Atmosphäre
Hier liegt Kohlenstoff unter anderem als CO₂ vor; auch Methan enthält Kohlenstoff. Für den Einstieg verfolgen wir vor allem CO₂.
Biologie · Verstehen und üben
Verfolge Kohlenstoff durch Luft, Lebewesen, Boden und Wasser. Unterscheide Speicher und Flüsse und entdecke, warum ein Vorrat trotz laufender Aufnahme wachsen kann.
Ein Kohlenstoffatom kann heute Bestandteil von CO₂ in der Luft sein, später in einem Blatt stecken und danach über die Nahrung in ein Tier gelangen. Bei der Zellatmung kann es wieder Teil eines CO₂-Moleküls werden. Es kann aber auch lange in Holz, Boden oder Gestein bleiben.
Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt diese Übertragungen zwischen Speichern. Die Atome wechseln ihren Aufenthaltsort und ihre chemische Verbindung. Sie werden bei diesen chemischen Vorgängen nicht verbraucht oder in Energie verwandelt.
Kohlenstoff (C) ist ein chemisches Element. Kohlenstoffdioxid (CO₂) ist eine Verbindung aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen. Kohlenstoff steckt außerdem in Zucker, Fetten, Proteinen, Holz, fossilen Brennstoffen und Carbonaten.
Der Kreislauf hat keinen vorgeschriebenen Startpunkt und keine feste Route. Ein Atom muss weder zuerst ein Tier erreichen noch einmal durch alle Speicher wandern.
Hier liegt Kohlenstoff unter anderem als CO₂ vor; auch Methan enthält Kohlenstoff. Für den Einstieg verfolgen wir vor allem CO₂.
Lebende Biomasse enthält organische Kohlenstoffverbindungen. Im Boden kommen Kohlenstoff in Organismen, abgestorbenen Resten, Humus und je nach Boden auch in Carbonaten vor.
Kohlenstoff befindet sich im Wasser unter anderem als gelöstes CO₂, Hydrogencarbonat und Carbonat sowie in Organismen und organischem Material.
Carbonatgesteine wie Kalkstein sowie Kohle, Erdöl und Erdgas enthalten langfristig gebundenen Kohlenstoff. Diese Speicher sind stofflich unterschiedlich.
Ein Speicher enthält eine bestimmte Menge Kohlenstoff, etwa in Tonnen C. Ein Fluss beschreibt eine übertragene Menge pro Zeit, etwa Tonnen C pro Jahr. Ein großer Speicher muss nicht gerade wachsen. Eine Senke nimmt im betrachteten Zeitraum netto Kohlenstoff auf; eine Quelle gibt netto Kohlenstoff ab.
Wähle einen Prozess. Die zugehörigen Pfeile werden im Schaubild hervorgehoben.
Alle dargestellten Wege sind sichtbar. Verfolge zuerst den grünen Pfeil von CO₂ in der Atmosphäre zu den Pflanzen.
Pflanzen betreiben Zellatmung. Bei ausreichend Licht kann ihre CO₂-Aufnahme durch Fotosynthese größer sein als die Abgabe durch Zellatmung. Im Dunkeln fällt die Fotosynthese weg, die Zellatmung läuft weiter.
Für den Kohlenstoffweg reichen zunächst die Stoffnamen. Die Reaktionsgleichungen darunter sind die üblichen vereinfachten Gesamtbilanzen.
Kohlenstoffdioxid + Wasser → Glucose + Sauerstoff
Die nötige Energie kommt vom Licht. Der Kohlenstoff der Glucose stammt aus dem CO₂, bei Landpflanzen überwiegend aus der Luft.
Glucose + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid + Wasser
Ein Teil der frei werdenden Energie wird für Zellprozesse nutzbar gemacht; Wärme wird abgegeben. Der Kohlenstoff aus Glucose findet sich im CO₂ wieder.
Zähle die Kohlenstoffatome: Auf beiden Seiten jeder Gleichung sind es sechs. In der Zelle laufen viele Einzelschritte ab; die Gleichungen sind keine Beschreibung eines einzigen Reaktionsschritts. Die Ähnlichkeit der Gesamtbilanzen bedeutet auch nicht, dass Fotosynthese einfach rückwärts laufende Zellatmung ist.
Den Kohlenstoff für sein Holz gewinnt ein Baum überwiegend aus CO₂. Wasser und Mineralstoffe nimmt er über die Wurzeln auf. Die Stoffe aus dem Boden sind nötig, erklären aber nicht allein den Aufbau seiner organischen Masse.
„Schnell“ und „langsam“ beschreiben unterschiedliche Austauschprozesse. Fotosynthese, Nahrung und Zellatmung übertragen Kohlenstoff häufig auf kurzen biologischen Zeitskalen. In Holz und manchen Böden kann er viel länger gespeichert bleiben. Geologische Prozesse wirken oft über sehr lange Zeiträume. Nicht jedes Kohlenstoffatom bleibt gleich lang in einem Speicher.
Wenn tote Reste nicht vollständig abgebaut werden, kann Kohlenstoff im Boden oder in Sedimenten gespeichert werden. In nassen, sauerstoffarmen Moorböden kann sich Torf ansammeln. Das ist keine automatische Garantie dauerhafter Speicherung.
Ein kleiner Teil früherer organischer Substanz wurde überdeckt und über geologische Zeiträume umgewandelt. Kohle entstand vor allem aus Pflanzenresten; Erdöl und Erdgas häufig aus organischem Material in Sedimenten. Nicht jedes tote Blatt wird zu Kohle.
Kohlenstoff wird auch anorganisch gespeichert, etwa in Calciumcarbonat. Kalkschalen können zu Sedimenten beitragen. Über lange Zeit können daraus Carbonatgesteine entstehen.
Verwitterung, Transport durch Wasser, Sedimentation, Versenkung und geologische Umwandlungen verbinden die Speicher. Durch Entgasung, unter anderem an Vulkanen, gelangt CO₂ zurück in die Atmosphäre. Diese Wege schließen den schnellen menschlichen Ausstoß nicht kurzfristig ausgleichend ab.
An der Wasseroberfläche kann CO₂ aus der Luft ins Wasser übertreten – und umgekehrt. Die Richtung der Nettobilanz hängt davon ab, welcher Teilfluss größer ist. Temperatur, Durchmischung und chemische Bedingungen beeinflussen diesen Austausch.
Gelöstes CO₂ steht mit anderen Kohlenstoffformen im chemischen Gleichgewicht. Ein großer Teil des gelösten anorganischen Kohlenstoffs liegt als Hydrogencarbonat vor. Algen und andere fotosynthetische Organismen nutzen anorganischen Kohlenstoff zum Aufbau organischer Stoffe. Ein Teil des organischen Materials sinkt ab; vieles wird unterwegs wieder abgebaut.
Wenn zusätzliches CO₂ im Meerwasser aufgenommen wird, verändert sich die Carbonatchemie und der pH-Wert sinkt. „Ozeanversauerung“ bedeutet eine Verschiebung zu niedrigeren pH-Werten; das Meer muss dafür nicht unter pH 7 fallen. Die Aufnahme von CO₂ ist daher keine folgenlose, unbegrenzte Entsorgung.
Verbrennung fossiler Brennstoffe: Kohlenstoff, der über sehr lange Zeiträume gespeichert war, gelangt beim Verbrennen vor allem als CO₂ in die Atmosphäre. Entscheidend ist die schnelle Verlagerung zwischen den Speichern.
Veränderung von Wäldern und Böden: Wenn Biomasse verbrannt oder abgebaut wird, kann gespeicherter Kohlenstoff frei werden. Eine veränderte Vegetation beeinflusst außerdem die künftige Aufnahme. Entwässerung von Mooren kann den Abbau zuvor geschützter organischer Substanz verstärken.
Weitere Prozesse: Bei der Zementherstellung wird CO₂ auch chemisch aus Kalkstein freigesetzt. Nicht jede zusätzliche CO₂-Quelle ist deshalb ausschließlich eine Verbrennung.
Land und Ozean nehmen einen Teil des zusätzlich freigesetzten Kohlenstoffs auf. Wenn die gesamte Zufuhr zur Atmosphäre dennoch größer ist als die Abfuhr, wächst ihr Kohlenstoffvorrat. CO₂ verstärkt als Treibhausgas die Erwärmung. Pflanzenaufnahme gleicht einen zusätzlichen Ausstoß nicht automatisch vollständig oder dauerhaft aus.
Ein Speicher wächst, wenn mehr hineinfließt als heraus. Die Größe beider Flüsse allein reicht nicht: Du musst ihre Differenz vergleichen.
Zu Beginn enthält die Atmosphäre 1.000 Modelleinheiten Kohlenstoff, alle anderen Speicher zusammen 3.000. Ein angenommener Grundumsatz überträgt pro Zeitschritt 100 Einheiten in jede Richtung; er ist ausgeglichen. Dazu kommen die beiden veränderbaren Zusatzflüsse.
Flüsse: Modelleinheiten Kohlenstoff pro Zeitschritt. Die Zeitschritte sind keine konkreten Jahre; die Zahlen sind keine globalen Messwerte.
1.020
Modelleinheiten Kohlenstoff2.980
Modelleinheiten KohlenstoffGesamtmenge im Modell: 4.000. Der Kohlenstoff wird zwischen den Speichern verlagert.
Es erklärt eine Mengenbilanz. Die Flüsse bleiben innerhalb eines Durchlaufs konstant. Es berechnet keine Temperatur, keine CO₂-Konzentration in ppm, keine Rückkopplungen und keine reale Aufnahmefähigkeit von Wäldern oder Meeren. Der Regler „zusätzlicher Abfluss“ behauptet nicht, dass sich natürliche Senken beliebig einstellen lassen.
Angaben in t C zählen nur die Masse des Kohlenstoffs. Angaben in t CO₂ umfassen zusätzlich die beiden Sauerstoffatome jedes Moleküls. Diese Zahlen darfst du nicht unverändert miteinander vergleichen. Mit gerundeten Atommassen besteht CO₂ aus 12 Massenteilen Kohlenstoff und 32 Massenteilen Sauerstoff.
Umgekehrt enthalten 44 t CO₂ genau 12 t C, wenn mit diesen gerundeten molaren Massen gerechnet wird. Die größere CO₂-Masse entsteht durch den mitgezählten Sauerstoff. Es wurde kein zusätzlicher Kohlenstoff erzeugt.
Organische Stoffe übertragen zugleich Kohlenstoff und chemische Energie. Der Kohlenstoff kann erneut eingebaut werden. Die bei Stoffwechselprozessen als Wärme verteilte Energie kehrt dagegen nicht als nutzbares Licht zu den Produzenten zurück. Mehr dazu: Energiefluss und Nahrungspyramiden.
Löse zuerst selbst. Ein Tipp hilft beim Einstieg; die Lösung zeigt die fachliche Begründung.
Was bedeutet „Der Kohlenstoffvorrat der Atmosphäre bleibt konstant“?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: „Woher kommt die Masse eines Baumes?“ Vermutungen sammeln und zwischen Kohlenstoff, Wasser und Mineralstoffen unterscheiden.
Partnerarbeit: Verschiedene Wege eines Kohlenstoffatoms beschreiben und die chemische Form an jeder Station nennen.
Transfer: Im Bilanz-Labor zuerst vorhersagen, ob die Atmosphäre wächst, konstant bleibt oder schrumpft; anschließend begründen.
Vertiefung: Angaben in t C und t CO₂ umrechnen und eine Quelle oder Senke immer auf einen Zeitraum beziehen.
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Arbeitsblatt ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Biogeochemical Cycles · NASA · The Carbon Cycle. Eigene Erklärungen, Schaubilder und ausdrücklich vereinfachte Rechenmodelle. Klassenstufen und Vertiefung unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.