Stand: 18. September 2026. Redaktionelle Bewertung auf Grundlage öffentlich zugänglicher Produktinformationen und Vertragsangaben. Ein eigener Praxistest mit schulischen Echtdaten wurde nicht durchgeführt.
Einsatzbereiche im Unterricht
EduPlan unterstützt die Organisation schriftlicher und mündlicher Abiturprüfungen. Aktuell ist die Software ausschließlich für Schulen in Nordrhein-Westfalen nutzbar. Weitere Bundesländer und Prüfungen der mittleren Reife sind angekündigt. Quelle: RAABE-Produktinformationen.
Für dich ist das Angebot vor allem interessant, wenn du in der Oberstufenkoordination oder Schulleitung Verantwortung für den Prüfungsablauf trägst. Als Fachlehrkraft solltest du den Nutzen deshalb gemeinsam mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen beurteilen. Entscheidend ist, wie viel Aufwand an eurer Schule beim Abstimmen, Kontrollieren und Weitergeben der Prüfungsplanung entsteht. Für die Auswahl von Unterrichtsmaterialien oder die fachliche Abiturvorbereitung ist ein anderes Werkzeug erforderlich.
Funktionen & Anwendung
Daten übernehmen und zentral planen
RAABE nennt Stammdatenimporte aus ASV und SchILD. Übernommen werden können unter anderem Lernende, Fächer, Kurse und Lehrkräfte. Nachteilsausgleiche lassen sich erfassen. Die Anwendung läuft ohne Installation im Browser. Quelle: EduPlan-Funktionen.
Für den Einstieg empfiehlt sich ein Probelauf mit fiktiven Daten. Prüfe dabei, ob eure vorhandenen Exportdateien passen und welche Angaben nachbearbeitet werden müssen. Ein angebotener Import bedeutet nicht automatisch, dass jede schulische Datenstruktur ohne Anpassung übernommen wird. Ebenso solltest du klären, wie mehrere Verantwortliche zusammenarbeiten und wer Änderungen vornehmen darf.
Prüfungen, Räume und Personal abstimmen
EduPlan erkennt laut Anbieter Termin- und Raumkonflikte und erstellt Einsatzpläne für Lehrkräfte und Kommissionen. Bei Änderungen werden die Pläne automatisch aktualisiert. Quelle: RAABE-Produktinformationen.
Im Entwicklerinterview wird beschrieben, dass sich einzelne Prüfungen bei Ausfällen verschieben lassen und dabei sichtbar wird, ob neue Konflikte entstehen. Das ist ein plausibler Vorteil gegenüber einer Planung, bei der mehrere Listen von Hand abgeglichen werden müssen. Eine verbindliche Endkontrolle sollte dennoch zum schulischen Ablauf gehören. Quelle: Interview mit Axel Böckmann.
Unterlagen vorbereiten
Formulare und Protokolle werden nach Anbieterangaben aus vorhandenen Daten erzeugt. Quelle: EduPlan-Produktseite.
Wie hilfreich das sein kann, erläutert Böckmann am Beispiel vorbereiteter Abgabelisten: Sind Namen bereits eingetragen, muss während der Prüfung nur noch die Abgabezeit ergänzt werden. Für eure Erprobung ist deshalb besonders wichtig, ob die benötigten Unterlagen vollständig vorliegen, gut lesbar ausgegeben werden und zum vorgesehenen Prüfungsverfahren passen. Quelle: Entwicklerinterview.
Didaktischer Mehrwert
Der pädagogische Nutzen ist vor allem indirekt zu erwarten. Wenn organisatorische Rückfragen und Nacharbeiten abnehmen, kann mehr Zeit für die Betreuung der Abiturientinnen und Abiturienten bleiben. Verlässliche Informationen helfen außerdem, unnötige Unsicherheit vor Prüfungsterminen zu vermeiden.
Ein messbarer Lernzuwachs lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Für die Bewertung ist sinnvoller zu fragen: Werden Zuständigkeiten klarer? Müssen Informationen seltener doppelt gepflegt werden? Funktionieren auch kurzfristige Änderungen? Diese Kriterien passen zum tatsächlichen Arbeitsbedarf einer Prüfungskoordination und sind aussagekräftiger als die Zahl einzelner Funktionen.
Datenschutz & Hosting
RAABE bezeichnet EduPlan als DSGVO-konform und nennt einen Serveranbieter in Deutschland. Quelle: Anbieterangaben zum Datenschutz.
Die allgemeinen Vertragsbedingungen sehen einen Auftragsverarbeitungsvertrag vor, soweit personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet werden und ein solcher Vertrag erforderlich ist. Eine öffentlich nachvollziehbare Prüfung der konkreten technischen Schutzmaßnahmen von EduPlan ergibt sich daraus noch nicht. Quelle: RAABE-AGB, Abschnitt 13.
Vor dem Einsatz mit echten Schülerdaten solltest du mit der Schulleitung beziehungsweise der zuständigen Datenschutzstelle die EduPlan-spezifischen Unterlagen prüfen. Dazu gehören Zugriffsrechte, Löschfristen, Sicherungen, Unterauftragnehmer und die Rückgabe der Daten nach Vertragsende. Bei Angaben zu Nachteilsausgleichen ist besondere Zurückhaltung sinnvoll: Für die Planung sollten nur die tatsächlich benötigten Informationen eingetragen werden. Die pauschale Anbieterzusage allein reicht für eine abschließende Bewertung des schulischen Einsatzes nicht aus.
Kosten & Lizenzmodelle
Das Angebot wird als Jahresabonnement vermarktet. Quelle: EduPlan-Preisübersicht.
Die allgemeinen RAABE-AGB verweisen beim Nutzungsumfang und bei Mehrplatzlizenzen auf die jeweilige Produktbeschreibung beziehungsweise Vereinbarung. Auch die Kündigungsfristen richten sich nach den einschlägigen Bedingungen. Daraus sollte keine unbegrenzte Kollegiumslizenz oder bestimmte Kündigungsfrist für EduPlan abgeleitet werden. Quelle: RAABE-AGB.
Vor der Bestellung sollten deshalb Lizenzumfang, gleichzeitige Zugriffe, Vertragsverlängerung und mögliche Zusatzkosten schriftlich feststehen. Für eure Kostenabwägung zählt außerdem die Einarbeitungszeit: Eine Anschaffung lohnt sich dann, wenn die eingesparte Arbeitszeit und die bessere Übersicht den wiederkehrenden Aufwand rechtfertigen. Prüfe möglichst einen vollständigen Beispielablauf einschließlich kurzfristiger Änderung und Dokumentenausgabe, bevor ihr die reale Abiturplanung umstellt.
Erfahrungen & Bewertungen
EduPlan geht auf eine Excel-Lösung des früheren Oberstufenkoordinators Axel Böckmann zurück. Im RAABE-Interview vom 19. Juni 2026 berichtet er von positiven Rückmeldungen und einer deutlichen Zeitersparnis durch sein damaliges Programm. Diese Aussagen stammen vom Entwickler und betreffen teilweise die Vorläuferlösung. Sie sind daher keine unabhängigen Erfahrungsberichte zur heutigen Webanwendung. Quelle: RAABE-Interview.
Für diesen Bericht ließ sich keine belastbare Grundlage aus unabhängigen Langzeittests oder ausreichend vielen verifizierten Nutzerbewertungen zusammentragen. Bedienkomfort, Zuverlässigkeit unter Prüfungsbedingungen und tatsächliche Zeitersparnis bleiben deshalb offene Prüfpunkte. Eine Sternebewertung würde hier mehr Genauigkeit suggerieren, als die verfügbare Evidenz erlaubt. Besonders aussagekräftig wäre ein Vergleich mit eurem bisherigen Verfahren anhand derselben fiktiven Prüfungssituation.