1 · Aufsteigen in den inneren Tropen
Starke Erwärmung und das Zusammenströmen feuchter Luft begünstigen Aufsteigen. Aufsteigende Luft dehnt sich aus und kühlt ab. Wasserdampf kann kondensieren: Wolken und kräftige Schauer entstehen.
Geografie · Wetter & Klima · Klasse 7–9
Warum regnet es in manchen Tropengebieten viel, während andere monatelang trocken bleiben? Entdecke die großen Windgürtel und den wandernden Einfluss der Regenzone.

Das kannst du danach: den Passatkreislauf erklären, Windgürtel einordnen und Regen- sowie Trockenzeiten mit der Zirkulation verbinden.
Am Äquator erhält die Erde im Jahresmittel mehr Sonnenenergie pro Fläche als in hohen Breiten. Luft und Meeresströmungen transportieren Energie in Richtung der Pole. Die Atmosphäre bewegt sich dabei nicht in einem einzigen Kreislauf: Erdrotation und Temperaturunterschiede führen zu unterschiedlichen Strömungsgebieten.
Vorwissen: Luftdruck, Wind und Corioliseffekt sowie Sonnenstand und Jahreszeiten. Ein Wind wird nach der Richtung benannt, aus der er kommt.
Starke Erwärmung und das Zusammenströmen feuchter Luft begünstigen Aufsteigen. Aufsteigende Luft dehnt sich aus und kühlt ab. Wasserdampf kann kondensieren: Wolken und kräftige Schauer entstehen.
In der Höhe strömt Luft vom tropischen Aufstiegsgebiet in Richtung der Subtropen. Zusammen mit dem Aufstieg, Absinken und bodennahen Rückstrom gehört dies zur Hadley-Zelle.
Um etwa 20–35° Breite sinkt Luft häufig ab. Sie wird komprimiert und wärmer; ihre relative Feuchte nimmt ab. Wolkenbildung wird erschwert. Hier liegen subtropische Hochdruckgebiete.
Vom subtropischen Hochdruckgürtel strömt Luft bodennah zum tropischen Tiefdruckbereich. Durch den Corioliseffekt entstehen Nordostpassat auf der Nordhalbkugel und Südostpassat auf der Südhalbkugel.
ITCZ heißt innertropische Konvergenzzone: ein Gebiet, in dem bodennahe Luftströmungen zusammenkommen und Luft häufig aufsteigt. Sie ist ein breiter, veränderlicher Bereich, keine dünne Linie.
Schematischer Süd-Nord-Querschnitt: Die Pfeile zeigen die vertikale und meridionale Bewegung. Die zusätzliche Ost-West-Komponente der Passate ist hier nicht dargestellt. Lage und Breite der Zellen verändern sich.
| Breitenbereich je Halbkugel | Zelle und bodennahe Winde | Typische Druck- und Vertikalbewegung |
|---|---|---|
| 0–30° | Hadley-Zelle; Passate zum tropischen Tiefdruckbereich | Aufsteigen in den inneren Tropen, Absinken in den Subtropen |
| 30–60° | Ferrel-Zelle; vorherrschende Westwinde | Bodennah insgesamt polwärts; Tiefdruckgebiete und wechselnde Wetterlagen prägen den Transport |
| 60–90° | Polarzelle; polare Ostwinde | Kalte Luft sinkt über Polargebieten häufig ab; Aufsteigen im Übergangsbereich zu wärmerer Luft |
Um etwa 60° treffen im vereinfachten Modell wärmere und kältere Luftmassen aufeinander. Entlang der Polarfront entwickeln sich häufig Tiefdruckgebiete. In großer Höhe verlaufen starke Westwindbänder, die Jetstreams; sie beeinflussen die Zugbahnen von Wettergebieten.
Die Breitenangaben sind ungefähre Orientierungen. Kontinente, Ozeane, Gebirge und Jahreszeiten verformen die Zirkulation. Besonders die Ferrel-Zelle beschreibt einen zeitlich und räumlich gemittelten Transport durch Wetterwirbel: Sie ist kein gleichmäßiges Förderband, auf dem jedes Luftpaket einen geschlossenen Kreis fährt. Einzelne Tage können andere Windrichtungen zeigen.

Häufiges Aufsteigen feuchter Luft begünstigt viel Niederschlag in den inneren Tropen. Häufiges Absinken kann dagegen subtropische Trockenräume fördern. Deshalb liegen viele große heiße Wüsten in der Nähe der Wendekreise.
Nicht jede Wüste entsteht gleich: Kalte Meeresströmungen, die Entfernung zum Meer und Regenschatten können ebenfalls Trockenheit erzeugen. Auch kalte Gebiete können sehr niederschlagsarm sein. Und nicht jeder Ort auf 30° Breite ist eine Wüste.
Erkläre den Unterschied mit Aufsteigen, Abkühlen, Kondensation und Absinken. Musterlösung: Im linken Beispiel fördert feuchte aufsteigende Luft Wolken und Regen. Rechts erschwert absinkende, sich erwärmende Luft Wolkenbildung. Die Bilder veranschaulichen typische Situationen; ein einzelnes Wetterbild beweist noch kein langjähriges Klima.
Wähle einen Jahresabschnitt. Die Darstellung zeigt ein qualitatives Modell für die tropische Regenzone, keine gemessene Karte und keinen festen Kalender für einzelne Orte.
Die tropische Regenzone ist vielerorts nach Norden verlagert. Im westafrikanischen Savannengebiet kann feuchte Luft vom Atlantik weit ins Landesinnere gelangen: Die Regenzeit begünstigt Pflanzenwachstum. Nicht jeder Ort erhält gleichzeitig oder gleich viel Regen.
Die Regenzone liegt in vielen Regionen näher am Äquator. Manche äquatornahen Gebiete erleben zwei Regenmaxima, wenn sie im Jahreslauf zweimal in den Einflussbereich gelangen. Meere, Relief und regionale Zirkulation verändern dieses Muster.
Die Regenzone ist vielerorts nach Süden verlagert. In der westafrikanischen Savanne überwiegt häufig trockenere Luft aus nordöstlichen Richtungen: Trockenzeit. Auf der Südhalbkugel kann gleichzeitig die sommerliche Regenzeit herrschen.
Die Verlagerung hängt mit dem jährlichen Gang der stärksten Erwärmung zusammen. Über großen Landmassen kann sie stärker ausfallen als über dem Meer und dem Sonnenstand zeitlich nachlaufen. Die ITCZ folgt daher nicht exakt dem Sonnenzenit.
Vergleiche am Einstiegsbild Grasfarbe, Laub, Wolken und Wasserstelle. Die Savanne bleibt am selben Ort, verändert aber ihr Aussehen. In vielen Tropengebieten unterscheiden sich die Jahreszeiten vor allem durch das Wasserangebot, weniger durch große Temperaturschwankungen.
Beim Tageszeitenklima ist die typische Temperaturschwankung innerhalb eines Tages größer als die Schwankung der Monatsmittel im Jahr. Das bedeutet nicht, dass es täglich gleiches Wetter gibt.
Ein Monsun ist eine großräumige, jahreszeitlich wechselnde Windströmung. Die unterschiedliche Erwärmung von Land und Meer, die saisonale Verlagerung der Zirkulation und Gebirge spielen zusammen. Ein Sommermonsun kann feuchte Luft und viel Regen bringen. Monsun ist aber nicht einfach ein anderes Wort für Starkregen; es geht um die jahreszeitliche Umstellung der Winde. Regionale Monsune werden gesondert vertieft.
Ort A liegt in einer westafrikanischen Savanne nördlich des Äquators, Ort B in einer Savanne südlich des Äquators. Beide sind warm. Erkläre, warum ihre Regenzeiten häufig in unterschiedlichen Monaten liegen.
Lösung: Die Regenzone verlagert sich im Jahreslauf zwischen den Halbkugeln. Die jeweilige Sommerhalbkugel kommt häufig stärker in ihren Einfluss. Die genauen Monate müssen anhand örtlicher Klimadaten geprüft werden.
Klasse 7–9 · 1–2 Unterrichtsstunden. Einstieg: Savannenbild vergleichen. Sicherung: Passatkreislauf in vier Schritten erklären. Anwendung: Regenzeit mit jahreszeitlicher Zirkulation verbinden. Vertiefung: Ferrel-Zelle und Modellgrenzen.
Lehrplanorientierung: Bayern, Realschule 7: Planetarische Grundlagen, Klima und Vegetation; Afrika südlich der Sahara. Die Klassenangaben sind Richtwerte; Bundesländer und Schulformen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Fachlicher Überblick: Met Office: Global circulation patterns. Enthalten sind Passate, ITCZ, Hadley-/Ferrel-/Polarzelle, Westwindzone, polare Ostwinde, Jetstreams, saisonale Verlagerung und Regen-/Trockenzeit. Monsun ist hier ein Anschluss, regionale Fallstudien folgen gesondert.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Klimagroßzonen zuordnen und erklären, warum ihre Grenzen nicht gerade verlaufen.
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Temperaturkurven, Niederschlagssäulen und Kenngrößen auswerten.
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