigt im Allgemeinen
Bei unverzweigten Alkanen nehmen mit der Kettenlänge die London-Kräfte zwischen den Molekülen zu. Das Trennen der Moleküle beim Sieden erfordert daher mehr Energie.
Chemie · Klasse 9–13 · Grundlagen & Vertiefung
Methan, Ethan, Propan: Was haben diese Stoffe gemeinsam? Entdecke die Regel hinter ihren Formeln, vergleiche kurze und lange Ketten und gleiche ihre Verbrennung Schritt für Schritt aus.
Offene Kohlenstoffketten
nur Einfachbindungen
Von Glied zu Glied kommt CH₂ hinzu.
Kohlenwasserstoffe bestehen ausschließlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Alkane sind die gesättigten, offenkettigen Vertreter: In ihnen kommen nur Einfachbindungen vor. Die Ketten können unverzweigt oder verzweigt sein.
„Gesättigt“ bedeutet hier: Für ein gegebenes offenkettiges Kohlenstoffgerüst sind so viele H-Atome gebunden, wie bei vier Bindungen pro C möglich sind. Es geht weder um eine gesättigte Lösung noch um das Sättigungsgefühl.
Ein C-Atom bindet vier H-Atome. Setze n = 1 ein: 2 · 1 + 2 = 4.
Ab zwei C-Atomen tragen die beiden Enden jeweils drei H. Jedes innere C trägt zwei H.
Diese Herleitung mit zwei Enden gilt für unverzweigte Ketten mit n ≥ 2. Die Summenformel gilt ebenfalls für verzweigte, offenkettige Alkane.
Ein zusätzliches C-Atom und zwei zusätzliche H-Atome bilden den Unterschied in der Summenformel. CH₂ ist hier die Differenz zwischen zwei Formeln, kein frei herumfliegendes Teilchen.
| C-Zahl n | Name | Summenformel |
|---|---|---|
| 1 | Methan | CH4 |
| 2 | Ethan | C2H6 |
| 3 | Propan | C3H8 |
| 4 | Butan | C4H10 |
| 5 | Pentan | C5H12 |
| 6 | Hexan | C6H14 |
| 7 | Heptan | C7H16 |
| 8 | Octan | C8H18 |
| 9 | Nonan | C9H20 |
| 10 | Decan | C10H22 |
Die Endung -an kennzeichnet diese Stoffklasse. Ab Butan gibt es zur gleichen Summenformel auch verzweigte Isomere. In der Tabelle und im Labor betrachten wir jeweils die unverzweigte Verbindung.
Sage zuerst die H-Zahl voraus. Prüfe dann deine Vermutung mit dem Regler.
Die Kette zeigt eine Halbstrukturformel, keine räumliche Molekülgeometrie. Lange Ketten kannst du seitlich verschieben; die Beschriftung bleibt gleich groß.
Bei unverzweigten Alkanen nehmen mit der Kettenlänge die London-Kräfte zwischen den Molekülen zu. Das Trennen der Moleküle beim Sieden erfordert daher mehr Energie.
Alkane sind insgesamt unpolar. Sie mischen sich schlecht mit dem polaren Wasser und lösen sich besser in geeigneten unpolaren Stoffen. „Unpolar“ heißt nicht, dass zwischen ihren Molekülen gar keine Kräfte wirken.
Bei etwa 20 °C und normalem Luftdruck sind Methan bis Butan gasförmig; Pentan bis Decan sind flüssig. Sehr lange unverzweigte Alkane sind unter diesen Bedingungen wachsartig fest. Druck und Temperatur gehören immer dazu, wenn du den Aggregatzustand angibst.
Bei vollständiger Verbrennung mit ausreichend Sauerstoff entstehen Kohlenstoffdioxid und Wasser. Die Reaktion setzt Energie frei, benötigt aber zunächst eine Zündung.
Drei C-Atome benötigen drei CO₂-Moleküle. Das ist noch eine unausgeglichene Zwischenstufe.
Acht H-Atome ergeben vier H₂O. Sauerstoff ist noch nicht ausgeglichen.
Rechts: 3 · 2 + 4 · 1 = 10 O-Atome. Links brauchst du deshalb fünf O₂-Moleküle.
Wähle ein Alkan. Gleiche seine vollständige Verbrennung auf Papier aus und klappe danach die Rechnung auf.
Idealisiertes Modell der vollständigen Verbrennung. Bei unvollständiger Verbrennung können zusätzlich giftiges Kohlenstoffmonoxid und Ruß entstehen. Die Werkstatt ist eine Rechenübung.
CₙH₂ₙ₊₂ gilt für gesättigte, offenkettige Kohlenwasserstoffe. Ein Ring oder eine C=C-Doppelbindung verändert die H-Zahl. Cyclohexan hat zum Beispiel C₆H₁₂ und gehört zu den Cycloalkanen; Hexan besitzt C₆H₁₄.
Auch Ethanol ist kein Alkan: Es enthält Sauerstoff. Um einen Stoff einzuordnen, prüfst du daher Elementsorten, Bindungen und gegebenenfalls Ringbildung.
Ausblick: Beim verzweigten Isomer 2-Methylpropan und beim unverzweigten Butan ist die Summenformel jeweils C₄H₁₀. Zur Unterscheidung brauchst du ihre Strukturformeln.
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25–35 Minuten · ab Klasse 9: Drei benachbarte Alkane vergleichen lassen. Lernende formulieren die Regel „ein C und zwei H mehr“ und begründen sie an den End- und Innengruppen einer unverzweigten Kette.
Partnerarbeit: Eine Person nennt die C-Zahl, die andere die Summenformel und die H-Zahl. Der Regler dient erst danach zur Kontrolle. Rollen wechseln.
Vertiefung: Ethan oder Butan verbrennen lassen – als Rechenaufgabe. Die zunächst entstehende halbe O₂-Koeffizientenzahl wird durch Verdoppeln aller Koeffizienten beseitigt. Abschließend die Atombilanz begründen und Sieden von Verbrennen unterscheiden.
