1 · Neutral trotz geladener Teilchen?
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Ja. Gleich große positive und negative Gesamtladungen gleichen sich aus. Die Nettoladung ist null.
Erklärung wiederholen →Physik · Elektrizitätslehre · Grundlagen
Warum zieht ein geriebener Luftballon Papierschnipsel an? Verstehe positive und negative Ladung, Elektronenübertragung und Ladungserhaltung – mit Bildern, Beispielen und Aufgaben.
Elektronen entscheiden
Elektronenüberschuss → negativ
Elektronenmangel → positiv
Neutral bedeutet: Positive und negative Ladungen gleichen sich insgesamt aus.
Lernschritt 1
Elektrische Ladung ist eine Eigenschaft von Teilchen. Sie bestimmt mit, wie diese elektrisch aufeinander wirken. Es gibt positive und negative Ladungen. In einem Atom tragen Protonen positive, Elektronen negative Ladung. Neutronen sind elektrisch neutral.
Ein Proton und ein Elektron besitzen gleich große, aber entgegengesetzte Ladungen. Hat ein Atom gleich viele Protonen und Elektronen, ist es insgesamt neutral. Ein Körper kann also sehr viele geladene Teilchen enthalten und trotzdem keine Nettoladung besitzen.
Merksatz: Neutral heißt nicht „ohne geladene Teilchen“, sondern „insgesamt ausgeglichen“.
Beispiel: Ein Teilchen mit 8 Protonen und 8 Elektronen ist neutral. Mit 8 Protonen und 10 Elektronen hat es zwei Elektronen mehr als zum Ausgleich nötig: Es ist zweifach negativ geladen. Die Ladung sagt nichts darüber aus, wie schwer das Teilchen ist.
Lernschritt 2
Zwei positiv geladene Körper stoßen sich ab. Dasselbe gilt für zwei negativ geladene Körper. Ein positiver und ein negativer Körper ziehen sich an. Die Kräfte wirken auf beide Körper, auch wenn sich nur einer sichtbar bewegt – etwa weil der andere festgehalten wird.
Für diese Grundregel betrachten wir kleine geladene Körper, deren Ladungsverteilung sich durch die Annäherung kaum verändert. Die Pfeile im Bild zeigen die Kraftrichtung, keine Bewegung von Elektronen von einer Kugel zur anderen. Eine elektrische Kraft kann auch ohne Berührung wirken.
Wichtig bei Beobachtungen: Anziehung allein beweist nicht, dass beide Körper entgegengesetzt geladen sind. Auch ein neutraler Körper kann von einem geladenen Körper angezogen werden. Warum, klärt der Abschnitt zur Ladungsverschiebung.
Lernschritt 3
Beim Kontakt und anschließenden Trennen bestimmter Materialien können Elektronen von einem Material zum anderen gelangen. Reiben erzeugt viele Kontakte und verstärkt häufig den Effekt. Welches Material Elektronen aufnimmt, hängt von den beteiligten Oberflächen und Bedingungen ab.
Bei solchen Vorgängen werden keine Ladungen aus dem Nichts erzeugt. Die Gesamtladung eines abgeschlossenen Systems bleibt erhalten. Wenn A die Ladung +Q erhält, bekommt B bei diesem Austausch −Q. Die Protonen bleiben in den Atomkernen; sie werden beim Reiben nicht durch das Material geschoben.
Typischer Denkfehler: „Positiv geladen“ bedeutet bei einem aufgeladenen Alltagskörper meistens Elektronenmangel – nicht, dass zusätzliche Protonen hineingeflossen sind.
Lernschritt 4
In Metallen können sich Leitungselektronen durch den Körper bewegen. Metalle sind deshalb gute elektrische Leiter. Aufgebrachte Ladung kann sich auf einem Metallkörper verteilen. Wie sie sich verteilt, hängt unter anderem von seiner Form und benachbarten geladenen Körpern ab.
In einem Isolator wie trockenem Kunststoff sind Ladungsträger viel weniger frei beweglich. Eine Aufladung bleibt daher eher in der Nähe der aufgeladenen Stelle. „Isolator“ bedeutet nicht, dass das Material keine Elektronen enthält. Es beschreibt deren geringe Beweglichkeit unter den betrachteten Bedingungen.
Berührt ein geladener Leiter einen geeigneten leitenden Weg zur Erde, kann Ladung ausgetauscht werden. Die Erde wirkt dabei als sehr großer Ladungsspeicher. Bei einem negativ geladenen Körper können überschüssige Elektronen abfließen; bei einem positiv geladenen Körper können Elektronen zufließen. Das nennt man Erdung.
Lernschritt 5
Ein negativer Körper in der Nähe eines neutralen Metallkörpers stößt dessen bewegliche Elektronen ab. Auf der nahen Seite entsteht Elektronenmangel, auf der fernen Seite Elektronenüberschuss. Diese Trennung innerhalb eines Leiters heißt Influenz. Ohne Berührung oder Erdung ändert sich die Gesamtladung des isolierten Metallkörpers dabei nicht.
Die entgegengesetzte Ladung liegt näher am äußeren Körper. Ihre Anziehung kann deshalb stärker sein als die Abstoßung der weiter entfernten gleichnamigen Ladung: Der Körper wird insgesamt angezogen.
In einem Isolator sind die Ladungen nicht frei durch den ganzen Körper beweglich. Positive und negative Ladungsanteile können sich aber geringfügig gegeneinander verschieben oder vorhandene elektrische Dipole können sich ausrichten. Das nennt man Polarisation. So kann ein aufgeladener Luftballon auch neutrale Papierschnipsel anziehen.
Lernschritt 6
Die Formelgröße für elektrische Ladung ist Q, die Einheit Coulomb (C). Der positive Betrag der Ladung eines Elektrons heißt Elementarladung e. Für Schulrechnungen genügt meist:
e ≈ 1,60 · 10−19 C
Ein Elektron trägt die Ladung −e. Hat ein Körper N zusätzliche Elektronen, gilt Q = −N · e. Fehlen ihm N Elektronen gegenüber dem neutralen Zustand, gilt Q = +N · e. N zählt hier nur den Überschuss oder Mangel, nicht sämtliche Elektronen im Körper.
Beispiel: Ein Körper nimmt 5 · 1012 Elektronen auf.
Q = −5 · 1012 · 1,60 · 10−19 C
Q = −8,0 · 10−7 C = −0,80 µC
Das Minuszeichen beschreibt die negative Aufladung. „Mikro“ bedeutet ein Millionstel: 1 µC = 10−6 C. Falls Zehnerpotenzen noch neu sind, konzentriere dich zuerst darauf, das Vorzeichen mit der Elektronenaufnahme zu begründen.
Lernschritt 7
Zwei gleich große leitende Kugeln tragen +6 nC und −2 nC. Sie werden verbunden und wieder getrennt. Für dieses vereinfachte Modell stehen sie symmetrisch und weit entfernt von anderen geladenen Körpern. Die Gesamtladung beträgt:
Qgesamt = +6 nC − 2 nC = +4 nC
Wegen der gleichen Kugelgröße und symmetrischen Umgebung verteilt sich die verbleibende Ladung gleich: Jede Kugel trägt danach +2 nC. Die Ladung −2 nC ist nicht „verschwunden“; positive und negative Nettoladungen wurden zusammengezählt.
Bei unterschiedlich großen Körpern darfst du die Gesamtladung nicht einfach halbieren. Ladungserhaltung gilt weiterhin, aber die Verteilung hängt dann von weiteren Eigenschaften ab.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Ja. Gleich große positive und negative Gesamtladungen gleichen sich aus. Die Nettoladung ist null.
Erklärung wiederholen →Er wird positiv geladen, wenn er vorher neutral war: Es fehlen negative Ladungen zum Ausgleich.
Erklärung wiederholen →Sie stoßen sich ab. Die Kraft auf jede Kugel zeigt von der jeweils anderen weg.
Erklärung wiederholen →Nein, solange er isoliert bleibt und keine Ladung übertragen wird. Elektronen verschieben sich nur innerhalb des Körpers.
Erklärung wiederholen →Q = −1010 · 1,60 · 10−19 C = −1,60 · 10−9 C = −1,60 nC. Der Elektronenüberschuss begründet das Minuszeichen.
Erklärung wiederholen →Zusammen bleiben +6 nC erhalten. Gleichmäßig verteilt sind das +3 nC pro Kugel.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Die kleinen Bilder zeigen eine Vorschau. Über Bild oder Link gelangst du zur Produktseite mit den Angaben zum Material und zum PDF-Bezug.

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Buch, Preis und Details ansehen →Nein. Ladung ist eine physikalische Größe. Elektrischer Strom beschreibt den gerichteten Transport elektrischer Ladung. Ein geladener Ballon benötigt keinen dauerhaft fließenden Strom.
Nein. Seine Ladungen können sich unter äußerem Einfluss verschieben. Dadurch kann er beispielsweise angezogen werden.
Über leitende Kontakte, feuchte Oberflächen oder die Umgebung kann Ladung ausgetauscht werden. Wie schnell das geschieht, hängt von Material und Bedingungen ab.