1 · Ein Metalllöffel wird am Griff warm. Welche Übertragungsart dominiert im Löffel?
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Wärmeleitung. Der Löffel selbst strömt dabei nicht.
Erklärung wiederholen →Physik · Wärmelehre · Mittelstufe
Erkenne Wärmeleitung, Konvektion und Wärmestrahlung im Alltag. Verstehe Wärmedämmung und berechne an einer beschrifteten Zeichnung, wie stark sich ein Stab beim Erwärmen verlängert.
Wie gelangt Energie weiter?
Wärmeleitung: durch Kontakt im Stoff.
Konvektion: mit strömenden Flüssigkeiten oder Gasen.
Wärmestrahlung: durch elektromagnetische Strahlung, auch im Vakuum.
Lernschritt 1
Besteht ein Temperaturunterschied, kann Energie netto vom wärmeren zum kälteren Bereich übertragen werden. Dafür gibt es drei wichtige Mechanismen. Im Alltag wirken oft mehrere gleichzeitig.
Ein heißer Tee kühlt etwa durch Wärmeübertragung an Tasse und Luft ab. Zusätzlich kann Verdunstung Energie abführen. Eine Tasse „enthält“ dabei nicht eine feste Wärmemenge, die als Stoff aus ihr herausfließt.
Unterscheide die Ursache und den Weg: Der Temperaturunterschied treibt den Nettoenergietransport; Leitung, Strömung und Strahlung beschreiben, wie er erfolgt.
Lernschritt 2
Ein Metalllöffel kann am Griff warm werden, wenn sein anderes Ende in warmem Wasser steckt. Im Material wird Energie weitergegeben, ohne dass der Löffel als Ganzes zum Griff strömt.
Im Teilchenmodell tragen Wechselwirkungen zwischen benachbarten Teilchen zum Transport bei. In Metallen spielen zusätzlich bewegliche Elektronen eine wichtige Rolle. Metalle leiten Wärme oft gut; Holz, Schaumstoffe und ruhende Luft vergleichsweise schlecht.
Ein Metallgegenstand kann sich bei Raumtemperatur kälter anfühlen als ein Holzgegenstand mit derselben Temperatur: Das Metall führt deiner wärmeren Hand schneller Energie ab. Das Gefühl allein beweist keine niedrigere Temperatur.
Lernschritt 3
Bei Konvektion transportiert ein strömendes Gas oder eine strömende Flüssigkeit innere Energie mit. Bei natürlicher Konvektion entstehen Strömungen durch Dichteunterschiede im Schwerefeld. Erwärmte Luft dehnt sich bei ungefähr gleichem Druck aus, wird weniger dicht und erfährt Auftrieb.
„Wärme steigt nach oben“ ist zu ungenau. Aufsteigen kann die weniger dichte Flüssigkeit oder das Gas. Wärmeleitung kann auch nach unten und Wärmestrahlung in verschiedene Richtungen erfolgen.
Bei erzwungener Konvektion erzeugt etwa ein Ventilator oder eine Pumpe die Strömung. Konvektion ist also nicht auf natürliches Aufsteigen beschränkt.
Lernschritt 4
Körper senden aufgrund ihrer Temperatur elektromagnetische Strahlung aus. Bei Alltagstemperaturen liegt ein großer Teil davon im Infrarotbereich und ist für unsere Augen unsichtbar. Diese Strahlung braucht kein materielles Medium.
Deshalb erreicht Strahlungsenergie der Sonne die Erde durch den weitgehend leeren Weltraum. Auch eine warme Oberfläche kann einen anderen Körper durch Strahlung erwärmen, ohne dass die Luft zuerst entsprechend warm werden muss.
Beide Körper senden und absorbieren Strahlung. Entscheidend für die Erwärmung ist die Bilanz. Reflektierende Oberflächen können den Strahlungsaustausch verringern; ihre Eigenschaften im Infrarotbereich sind wichtiger als allein die sichtbare Farbe.
Lernschritt 5
Eine gute Isolierflasche begrenzt mehrere Übertragungswege:
Dämmung macht einen Temperaturausgleich langsamer, verhindert ihn aber nicht unbegrenzt. Sie kann Getränke sowohl länger warm als auch länger kühl halten. Eingeschlossene ruhende Luft in kleinen Hohlräumen hilft ebenfalls beim Dämmen; große ungeteilte Luftschichten können Konvektion ermöglichen.
Lernschritt 6
Bei vielen Stoffen vergrößern sich beim Erwärmen die mittleren Teilchenabstände. Ein frei beweglicher Körper dehnt sich aus. Die Teilchen selbst werden im einfachen Modell nicht größer. Bei starren Begrenzungen können stattdessen Spannungen oder Druckänderungen entstehen.
Ausgangszustand: Der Stab hat die Länge l₀.
Erwärmter Zustand: Die neue Länge ist l₀ + Δl.
Nur zur Veranschaulichung: Die sichtbare Verlängerung ist stark übertrieben und stellt keine Messwerte dar.
Lernschritt 7
Für einen frei ausdehnbaren Stab und einen Temperaturbereich mit annähernd konstantem Ausdehnungskoeffizienten gilt näherungsweise:
Δl = α · l₀ · ΔT
α ist der Längenausdehnungskoeffizient in „pro Kelvin“, l₀ die Ausgangslänge und ΔT die Temperaturänderung. Die neue Länge ist l = l₀ + Δl.
Beispiel: Ein 2,00 m langer Stab wird von 20 °C auf 70 °C erwärmt. Für die Aufgabe sei α = 0,000012 pro Kelvin gegeben. Die Temperaturänderung beträgt 50 K.
Δl = 0,000012 · 2,00 · 50 m = 0,0012 m
Δl = 1,2 mm und l = 2,0012 m
Beim Abkühlen ist ΔT negativ. Für einen Stoff mit positivem α wird damit auch Δl negativ: Der Stab verkürzt sich. Verwechsle nicht Endtemperatur mit Temperaturänderung oder Längenänderung mit neuer Länge.
Lernschritt 8
Dehnungsfugen geben Bauteilen Raum für temperaturbedingte Längenänderungen. Wird diese Bewegung behindert, können große Spannungen entstehen.
Bimetall: Zwei fest miteinander verbundene Metalle dehnen sich unterschiedlich stark aus. Beim Erwärmen biegt sich der Streifen: Die Schicht mit dem größeren Ausdehnungskoeffizienten liegt außen auf der längeren Seite der Biegung.
Wasser ist eine wichtige Ausnahme: Flüssiges Wasser hat bei ungefähr normalem Druck seine größte Dichte nahe 4 °C. Beim Abkühlen von 4 °C auf 0 °C dehnt es sich aus. Auch beim Gefrieren nimmt das Volumen zu; Eis ist weniger dicht als flüssiges Wasser und schwimmt.
Lass Übertragungsarten an einer Thermosflasche begründen. Bei der Stabzeichnung sollen Lernende l₀, Δl und l selbst markieren, bevor sie die Formel verwenden. Als Transferfrage: Wird ein Loch in einer gleichmäßig erwärmten, frei ausdehnbaren Metallplatte größer oder kleiner? Im üblichen Modell wird auch das Loch größer.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Wärmeleitung. Der Löffel selbst strömt dabei nicht.
Erklärung wiederholen →Bei ungefähr gleichem Druck ist die erwärmte Luft meist weniger dicht und erfährt Auftrieb.
Erklärung wiederholen →Wärmestrahlung. Sie benötigt kein materielles Medium.
Erklärung wiederholen →Δl = 0,00002 · 1 · 30 m = 0,0006 m = 0,6 mm.
Erklärung wiederholen →ΔT = 20 − 60 = −40 K. Bei positivem α verkürzt sich der Stab.
Erklärung wiederholen →Nein. In diesem Bereich dehnt es sich aus; seine Dichte nimmt ab.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Buch, Preis und Details ansehen →Nein. Bei natürlicher Konvektion kann weniger dichtes warmes Gas aufsteigen. Leitung und Strahlung sind nicht auf diese Richtung beschränkt.
Sie vermindert die Energieübertragung in beide Richtungen und verlangsamt damit auch das Erwärmen durch eine wärmere Umgebung.
Nicht in jedem Temperaturbereich. Wasser zwischen 0 und 4 °C ist eine wichtige Ausnahme; auch andere Materialien können abweichendes Verhalten zeigen.