1 · Welche Nebenbedingung gilt beim Gehege mit 40 m Zaun an einer Wand?
Lösung und Rechenweg ansehen
2x + y = 40. Es werden nur drei Seiten eingezäunt.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 45–60 Minuten
Du stellst Zielfunktion und Nebenbedingung auf, prüfst den zulässigen Bereich und begründest die globale Optimalität.
Ableitungen, Extrempunkte und geometrische Formeln.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Terme mit x und Potenzen wie x^3. Mehrere Werte mit Semikolon trennen und die verlangte Reihenfolge beachten. Punkte als x | y. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Erst das Modell, dann die Ableitung
Was soll optimal werden? → Zielfunktion
Was ist vorgegeben? → Nebenbedingung
Eine Gleichung f′(x) = 0 liefert zunächst Kandidaten. Ob sie zulässig und tatsächlich optimal sind, musst du zusätzlich prüfen.
Bei einer Extremwertaufgabe soll eine Größe möglichst groß oder klein werden: etwa eine Fläche, ein Volumen oder ein Materialverbrauch. Gleichzeitig müssen bestimmte Vorgaben eingehalten werden.
Die Zielfunktion beschreibt die zu optimierende Größe. Die Nebenbedingung verknüpft die beteiligten Variablen mit den Vorgaben. Durch Einsetzen erhältst du meist eine Zielfunktion mit nur einer Variablen.
Ein Hochpunkt irgendeiner Funktion löst noch keine Sachaufgabe. Du musst zuerst die richtige Funktion aufstellen und klären, welche Werte im Modell erlaubt sind.
Für ein rechteckiges Gehege stehen 40 m Zaun zur Verfügung. Eine Seite liegt an einer langen geraden Wand und braucht keinen Zaun. Türen und Pfosten werden im Modell vernachlässigt.
Nenne die beiden gleich langen Seiten senkrecht zur Wand x und die vordere Seite y. Die Zielfunktion ist die Fläche A = xy. Die Nebenbedingung lautet:
Beispiel · Schritt für Schritt
40 m Zaun; eine Seite an der Wand
Zwei Seiten x, eine Seite y
Subtrahiere 2x, um die vordere Seite durch x auszudrücken.
Hier und in den folgenden Termen werden die Längenwerte in Metern eingesetzt. Damit entsteht eine Funktion in einer Variablen:
Beispiel · Schritt für Schritt
A = xy; y = 40 − 2x
Die Fläche eines Rechtecks ist das Produkt seiner Seitenlängen.
Setze die Nebenbedingung y = 40 − 2x ein.
Multipliziere aus. Bei Längenwerten in Metern liefert A den Flächenwert in Quadratmetern.
Für ein echtes Rechteck müssen beide Seiten positiv sein: x > 0 und 40 − 2x > 0. Also gilt 0 < x < 20.
Beispiel · Schritt für Schritt
A(x) = 40x − 2x²
0 < x < 20
Leite die Zielfunktion nach x ab.
Setze die erste Ableitung gleich 0.
Addiere 4x auf beiden Seiten.
Teile durch 4. Der Kandidat liegt im zulässigen Bereich 0 < x < 20.
Der Kandidat ist zulässig. Weil A″(x) = −4 < 0 ist, liegt dort ein lokales Maximum. Für das globale Maximum kannst du zusätzlich die quadratische Ergänzung nutzen:
Beispiel · Schritt für Schritt
A(x) = 40x − 2x²
Kandidat: x = 10
Klammere −2 aus der ursprünglichen Zielfunktion aus.
Ergänze quadratisch: x² − 20x = (x − 10)² − 100.
Der abgezogene Quadratterm 2(x − 10)² ist nie negativ. Die Fläche ist deshalb im gesamten erlaubten Bereich höchstens 200.
Bei x = 10 wird dieser Wert erreicht. Damit ist das globale Maximum bewiesen.
Berechne die zweite Seitenlänge aus der Nebenbedingung.
Antwort: Die Seiten senkrecht zur Wand sind je 10 m lang, die vordere Seite 20 m. Die maximale Fläche beträgt 200 m². Kontrolle: 10 + 20 + 10 = 40 m Zaun.
Aus einem quadratischen Karton mit Seitenlänge 30 cm werden an allen vier Ecken Quadrate mit Seitenlänge x ausgeschnitten. Die verbleibenden Ränder werden nach oben gefaltet. Die Materialstärke wird vernachlässigt.
Von der Skizze zur Formel: Entlang einer Kartonseite liegen Rand, Boden und Rand nebeneinander: x + (30 − 2x) + x = 30. Deshalb wird beim Boden zweimal x abgezogen. Größere Ausschnitte machen die Schachtel höher, verkleinern aber gleichzeitig den Boden.
Die Schachtel ist x hoch. Beide Bodenseiten sind 30 − 2x lang, weil an jedem Ende ein Stück der Länge x fehlt. Mit Längenwerten in Zentimetern gilt:
V(x) = x(30 − 2x)²
Der zulässige Bereich ist 0 < x < 15. Für x = 0 entsteht keine Höhe, für x = 15 kein Boden. Ausmultiplizieren und Ableiten liefert:
Beispiel · Schritt für Schritt
Karton: 30 cm × 30 cm
V(x) = x(30 − 2x)²; 0 < x < 15
Multipliziere V(x) = x(30 − 2x)² aus.
Leite die Zielfunktion nach x ab.
Faktorisiere die Ableitung.
Setze V′ gleich 0 und nutze den Satz vom Nullprodukt. Nur 5 liegt im erlaubten Bereich 0 < x < 15.
Vor 5 sind beide Klammern negativ; ihr Produkt ist positiv. Das Volumen steigt.
Nach 5 ist nur die zweite Klammer negativ. Das Volumen fällt. Somit liegt bei 5 das globale Maximum im zulässigen Bereich.
Bei x = 5 cm sind die Bodenseiten 20 cm lang; das Volumen beträgt 2000 cm³.
Antwort: Schneide Quadrate mit 5 cm Seitenlänge aus. Die optimale Schachtel hat Bodenmaße 20 cm × 20 cm, Höhe 5 cm und Volumen 2000 cm³, also 2 l.
Ein Rechteck soll Fläche 36 m² haben. Gesucht sind die Seiten mit dem kleinsten Umfang. Für positive Seitenlängen x und y gilt xy = 36 und daher y = 36 geteilt durch x.
Die Zielfunktion für den Umfang, mit Längenwerten in Metern, ist:
U(x) = 2x + , x > 0
Beispiel · Schritt für Schritt
Rechteckfläche: 36 m²
U(x) = 2x + 72/x; x > 0
Leite U(x) = 2x + 72/x für x > 0 ab.
Setze die Ableitung gleich 0.
Multipliziere mit x² und addiere 72. Das ist zulässig, weil x > 0 gilt.
Teile durch 2.
Von den Lösungen ±6 ist nur die positive Seitenlänge zulässig.
Die negative Wurzel gehört nicht zum Definitionsbereich. Für 0 < x < 6 ist die Ableitung negativ, für x > 6 positiv. Der Umfang fällt bis 6 und steigt danach. Damit liegt ein globales Minimum vor.
Beispiel · Schritt für Schritt
xy = 36; x = 6 m
Setze x = 6 in die Nebenbedingung ein. Die zweite Seite ist ebenfalls 6 m lang.
Das optimale Rechteck ist ein Quadrat. Sein Umfang beträgt 24 m.
Kontrolliere die vorgeschriebene Fläche.
Bei einer stetigen Funktion auf einem abgeschlossenen Intervall werden größter und kleinster Wert angenommen. Für ihre Bestimmung vergleichst du die Funktionswerte an den relevanten inneren Stellen und an beiden Rändern.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x² auf [1; 3]
Beispiel: Untersuche f(x) = x² auf dem abgeschlossenen Intervall [1; 3].
Dieser Kandidat liegt außerhalb des Intervalls.
Die Funktion ist auf dem gesamten Intervall streng steigend.
Am linken Rand liegt das globale Minimum mit Wert 1.
Am rechten Rand liegt das globale Maximum mit Wert 9.
Auch Stellen, an denen eine Ableitung nicht existiert, können relevant sein. Auf offenen oder unbegrenzten Bereichen muss es dagegen nicht immer ein angenommenes Maximum oder Minimum geben.
Die Randwerte der Schachtelaufgabe beschreiben entartete Formen. Du darfst sie als Grenzfälle zur Kontrolle betrachten, aber nicht als brauchbare Schachteln ausgeben.
Die Bedingung f′(x) = 0 allein beweist noch kein Extremum. Die Funktion x³ hat bei x = 0 eine waagerechte Tangente, aber keinen Hoch- oder Tiefpunkt.
Auch ein bestätigtes lokales Maximum muss nicht der größte Wert im gesamten zulässigen Bereich sein. Vergleiche deshalb alle relevanten Kandidaten und Randfälle oder begründe den globalen Verlauf, etwa über das Vorzeichen der Ableitung.
Bei einem diskreten Modell, etwa einer ganzzahligen Stückzahl, prüfst du zusätzlich die zulässigen benachbarten ganzen Zahlen. Ein rechnerischer Wert von 4,6 Stück ist nicht automatisch umsetzbar.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. Gib anschließend den vollständigen Term oder die gefragten Werte ein. Prüfe auch Bedingungen, Einheiten und Sonderfälle.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
2x + y = 40. Es werden nur drei Seiten eingezäunt.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
40 m Zaun an einer Wand
2x + y = 40
Löse die Zaunbedingung nach y auf.
Setze y in A = xy ein.
Beide Seiten müssen positiv sein: x > 0 und 40 − 2x > 0.
Lösung · Schritt für Schritt
A(x) = 40x − 2x²
0 < x < 20
Leite die Flächenfunktion ab.
Bestimme den zulässigen Kandidaten.
Der Quadratterm ist nichtnegativ. Somit wird bei x = 10 tatsächlich das globale Maximum 200 erreicht.
Die optimalen Maße sind x = 10 m und y = 20 m; die maximale Fläche beträgt 200 m².
Lösung · Schritt für Schritt
Karton: 30 cm × 30 cm
Kandidat: x = 15 cm
Setze x = 15 in die Länge einer Bodenseite ein. Der Boden hätte keine Ausdehnung.
Der Wert liegt nicht im erlaubten offenen Bereich. Es entsteht keine brauchbare Schachtel.
Lösung · Schritt für Schritt
Rechteckfläche: 36 m²
Verwende die Nebenbedingung xy = 36 mit x > 0.
Leite die Zielfunktion ab.
Löse die Gleichung und behalte nur die positive Seitenlänge.
Der Umfang fällt bis 6.
Danach steigt er. Daher ist das Minimum global.
Beide Seiten sind 6 m lang.
Der minimale Umfang beträgt 24 m.
Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = x² auf [1; 3]
Auf [1; 3] ist die Funktion streng steigend.
Doch: Das globale Minimum liegt am linken Rand bei x = 1 und hat den Wert 1. Eine verschwindende Ableitung ist am Rand nicht erforderlich.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Extrempunkte mit Parametern untersuchen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Nein. Du musst die Zulässigkeit und die Art der Stelle prüfen sowie Randfälle und globale Optimalität berücksichtigen.
Sie beschreibt die Vorgabe der Aufgabe und erlaubt oft, die Zielfunktion auf eine Variable zurückzuführen.
Nein. Ein rechnerischer Kandidat ist nur brauchbar, wenn er die mathematischen und sachlichen Bedingungen erfüllt.
Nebenbedingung: Nur drei Seiten werden eingezäunt. Setze die Längenwerte in Metern ein.