1 · Besitzt eine stromdurchflossene Spule ohne Eisenkern ein Magnetfeld?
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Ja. Der elektrische Strom erzeugt das Spulenfeld auch ohne Eisenkern. Ein Kern kann die Wirkung verstärken.
Erklärung wiederholen →Physik · Elektrizitätslehre · Grundlagen
Wie wird eine Spule zum Magneten? Verstehe den Aufbau, bestimme ihre Pole und untersuche, wie Stromstärke, Windungszahl und Eisenkern die magnetische Wirkung beeinflussen.
Strom erzeugt ein Magnetfeld
Strom durch die Spule → Magnetfeld
Stromrichtung umkehren → Pole tauschen
Ein Eisenkern kann die Magnetwirkung verstärken. Eine stromdurchflossene Spule besitzt aber auch ohne Eisenkern ein Magnetfeld.
Lernschritt 1
Ein Elektromagnet nutzt das Magnetfeld eines elektrischen Stroms. Häufig besteht er aus einer Spule, also einem zu vielen Windungen aufgewickelten isolierten Draht, und einem Eisenkern. Die Spule wird an eine geeignete Stromquelle angeschlossen.
Die Isolierung verhindert, dass benachbarte Windungen elektrisch kurzgeschlossen werden. Der Strom soll dem Draht durch die einzelnen Windungen folgen. Der Eisenkern ist nicht der vorgesehene Stromweg, sondern beeinflusst das Magnetfeld.
Die Quelle liefert die Energie für den Betrieb. Ein Schalter ermöglicht es, den Stromweg zu schließen und zu öffnen. Für einen praktischen Schulaufbau braucht es passende Bauteile und eine strombegrenzte Kleinspannungsquelle; die Prinzipskizze ersetzt keinen vollständigen Aufbauplan.
Lernschritt 2
Schon ein gerader stromdurchflossener Draht besitzt ein Magnetfeld. Bei einer Windung tragen die Feldanteile verschiedener Drahtabschnitte im Inneren der Schleife in dieselbe Richtung bei. Viele gleichsinnig durchflossene Windungen bilden eine Spule, deren Feldanteile sich überlagern.
Eine längere Spule ähnelt von außen einem Stabmagneten mit Nord- und Südpol. Im Inneren, besonders fern von den Enden, ist das Feld näherungsweise gleichgerichtet. Die Feldlinien laufen im Inneren vom Südende zum Nordende und außen wieder zurück.
Auch eine Luftspule ohne Eisenkern besitzt dieses Feld. Der Kern erzeugt den Zusammenhang zwischen Strom und Magnetfeld nicht erst. Er kann durch seine Magnetisierung die Feldwirkung deutlich verstärken und den Feldverlauf verändern.
Lernschritt 3
Umfasse die Spule gedanklich mit der rechten Hand. Deine gekrümmten Finger zeigen in die technische Stromrichtung um die Windungen. Der ausgestreckte Daumen zeigt entlang der Spulenachse zum Nordpol und damit in die Feldrichtung im Inneren.
Das Modell blickt direkt auf ein Spulenende. Fließt der Strom aus dieser Sicht gegen den Uhrzeigersinn, blickst du auf den Nordpol: Das Feld tritt aus diesem Ende heraus. Bei Strom im Uhrzeigersinn ist es der Südpol: Das Feld zeigt in die Spule hinein.
Schalte die Stromrichtung um. Die Pole und die Feldrichtung wechseln. Die Form der Spule bleibt dabei gleich. Bei unverändertem Strombetrag und sonst gleichen Bedingungen ändert sich die Feldstärke im idealisierten Luftspulenmodell nicht.
Benutze für diese Rechte-Hand-Regel die technische Stromrichtung. Elektronen bewegen sich in metallischen Leitungen im Mittel entgegengesetzt. Wenn du die Richtungen vermischst, erhältst du vertauschte Pole.
Lernschritt 4
Die Wirkung hängt von mehreren Größen ab. Vergleiche deshalb immer Aufbauten, bei denen möglichst nur eine Größe verändert wird.
Die Aussage „mehr Windungen bedeutet immer einen stärkeren Magneten“ ist unvollständig. Wenn du nur mehr Draht an dieselbe Spannungsquelle anschließt, steigt oft auch der elektrische Widerstand. Die Stromstärke kann dann sinken. Für einen fairen Vergleich musst du I kontrollieren.
Auch eine doppelte Windungszahl bei doppelter Spulenlänge ist etwas anderes als doppelt so viele Windungen auf derselben Länge. Entscheidend ist für das idealisierte lange Spulenfeld die Zahl der Windungen pro Länge.
Lernschritt 5
Betrachte zwei lange Luftspulen gleicher Länge und Form. Spule A hat 200 Windungen und führt 0,30 A. Spule B hat 400 Windungen und führt ebenfalls 0,30 A. In der Näherung für das Feld im Inneren ist B bei Spule B doppelt so groß.
Wird bei Spule B der Strom stattdessen auf 0,15 A halbiert, gleichen sich beide Änderungen aus: Doppelte Windungszahl mal halber Strom ergibt bei gleicher Länge wieder dieselbe näherungsweise Flussdichte.
Für die lange Luftspule im Inneren: B ist proportional zu
N steht für die Windungszahl, I für die Stromstärke und l für die Spulenlänge. Dieses Verhältnis hilft bei Vorhersagen. Es ist keine allgemeine Formel für die Haltekraft eines beliebigen Elektromagneten.
Bei einem Eisenkern kommen dessen Materialeigenschaften hinzu. Die Magnetisierung wächst nicht unbegrenzt proportional: Bei starker Anregung kann das Material in Sättigung geraten. Daher sollte man eine beobachtete Verdopplung nicht beliebig weit hochrechnen.
Lernschritt 6
Wenn nach dem Ausschalten kein Strom mehr fließt, verschwindet der durch diesen Strom verursachte Feldanteil. Bei einer Luftspule bleibt im stationären Endzustand kein eigenes Spulenfeld zurück. Ein Eisenkern kann jedoch eine Restmagnetisierung behalten.
Weichmagnetische Materialien lassen sich vergleichsweise leicht magnetisieren und wieder entmagnetisieren. Sie sind deshalb für viele schaltbare Elektromagnete geeignet. Ein Kern ist nach dem Abschalten trotzdem nicht unter allen Umständen vollkommen unmagnetisch.
Eine Büroklammer, die noch kurz am Kern haftet, widerlegt also nicht den Zusammenhang zwischen Strom und Spulenfeld. Man muss Restmagnetisierung und mögliche mechanische Ursachen mit betrachten.
Beim Ein- und Ausschalten können außerdem kurzzeitige Induktionsvorgänge auftreten. Diese Übergänge behandeln wir später ausführlich. Für die Aussagen hier vergleichen wir den eingeschwungenen Zustand mit Strom und den Zustand, nachdem der Strom abgeklungen ist.
Lernschritt 7
Fragestellung: Wie verändert eine größere Stromstärke die magnetische Wirkung derselben Spule? Verwende dieselbe Spule, denselben Kern und gleiche Prüfgegenstände. Halte Abstand, Lage und Dauer möglichst gleich und verändere gezielt den Strom innerhalb der zulässigen Werte.
Die Zahl angehobener Büroklammern kann als grober Vergleich dienen, ist aber keine direkte Messung der Flussdichte in Tesla. Form, Kontaktfläche, Magnetisierung und Anordnung der Klammern beeinflussen das Ergebnis.
Spulen können sich erwärmen. Praktische Versuche nur angeleitet mit geeigneter strombegrenzter Kleinspannung durchführen, Betriebszeiten und zulässige Ströme beachten. Keine Steckdosen verwenden und Batterien nicht kurzschließen.
Lernschritt 8
Ein Elektromagnet kann bei geeigneter Konstruktion magnetisierbare Teile anziehen und nach dem Abschalten wieder freigeben. Das Prinzip wird beispielsweise beim Sortieren oder Anheben von eisenhaltigem Material genutzt. Es funktioniert nicht für beliebige Metalle gleichermaßen.
In einem elektromagnetischen Relais zieht das Feld einen beweglichen Anker an. Dieser bewegt elektrische Kontakte. So kann ein Steuerstrom eine mechanische Schaltbewegung auslösen. Der Strom in der Spule und der Strom im geschalteten Kontaktkreis müssen dabei nicht derselbe Stromkreis sein.
Umpolen ist nicht dasselbe wie Ausschalten. Beim Umpolen bleibt bei anliegendem Strom ein Magnetfeld vorhanden, nur Nord- und Südpol wechseln. Ein geeignetes Eisenstück kann bei beiden Polungen angezogen werden; ein bereits magnetisierter Körper kann dagegen je nach Orientierung Anziehung oder Abstoßung zeigen.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Ja. Der elektrische Strom erzeugt das Spulenfeld auch ohne Eisenkern. Ein Kern kann die Wirkung verstärken.
Erklärung wiederholen →Der Nordpol. Das Feld zeigt im Inneren auf dich zu und tritt aus diesem Ende heraus.
Erklärung wiederholen →Nord- und Südpol tauschen die Enden, die Feldrichtung kehrt sich um. Umpolen ist nicht dasselbe wie Ausschalten.
Erklärung wiederholen →Das Verhältnis N · I geteilt durch l bleibt gleich. Daher bleibt die näherungsweise Flussdichte im Inneren gleich.
Erklärung wiederholen →Der Kern kann eine Restmagnetisierung behalten. Auch mechanische Ursachen sind zu prüfen; die Beobachtung allein beweist keinen weiterhin fließenden Strom.
Erklärung wiederholen →Mehr Draht kann den Widerstand verändern und damit die Stromstärke. Für den Vergleich der Windungszahl bei sonst gleichen Bedingungen muss der Strom kontrolliert werden.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Buch, Preis und Details ansehen →Nein. Eine stromdurchflossene Spule wirkt auch ohne Kern magnetisch. Ein geeigneter Kern verstärkt und beeinflusst das Feld.
Die hier erklärte Regel benutzt die technische Stromrichtung. Die mittlere Elektronenbewegung im Metall ist entgegengesetzt.
Nicht zwingend. Übergangsvorgänge müssen abklingen und ein Kern kann Restmagnetisierung behalten. Das dauerhafte Spulenfeld des Stroms entfällt, wenn kein Strom mehr fließt.