1 · Wo liegt die Mitte der langen Geodreieck-Kante beim Messen?
Lösung und Rechenweg ansehen
Genau auf dem Scheitelpunkt. Die lange Kante wird zugleich am Ausgangsschenkel ausgerichtet.
Erklärung wiederholen →Mathe · etwa 25–40 Minuten
Du wählst die richtige Winkelskala und berechnest fehlende Winkel mit einer passenden Beziehung.
Winkelarten, Grundrechenarten; für Stufe 3 einfache Gleichungen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Gib Winkel in Grad an. Bei Begriffen reicht das passende Wort, zum Beispiel Strecke, parallel oder spitz. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Erst schätzen, dann bestimmen
Scheitelpunkt treffen.
Nullmarkierung ausrichten.
Richtige Skala ablesen.
Prüfe danach: Passt der Wert zu einem spitzen, rechten oder stumpfen Winkel?
Beim Messen bestimmst du die Größe eines gezeichneten Winkels. Du brauchst den Scheitelpunkt, beide Schenkel und ein Geodreieck mit Gradskala. Schätze zuerst, ob der markierte Winkel spitz, recht oder stumpf ist.
Verwechsle die Nullmarkierung zum Anlegen nicht mit irgendeiner 0° am Rand der Winkelskala: Die Mitte der langen Kante liegt auf dem Scheitelpunkt. Welche Gradskala du liest, hängt von der Richtung des Ausgangsschenkels ab.
Viele Geodreiecke haben zwei entgegengesetzt laufende Gradskalen. An derselben Ablesestelle können deshalb zum Beispiel 60° und 120° stehen. Du darfst nicht einfach die kleinere Zahl wählen.
Beispiel · Schritt für Schritt
An derselben Ablesestelle stehen 60° und 120°
Entscheidend ist der Ausgangsschenkel
Der linke und der rechte Ausgangsschenkel bilden eine Gerade. Mit demselben schrägen zweiten Schenkel ist die Öffnung nach links deshalb 120°. Die passende Skala beginnt nun links bei 0°.
Lösung · Schritt für Schritt
Geschätzt: spitzer Winkel
Abgelesen: 130°
130° beschreibt einen stumpfen Winkel und passt nicht zur Schätzung „spitz“.
An derselben Stelle kann die andere Skala 50° anzeigen. Entscheidend ist aber, welche Skala am Ausgangsschenkel mit 0° beginnt. Prüfe zusätzlich das Anlegen und den gemeinten Winkelbogen.
Beispiel · Schritt für Schritt
Zu zeichnen: ein Winkel von 65°
Der gezeichnete Winkel muss spitz sein. So prüfst du, ob die Markierung zur gewünschten Öffnung passt.
Die Länge der gezeichneten Schenkel darfst du passend wählen; sie verändert den Winkel nicht. Kontrolliere Scheitelpunkt, Ausgangsschenkel und Winkelbogen.
Wenn Winkelgrößen gegeben sind, kannst du einen fehlenden Winkel häufig genau ausrechnen. Wähle zuerst die passende Beziehung. Eine Skizze allein beweist dabei noch keine rechte oder gestreckte Lage.
| Situation | Regel | Beispiel |
|---|---|---|
| Nebenwinkel an einer Geraden | zusammen 180° | 180° − 65° = 115° |
| Winkel lückenlos um einen Punkt | zusammen 360° | 360° − 110° − 95° = 155° |
| Innenwinkel eines Dreiecks | zusammen 180° | 180° − 50° − 60° = 70° |
| Scheitelwinkel zweier sich schneidender Geraden | gleich groß | Gegenüber von 72° liegen ebenfalls 72°. |
Beispiel · Schritt für Schritt
Ein Winkel beträgt 65°
Gesucht: sein Nebenwinkel an einer Geraden
Die Winkel haben einen gemeinsamen Schenkel; die beiden anderen Schenkel bilden eine Gerade.
So erhältst du den fehlenden Nebenwinkel.
Beispiel · Schritt für Schritt
Drei Winkel füllen eine volle Drehung ohne Lücken
Bekannt: 110° und 95°
Die drei Winkel füllen zusammen eine volle Drehung ohne Lücken und Überlappungen.
Ziehe die bekannte Summe vom Vollwinkel ab.
Beispiel · Schritt für Schritt
Dreieck · bekannte Innenwinkel: 50° und 60°
Gesucht: der dritte Innenwinkel
Hier sind die drei Innenwinkel eines Dreiecks gemeint.
Die Innenwinkel eines ebenen Dreiecks ergeben zusammen 180°.
Nebenwinkel teilen einen Schenkel und den Scheitelpunkt; die beiden anderen Schenkel bilden eine Gerade. Beliebige nebeneinander gezeichnete Winkel ergeben nicht automatisch 180°.
Scheitelwinkel liegen sich beim Schnitt zweier Geraden gegenüber. Verwechsle sie nicht mit den direkt benachbarten Winkeln.
Lösung · Schritt für Schritt
Ein Nebenwinkel beträgt 128°
Gesucht: der andere Nebenwinkel
Die beiden anderen Schenkel bilden eine Gerade.
Ziehe den bekannten Winkel vom gestreckten Winkel ab.
Die Summe passt zur Nebenwinkelbeziehung.
Eine übliche Geodreieck-Skala reicht bis 180°. Einen überstumpfen Winkel kannst du über den übrigen kleineren Winkel bestimmen: Miss die kleinere Öffnung zwischen denselben Schenkeln und ziehe sie von 360° ab.
Großer Winkel = 360° − kleiner Winkel
Beispiel · Schritt für Schritt
Kleinere Öffnung: 135°
Gesucht: die größere Öffnung zwischen denselben Schenkeln
Der kleinere und der größere Winkel zwischen denselben Schenkeln ergänzen sich zur vollen Drehung.
Der gesuchte Winkel ist größer als 180° und kleiner als 360°, also überstumpf.
Markiere ausdrücklich den großen Bereich. Sonst könnte die Zeichnung als 135°-Winkel verstanden werden.
Lösung · Schritt für Schritt
Kleinere Öffnung: 80°
Gesucht: der größere Winkel
Die beiden Öffnungen zwischen denselben Schenkeln ergeben zusammen 360°.
Der gesuchte Winkel ist überstumpf.
Wenn die Aufgabe exakte Winkelangaben und eine passende Regel liefert, rechne damit. Miss eine nicht maßstabsgetreue Skizze nicht als Ersatz für diese Rechnung. Beim Zeichnen und Messen hilft die Winkelart als abschließende Kontrolle.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Begründe deine Entscheidung oder notiere den Rechenweg auf Papier. Lies genau, ob ein Begriff oder eine Zahl gefragt ist.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Genau auf dem Scheitelpunkt. Die lange Kante wird zugleich am Ausgangsschenkel ausgerichtet.
Erklärung wiederholen →Lies die Skala, die am Ausgangsschenkel mit 0° beginnt. Prüfe danach, ob der Wert zur markierten Öffnung passt.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
Gegeben: 65°
Gesucht: der Nebenwinkel
Nebenwinkel an einer Geraden ergänzen sich zu 180°.
115° liegt zwischen 90° und 180°. Der Winkel ist stumpf.
Lösung · Schritt für Schritt
Der gegenüberliegende Winkel an einer Geradenkreuzung beträgt 72°
Gesucht: α
Gemeint sind die gegenüberliegenden Winkel beim Schnitt zweier Geraden, nicht benachbarte Winkel.
Scheitelwinkel sind gleich groß.
Lösung · Schritt für Schritt
Drei Winkel füllen zusammen 360°
Bekannt: 110° und 95°
Voraussetzung: Die drei Bereiche füllen die volle Drehung ohne Lücken oder Überlappungen.
Ziehe die bekannte Summe vom Vollwinkel ab.
Die drei Winkel ergeben zusammen die volle Drehung.
Lösung · Schritt für Schritt
Kleinere Öffnung: 125°
Gesucht: die größere Öffnung zwischen denselben Schenkeln
Die kleinere und die größere Öffnung liegen zwischen denselben Schenkeln.
Dieser Winkel ist überstumpf. Markiere den größeren Bereich.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Winkel in Dreiecken berechnen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Nein. Richtig ist die Skala mit 0° am Ausgangsschenkel. Bei einem stumpfen Winkel ist der Wert größer als 90°.
Verlängere ihn mit dem Lineal in derselben Richtung. Dadurch ändert sich die Winkelgröße nicht.
180° gilt zum Beispiel für Nebenwinkel an einer Geraden und für die Innenwinkelsumme eines Dreiecks. 360° gilt für eine volle Drehung beziehungsweise lückenlos aneinanderliegende Winkel um einen Punkt.
Lies die Skala, deren 0° rechts liegt. In der Zeichnung oben ergibt sich so 60°.