Geografie · Wetter & Klima · Klasse 7–9

Globale Luftzirkulation: Passate, ITCZ und Westwinde

Warum regnet es in manchen Tropengebieten viel, während andere monatelang trocken bleiben? Entdecke die großen Windgürtel und den wandernden Einfluss der Regenzone.

Eine Savannenlandschaft in Regenzeit und Trockenzeit: Vergleiche Gras, Wolken und Wasserstelle.
Eine Savannenlandschaft in Regenzeit und Trockenzeit: Vergleiche Gras, Wolken und Wasserstelle. KI-generierte Anschauung.

Das kannst du danach: den Passatkreislauf erklären, Windgürtel einordnen und Regen- sowie Trockenzeiten mit der Zirkulation verbinden.

Warum gibt es große Windgürtel?

Am Äquator erhält die Erde im Jahresmittel mehr Sonnenenergie pro Fläche als in hohen Breiten. Luft und Meeresströmungen transportieren Energie in Richtung der Pole. Die Atmosphäre bewegt sich dabei nicht in einem einzigen Kreislauf: Erdrotation und Temperaturunterschiede führen zu unterschiedlichen Strömungsgebieten.

Vorwissen: Luftdruck, Wind und Corioliseffekt sowie Sonnenstand und Jahreszeiten. Ein Wind wird nach der Richtung benannt, aus der er kommt.

Der Passatkreislauf: in vier Schritten

1 · Aufsteigen in den inneren Tropen

Starke Erwärmung und das Zusammenströmen feuchter Luft begünstigen Aufsteigen. Aufsteigende Luft dehnt sich aus und kühlt ab. Wasserdampf kann kondensieren: Wolken und kräftige Schauer entstehen.

2 · Abströmen in der Höhe

In der Höhe strömt Luft vom tropischen Aufstiegsgebiet in Richtung der Subtropen. Zusammen mit dem Aufstieg, Absinken und bodennahen Rückstrom gehört dies zur Hadley-Zelle.

3 · Absinken in den Subtropen

Um etwa 20–35° Breite sinkt Luft häufig ab. Sie wird komprimiert und wärmer; ihre relative Feuchte nimmt ab. Wolkenbildung wird erschwert. Hier liegen subtropische Hochdruckgebiete.

4 · Passate am Boden

Vom subtropischen Hochdruckgürtel strömt Luft bodennah zum tropischen Tiefdruckbereich. Durch den Corioliseffekt entstehen Nordostpassat auf der Nordhalbkugel und Südostpassat auf der Südhalbkugel.

ITCZ heißt innertropische Konvergenzzone: ein Gebiet, in dem bodennahe Luftströmungen zusammenkommen und Luft häufig aufsteigt. Sie ist ein breiter, veränderlicher Bereich, keine dünne Linie.

Abströmen in der HöheAbströmen in der HöheAbsinkenAbsinkenAufsteigenSüdostpassatNordostpassatca. 30° S · HochÄquatornähe · ITCZca. 30° N · Hoch

Schematischer Süd-Nord-Querschnitt: Die Pfeile zeigen die vertikale und meridionale Bewegung. Die zusätzliche Ost-West-Komponente der Passate ist hier nicht dargestellt. Lage und Breite der Zellen verändern sich.

Vom Äquator zum Pol: das Drei-Zellen-Modell

Breitenbereich je Halbkugel Zelle und bodennahe Winde Typische Druck- und Vertikalbewegung
0–30° Hadley-Zelle; Passate zum tropischen Tiefdruckbereich Aufsteigen in den inneren Tropen, Absinken in den Subtropen
30–60° Ferrel-Zelle; vorherrschende Westwinde Bodennah insgesamt polwärts; Tiefdruckgebiete und wechselnde Wetterlagen prägen den Transport
60–90° Polarzelle; polare Ostwinde Kalte Luft sinkt über Polargebieten häufig ab; Aufsteigen im Übergangsbereich zu wärmerer Luft

Um etwa 60° treffen im vereinfachten Modell wärmere und kältere Luftmassen aufeinander. Entlang der Polarfront entwickeln sich häufig Tiefdruckgebiete. In großer Höhe verlaufen starke Westwindbänder, die Jetstreams; sie beeinflussen die Zugbahnen von Wettergebieten.

Warum das nur ein Modell ist

Die Breitenangaben sind ungefähre Orientierungen. Kontinente, Ozeane, Gebirge und Jahreszeiten verformen die Zirkulation. Besonders die Ferrel-Zelle beschreibt einen zeitlich und räumlich gemittelten Transport durch Wetterwirbel: Sie ist kein gleichmäßiges Förderband, auf dem jedes Luftpaket einen geschlossenen Kreis fährt. Einzelne Tage können andere Windrichtungen zeigen.

Warum Regenwald und Wüstengürtel zusammenhängen

Tropischer Wald mit Regenwolke links; trockene subtropische Landschaft rechts.
Zwei unterschiedliche Räume: Vergleiche Bewölkung, Pflanzendichte und sichtbares Wasser. KI-generierte Anschauungsbilder.

Häufiges Aufsteigen feuchter Luft begünstigt viel Niederschlag in den inneren Tropen. Häufiges Absinken kann dagegen subtropische Trockenräume fördern. Deshalb liegen viele große heiße Wüsten in der Nähe der Wendekreise.

Nicht jede Wüste entsteht gleich: Kalte Meeresströmungen, die Entfernung zum Meer und Regenschatten können ebenfalls Trockenheit erzeugen. Auch kalte Gebiete können sehr niederschlagsarm sein. Und nicht jeder Ort auf 30° Breite ist eine Wüste.

Bildauftrag mit Lösung

Erkläre den Unterschied mit Aufsteigen, Abkühlen, Kondensation und Absinken. Musterlösung: Im linken Beispiel fördert feuchte aufsteigende Luft Wolken und Regen. Rechts erschwert absinkende, sich erwärmende Luft Wolkenbildung. Die Bilder veranschaulichen typische Situationen; ein einzelnes Wetterbild beweist noch kein langjähriges Klima.

Die Regenzone wandert im Jahreslauf

Wähle einen Jahresabschnitt. Die Darstellung zeigt ein qualitatives Modell für die tropische Regenzone, keine gemessene Karte und keinen festen Kalender für einzelne Orte.

NordenRegenzone im Nordsommer häufig weiter nördlich
ÄquatorÜbergangszeiten: oft näher am Äquator
SüdenRegenzone im Nordwinter häufig weiter südlich

Nordhalbkugel: Sommer

Die tropische Regenzone ist vielerorts nach Norden verlagert. Im westafrikanischen Savannengebiet kann feuchte Luft vom Atlantik weit ins Landesinnere gelangen: Die Regenzeit begünstigt Pflanzenwachstum. Nicht jeder Ort erhält gleichzeitig oder gleich viel Regen.

Übergang um März/September

Die Regenzone liegt in vielen Regionen näher am Äquator. Manche äquatornahen Gebiete erleben zwei Regenmaxima, wenn sie im Jahreslauf zweimal in den Einflussbereich gelangen. Meere, Relief und regionale Zirkulation verändern dieses Muster.

Nordhalbkugel: Winter

Die Regenzone ist vielerorts nach Süden verlagert. In der westafrikanischen Savanne überwiegt häufig trockenere Luft aus nordöstlichen Richtungen: Trockenzeit. Auf der Südhalbkugel kann gleichzeitig die sommerliche Regenzeit herrschen.

Die Verlagerung hängt mit dem jährlichen Gang der stärksten Erwärmung zusammen. Über großen Landmassen kann sie stärker ausfallen als über dem Meer und dem Sonnenstand zeitlich nachlaufen. Die ITCZ folgt daher nicht exakt dem Sonnenzenit.

Am Bild erklären: Regenzeit ist kein europäischer Sommer

Vergleiche am Einstiegsbild Grasfarbe, Laub, Wolken und Wasserstelle. Die Savanne bleibt am selben Ort, verändert aber ihr Aussehen. In vielen Tropengebieten unterscheiden sich die Jahreszeiten vor allem durch das Wasserangebot, weniger durch große Temperaturschwankungen.

Beim Tageszeitenklima ist die typische Temperaturschwankung innerhalb eines Tages größer als die Schwankung der Monatsmittel im Jahr. Das bedeutet nicht, dass es täglich gleiches Wetter gibt.

Monsun als Vertiefung

Ein Monsun ist eine großräumige, jahreszeitlich wechselnde Windströmung. Die unterschiedliche Erwärmung von Land und Meer, die saisonale Verlagerung der Zirkulation und Gebirge spielen zusammen. Ein Sommermonsun kann feuchte Luft und viel Regen bringen. Monsun ist aber nicht einfach ein anderes Wort für Starkregen; es geht um die jahreszeitliche Umstellung der Winde. Regionale Monsune werden gesondert vertieft.

Teste dein Wissen

Wähle jeweils eine Antwort. Mit „Antworten prüfen“ erhältst du Rückmeldung. Die Erklärungen lassen sich auch einzeln öffnen.

1. Was begünstigt Wolkenbildung in der ITCZ?

Lösung mit Erklärung

Beim Aufsteigen kühlt Luft durch Ausdehnung ab. Bei Sättigung kondensiert Wasserdampf.

2. Aus welcher Richtung kommt der Nordostpassat?

Lösung mit Erklärung

Windnamen nennen die Herkunftsrichtung. Der Nordostpassat weht insgesamt in Richtung Südwesten.

3. Warum sind subtropische Hochdruckgebiete häufig trocken?

Lösung mit Erklärung

Beim Absinken erwärmt sich Luft und ihre relative Feuchte nimmt ab. Andere Klimafaktoren bleiben wichtig.

4. Welche Winde herrschen in den Mittelbreiten im großräumigen Mittel vor?

Lösung mit Erklärung

Die Mittelbreiten liegen in der Westwindzone; einzelne Wetterlagen können abweichen.

5. Wie verändert sich die tropische Regenzone häufig im Nordsommer?

Lösung mit Erklärung

Die Regenzone verlagert sich mit dem Jahresgang der Erwärmung, regional verschieden.

6. Was bedeutet Tageszeitenklima?

Lösung mit Erklärung

Der Begriff vergleicht tägliche und jährliche Temperaturschwankungen.

7. Welche Aussage zum Drei-Zellen-Modell stimmt?

Lösung mit Erklärung

Das Modell hilft beim Erklären; reale Strömungen sind veränderlich und regional unterschiedlich.

Transfer: Zwei Orte, verschiedene Regenzeiten

Ort A liegt in einer westafrikanischen Savanne nördlich des Äquators, Ort B in einer Savanne südlich des Äquators. Beide sind warm. Erkläre, warum ihre Regenzeiten häufig in unterschiedlichen Monaten liegen.

Lösung: Die Regenzone verlagert sich im Jahreslauf zwischen den Halbkugeln. Die jeweilige Sommerhalbkugel kommt häufig stärker in ihren Einfluss. Die genauen Monate müssen anhand örtlicher Klimadaten geprüft werden.

Für den Unterricht

Klasse 7–9 · 1–2 Unterrichtsstunden. Einstieg: Savannenbild vergleichen. Sicherung: Passatkreislauf in vier Schritten erklären. Anwendung: Regenzeit mit jahreszeitlicher Zirkulation verbinden. Vertiefung: Ferrel-Zelle und Modellgrenzen.

Lehrplanbezug und Quellen

Lehrplanorientierung: Bayern, Realschule 7: Planetarische Grundlagen, Klima und Vegetation; Afrika südlich der Sahara. Die Klassenangaben sind Richtwerte; Bundesländer und Schulformen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Fachlicher Überblick: Met Office: Global circulation patterns. Enthalten sind Passate, ITCZ, Hadley-/Ferrel-/Polarzelle, Westwindzone, polare Ostwinde, Jetstreams, saisonale Verlagerung und Regen-/Trockenzeit. Monsun ist hier ein Anschluss, regionale Fallstudien folgen gesondert.

Passendes Material zum Weiterlernen

Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Vorschau: Klimazonen und ihre Grenzen

Klimazonen und ihre Grenzen

Klimagroßzonen zuordnen und erklären, warum ihre Grenzen nicht gerade verlaufen.

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