Warum ziehen sich Magnete an oder stoßen sich ab? Lerne Nord- und Südpol kennen, lies Feldlinien und verstehe, wie ein Kompass die Richtung eines Magnetfeldes anzeigt.
N · SUnsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
Finde heraus, was du schon kannst
Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.
Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.
Lösungen mit Erklärungen
Anziehung – Ungleichnamige Magnetpole ziehen sich an.
Nordpol – Außerhalb des Magneten zeigen die Feldlinien vom Nordpol zum Südpol.
Südpol – In der Nähe des geografischen Nordens wirkt die Erde im einfachen Modell wie ein magnetischer Südpol.
Ein gewöhnlicher Stabmagnet besitzt einen Nordpol N und einen Südpol S. An den Endbereichen ist seine Wirkung auf kleine Eisenstücke häufig besonders deutlich. Die beiden Pole bilden ein Paar: Ein Nordpol ist keine positive elektrische Ladung und ein Südpol keine negative.
Bringst du zwei Nordpole oder zwei Südpole einander gegenüber, stoßen sie sich ab. Ein Nordpol und ein Südpol ziehen sich an. Die Kräfte wirken auf beide Magnete. Dass sich nur einer sichtbar bewegt, kann daran liegen, dass der andere festgehalten wird.
Beispiel: Der bekannte Nordpol eines Magneten stößt ein unbekanntes Ende eines zweiten Stabmagneten ab. Dann ist dieses Ende ebenfalls ein Nordpol. Anziehung allein wäre als Nachweis weniger eindeutig, wenn du noch nicht weißt, ob der zweite Gegenstand überhaupt ein Dauermagnet oder nur ein Eisenstück ist.
Vorgehen: einen unbekannten Magnetpol bestimmen
Vorgehen · Schritt für Schritt
Welcher Pol ist das unbekannte Ende?
Ein bekannter Nordpol stößt das Ende X eines zweiten Stabmagneten ab.
Blickrichtung und Modellbedingungen ausdrücklich beachten.
Vorgehen: Welcher Pol ist das unbekannte Ende?
Beobachtung / Entscheidung
Erklärung zum Schritt
Referenz: Nordpol N
1Einen bekannten Pol verwenden
Eine beschriftete, verlässliche Referenz ist nötig; eine beliebige Farbe genügt nicht.
X wird abgestoßen
2Beobachtung von Vermutung trennen
Wir betrachten zwei Dauermagnete, die sich frei genug bewegen können.
Gleiche Pole stoßen sich ab → X = N
3Die Polregel anwenden
Das andere Ende des zweiten gewöhnlichen Stabmagneten ist dann S.
Ergebnis: Ende X ist ein Nordpol. Anziehung allein könnte bei einem unbekannten Gegenstand auch von einem Eisenstück stammen.
Lernschritt 2
Welche Stoffe werden deutlich angezogen?
Eisen, Nickel und Kobalt sowie bestimmte Legierungen können stark auf Magnete reagieren. Man nennt dieses Verhalten ferromagnetisch. Viele Alltagsgegenstände aus Stahl enthalten Eisen und werden angezogen; bei rostfreien Stählen hängt es jedoch von der Sorte und Struktur ab.
Nicht jedes Metall wird von einem gewöhnlichen Schulmagneten deutlich angezogen. Kupfer und Aluminium zeigen beispielsweise keine vergleichbare starke Anziehung. Das bedeutet nicht, dass solche Stoffe grundsätzlich keinerlei magnetische Eigenschaften besitzen. Für den Einstieg unterscheiden wir die im Versuch deutlich beobachtbare Wirkung.
Prüfe daher Material und Beobachtung, statt allein vom metallischen Glanz auszugehen. Ein verchromter Gegenstand kann innen aus Stahl bestehen. Umgekehrt beweist ein silberfarbenes Aussehen nicht, dass etwas ferromagnetisch ist.
„Alle Metalle sind magnetisch“ ist als Schulregel falsch. Entscheidend sind die Stoffeigenschaften, nicht Farbe, Glanz oder elektrische Leitfähigkeit.
Lernschritt 3
Was ist ein Magnetfeld?
Ein Magnet kann wirken, ohne einen Gegenstand zu berühren. Diese Wirkung beschreiben wir mit einem Magnetfeld. An jedem Ort besitzt das Feld eine Richtung und eine Stärke. Als wichtige Größe verwendet man die magnetische Flussdichte B mit der Einheit Tesla (T).
Eine kleine, frei drehbare Kompassnadel richtet sich am örtlichen Feld aus. Ihr Nordpol zeigt in Feldrichtung. In einem Feldlinienbild liegt die Nadel daher entlang der Richtung, die die Feldlinie an diesem Ort hat: entlang ihrer Tangente.
Die Nadel zeigt nicht grundsätzlich auf den Nordpol eines nahen Magneten. Ihr eigener Nordpol wird vom Südpol angezogen und vom Nordpol abgestoßen. Außerdem können mehrere Feldquellen gleichzeitig wirken, etwa ein Stabmagnet und das Erdmagnetfeld.
Vorgehen · Schritt für Schritt
Eine Kompassnadel in ein Feldlinienbild einzeichnen
Du sollst am markierten Ort die Richtung der Kompassnordspitze angeben.
Blickrichtung und Modellbedingungen ausdrücklich beachten.
Vorgehen: Eine Kompassnadel in ein Feldlinienbild einzeichnen
Beobachtung / Entscheidung
Erklärung zum Schritt
Ort auswählen
1Die lokale Feldrichtung betrachten
Entscheidend ist das Feld am Ort der Nadel, nicht eine direkte Verbindung zum nächsten Magnetpol.
Tangente an die Feldlinie
2Die Nadel entlang der Linie legen
An einer gekrümmten Linie zählt deren Richtung genau an diesem Ort.
Nordspitze in Pfeilrichtung
3Den Kompass richtig herum orientieren
Außerhalb des Stabmagneten laufen die Pfeile von N nach S. Das Südende der Nadel zeigt zurück.
Ergebnis: Die Nordspitze zeigt tangential in Feldrichtung. Im Modell dominiert das Stabmagnetfeld; die Nadel verändert es nur vernachlässigbar.
Lernschritt 4
Feldlinien lesen und den Magneten umdrehen
Außen von N nach S, innen von S nach N. Die dargestellten Linien schließen sich durch das Magnetinnere.
Grüne Kompassspitze = Nordspitze. Oberhalb des Magneten zeigt sie hier nach rechts, tangential zur Feldlinie.
Umdrehen vertauscht die Pole und alle Pfeilrichtungen. Schematischer Schnitt mit ausgewählten Linien; das Erdmagnetfeld wird vernachlässigt.
Außen von N nach S, innen von S nach N. Die dargestellten Linien schließen sich durch das Magnetinnere.
Grüne Kompassspitze = Nordspitze. Oberhalb des Magneten zeigt sie hier nach links, tangential zur Feldlinie.
Umdrehen vertauscht die Pole und alle Pfeilrichtungen. Schematischer Schnitt mit ausgewählten Linien; das Erdmagnetfeld wird vernachlässigt.
Drehe den Magneten im Modell um. Nord- und Südpol tauschen die Seiten. Damit kehren sich auch die Feldrichtung und die Ausrichtung der Kompassnordspitze am gezeigten Ort um. Die Skizze berücksichtigt vor allem das Feld des Stabmagneten; das Erdmagnetfeld wird vernachlässigt.
Außerhalb des Magneten verlaufen Feldlinien vom Nordpol zum Südpol.
Im Inneren führen sie vom Südpol zum Nordpol zurück. Die Linien bilden geschlossene Verläufe.
Feldlinien kreuzen sich nicht. An einer Stelle mit von null verschiedenem Feld gibt es eine eindeutige Feldrichtung.
Enger gezeichnete Linien stehen bei konsistenter Darstellung für ein stärkeres Feld.
Die Linien sind keine sichtbaren Fäden und keine Bahnen von Teilchen. Das Feld existiert auch zwischen ihnen. Ihre Anzahl wählt die zeichnende Person; aus der bloßen Zahl der Linien in zwei unterschiedlichen Bildern kannst du ohne gemeinsame Darstellungsregel keine Feldstärken vergleichen.
Lernschritt 5
Was zeigen Eisenfeilspäne – und was zeigt der Kompass?
Eisenfeilspäne können durch Magnetisierung und gegenseitige Beeinflussung Ketten bilden. Dieses Muster macht einen Feldverlauf anschaulich, verrät aber allein noch keine Pfeilrichtung. Die ergänzt eine Kompassnadel mit bekannter Nordspitze.
Vorgehen · Schritt für Schritt
Aus Beobachtungen ein Feldlinienbild aufbauen
Skizziere das Feld um einen Stabmagneten mit einer kleinen Kompassnadel.
Blickrichtung und Modellbedingungen ausdrücklich beachten.
Vorgehen: Aus Beobachtungen ein Feldlinienbild aufbauen
Beobachtung / Entscheidung
Erklärung zum Schritt
Magnet und Pole eintragen
1Den Aufbau festhalten
Markiere die Lage des Magneten und halte störende Magnete oder Stahlteile fern.
Nordspitze an mehreren Orten markieren
2Richtungsdaten sammeln
Notiere für jeden Ort einen kurzen Pfeil in Richtung der Kompassnordspitze.
Glatte Linien entlang der Pfeile
3Ein zusammenhängendes Bild zeichnen
Linien dürfen sich bei eindeutigem, von null verschiedenem Feld nicht kreuzen. Außerhalb geht es von N nach S.
Magnet umdrehen und vergleichen
4Die Vorhersage prüfen
Bei gleichem Aufbau kehren sich im idealisierten Vergleich die Pfeile um; die symmetrische Form bleibt gleich.
Ergebnis:Späne zeigen ein Muster, der Kompass zeigt zusätzlich die Richtung. Feldlinien sind Modelllinien, keine realen Fäden.
Praktische Versuche nur mit geeigneten Schulmaterialien und Anleitung. Eine geschlossene Feldlinienbox oder Abdeckung hält Eisenspäne vom Magneten fern; Späne dürfen nicht in die Augen gelangen.
Lernschritt 6
Warum entsteht beim Teilen kein einzelner Pol?
Oben: ein vollständiger Stabmagnet. Nordpol und Südpol gehören zusammen.
Unten: zwei kleinere Magnete. Auch an den neuen Schnittflächen treten wieder Pole auf.
Gedankenexperiment, kein Versuch zum Zerbrechen. Es entstehen keine getrennten einzelnen Magnetpole.
Teilst du einen gewöhnlichen Stabmagneten gedanklich, bekommst du nicht einen reinen Nordpol und einen reinen Südpol. Jedes Teilstück besitzt erneut beide Pole. An den neuen Endflächen entstehen entsprechende Pole.
Ein hilfreiches vereinfachtes Materialmodell beschreibt viele kleine magnetische Bereiche. In einem magnetisierten Stück tragen ihre Ausrichtungen insgesamt zu einer bevorzugten Richtung bei. In einem unmagnetisierten Eisenstück heben sich die Beiträge verschiedener Bereiche weitgehend auf.
Magnetisieren verändert diese Ordnung. Das Modell erklärt, warum Eisen zeitweise selbst magnetisch werden kann. Es bedeutet nicht, dass im Metall winzige fertige Stabmagnete wie Bauklötze herumliegen; die magnetischen Eigenschaften entstehen auf atomarer Ebene.
Lernschritt 7
Kompass und Erde richtig einordnen
Die Erde besitzt ein Magnetfeld. Eine horizontal bewegliche Kompassnadel richtet sich nach dessen horizontalem Anteil aus. Ihr Nordende zeigt ungefähr in geografische Nordrichtung, wenn keine stärkeren lokalen Störungen wirken.
In der Nähe des geografischen Nordens wirkt die Erde im einfachen Magnetmodell wie ein magnetischer Südpol: Dorthin wird das Nordende der Nadel angezogen. Die geografischen und magnetischen Richtungen stimmen nicht überall genau überein. Für eine genaue Navigation muss man diese Abweichung berücksichtigen.
Ein naher Stabmagnet, Stahlteile oder stromdurchflossene Leitungen können eine Kompassanzeige beeinflussen. Eine abgelenkte Nadel ist deshalb nicht automatisch defekt. Entferne im Schulversuch zunächst die zusätzliche Feldquelle und beobachte die Änderung.
Selbst ausprobieren
Üben & prüfen
Mit Tipps lernen oder ohne Hilfe testen – du entscheidest.
Wähle deine Stufe. Du löst jeweils sechs Aufgaben mit direkter Rückmeldung, Tipps und Rechenwegen.
Fortschritt & Einstellungen
Optional: Dein Fortschritt wird nur in diesem Browser gespeichert.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.
Lösungen mit Erklärungen
Südpol – Es ist ein Südpol.
nein – Nein. Die Linien stellen Richtung und relative Stärke des Magnetfeldes dar.
nein – Nein. Zwischen magnetischer und geografischer Richtung kann eine Abweichung bestehen.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Passende Grundlagen rechnenMit dem Physikhelfer
Physikhelfer
Passende Grundlagen rechnen
Als weiterführende Rechengrundlage kannst du die Feldstärke im Inneren einer langen Luftspule bestimmen. Das Modell gilt nicht für beliebige Stabmagnete. Feldlinien, Pole und Kompassrichtungen übst du mit den Erklärungen und Aufgaben auf dieser Seite. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
Häufige Fragen
Ist der Nordpol eines Magneten positiv geladen?
Nein. Magnetische Pole und elektrische Ladungsvorzeichen sind verschiedene Eigenschaften. Die ähnlichen Anziehungs- und Abstoßungsregeln machen sie nicht gleich.
Wirkt das Feld nur auf den gezeichneten Linien?
Nein. Feldlinien sind eine Darstellungshilfe. Das Feld besitzt auch zwischen den Linien Werte.
Warum zieht ein Magnet ein zuvor unmagnetisches Eisenstück an?
Das Eisen kann im äußeren Feld magnetisiert werden. Dadurch wird es in einem inhomogenen Magnetfeld typischerweise in den Bereich stärkerer Feldwirkung gezogen.