Körperfossilien
Zum Beispiel ein Zahn, ein Knochen, eine Schale oder ein Pflanzenrest. Das ursprüngliche Material kann teilweise erhalten oder während der Fossilbildung verändert worden sein.
Biologie · Verstehen und üben
Wie werden aus Resten früherer Lebewesen Fossilien? Entdecke ihre Entstehung, lies Gesteinsschichten und untersuche, wie man das Alter von Funden bestimmen kann.
Fossilien sind erhaltene Überreste oder Spuren von Lebewesen aus der geologischen Vergangenheit. Sie können zeigen, wie Organismen gebaut waren, wie sie lebten und in welcher Umwelt sie vorkamen. Auch Pflanzen, winzige Einzeller und die Spuren eines Tieres können fossil überliefert sein.
Zum Beispiel ein Zahn, ein Knochen, eine Schale oder ein Pflanzenrest. Das ursprüngliche Material kann teilweise erhalten oder während der Fossilbildung verändert worden sein.
Zum Beispiel ein Fußabdruck, ein Grabgang oder versteinerter Kot. Sie gehen auf die Tätigkeit eines Lebewesens zurück. Das Tier selbst muss am Fundort nicht erhalten sein.
Aus einem einzelnen Knochen liest man weder jedes Verhalten noch automatisch die gesamte Abstammung ab. Aussagekräftiger wird ein Fund zusammen mit seiner Lage, seinem Alter und weiteren Befunden.
Nach dem Tod werden Organismen meist gefressen, zersetzt oder abgetragen. Fossile Erhaltung ist deshalb eine Ausnahme. Rasche Einbettung, etwa in Schlamm, kann Reste vor Zerstörung schützen. Harte Teile bleiben eher erhalten als weiche; auch der chemische Zustand der Umgebung spielt eine Rolle.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Mineralhaltiges Wasser kann Poren von Knochen oder Holz ausfüllen: Das nennt man Permineralisation. Beim Ersatz wird ursprüngliches Material durch andere Minerale ersetzt. Beide Vorgänge können zusammen auftreten.
Ein Abdruck hält die Form einer Oberfläche fest. Wird etwa der Innenraum einer Schale mit Sediment gefüllt und verfestigt, kann nach Auflösung der Schale ein Steinkern übrig bleiben.
Pflanzen können als dünne, kohlenstoffreiche Reste erhalten sein. Bernstein kann kleine Organismen einschließen. Solche besonderen Bedingungen bewahren andere Informationen als gewöhnliche Knochenfunde.
Weiche Körper, Gebirge mit starker Abtragung und schlecht untersuchte Regionen sind oft unterrepräsentiert. Viele Lebewesen hinterlassen gar keinen auffindbaren Rest. Fehlende Funde beweisen allein nicht, dass eine Form nie existiert hat.
Relativ datieren bedeutet: Ereignisse oder Funde zeitlich ordnen, zunächst ohne Jahreszahl. In einer ungestörten, nicht umgekehrten Sedimentfolge liegt die ältere Schicht unter der jüngeren. Ein Gang, der mehrere Schichten durchschneidet, entstand dagegen später als diese Schichten.
Eine gut erkennbare, weit verbreitete Art mit vergleichsweise kurzer geologischer Zeitspanne kann helfen, Schichten verschiedener Orte zeitlich zuzuordnen. Bestimmte Ammonitenarten eignen sich dafür; die große Gruppe „Ammoniten“ insgesamt ist zu langlebig für eine enge Eingrenzung.
Faltungen können Schichten umkehren. Erosion oder ausbleibende Ablagerung hinterlassen Zeitlücken. Ein älteres Fossil kann herausgelöst und später erneut eingebettet werden. Deshalb reicht „tiefer gefunden“ allein nicht als Altersbegründung.
Eine Grenze zwischen Schichten muss keine plötzliche Katastrophe anzeigen. Sie kann auch einen Wechsel der Ablagerungsbedingungen oder eine längere Unterbrechung festhalten.
Wähle einen Fall. Untersuche zuerst die Zeichnung und die ausdrücklich genannten Bedingungen; entscheide dann, welche Aussage daraus folgt.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Die drei Sedimentschichten wurden nacheinander abgelagert. Sie wurden weder umgekehrt noch gegeneinander verschoben. Welche Schicht ist am ältesten?
Wähle eine Antwort.
Eine numerische Datierung liefert ein Alter mit einer Unsicherheit, zum Beispiel 1,80 ± 0,05 Millionen Jahre. Der oft verwendete Ausdruck „absolute Datierung“ bedeutet nicht, dass das Ergebnis fehlerfrei ist. Je nach Material und Altersbereich eignen sich unterschiedliche Verfahren.
Bei der radiometrischen Datierung nutzt man den Zerfall instabiler Atomkerne. Ihre Halbwertszeit ist die Zeit, nach der von sehr vielen ursprünglich vorhandenen Kernen im Mittel die Hälfte noch nicht zerfallen ist. Einzelne Zerfälle sind zufällig; für große Mengen gilt ein gut beschreibbarer Verlauf.
Die C-14-Methode untersucht geeignete kohlenstoffhaltige Reste ehemaliger Lebewesen. Nach dem Tod endet die Aufnahme von Kohlenstoff weitgehend, während vorhandenes C-14 weiter zerfällt. Seine Halbwertszeit beträgt etwa 5.730 Jahre. Die Methode reicht typischerweise bis ungefähr 50.000 Jahre; ein Millionen Jahre alter Dinosaurierknochen lässt sich damit nicht sinnvoll datieren.
Für viel ältere Gesteine nutzt man andere Isotopensysteme, etwa Kalium-Argon beziehungsweise Argon-Argon in geeigneten vulkanischen Mineralen. Datierte Aschen ober- und unterhalb einer Fundschicht können deren Alter begrenzen. Dann wird nicht unbedingt das Fossil selbst gemessen.
Radioaktiver Zerfall beginnt nicht erst beim Tod oder bei der Gesteinsbildung. Für die Datierung muss klar sein, welches Ereignis die untersuchte „Uhr“ erfasst und ob später Material hinein- oder herausgelangte. Bei Mineralen ist häufig die Schließung des Isotopensystems entscheidend. C-14-Ergebnisse benötigen außerdem eine Kalibrierung für die Umrechnung in Kalenderalter.
Bewege den Regler und vergleiche eine, zwei und drei Halbwertszeiten. Beobachte: Es verschwindet jeweils die Hälfte der noch vorhandenen Ausgangskerne. Die Kurve beschreibt nicht die Masse eines schrumpfenden Fossils.
↔ Diagramm bei Bedarf seitlich verschieben.
Vergangene Modellzeit: 2.000 Jahre.
Frei gewählte Halbwertszeit: 1.000 Jahre.
Beispiel: Nach drei Halbwertszeiten bleiben 100 % → 50 % → 25 % → 12,5 %. Bei der frei gewählten Halbwertszeit von 1.000 Jahren entsprechen drei Halbwertszeiten 3.000 Jahren. Für C-14 sind es 17.190 Jahre im idealisierten Zerfallsmodell.
Der Regler ist keine vollständige Datierungssoftware. Ausgangsverhältnisse, Verunreinigungen, Messfehler und Kalibrierung werden nicht berechnet. Auch ein exakt abgelesener Modellwert ist deshalb noch kein genaues Kalenderalter eines Fundes.
Die Erde ist rund 4,54 Milliarden Jahre alt. Eine Million Jahre sind 1.000.000 Jahre; eine Milliarde sind 1.000 Millionen. Die folgenden Grenzen sind gerundet. Die Karten sind eine Übersicht und keine maßstäbliche Zeitleiste.
Dieser Sammelbegriff umfasst die sehr lange Zeit vor dem Kambrium. Darin entstanden frühes Leben, eine zunehmend sauerstoffreiche Umwelt und später auch vielzellige Lebensformen. „Präkambrium“ ist keine einzelne Ära gleichen Ranges wie das Erdmittelalter.
Im Paläozoikum diversifizierten sich viele Tiergruppen. Pflanzen und Tiere besiedelten das Land; unter anderem entstanden frühe Landwirbeltiere. Das Erdaltertum endete mit einem besonders großen Massenaussterben.
Das Mesozoikum umfasst Trias, Jura und Kreide. Viele Dinosaurierlinien entstanden, ebenso frühe Säugetiere und Vögel. Am Ende der Kreide starben die nicht zu den Vögeln gehörenden Dinosaurier aus; Vögel gehören zu den überlebenden Dinosauriern.
Im Känozoikum entwickelten sich unter anderem viele heutige Säugetier- und Vogelgruppen. Die menschliche Evolutionsgeschichte gehört zu einem sehr späten Teil dieser langen Erdgeschichte. Homo sapiens existiert erst seit ungefähr 300.000 Jahren.
Eine zeitliche Grenze ist eine Hilfe zur Gliederung, keine weltweite Pause der Evolution. Viele Linien reichen über mehrere Abschnitte hinweg. Die formalen Grenzen der internationalen Zeitskala sind genauer als die hier gerundeten Schulwerte.
Aufeinanderfolgende Funde dokumentieren Veränderungen, ausgestorbene Formen und Merkmalskombinationen, die heutige Lebewesen nicht mehr besitzen. Zusammen mit vergleichender Anatomie und genetischen Daten helfen sie, Verwandtschaft zu rekonstruieren. Ein Fossil mit einer interessanten Merkmalskombination muss jedoch nicht der direkte Vorfahr einer heute lebenden Art sein.
Ein Fossil liegt in einer ungestörten Folge zwischen einer 2,0 und einer 1,6 Millionen Jahre alten Asche. Welche Aussage ist bei passendem Fundzusammenhang gerechtfertigt?
Wähle eine Antwort.
Löse zuerst selbst. Ein Tipp hilft beim Einstieg; die Lösung zeigt die fachliche Begründung.
Einstieg: Ordnet Bilder von Schalen, Fußabdrücken und Pflanzenresten den Fossiltypen zu.
Erarbeitung: Begründet im Schichten-Labor jede Altersaussage mit einem konkreten Befund. Nennt auch die vorausgesetzten Bedingungen.
Vertiefung: Zeichnet die Halbierung von 100 Ausgangskernen als Rechenmodell und vergleicht sie mit der Kurve.
Transfer: Verbindet die Datierung mit der Evolution des Menschen: Was können datierte Funde zeigen, und was bleibt offen?
Kostenlos · PDF mit LösungenWende die Begriffe und Zusammenhänge in passenden Aufgaben an.
Arbeitsblatt ansehen →
Kostenlos · PDF mit LösungenWende die Begriffe und Zusammenhänge in passenden Aufgaben an.
Arbeitsblatt ansehen →Fachliche Vertiefung: British Geological Survey · Fossils · Smithsonian · Dating · ICS · Internationale Zeitskala, Version 2024/12. Weitere Quellen sind bei den jeweiligen Inhalten verlinkt. Eigene Erklärungen, Aufgaben und Schaubilder. Gezeichnete Schichtfälle sind Unterrichtsbeispiele; Fossilzeitspannen sind gerundete Orientierungswerte. Klassenstufen und Vertiefung unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.