1 · In welche Richtung verschiebt f(x − 4) den Graphen?
Lösung und Rechenweg ansehen
Um 4 nach rechts.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 35–50 Minuten
Du verschiebst, streckst und spiegelst Funktionsgraphen und überträgst Punkte, Funktionsgleichungen sowie Bereichsgrenzen korrekt.
Funktionen, Koordinaten, Klammern und quadratische Funktionen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Übertrage einen Punkt, bestimme einen Scheitel und prüfe den horizontalen Streckfaktor.
Punkte: x | y, etwa −2 | 5. Zahlen mit Komma oder Punkt; Brüche mit /. Terme mit x, Klammern und ^. Bereiche als Bedingung, etwa x >= 3 oder y <= 4. Bei c das Vorzeichen mit angeben.
02 · Verstehen
Innen verändert x – außen verändert y
g(x) = a · f(b(x − c)) + d
Diese Form macht Verschiebungen und Streckungen sichtbar. Besonders wichtig: Ein Faktor im Argument wirkt auf die x-Koordinaten mit seinem Kehrwert.
Eine Funktionstransformation verändert einen bekannten Graphen systematisch. Du kannst ihn verschieben, strecken, stauchen oder spiegeln, ohne jeden Funktionswert neu zu berechnen.
Veränderungen außerhalb von f betreffen die y-Koordinaten. Veränderungen im Argument von f betreffen die x-Koordinaten. Die Reihenfolge mehrerer Veränderungen ist wichtig.
Beginne mit wenigen markanten Punkten, etwa einem Scheitelpunkt, einem Achsenschnittpunkt oder einem anderen leicht berechenbaren Punkt. An ihnen kannst du die Transformation kontrollieren.
Bei g(x) = f(x) + d werden alle y-Werte um d verändert. Für d > 0 geht der Graph nach oben, für d < 0 nach unten.
f(x) = x² → g(x) = x² + 3
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x²
g(x) = x² + 3
Für den Punkt (2 | 4) addierst du ebenfalls 3 zum y-Wert.
Alle x-Koordinaten bleiben gleich.
Eine solche Verschiebung verändert die Steigungen nicht. Deshalb besitzen f und f + d dieselbe Ableitung, wo sie existiert.
Bei g(x) = f(x − c) wird der Graph um c nach rechts verschoben, wenn c positiv ist. Für c < 0 geht er nach links.
g(x) = (x − 2)²
Der Scheitel liegt bei (2 | 0). Warum nach rechts, obwohl ein Minus im Term steht? Der Ausdruck x − 2 ist erst bei x = 2 gleich 0. Dort wird also der ursprüngliche Funktionswert f(0) erreicht.
Bei (x + 3)² liegt der Scheitel entsprechend bei (−3 | 0). Aus einem ursprünglichen Punkt (u | v) wird bei f(x − c) der Punkt (u + c | v).
Bei g(x) = a · f(x) werden die y-Koordinaten mit a multipliziert. Für |a| > 1 wächst der Abstand zur x-Achse, für 0 < |a| < 1 wird er kleiner.
Ein negatives a spiegelt zusätzlich an der x-Achse. Beispielsweise wird aus f(x) = x² durch g(x) = −2x² eine nach unten geöffnete Parabel. Aus (1 | 1) wird (1 | −2).
Bei −f(x) spiegelst du an der x-Achse, bei f(−x) an der y-Achse. Das sind unterschiedliche Vorgänge. Bei der symmetrischen Parabel x² ist die Spiegelung an der y-Achse zwar nicht sichtbar; bei einem unsymmetrischen Graphen im Allgemeinen schon.
Bei g(x) = f(bx), mit b ≠ 0, werden die x-Koordinaten durch b geteilt. Der horizontale Streckfaktor ist daher 1 geteilt durch |b|.
Beispiel · Schritt für Schritt
g(x) = f(2x)
Ausgangspunkt: (4 | 7)
Bei f(2x) wird die ursprüngliche x-Koordinate 4 durch 2 geteilt.
Der y-Wert bleibt unverändert.
Kontrolle: Das neue Argument ist wieder die ursprüngliche Eingabe 4.
Den Faktor im Argument nicht einfach als horizontalen Streckfaktor übernehmen. Bei f(3x) werden die x-Koordinaten durch 3 geteilt.
Für g(x) = a · f(b(x − c)) + d mit a ≠ 0 und b ≠ 0 kannst du jeden Punkt (u | v) des ursprünglichen Graphen direkt zuordnen:
(u | v) → (c + | av + d)
In x-Richtung teilst du zuerst durch b und addierst dann c. In y-Richtung multiplizierst du zuerst mit a und addierst dann d.
Beispiel · Schritt für Schritt
g(x) = 2f(x − 1) − 2
Ausgangspunkt: (2 | 4)
Beispiel: Übertrage den ursprünglichen Punkt (2 | 4). Hier sind a = 2, b = 1, c = 1 und d = −2.
Verschiebe die x-Koordinate um 1 nach rechts.
Multipliziere zuerst die y-Koordinate mit 2 und ziehe erst danach 2 ab.
Eine andere Reihenfolge kann ein anderes Ergebnis liefern: Erst 2 nach unten und dann mit 2 multiplizieren ergäbe bei der y-Koordinate 4 statt 6.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x²
g(x) = 2(x − 1)² − 2
Aus dieser Ausgangsfunktion soll g(x) = 2(x − 1)² − 2 entstehen.
Verschiebe den Graphen um 1 nach rechts.
Multipliziere die y-Werte mit 2.
Verschiebe den entstandenen Graphen anschließend um 2 nach unten.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x²
g(x) = 2(x − 1)² − 2
Übertrage den Scheitel: x = 0 + 1 und y = 2 · 0 − 2.
Übertrage den nächsten Punkt: x = 1 + 1 und y = 2 · 1 − 2.
Hier gilt x = −1 + 1 und y = 2 · 1 − 2. Der neue Graph hat also Nullstellen bei 0 und 2.
Beispiel · Schritt für Schritt
g(x) = 2(x − 1)² − 2
Gesucht: Nullstellen
Kontrolliere die Nullstellen durch direkte Rechnung.
Addiere auf beiden Seiten 2.
Teile auf beiden Seiten durch 2.
Berücksichtige beim Wurzelziehen beide Vorzeichen.
Addiere jeweils 1. Die Rechnung bestätigt beide Nullstellen.
Bei f(2x − 4) steht die Verschiebung nicht sofort in der Form b(x − c). Klammere zuerst 2 aus:
f(2x − 4) = f(2(x − 2))
Damit ist b = 2 und c = 2. Die x-Koordinaten werden halbiert und danach um 2 nach rechts verschoben. Die Verschiebung beträgt nicht 4.
Beispiel · Schritt für Schritt
g(x) = f(2x − 4)
Ursprüngliche x-Koordinate: 6
Beispiel: Übertrage die ursprüngliche x-Koordinate 6. Halbiere zuerst und verschiebe danach um 2 nach rechts.
Die ursprüngliche x-Koordinate 6 landet bei 5.
Kontrolle durch Einsetzen in das Argument: Du erhältst wieder die ursprüngliche Eingabe. So prüfst du die Zuordnung unabhängig vom Aussehen des Graphen.
Die Ausgangsfunktion f(x) = √x ist nur für x ≥ 0 definiert. Für g(x) = √(2(x − 3)) + 1 muss das neue Argument erlaubt sein:
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = √x
g(x) = √(2(x − 3)) + 1
Der Radikand muss nichtnegativ sein, damit die Quadratwurzel reell definiert ist.
Teile durch die positive Zahl 2. Das Ungleichheitszeichen bleibt unverändert.
Addiere 3. Das ist der Definitionsbereich der transformierten Funktion.
Der neue Graph beginnt bei (3 | 1). Seine Werte sind mindestens 1. Die Definition des neuen Bereichs folgt aus dem Argument und nicht nur aus einer groben Skizze.
Bei einem negativen inneren Faktor kann sich auch die Richtung einer Bereichsgrenze umkehren. Für √(−x) sind beispielsweise x ≤ 0 erlaubt.
Die allgemeine Punktzuordnung oben betrachtet echte Streckungen mit a und b ungleich 0. Bei einem Faktor 0 entsteht ein Sonderfall, der direkt am Funktionsterm geprüft werden sollte.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne x- und y-Koordinate getrennt. Für g(x) = a · f(b(x − c)) + d wird (u | v) zu (c + u/b | av + d).
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Um 4 nach rechts.
Erklärung wiederholen →Spiegelung an der x-Achse: Jeder y-Wert wechselt das Vorzeichen.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
g(x) = f(3x)
Ausgangspunkt: (6 | 2)
Der innere Faktor 3 teilt die ursprüngliche x-Koordinate durch 3.
Die y-Koordinate bleibt gleich. Der Punkt landet bei (2 | 2).
Lösung · Schritt für Schritt
g(x) = 3(x + 2)² − 5
Gesucht: Scheitel
Am Scheitel ist das Quadrat 0. Bestimme zuerst die passende x-Koordinate.
Löse die Gleichung durch Subtrahieren von 2.
Setze den Wert in den Funktionsterm ein.
Der Scheitel liegt bei (−2 | −5).
Lösung · Schritt für Schritt
g(x) = f(2x − 6)
Klammere den inneren Faktor 2 aus.
Vergleiche f(2(x − 3)) mit f(b(x − c)).
Halbiere zuerst die ursprüngliche x-Koordinate u und verschiebe danach um 3 nach rechts. Die y-Koordinate bleibt gleich.
Lösung · Schritt für Schritt
g(x) = √(x − 7)
Gesucht: Definitionsbereich
Der Radikand darf für eine reelle Quadratwurzel nicht negativ sein.
Addiere auf beiden Seiten 7. Für diese x-Werte ist √(x − 7) definiert.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
Passende Materialien zum Thema „Funktionstransformationen“. Wähle aus, was dir beim Üben und Wiederholen hilft.
Diese Materialien ergänzen die Erklärung und unterstützen dich beim Üben und Nachschlagen.
7. Klasse · 8. Klasse · 9. Klasse · 10. Klasse
Produkt genauer ansehen →
9. Klasse · 10. Klasse · 11. Klasse
Produkt genauer ansehen →Preise inkl. MwSt. Downloads erhältst du per E-Mail, gedruckte Materialien per Post. Ggf. zzgl. Versandkosten.
Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Umkehrfunktionen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Die neue Eingabe x − 2 erreicht einen alten x-Wert erst zwei Einheiten weiter rechts.
−f(x) spiegelt an der x-Achse. f(−x) spiegelt an der y-Achse.
Nein. Strecken und Verschieben in derselben Richtung sind im Allgemeinen nicht vertauschbar. Die Punktzuordnung hilft, die Reihenfolge korrekt einzuhalten.
Der Scheitel wird um 3 nach oben verschoben. Seine x-Koordinate bleibt gleich.