1 · Welchen Grad hat f(x) = 7x⁵ − 2x + 1?
Lösung und Rechenweg ansehen
Grad 5, Leitkoeffizient 7.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 35–50 Minuten
Du untersuchst Polynomfunktionen anhand von Grad, Nullstellen, Symmetrie und Endverhalten und verbindest diese Informationen mit Ableitungen.
Terme, Gleichungen und Funktionen. Für Stufe 3: Potenzregel beim Ableiten sowie Extrem- und Wendepunkte.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Bestimme einen Grad, alle Nullstellen und die Symmetrie eines Polynoms.
Zahlen mit Komma oder Punkt. Alle Nullstellen mit Semikolon, etwa −2; 1; keine für keine reelle Nullstelle. Terme mit x und ^, etwa 3x^2 − 3. Punkte: x | y. Symmetrie: y-Achse, Ursprung oder keine. Endverhalten: links; rechts, etwa unten; oben.
02 · Verstehen
Eine Funktion – zwei hilfreiche Formen
f(x) = x³ − 3x + 2
f(x) = (x + 2)(x − 1)²
In der ausmultiplizierten Form erkennst du den Grad. In der Produktform liest du die Nullstellen ab.
Eine ganzrationale Funktion ist eine Polynomfunktion. Ihr Term besteht aus einer endlichen Summe von Potenzen von x mit nichtnegativen ganzzahligen Exponenten und konstanten Koeffizienten.
f(x) = aₙxⁿ + … + a₁x + a₀
Beispiele sind 3x² − 2x + 7, −x⁵ + 4x und die konstante Funktion f(x) = 5. Auch Brüche oder Wurzeln als feste Koeffizienten sind erlaubt, etwa 0,5x² oder √2 · x.
Ein x im Nenner, unter einer Wurzel oder als Exponent passt dagegen nicht zu einem Polynomterm: Beispiele sind 1 geteilt durch x, √x und 2ˣ. Ganzrationale Funktionen sind für alle reellen x definiert.
Wenn sich bei einem ursprünglich anders aufgebauten Term Faktoren kürzen lassen, musst du dessen ursprüngliche Definitionsmenge trotzdem beachten.
Der Grad ist der größte vorkommende Exponent mit einem Koeffizienten ungleich 0. Fasse den Term dafür zuerst vollständig zusammen.
Bei f(x) = −2x⁴ + 3x² − 7 ist der Grad 4 und der Leitkoeffizient −2. Der konstante Term ist −7. Deshalb liegt der Schnittpunkt mit der y-Achse bei (0 | −7).
Die Anzahl der Summanden ist nicht der Grad. Auch −2x⁴ allein hat Grad 4. Die fehlenden Potenzen haben jeweils den Koeffizienten 0.
Eine von 0 verschiedene konstante Funktion hat Grad 0. Die Nullfunktion f(x) = 0 ist ein Sonderfall; ihr Grad wird hier nicht festgelegt, und jedes x ist eine Nullstelle.
Für sehr große positive oder negative x dominiert der Term mit der höchsten Potenz. Daraus ergeben sich bei positivem Grad vier Fälle:
Bei −2x⁴ + 3x² − 7 gehen beide Enden nach unten. Bei x³ − 3x + 2 geht das linke Ende nach unten und das rechte nach oben.
Das beschreibt nur das Verhalten weit außen. Dazwischen kann der Graph mehrere Hoch- und Tiefpunkte besitzen.
Eine Nullstelle erfüllt f(x) = 0. In der Produktform hilft der Satz vom Nullprodukt: Ein Produkt ist genau dann 0, wenn mindestens ein Faktor 0 ist.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = (x + 2)(x − 1)²
Setze f(x) gleich 0.
Mindestens einer der Faktoren muss 0 sein.
Subtrahiere im ersten Fall 2. Im zweiten Fall muss x − 1 = 0 gelten.
Der Faktor x + 2 kommt einmal vor, der Faktor x − 1 zweimal.
Um zur Produktform zu gelangen, helfen Ausklammern, binomische Formeln, quadratische Lösungsformeln oder die Polynomdivision bei bekannter Nullstelle.
Bei einer Nullstelle ungerader Vielfachheit wechselt das Vorzeichen der Funktion: Der Graph schneidet die x-Achse. Bei gerader Vielfachheit bleibt das Vorzeichen auf beiden Seiten gleich: Der Graph berührt die Achse.
Eine dreifache Nullstelle kann die Achse mit waagerechter Tangente schneiden. Waagerecht bedeutet deshalb nicht automatisch „nur berühren“.
Ein von 0 verschiedenes Polynom vom Grad n hat höchstens n verschiedene reelle Nullstellen. Es muss nicht genau n haben: x² + 1 hat keine reelle Nullstelle. Bei ungeradem Grad und reellen Koeffizienten gibt es mindestens eine reelle Nullstelle.
Für Achsensymmetrie zur y-Achse prüfst du f(−x) = f(x). Bei einem Polynom mit reellen Koeffizienten ist das der Fall, wenn nur gerade Potenzen von x und gegebenenfalls ein konstanter Term auftreten.
Für Punktsymmetrie zum Ursprung prüfst du f(−x) = −f(x). Dafür dürfen nur ungerade Potenzen auftreten; ein konstanter Term muss 0 sein.
Beispiele: x⁴ − 3x² + 2 ist y-achsensymmetrisch. x³ − 3x ist punktsymmetrisch zum Ursprung. x³ − 3x + 2 ist dagegen nicht ursprungssymmetrisch; sein Graph ist zum Punkt (0 | 2) punktsymmetrisch.
Ein gerader Grad allein beweist keine y-Achsensymmetrie. Der Term x² + x enthält auch eine ungerade Potenz.
Bei f(x) = x³ − 3x + 2 sind die Ableitungen:
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 3x + 2
Leite die einzelnen Summanden ab.
Die Potenzregel liefert 3x². Aus −3x wird −3, aus der Konstanten 2 wird 0.
Leite 3x² − 3 erneut ab.
Die Ableitung von 6x ist 6.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 3x + 2
Notwendige Bedingung: f′(x) = 0.
Addiere 3 auf beiden Seiten und teile dann durch 3.
Die erste Ableitung ist an beiden Stellen 0.
Negative zweite Ableitung: Hochpunkt. Positive zweite Ableitung: Tiefpunkt.
Setze die Stellen in die ursprüngliche Funktion ein.
Zu jedem Punkt gehören x- und y-Koordinate.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 3x + 2
Setze die zweite Ableitung gleich 0.
Das ist zunächst eine mögliche Wendestelle.
Zusammen mit f″(0) = 0 ist dies ein hinreichendes Kriterium.
Setze x = 0 in die ursprüngliche Funktion ein.
Der Wendepunkt liegt bei (0 | 2).
Ein Polynom positiven Grades n hat höchstens n − 1 Extremstellen. Das ist eine Obergrenze, keine Zusage. x³ hat beispielsweise keinen Hoch- oder Tiefpunkt.
Eine Zeichnung allein ersetzt keine Rechnung. Umgekehrt hilft der Graph, Vorzeichen, Nullstellen und das Verhalten der gefundenen Punkte zu kontrollieren.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Fasse Terme zuerst zusammen. Gib jede verschiedene Nullstelle einmal an. Bei Symmetrie beziehen sich y-Achse und Ursprung genau auf diese Achse bzw. diesen Punkt.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Grad 5, Leitkoeffizient 7.
Erklärung wiederholen →Ja. √2 ist ein konstanter Koeffizient, der Exponent von x ist die nichtnegative ganze Zahl 2.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = (x + 3)(x − 2)²
Ein Produkt ist 0, wenn mindestens ein Faktor 0 ist.
Löse beide Fälle getrennt.
Aus dem Quadrat gleich 0 folgt x − 2 = 0.
Die Hochzahl des jeweiligen Linearfaktors gibt seine Vielfachheit an.
Nein. Er berührt sie; das Vorzeichen wechselt dort nicht.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = x⁴ + x
Prüfe f(−x) = f(x).
Ersetze jedes x durch den Ausdruck −x.
Die gerade Potenz bleibt positiv; der lineare Term wechselt sein Vorzeichen.
Die Ausdrücke stimmen nicht für alle x überein. Deshalb ist der Graph nicht y-achsensymmetrisch.
Links geht der Graph nach oben, rechts nach unten: ungerader Grad und negativer Leitkoeffizient.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Kurvendiskussion →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Nein. Es hat höchstens vier verschiedene reelle Nullstellen. Die Anzahl kann kleiner sein, auch 0.
Ja. Entscheidend sind die Potenzen von x. Ein konstanter Bruch als Faktor ist erlaubt; x im Nenner eines nicht kürzbaren Terms nicht.
Nein. Bei einer dreifachen Nullstelle kann der Graph die Achse mit waagerechter Tangente schneiden.
Die Funktion steht bereits in Produktform.