Rotation: Tag und Nacht
Die Erde dreht sich von Westen nach Osten um ihre Achse. Ein Sonnentag dauert ungefähr 24 Stunden. Die der Sonne zugewandte Seite ist beleuchtet, die andere liegt im Schatten.
Geografie · Wetter & Klima · Klasse 5–7
Warum sind Sommertage länger? Warum ist auf der anderen Halbkugel gleichzeitig Winter? Entdecke die geneigte Erde – vom vertrauten Jahreslauf bis zur Mitternachtssonne.

Das kannst du danach: Jahreszeiten erklären, Tageslängen vergleichen, Beleuchtungszonen unterscheiden und Polartag sowie Polarnacht verstehen.
Beschreibe am Einstiegsbild zuerst Blätter, Felder und Schnee. Das zeigt Veränderungen im Jahreslauf. Ihre astronomische Ursache findest du bei der Bewegung und Neigung der Erde.
Die Erde dreht sich von Westen nach Osten um ihre Achse. Ein Sonnentag dauert ungefähr 24 Stunden. Die der Sonne zugewandte Seite ist beleuchtet, die andere liegt im Schatten.
Die Erde umkreist die Sonne in etwa 365¼ Tagen. Die Jahreszeiten entstehen durch diesen Umlauf zusammen mit der geneigten Erdachse. Der Umlauf allein wäre keine ausreichende Erklärung.
Die entscheidende Neigung: Die Erdachse ist um ungefähr 23,4° gegen die Senkrechte zur Bahnebene geneigt – entsprechend etwa 66,6° gegen die Bahnebene selbst. Während eines Jahres behält sie nahezu dieselbe Richtung im Raum.
Zwei Stellungen im Abstand von einem halben Jahr, schematisch; Größen und Abstände nicht maßstabsgetreu. Die Achsen bleiben parallel; die helle Seite zeigt jeweils zur Sonne. Die Achsenneigung ist hier nur angedeutet.
Steil einfallende Sonnenstrahlen verteilen dieselbe Energiemenge auf eine kleinere Bodenfläche. Bei flachem Einfall verteilt sie sich auf eine größere Fläche. Der Strahlungsweg durch die Atmosphäre spielt ebenfalls eine Rolle.
Im Sommerhalbjahr liegt ein Ort der jeweiligen Halbkugel bei jeder Erdrotation länger auf der beleuchteten Seite. Die Sonne kann dort länger Energie liefern.
Ist die Nordhalbkugel zur Sonne geneigt, hat sie Sommer, während auf der Südhalbkugel Winter ist. Ein halbes Jahr später ist es umgekehrt. In Deutschland fällt der höchste tägliche Sonnenstand im Sommer steiler aus als im Winter.
Die Entfernung zur Sonne ist nicht die Ursache unserer Jahreszeiten. Die Erde ist Anfang Januar sogar näher an der Sonne als Anfang Juli. Vor allem erklärt die Entfernung nicht, warum Nord- und Südhalbkugel gleichzeitig entgegengesetzte Jahreszeiten haben.
| Zeitpunkt (ungefähr) | Nordhalbkugel | Wo steht die Sonne mittags im Zenit? |
|---|---|---|
| 20./21. März | Frühlingsanfang; Tag und Nacht annähernd gleich lang | Äquator |
| 20./21. Juni | Sommersonnenwende; längster Tag | Nördlicher Wendekreis, etwa 23,4° N |
| 22./23. September | Herbstanfang; Tag und Nacht annähernd gleich lang | Äquator |
| 21./22. Dezember | Wintersonnenwende; kürzester Tag | Südlicher Wendekreis, etwa 23,4° S |
Zenit bedeutet: Die Sonne steht senkrecht über dem Ort, also 90° über dem Horizont. Die astronomischen Termine verschieben sich leicht je nach Jahr und Zeitzone. Meteorologische Jahreszeiten beginnen dagegen am 1. März, Juni, September und Dezember.
Die wärmste Zeit folgt bei uns oft erst nach der Sommersonnenwende: Land und Wasser brauchen Zeit zum Erwärmen. Tageslänge und Temperatur sind deshalb nicht dasselbe.
Wähle einen Zeitpunkt und eine geografische Breite. Vergleiche zunächst 50° N (ungefähr Mitteleuropa) mit 50° S. Probiere danach 70° N im Juni und Dezember.
7,9 Stunden ohne Sonne über dem Horizont
Sonnenhöhe am örtlichen Mittag: 63,4° über dem Horizont
Die Sonne geht auf und unter.
Gelb = Tageslicht, Dunkelblau = Zeit ohne Sonne über dem Horizont. Vereinfachtes geometrisches Modell: ebener Horizont, Sonnenmittelpunkt, keine Lichtbrechung, Dämmerung oder Geländehindernisse. Tatsächliche Auf- und Untergangszeiten weichen ab; es ist keine Wettervorhersage.
Bei 50° N ergibt das Modell im Juni rund 16,1 Stunden Tageslicht, im Dezember etwa 7,9. Auf 50° S ist es umgekehrt. Am Äquator sind es im Modell immer ungefähr zwölf Stunden. Bei 70° N ergeben sich im Juni 24 und im Dezember 0 Stunden. Die Werte folgen aus Achsenneigung und geografischer Breite.
Zwischen etwa 23,4° N und 23,4° S kann die Sonne im Zenit stehen: innerhalb dieses Bereichs zweimal, an den Wendekreisen einmal pro Jahr. Tag und Nacht sind meist ähnlich lang.
Hier erreicht die Sonne niemals den Zenit. Sonnenstand und Tageslänge schwanken im Jahreslauf deutlich. Deutschland liegt in diesem Bereich.
Jenseits von etwa 66,6° N beziehungsweise S gibt es Polartag und Polarnacht. Mit zunehmender Polnähe dauern diese Phasen länger.
Die astronomischen Grenzen ergeben sich aus der Erdachsenneigung. Tatsächliche Klimagrenzen werden zusätzlich etwa von Meeren, Winden und Höhenlage beeinflusst.
Am Polarkreis liegt im idealisierten Modell gerade die Grenze für einen ganzen Tag ohne Sonnenuntergang beziehungsweise Sonnenaufgang. In der Natur verschieben Lichtbrechung und Gelände die beobachteten Grenzen etwas.

Polartag: Die Sonne bleibt mindestens 24 Stunden über dem Horizont. Polarnacht: Sie steigt mindestens 24 Stunden nicht über den Horizont. Dabei kann es je nach Ort und Jahreszeit tagsüber trotzdem dämmern; Polarnacht bedeutet nicht überall 24 Stunden völlige Dunkelheit.
Bildauftrag: Erkläre die sommerliche Helligkeit mit dem Tageslängen-Labor. Welche zusätzliche Beobachtung brauchst du im Winter, um Polarnacht nachzuweisen?
Wähle 70° N und Juni: Der Tageslichtbalken füllt 24 Stunden. Für den Winter muss auch am örtlichen Mittag geprüft werden, ob die Sonne unter dem Horizont bleibt. Eine gewöhnliche Nachtaufnahme reicht nicht.
Leuchte mit einer Taschenlampe zunächst senkrecht, dann schräg auf Papier. Halte den Abstand entlang des Strahls möglichst gleich. Markiere die beleuchtete Fläche: Schräger Einfall verteilt das Licht auf mehr Fläche. Die Lampe misst keine reale Sonnenenergie.
Nutze einen Globus und eine Lampe als Sonne. Neige die Achse und führe den Globus um die Lampe, während die Achse stets in dieselbe Raumrichtung zeigt. Drehe den Globus an jeder Position um die eigene Achse. Beobachte einen markierten Ort auf 50° N.
Benutze eine kühle Lampe; schaue weder direkt in starkes Licht noch in die Sonne. Im Modell sind Größen, Entfernungen und Lichtstrahlen vereinfacht. Beschreibe getrennt, was die Drehung und was die Neigung mit Umlauf bewirken.
Durch die Erdrotation erreichen Orte ihren örtlichen Sonnenmittag zu unterschiedlichen Zeiten. 360° in rund 24 Stunden entsprechen ungefähr 15 Längengraden je Stunde. Östlich gelegene Orte erreichen den Sonnenmittag früher. Gesetzliche Zeitzonen folgen aber auch Staatsgrenzen; Sommerzeit und politische Regeln kommen hinzu. Aus der geografischen Breite allein kannst du keine Uhrzeit bestimmen.
Erkläre, warum in Australien Weihnachten in den Sommer fällt. Musterlösung: Im Dezember ist die Südhalbkugel zur Sonne geneigt. Dort sind Sonnenstand und Tageslänge höher beziehungsweise länger als im dortigen Winter. Der Kalendermonat allein bestimmt also nicht weltweit dieselbe Jahreszeit.
Klasse 5–7 · 1–2 Unterrichtsstunden. Einstieg über den Jahreszeitenvergleich; danach Ursache am Globus und Modell untersuchen. Als Sicherung eine Erklärung mit den Begriffen Achsenneigung, Sonnenstand und Tageslänge formulieren.
Differenzierung: Basis: 50° N im Juni/Dezember vergleichen. Vertiefung: 50° S und 70° N begründen, Beleuchtungs- und Klimazonen unterscheiden sowie Grenzen des Modells benennen.
Lehrplanbezug: LehrplanPLUS Bayern, Realschule 7, planetarische Grundlagen. Fachlicher Hintergrund: NASA: Sun and Seasons. Klassenangaben sind Richtwerte; Umfang und Reihenfolge unterscheiden sich nach Bundesland und Schulform.
Enthalten: Rotation, Umlauf, Achsenneigung, Energieverteilung, Wendekreise, Polarkreise, Tageslängen, Polartag/-nacht, Jahreszeitentermine und ein kurzer Zeitzonen-Anschluss. Ausführliche Zeitzonenaufgaben und die realen Klimazonen folgen gesondert.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Die Erdrotation als Grundlage verstehen und Tag und Nacht am Globus erklären.
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Aussagen einordnen und den Unterschied auf Papier üben.
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