Du hältst es für sehr wahrscheinlich
Mia muss wohl zu Hause sein.
Deine Hinweise sprechen aus deiner Sicht deutlich dafür.
Englisch · Modalverben · etwa Klasse 8–10
Muss wohl so sein – oder kann nicht sein? Lerne, wie du aus Hinweisen eine Schlussfolgerung ziehst und sie passend vorsichtig oder sicher formulierst.
Du siehst Mias Fahrrad vor ihrem Haus und hörst ihre Stimme von drinnen. Du schließt daraus: Mia must be at home. – Mia muss wohl zu Hause sein. Du formulierst eine starke Schlussfolgerung aus Hinweisen.
Mia muss wohl zu Hause sein.
Deine Hinweise sprechen aus deiner Sicht deutlich dafür.
Mia kann nicht zu Hause sein.
In einer anderen Situation steht Mia gerade neben dir in der Schule. Du schließt aus, dass sie gleichzeitig zu Hause ist.
| Form | Gemeinte Einschätzung | Beispiel |
|---|---|---|
| must + Grundform | Ich bin aufgrund der Hinweise sehr sicher, dass es so ist. | The key must be in this bag. |
| may/might/could + Grundform | Es ist eine Möglichkeit; ich bin nicht sicher. | The key might be in this bag. |
| can’t + Grundform | Ich halte es aufgrund der Hinweise für ausgeschlossen. | The key can’t be in this bag. |
Die Grundform steht ohne to. Auch bei he/she/it kommt kein -s an das Modalverb oder an das folgende Verb: She must know the answer. Nicht she must knows oder she must to know.
Bei einem Zustand brauchst du oft be: He must be tired. – Er muss wohl müde sein. This can’t be the right room. – Das kann nicht der richtige Raum sein. Must und can’t allein ersetzen das be nicht.
Must zeigt, wie sicher die sprechende Person ist. Die Schlussfolgerung kann trotzdem falsch sein. Ein Fahrrad vor einem Haus allein beweist beispielsweise nicht, dass seine Besitzerin zu Hause ist.
Je schwächer deine Hinweise, desto vorsichtiger sollte die Aussage sein: Her bike is outside. She might be at home. – Ihr Fahrrad steht draußen. Vielleicht ist sie zu Hause.
Wenn mehrere Hinweise für dich deutlich in dieselbe Richtung zeigen, kannst du must verwenden: I can hear Mia’s voice inside. She must be at home. – Ich höre Mias Stimme drinnen. Sie muss wohl zu Hause sein.
| Satz | Situation | Bedeutung |
|---|---|---|
| You must be tired after that long walk. | Jemand wirkt erschöpft. | Du bist nach dem langen Spaziergang bestimmt müde. |
| You must wear a helmet in this activity. | Eine Regel für die Aktivität wird erklärt. | Du musst bei dieser Aktivität einen Helm tragen. |
| You mustn’t use your phone during the test. | Eine Prüfungsregel verbietet das Handy. | Du darfst dein Handy im Test nicht benutzen. |
| That can’t be your phone. Yours is blue. | Ein Gegenstand wird anhand eines Hinweises ausgeschlossen. | Das kann nicht dein Handy sein. Deines ist blau. |
Für die hier geübte starke negative Schlussfolgerung verwendest du can’t. Mustn’t ist in typischen Schulregeln ein Verbot und deshalb nicht einfach die passende Verneinung zu jedem must-Satz.
Auch can’t hat mehrere Funktionen: I can’t swim. beschreibt fehlende Fähigkeit. That can’t be Leo. drückt hier eine Schlussfolgerung aus. Entscheidend bleibt der Zusammenhang.
Wenn du vermutest, dass eine Handlung gerade abläuft, verwendest du Modalverb + be + -ing-Form:
Sie müssen wohl gerade im Musikraum üben. Du hörst zum Beispiel ihre Instrumente hinter der Tür.
Die vorsichtige Version lautet They might be practising. – Vielleicht üben sie gerade. Die ausschließende Version: They can’t be practising in the music room. – Sie können nicht gerade im Musikraum üben. Dafür könntest du als Hinweis nennen, dass der Raum leer ist und die Gruppe neben dir steht.
Bei Zustandsverben ist meist die einfache Grundform passend: She must know him. – Sie muss ihn wohl kennen. Nicht jedes Verb braucht eine Verlaufsform, nur weil es um jetzt geht.
Beurteile keine Person vorschnell: Ein einzelner fehlender Gegenstand beweist nicht, wer ihn genommen hat. Die Sprache sollte so vorsichtig sein wie deine tatsächliche Wissensgrundlage.
Jede Einstellung enthält eine eigene Situation. Lies die Hinweise und prüfe, ob die gewählte Form dazu passt.
Mia muss wohl zu Hause sein.
Szenario: Du hörst ihre Stimme im Haus und siehst ihr Fahrrad. Du hältst die Schlussfolgerung für sehr sicher, hast sie aber noch nicht selbst gesehen.
Schreibe drei Aussagen über erfundene Situationen: eine mit must, eine mit might und eine mit can’t. Ergänze jeweils einen Hinweis oder erkläre, warum du unsicher bist.
I can hear Mia’s voice inside. She must be at home.
I don’t know where the key is. It might be in my bag.
That can’t be Leo. Leo is standing next to me.
Die Hinweise bzw. die Unsicherheit machen die gewählte Einschätzung nachvollziehbar.
Einstieg: Einen neutralen Hinweis nennen, etwa ein Fahrrad vor einem Haus. Verschiedene mögliche Erklärungen sammeln.
Partnerphase: Zusätzliche Hinweise geben und die Formulierung mit might, must oder can’t begründen lassen.
Sicherung: Einen must-Satz als Regel und einen must-Satz als Vermutung gegenüberstellen. Die jeweilige Bedeutung auf Deutsch erklären.
Fachlicher Hintergrund und weitere Übungen: British Council: Deductions about the present. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt.