Verwitterung
Gestein wird an Ort und Stelle zerkleinert oder chemisch verändert.
Geografie · Landschaften & Gesteine · Klasse 5–9
Wie wird aus einem Fels Sand – und daraus wieder festes Gestein? Entdecke die Prozesse an der Erdoberfläche und die Wege der Gesteine.

Das kannst du danach: Verwitterung, Abtragung und Ablagerung unterscheiden, drei Gesteinsgruppen erklären und Wege im Gesteinskreislauf verfolgen.
Gestein wirkt unveränderlich. Doch Wasser, Eis, Luft und Lebewesen greifen es an. Die entstehenden Teilchen können verlagert werden und anderswo neue Gesteine bilden.
Gestein wird an Ort und Stelle zerkleinert oder chemisch verändert.
Material wird abgetragen und durch Wasser, Wind, Eis oder hangabwärts verlagert.
Mitgeführtes Material wird abgelagert. Solche lockeren Ablagerungen heißen Sedimente.
Beispiel: Ein Fels bekommt Risse: Verwitterung. Ein Bach nimmt die Bruchstücke mit: Abtragung und Transport. Kies bleibt auf einer Bank liegen: Sedimentation. Diese Prozesse können gleichzeitig an verschiedenen Stellen stattfinden.
| Prozess | Was geschieht? | Typische Bedingungen |
|---|---|---|
| Frostverwitterung – physikalisch | Wasser gelangt in Klüfte. Gefrieren und Eiswachstum können Druck auf die Wände ausüben und Gestein lösen. | Wasser und geeignete Frostbedingungen; nicht jeder kalte Tag sprengt einen Stein. |
| Temperatur- und Salzverwitterung – physikalisch | Ungleichmäßige Erwärmung und Abkühlung erzeugen Spannungen. Wachsende Salzkristalle in Poren können Gestein lockern. | Zum Beispiel stark erwärmte Felsoberflächen oder salzhaltige, zeitweise austrocknende Standorte. |
| Lösung und chemische Umwandlung | Wasser reagiert mit Mineralen: Manche lösen sich, andere werden umgewandelt. Eisenhaltige Minerale können oxidieren. | Wasser, Gesteinsart, Temperatur und chemische Zusammensetzung bestimmen die Geschwindigkeit. |
| Einfluss von Lebewesen | Wurzeln können vorhandene Spalten erweitern; Stoffwechselprodukte wirken auch chemisch. | Pflanzen und Bodenorganismen verbinden mechanische und chemische Prozesse. |
Physikalisch bedeutet: vor allem Zerkleinerung. Chemisch bedeutet: Minerale verändern ihre Zusammensetzung oder lösen sich. „Biologisch“ beschreibt den Einfluss von Lebewesen und überschneidet sich mit beiden.
Suche Risse, eckige Bruchstücke und das Bachbett. Beschreibe zunächst nur, was sichtbar ist. Vermute danach passende Prozesse.
Muster: Klüfte und kantige Blöcke passen zu mechanischer Zerkleinerung. Hangbewegungen und fließendes Wasser können Material abtransportieren. Aus dem Bild allein lässt sich nicht beweisen, welcher Prozess wann den einzelnen Stein gelöst hat.

Regen- und Bodenwasser nimmt Kohlenstoffdioxid auf. Das schwach saure Wasser kann Kalkstein lösen. Es erweitert Klüfte; mit der Zeit können Karstformen wie Lösungsrinnen, Dolinen und Höhlen entstehen. Unterirdischer Abfluss spielt dabei oft eine große Rolle.
In Höhlen kann gelöster Kalk wieder ausfallen: So wachsen Tropfsteine. Das ist Ablagerung, nicht erneutes Schmelzen. Die Fränkische Alb ist ein regionales Beispiel für eine Kalk- und Karstlandschaft.
Warum fließt Wasser hier nicht nur oberirdisch ab?
Erklärung: Klüfte lassen Wasser in den Untergrund eindringen. Lösung kann diese Wege erweitern. Das Bild zeigt mögliche Eintrittsstellen, aber keinen nachgewiesenen Verlauf einer bestimmten Höhle.
Ein Mineral ist ein natürlicher Stoff mit charakteristischer Zusammensetzung und Struktur, zum Beispiel Quarz. Ein Gestein besteht meist aus einem Gemenge von Mineralen. Granit enthält beispielsweise Quarz, Feldspäte und Glimmer.
| Gesteinsgruppe | Entstehung | Beispiele und Beobachtungen |
|---|---|---|
| Magmatite – Erstarrungsgesteine | Magma oder Lava kühlt ab und erstarrt. Langsame Abkühlung ermöglicht häufig größere Kristalle. | Granit: Tiefengestein, oft sichtbare Körner. Basalt: Ergussgestein, meist feinkörnig. Farbe allein reicht nicht zur Bestimmung. |
| Sedimentite – Ablagerungsgesteine | Lockere Sedimente werden verdichtet und verkittet (Diagenese). Andere entstehen durch chemische Ausfällung oder aus Resten von Lebewesen. | Sandstein aus Sand; Kalkstein oft aus kalkigen Organismenresten oder Ausfällungen. Schichtung und Fossilien können Hinweise sein. |
| Metamorphite – Umwandlungsgesteine | Vorhandene Gesteine verändern sich bei erhöhtem Druck und/oder Temperatur im festen Zustand. | Gneis kann unter anderem aus Granit entstehen; Marmor aus Kalkstein. Minerale ordnen sich neu oder bilden sich um. |
Entscheidender Unterschied: Metamorphose geschieht ohne vollständiges Aufschmelzen. Schmilzt Gestein, entsteht Magma. Kies ist zunächst ein lockeres Sediment, kein verfestigtes Sedimentgestein.
Weitere Wege: Auch Magmatite können durch Druck und Wärme direkt zu Metamorphiten werden. Jede Gesteinsgruppe kann freigelegt werden und Sediment liefern. Es gibt keine feste Reihenfolge.
Hebung und Freilegung bringen tief entstandene Gesteine wieder in die Nähe der Oberfläche. Dort wirken Verwitterung und Abtragung. Versenkung bringt Gesteine in andere Druck- und Temperaturbedingungen. Viele Veränderungen dauern sehr lange; einzelne Ereignisse, etwa ein Felssturz, können schnell ablaufen.
Die Kräfte wirken zusammen: Wärme aus dem Erdinneren treibt viele endogene Prozesse an. Wasser, Wind, Eis und Schwerkraft formen die Oberfläche durch exogene Prozesse. Das erklärt, warum Gebirge zugleich gehoben und abgetragen werden können.
Wähle einen Weg, ordne die Prozesse im Schaubild zu und beantworte die Denkfrage.
Muss der Granit dabei schmelzen?
Erklärung: Nein. In diesem Weg wird Gestein zerkleinert und das Sediment später verfestigt.
Welche Gruppe ist das Ergebnis?
Erklärung: Marmor ist ein Metamorphit. Vollständiges Schmelzen wäre kein Schritt dieser Umwandlung.
Kann dieser Basalt später Sediment liefern?
Erklärung: Ja. Sobald er verwittert und abgetragen wird, gelangt sein Material auf einen weiteren Weg im Gesteinskreislauf.
Mini-Modell: Gib Sand, kleine Kiesel und Wasser in ein verschließbares durchsichtiges Kunststoffgefäß. Schwenke vorsichtig und lasse es stehen. Beobachte Transport und Ablagerung. Das Modell zeigt keine Gesteinsverfestigung; sehr feine Teilchen können länger schweben.
Beziehe deinen Wohnort ein: Welche Gesteine findest du an Gebäuden, Wegen oder in einer geologischen Karte? Ein verbauter Stein muss nicht aus der Region stammen. Bodenbildung braucht neben verwittertem Ausgangsmaterial unter anderem Wasser, Organismen und Zeit.
Erkläre mit zwei gegensätzlich wirkenden Prozessen.
Muster: Tektonische Hebung kann die Höhe vergrößern. Verwitterung bereitet Material auf; Abtragung transportiert es fort. Welche Veränderung überwiegt, hängt von den Bedingungen und dem Zeitraum ab.
Klasse 5–9 · modular 2–3 Unterrichtsstunden. Einstieg: Prozesse unterscheiden. Vertiefung: Gesteinsgruppen und Kreislauf. Kompetenzen: Bilder beschreiben, Modelle lesen, Gesteinsmerkmale untersuchen und Prozesse begründet zuordnen.
Lehrplanorientierung: LehrplanPLUS, Realschule 5: Veränderung der Erdoberfläche; Gesteinskreislauf als Vertiefung auch in Sekundarstufe I 7–9, etwa im Beispielcurriculum Baden-Württemberg. Die Vertiefung richtet sich nach Schulform und Bundesland.
Fachquellen: BGS: Gesteine und Minerale; BGS: Erosion; Geological Society: Verwitterung. Stand: September 2026.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Verwitterungsarten unterscheiden und ihre Wirkung erklären.
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Vom Ausgangsgestein zum Boden: Entstehung und Funktionen vertiefen.
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