Anti-periplanare Anordnung
Die C–H- und C–Br-Bindung liegen bevorzugt in einer Ebene und zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Der Diederwinkel H–C–C–Br beträgt dann 180°.
Chemie · Klasse 11–13 · Organische Reaktionen
Wie entsteht aus einem Halogenalkan eine Doppelbindung? Erkenne α- und β-Positionen, verfolge den E2-Mechanismus und leite mögliche Alkene ab.
β-H entfernen · Abgangsgruppe lösen · π-Bindung bilden
Strukturzeichnung bei Bedarf seitlich verschieben.
Bei einer Eliminierung werden Gruppen von einem Molekül abgespalten. Bei der hier betrachteten β-Eliminierung verliert ein C-Atom eine Abgangsgruppe, das benachbarte C-Atom ein H-Atom. Zwischen diesen beiden C-Atomen entsteht eine Doppelbindung.
Das C-Atom mit der Abgangsgruppe heißt α-C-Atom, seine direkt benachbarten C-Atome heißen β-C-Atome. Im Beispiel wird Bromethan zu Ethen.
Strukturzeichnung bei Bedarf seitlich verschieben.
Ein freies Elektronenpaar der Base bildet eine Bindung zum H-Atom am β-C. Die Base nimmt damit ein Proton auf.
Das Elektronenpaar der gelösten C–H-Bindung bildet die zusätzliche Bindung zwischen α- und β-C. Aus C–C wird C=C.
Die C–Br-Bindung wird heterolytisch gespalten. Br geht mit beiden Bindungselektronen als Br⁻ ab.
Bei einer anionischen Base B⁻ lautet die allgemeine Bilanz:
Die C–H- und C–Br-Bindung liegen bevorzugt in einer Ebene und zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Der Diederwinkel H–C–C–Br beträgt dann 180°.
Die beteiligten Orbitale können so günstig überlappen. Bei beweglichen offenen Ketten ist die Lage oft durch Drehung erreichbar; in starren Ringen kann sie den Reaktionsweg begrenzen.
Die Doppelbindung entsteht zwischen C1 und C2: CH₂=CH–CH₂–CH₃. Das Produkt heißt But-1-en.
Die Doppelbindung entsteht zwischen C2 und C3: CH₃–CH=CH–CH₃. Das Produkt heißt But-2-en; E- und Z-Form sind möglich.
Mit kleinen starken Basen wird häufig das stärker substituierte Alken bevorzugt: hier But-2-en. Das beschreibt die Saytzeff-Regel. Sie ist eine Orientierungshilfe, keine ausnahmslose Produktgarantie.
Sperrige Basen können das weniger substituierte Alken begünstigen. Räumliche Voraussetzungen, Substrat und Bedingungen zählen mit. Die E-Form von But-2-en ist stabiler als die Z-Form; konkrete Mengenverhältnisse folgen daraus allein noch nicht.
Ausgangsstoff ist 2-Brombutan. Wähle, an welchem benachbarten C-Atom das H entfernt wird. Das Labor zeigt mögliche Produkte, keine Ausbeuten.
Strukturzeichnung bei Bedarf seitlich verschieben.
H von C1 und Br von C2 werden entfernt. Zwischen C1 und C2 bildet sich die π-Bindung.
Br⁻ und die protonierte Base entstehen zusätzlich. Die Zeichnung von But-2-en legt keine E/Z-Konfiguration fest.
CH₃CH₂Br + OH⁻ → CH₃CH₂OH + Br⁻. OH ersetzt Br am C-Atom; es entsteht Ethanol.
CH₃CH₂Br + OH⁻ → CH₂=CH₂ + H₂O + Br⁻. OH⁻ nimmt ein β-H auf; es entsteht Ethen.
Dasselbe Teilchen kann als Nucleophil oder als Base wirken. Angriff am C führt zur Substitution, Aufnahme eines β-H zur Eliminierung. Welche Reaktion überwiegt, hängt unter anderem von Substrat, Base, Lösungsmittel und Temperatur ab.
Die Veränderungen am Kohlenstoffgerüst sind gegenläufig. Die Mechanismen müssen deshalb aber nicht einfach rückwärts identisch ablaufen.
Nach dem Abgang nimmt eine Base ein β-Proton auf. Aus dem Carbokation entsteht 2-Methylpropen. Bei E1 ist die Carbokationbildung der langsame Schritt; Umlagerungen sind möglich.
Unter geeigneten säurekatalysierten Bedingungen und Erwärmen kann ein Alkohol Wasser abspalten. Durch Protonierung wird aus OH die bessere Abgangsgruppe H₂O. Der genaue Mechanismus hängt vom Alkohol ab; ein freies primäres Ethyl-Carbokation ist keine geeignete allgemeine Erklärung für Ethanol.
Die Reaktionsordnung beschreibt hier die Abhängigkeit von Substrat und Base, nicht die Zahl der Reaktionsschritte.
E2: 1-fache Geschwindigkeit
Relative Anfangsgeschwindigkeiten bei gleicher Temperatur und unverändertem k. Das Modell sagt keine Produktanteile voraus.
Was unterscheidet E2 von E1?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Bei 2-Brombutan α-C und beide β-Positionen markieren.
Partnerarbeit: Vor dem Umschalten im Labor das Produkt selbst zeichnen und anschließend vergleichen.
Sicherung: Mit derselben Ausgangsstruktur Substitution und Eliminierung gegenüberstellen. Aufgabe 6 prüft, ob die notwendige β-Position verstanden wurde.

Direkt zum Thema: Alkene herleiten und Eliminierung von Substitution unterscheiden.
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Material ansehen und herunterladenFachlich weiterführend: OpenStax · E2-Mechanismus, OpenStax · Eliminierung und Saytzeff-Regel