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Englisch · Modalverben · etwa Klasse 8–10

Must und can’t: Aus Hinweisen Schlussfolgerungen ziehen

Muss wohl so sein – oder kann nicht sein? Lerne, wie du aus Hinweisen eine Schlussfolgerung ziehst und sie passend vorsichtig oder sicher formulierst.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 20–30 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

must be
might be
can’t be

Aus Hinweisen eine Erklärung ableiten

Du siehst Mias Fahrrad vor ihrem Haus und hörst ihre Stimme von drinnen. Du schließt daraus: Mia must be at home. – Mia muss wohl zu Hause sein. Du formulierst eine starke Schlussfolgerung aus Hinweisen.

Du hältst es für sehr wahrscheinlich

Miamust beat home.

Mia muss wohl zu Hause sein.

Deine Hinweise sprechen aus deiner Sicht deutlich dafür.

Du hältst es für ausgeschlossen

Miacan’t beat home.

Mia kann nicht zu Hause sein.

In einer anderen Situation steht Mia gerade neben dir in der Schule. Du schließt aus, dass sie gleichzeitig zu Hause ist.

Dein Lernziel: Du unterscheidest starke Schlussfolgerungen mit must/can’t von bloßen Möglichkeiten und von Regeln. Dabei sagst du immer mit dazu, auf welche Hinweise du dich stützt.

Das Muster: Modalverb + Grundform

Wie sicher klingt die Aussage?
Form Gemeinte Einschätzung Beispiel
must + Grundform Ich bin aufgrund der Hinweise sehr sicher, dass es so ist. The key must be in this bag.
may/might/could + Grundform Es ist eine Möglichkeit; ich bin nicht sicher. The key might be in this bag.
can’t + Grundform Ich halte es aufgrund der Hinweise für ausgeschlossen. The key can’t be in this bag.

Die Grundform steht ohne to. Auch bei he/she/it kommt kein -s an das Modalverb oder an das folgende Verb: She must know the answer. Nicht she must knows oder she must to know.

Bei einem Zustand brauchst du oft be: He must be tired. – Er muss wohl müde sein. This can’t be the right room. – Das kann nicht der richtige Raum sein. Must und can’t allein ersetzen das be nicht.

Starke Vermutung bedeutet nicht bewiesene Tatsache

Must zeigt, wie sicher die sprechende Person ist. Die Schlussfolgerung kann trotzdem falsch sein. Ein Fahrrad vor einem Haus allein beweist beispielsweise nicht, dass seine Besitzerin zu Hause ist.

Je schwächer deine Hinweise, desto vorsichtiger sollte die Aussage sein: Her bike is outside. She might be at home. – Ihr Fahrrad steht draußen. Vielleicht ist sie zu Hause.

Wenn mehrere Hinweise für dich deutlich in dieselbe Richtung zeigen, kannst du must verwenden: I can hear Mia’s voice inside. She must be at home. – Ich höre Mias Stimme drinnen. Sie muss wohl zu Hause sein.

Keine Prozentrechnung: Diese Modalverben haben keine festgelegten Zahlenwerte. Sie drücken eine Einschätzung im jeweiligen Zusammenhang aus. In den Übungen wird die gewünschte Einschätzung ausdrücklich genannt.

Must kann Schlussfolgerung oder Pflicht bedeuten

Nicht nur das Wort, sondern den Satz lesen
Satz Situation Bedeutung
You must be tired after that long walk. Jemand wirkt erschöpft. Du bist nach dem langen Spaziergang bestimmt müde.
You must wear a helmet in this activity. Eine Regel für die Aktivität wird erklärt. Du musst bei dieser Aktivität einen Helm tragen.
You mustn’t use your phone during the test. Eine Prüfungsregel verbietet das Handy. Du darfst dein Handy im Test nicht benutzen.
That can’t be your phone. Yours is blue. Ein Gegenstand wird anhand eines Hinweises ausgeschlossen. Das kann nicht dein Handy sein. Deines ist blau.

Für die hier geübte starke negative Schlussfolgerung verwendest du can’t. Mustn’t ist in typischen Schulregeln ein Verbot und deshalb nicht einfach die passende Verneinung zu jedem must-Satz.

Auch can’t hat mehrere Funktionen: I can’t swim. beschreibt fehlende Fähigkeit. That can’t be Leo. drückt hier eine Schlussfolgerung aus. Entscheidend bleibt der Zusammenhang.

Eine Handlung läuft gerade: must be + -ing

Wenn du vermutest, dass eine Handlung gerade abläuft, verwendest du Modalverb + be + -ing-Form:

Theymust be practisingin the music room.

Sie müssen wohl gerade im Musikraum üben. Du hörst zum Beispiel ihre Instrumente hinter der Tür.

Die vorsichtige Version lautet They might be practising. – Vielleicht üben sie gerade. Die ausschließende Version: They can’t be practising in the music room. – Sie können nicht gerade im Musikraum üben. Dafür könntest du als Hinweis nennen, dass der Raum leer ist und die Gruppe neben dir steht.

Bei Zustandsverben ist meist die einfache Grundform passend: She must know him. – Sie muss ihn wohl kennen. Nicht jedes Verb braucht eine Verlaufsform, nur weil es um jetzt geht.

In vier Schritten zur begründeten Aussage

  1. Hinweis nennen: Der gesuchte Schlüssel ist groß; die kleine, leere Schachtel wurde vollständig geprüft.
  2. Behauptung festlegen: The key is in the box.
  3. Einschätzung wählen: In dieser Situation schließt du das aus → can’t.
  4. Satz bilden: The key can’t be in the box. We have checked it and it is empty.

Beurteile keine Person vorschnell: Ein einzelner fehlender Gegenstand beweist nicht, wer ihn genommen hat. Die Sprache sollte so vorsichtig sein wie deine tatsächliche Wissensgrundlage.

Hinweis-Explorer: Wie stark ist deine Schlussfolgerung?

Jede Einstellung enthält eine eigene Situation. Lies die Hinweise und prüfe, ob die gewählte Form dazu passt.

Miamust beat home.

Mia muss wohl zu Hause sein.

Szenario: Du hörst ihre Stimme im Haus und siehst ihr Fahrrad. Du hältst die Schlussfolgerung für sehr sicher, hast sie aber noch nicht selbst gesehen.

Grün: positive Schlussfolgerung oder Möglichkeit · Gelb: Ausschluss · Blau: Subjekt

Typische Fehler vermeiden

Falsch: She must is tired.
Richtig: She must be tired. → Nach must steht die Grundform be.
Falsch: He must knows the answer.
Richtig: He must know the answer. → Kein -s nach dem Modalverb.
Falsch: They must practising.
Richtig: They must be practising. → Für eine gerade ablaufende Handlung brauchst du be + -ing.
Bedeutung nicht verwechseln: You mustn’t enter ist ein Verbot. That can’t be the entrance ist eine Schlussfolgerung: Das kann nicht der Eingang sein.

Jetzt selbst Schlussfolgerungen bilden

1 · Form und Einschätzung verbinden

Die gewünschte Sicherheit wird jeweils angegeben.

Du hältst die positive Schlussfolgerung für sehr sicher. Wähle must oder might.Antwort: ________________________

Du schließt aus, dass die andere Person Mia ist. Verwende die negative Form von can.Antwort: ________________________

Es ist nur eine Möglichkeit. Wähle might oder must.Antwort: ________________________

Setze be oder is ein.Antwort: ________________________

Wähle know oder knows.Antwort: ________________________

Ergänze das fehlende Wort.Antwort: ________________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. must
    Must be tired: Sie muss wohl müde sein.
  2. can't / cannot / can not
    That can’t be Mia.
  3. might
    Might be nennt eine Möglichkeit.
  4. be
    Leo must be at home.
  5. know
    She must know the answer.
  6. be
    They must be practising.

2 · Die Bedeutung prüfen

Unterscheide Schlussfolgerung, Pflicht und Verbot.

Dies ist eine Regel. Bedeutet must hier Pflicht oder Vermutung?Antwort: ________________________

Dies ist eine Prüfungsregel. Bedeutet mustn’t Verbot oder Vermutung?Antwort: ________________________

Ist damit garantiert bewiesen, dass Mia zu Hause ist? Antworte ja oder nein.Antwort: ________________________

Setze practise in die -ing-Form; britische oder amerikanische Schreibweise wird akzeptiert.Antwort: ________________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Pflicht
    Hier geht es um eine Pflicht, nicht um eine Schlussfolgerung.
  2. Verbot
    Mustn’t bedeutet hier nicht dürfen.
  3. nein
    Must kennzeichnet die starke Schlussfolgerung, keinen unfehlbaren Beweis.
  4. practising / practicing
    Can’t be practising: Die Handlung wird in dieser Situation ausgeschlossen.

Selbst schreiben und überarbeiten

Schreibe drei Aussagen über erfundene Situationen: eine mit must, eine mit might und eine mit can’t. Ergänze jeweils einen Hinweis oder erkläre, warum du unsicher bist.

Du kannst hier oder auf Papier schreiben. Dieses Feld wird nicht automatisch bewertet oder gespeichert. Kopiere deinen Text vor dem Verlassen der Seite.

Mein Überarbeitungscheck
Eine mögliche Lösung und Rückmeldung ansehen

I can hear Mia’s voice inside. She must be at home.

I don’t know where the key is. It might be in my bag.

That can’t be Leo. Leo is standing next to me.

Die Hinweise bzw. die Unsicherheit machen die gewählte Einschätzung nachvollziehbar.

Für den Unterricht: Hinweis und Behauptung trennen

Einstieg: Einen neutralen Hinweis nennen, etwa ein Fahrrad vor einem Haus. Verschiedene mögliche Erklärungen sammeln.

Partnerphase: Zusätzliche Hinweise geben und die Formulierung mit might, must oder can’t begründen lassen.

Sicherung: Einen must-Satz als Regel und einen must-Satz als Vermutung gegenüberstellen. Die jeweilige Bedeutung auf Deutsch erklären.

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Fachlicher Hintergrund und weitere Übungen: British Council: Deductions about the present. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt.

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