1 · Welche Definitionsmenge hat x³ − 3x?
Lösung und Rechenweg ansehen
ℝ, weil es ein Polynom ohne Einschränkungen ist.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · Grundlagen und Wiederholung
Untersuche eine Funktion systematisch und führe deine Ergebnisse zu einer sinnvollen Graphenskizze zusammen. Mit vollständig gerechneter Polynomfunktion, typischen Fehlern und Aufgaben zum Selbstcheck.
Ein Graph, viele zusammenhängende Aussagen
f(x) = x³ − 3x
Nullstellen zeigen die Achsenschnittpunkte. Die erste Ableitung zeigt Monotonie und Extrempunkte, die zweite Ableitung Krümmung und Wendepunkte.
Lernschritt 1
Eine Kurvendiskussion untersucht die Eigenschaften einer Funktion. Ziel ist, ihren Verlauf begründet zu beschreiben und zu skizzieren. Welche Schritte du brauchst, hängt von der Funktion und der Aufgabenstellung ab.
Wir rechnen alle Schritte für f(x) = x³ − 3x durch. Das ist eine Polynomfunktion; besondere Lücken oder Polstellen gibt es hier nicht.
Lernschritt 2
Ein Polynom darf für jede reelle Zahl ausgewertet werden. Deshalb ist D = ℝ.
Zur Symmetrie setzt du −x ein:
f(−x) = (−x)³ − 3(−x) = −x³ + 3x = −f(x)
Der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung. Zum Punkt (a | b) gehört der Punkt (−a | −b). Das hilft später bei der Kontrolle der Extrempunkte.
Allgemein bedeutet f(−x) = f(x) Achsensymmetrie zur y-Achse, f(−x) = −f(x) Punktsymmetrie zum Ursprung, sofern die Definitionsmenge entsprechend symmetrisch ist. Wenn beide Tests scheitern, sind damit nicht automatisch alle denkbaren verschobenen Symmetrien ausgeschlossen.
Lernschritt 3
Für den Schnitt mit der y-Achse setzt du x = 0 ein. Es folgt f(0) = 0, also liegt der Punkt (0 | 0) auf dem Graphen.
Für Nullstellen setzt du f(x) = 0 und klammerst x aus:
x³ − 3x = x(x² − 3) = 0
Nach der Nullproduktregel ist x = 0 oder x² − 3 = 0. Damit erhältst du:
x₁ = −√3; x₂ = 0; x₃ = √3
Die drei Schnittpunkte mit der x-Achse sind (−√3 | 0), (0 | 0) und (√3 | 0). Für die Skizze kannst du √3 ≈ 1,732 verwenden; in der Rechnung bleiben die exakten Werte übersichtlicher.
Lernschritt 4
Für sehr große Beträge von x bestimmt der höchste Potenzterm x³ das Verhalten. Deshalb gilt:
x → ∞: f(x) → ∞
x → −∞: f(x) → −∞
Der Graph verläuft insgesamt von links unten nach rechts oben. Das bedeutet nicht, dass er dazwischen überall steigt. Für den genauen Verlauf benötigen wir die Ableitung.
Bei dieser Polynomfunktion dritten Grades gibt es keine senkrechten, waagerechten oder schiefen geraden Asymptoten. Bei gebrochen-rationalen Funktionen müsstest du zusätzlich Nennernullstellen und entsprechende Grenzwerte untersuchen.
Lernschritt 5
f′(x) = 3x² − 3
f″(x) = 6x
f‴(x) = 6
Die erste Ableitung verwenden wir für Steigungen, die zweite für die Veränderung der Steigung. Die dritte kann einen Wendepunktkandidaten bestätigen. Kontrolliere Ableitungen früh: Ein Fehler an dieser Stelle wirkt sich auf mehrere folgende Ergebnisse aus.
Lernschritt 6
Setze die erste Ableitung gleich null:
3x² − 3 = 0 ⇔ x = −1 oder x = 1
Bei x = −1 ist f″(−1) = −6 < 0: Hochpunkt. Bei x = 1 ist f″(1) = 6 > 0: Tiefpunkt. Die y-Koordinaten berechnen wir mit f:
H(−1 | 2), T(1 | −2)
Aus f′(x) = 3(x − 1)(x + 1) liest du ab: positiv für x < −1, negativ für −1 < x < 1 und positiv für x > 1. Der Graph steigt, fällt und steigt wieder. Die Extrempunkte passen zur Punktsymmetrie.
Lernschritt 7
Aus f″(x) = 6x = 0 folgt der Kandidat x = 0. Links davon ist f″ negativ, rechts positiv. Der Krümmungswechsel bestätigt die Wendestelle. Alternativ gilt f‴(0) = 6 ≠ 0.
W(0 | 0)
Für x < 0 ist der Graph konkav beziehungsweise rechtsgekrümmt; für x > 0 konvex beziehungsweise linksgekrümmt. Weil f′(0) = −3 gilt, ist W kein Sattelpunkt. Die Wendetangente lautet t(x) = −3x.
Lernschritt 8
Zeichne zuerst die Achsen mit gleichmäßiger Skalierung. Markiere die drei Nullstellen, H, T und W. Verbinde die Punkte dann so, dass Steigen und Fallen, die waagerechten Tangenten in H und T sowie der Krümmungswechsel in W zusammenpassen.
Die Funktionswerte reichen nach links und rechts über den gezeichneten Ausschnitt hinaus. Eine Bildschirm- oder Papierskizze zeigt immer nur einen begrenzten Bereich. Behaupte deshalb nicht allein aus dem Bild, dass keine weiteren Eigenschaften außerhalb sichtbar wären.
| Eigenschaft | Ergebnis für x³ − 3x |
|---|---|
| Definitionsmenge | ℝ |
| Symmetrie | Punktsymmetrisch zum Ursprung |
| Nullstellen | −√3, 0, √3 |
| Lokale Extrempunkte | H(−1 | 2), T(1 | −2) |
| Wendepunkt | W(0 | 0), kein Sattelpunkt |
Lernschritt 9
Bei einem Bruch dürfen Nenner nicht null werden. Nach dem Kürzen können ursprüngliche Definitionslücken bestehen bleiben. Bei ln(g(x)) muss g(x) positiv sein; bei einer reellen Quadratwurzel darf der Radikand nicht negativ sein.
Bei einem vorgegebenen abgeschlossenen Intervall gehören Randpunkte zur Suche nach globalen Extrema. Bei Knicken kann ein Extrempunkt vorliegen, obwohl dort keine Ableitung existiert. Und bei trigonometrischen Funktionen hilft die Periodizität dabei, einen sinnvollen Untersuchungsbereich festzulegen.
Der Ablauf ist also ein Werkzeug, keine starre Liste, die unabhängig von der Aufgabe immer gleich abgearbeitet werden muss.
Lernschritt 10
Im Beispiel sind H und T nur lokale Extrempunkte. Auf ganz ℝ gibt es wegen des unbeschränkten Verhaltens weder ein globales Maximum noch ein globales Minimum. Eine Zeichnung kann deine Rechnung plausibel machen; sie ersetzt nicht die rechnerischen Nachweise.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
ℝ, weil es ein Polynom ohne Einschränkungen ist.
Erklärung wiederholen →Punktsymmetrie zum Ursprung, bei entsprechend symmetrischer Definitionsmenge.
Erklärung wiederholen →−√3, 0 und √3. Faktorisiere zu x(x² − 3).
Erklärung wiederholen →Zwischen −1 und 1, weil f′ dort negativ ist; die Randstellen können beim Monotonieintervall eingeschlossen werden.
Erklärung wiederholen →f′(0) = −3, also ist die Tangente nicht waagerecht.
Erklärung wiederholen →Nein. f(x) wächst für x → ∞ unbegrenzt. Der Hochpunkt ist nur lokal.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Spickzettel ansehen – Preis und Details →Nicht zwingend. Die benötigten Ableitungen hängen von den gefragten Eigenschaften und dem gewählten Nachweis ab.
Nein. f′(a) = 0 betrifft die Steigung. Eine Nullstelle von f erfüllt f(a) = 0.
Für eine rechnerische Kurvendiskussion in der Regel nicht. Nutze die Grafik zur Kontrolle und begründe die Eigenschaften mit den verlangten Rechnungen.