1 · Welche Bedingung liefert P(2 | 5) auf dem Graphen?
Lösung und Rechenweg ansehen
f(2) = 5.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 45–60 Minuten
Du übersetzt Grapheneigenschaften in Gleichungen, bestimmst die ganze Funktion und prüfst alle Bedingungen.
Ableitungen, lineare Gleichungssysteme und Kurvendiskussion.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Terme mit x und Potenzen wie x^3. Mehrere Werte mit Semikolon trennen und die verlangte Reihenfolge beachten. Punkte als x | y. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Vom Graphenmerkmal zur Gleichung
P(1 | 2) auf dem Graphen → f(1) = 2
Waagerechte Tangente bei x = 1 → f′(1) = 0
Jede Angabe liefert eine Bedingung für die unbekannten Koeffizienten.
Bei einer Steckbriefaufgabe kennst du Eigenschaften des Graphen und suchst die Funktion. Häufig ist eine ganzrationale Funktion vorgegeben. Der Grad bestimmt den allgemeinen Ansatz:
Grad 2: f(x) = ax² + bx + c
Grad 3: f(x) = ax³ + bx² + cx + d
Eine Funktion höchstens dritten Grades besitzt vier Koeffizienten. Für eine eindeutige Bestimmung brauchst du genügend unabhängige und miteinander verträgliche Bedingungen. Soll sie genau dritten Grades sein, muss am Ende a ungleich 0 gelten.
Vier Angaben garantieren nicht automatisch Eindeutigkeit: Manche sagen dasselbe aus, andere widersprechen sich. Entscheidend ist das entstehende Gleichungssystem.
| Angabe | Bedingung |
|---|---|
| P(u | v) liegt auf dem Graphen | f(u) = v |
| Nullstelle bei u | f(u) = 0 |
| Steigung m an der Stelle u | f′(u) = m |
| Waagerechte Tangente bei u | f′(u) = 0 |
| Extrempunkt E(u | v) | f(u) = v und f′(u) = 0; Art anschließend prüfen |
| Wendepunkt W(u | v) | f(u) = v und f″(u) = 0; Krümmungswechsel anschließend prüfen |
Ein Punkt liefert eine Funktionswertbedingung. Ein benannter Extrem- oder Wendepunkt enthält zusätzlich eine Ableitungsbedingung. Nutze dabei immer die x-Koordinate als Einsetzstelle.
f′(u) = 0 allein beweist keinen Extrempunkt. Auch f″(u) = 0 allein beweist keinen Wendepunkt. Diese Gleichungen liefern zunächst notwendige Bedingungen für die hier betrachteten Polynome.
Gesucht ist eine quadratische Funktion durch P(0 | 1) und Q(2 | 5), deren Tangente bei x = 0 die Steigung −2 hat. Setze an:
Beispiel · Schritt für Schritt
Gesucht: Funktion 2. Grades
P(0 | 1), Q(2 | 5) · f′(0) = −2
P(0 | 1) legt den konstanten Term fest.
Die Tangentensteigung wird in die erste Ableitung eingesetzt.
Setze x = 2 und den Funktionswert 5 ein.
Verwende b = −2 und c = 1.
Addiere 3 und teile dann durch 4.
a = 2 ist ungleich 0. Der geforderte Grad 2 ist erfüllt.
Kontrolle: f(0) = 1, f(2) = 8 − 4 + 1 = 5 und f′(0) = −2. Alle drei Bedingungen stimmen.
Gesucht ist eine Funktion dritten Grades mit Hochpunkt H(0 | 2) und Tiefpunkt T(2 | −2). Setze f(x) = ax³ + bx² + cx + d und f′(x) = 3ax² + 2bx + c an.
Beispiel · Schritt für Schritt
Gesucht: Funktion 3. Grades
Hochpunkt H(0 | 2) · Tiefpunkt T(2 | −2)
Der Punkt H(0 | 2) liefert Funktionswert und waagerechte Tangente.
T(2 | −2) bedeutet f(2) = −2 und f′(2) = 0.
Setze c = 0 und d = 2 ein. Es bleiben zwei Gleichungen für a und b.
Subtrahiere Gleichung I von Gleichung II und teile durch 4.
Setze a = 1 in Gleichung II ein, subtrahiere 12 und teile durch 4.
a = 1, b = −3, c = 0 und d = 2.
Die Funktion hat tatsächlich Grad 3. Jetzt müssen noch Hoch- und Tiefpunkt bestätigt werden.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 3x² + 2
Vorgaben: H(0 | 2) und T(2 | −2)
Beide vorgegebenen Punkte liegen auf dem Graphen.
Die notwendige Extremstellenbedingung gilt an beiden Stellen.
Zusammen mit f′(0) = 0 weist die negative zweite Ableitung den Hochpunkt H(0 | 2) nach.
Zusammen mit f′(2) = 0 weist die positive zweite Ableitung den Tiefpunkt T(2 | −2) nach. Alle geforderten Eigenschaften sind erfüllt.
Zusätzliche Kontrolle des Verlaufs: Bestimme den Wendepunkt. Diese Eigenschaft wurde für die ursprüngliche Aufgabe nicht benötigt.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = x³ − 3x² + 2
Löse die Gleichung für die zweite Ableitung.
Bei diesem Polynom ist der Test mit der dritten Ableitung anwendbar.
Setze die bestätigte Wendestelle in f ein.
Der Krümmungswechsel liegt bei x = 1.
Ist t(x) = mx + n die Tangente an f an der Stelle x = u, entstehen zwei Bedingungen:
f(u) = mu + n
f′(u) = m
Beispiel: Die Tangente bei x = 1 lautet y = 3x − 2.
Beispiel · Schritt für Schritt
Tangente: y = 3x − 2
Berührstelle: x = 1
Setze die Berührstelle x = 1 in die Tangentengleichung ein.
Tangente und Funktionsgraph haben am Berührpunkt denselben Wert.
Die Steigung der Tangente ist 3. Die Zahl −2 ist ihr y-Achsenabschnitt, nicht automatisch f(0).
Wenn eine Gerade nur irgendwo Tangente sein soll und keine Berührstelle gegeben ist, wird die Berührstelle selbst zu einer weiteren Unbekannten.
Ist eine ganzrationale Funktion zur y-Achse symmetrisch, enthält sie nur gerade Potenzen. Eine gerade Funktion höchstens vierten Grades hat deshalb den Ansatz f(x) = ax⁴ + bx² + c.
Bei Punktsymmetrie zum Ursprung enthält sie nur ungerade Potenzen. Für höchstens dritten Grad genügt f(x) = ax³ + bx. Dadurch brauchst du weniger unbekannte Koeffizienten zu bestimmen.
Diese Regeln gelten für die genannten Symmetriezentren beziehungsweise Achsen. Eine Symmetrie zu einem verschobenen Punkt oder zu x = 2 erfordert einen entsprechend verschobenen Ansatz.
Ein Wendepunkt W(u | v) liefert f(u) = v und f″(u) = 0. Die Steigung f′(u) muss dort nicht 0 sein.
Nur wenn ein stationärer Wendepunkt oder eine waagerechte Wendetangente gefordert ist, kommt f′(u) = 0 hinzu. Anschließend prüfst du den Krümmungswechsel, zum Beispiel über f‴(u) ungleich 0 als hinreichendes Kriterium.
Das unnötige Hinzufügen von f′(u) = 0 bei einem gewöhnlichen Wendepunkt kann aus einer lösbaren Aufgabe ein widersprüchliches Gleichungssystem machen.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. Gib anschließend den vollständigen Term oder die gefragten Werte ein. Prüfe auch Bedingungen, Einheiten und Sonderfälle.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
f(2) = 5.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
Tangente: y = 3x − 2 bei x = 1
Setze x = 1 in die Tangente ein.
Der Funktionsgraph geht durch denselben Punkt.
Die Tangentensteigung ist die Ableitung an der Berührstelle.
Lösung · Schritt für Schritt
Gesucht: Parabel durch P(0 | 1) und Q(2 | 5)
Steigung bei x = 0: −2
Gesucht ist eine Parabel.
Punkt und Steigung bei 0 legen c und b fest.
Verwende die schon bestimmten Werte.
Addiere 3 und teile durch 4.
Die Funktion hat Grad 2 und erfüllt alle Angaben.
Probe: f(0) = 1, f(2) = 5 und f′(0) = −2.
Auch ein Tiefpunkt oder ein stationärer Wendepunkt kann diese Bedingung erfüllen. Die Art muss zusätzlich geprüft werden.
Erklärung wiederholen →f(x) = ax⁴ + bx² + c.
Erklärung wiederholen →Nein. Das gilt nur bei einer waagerechten Wendetangente.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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11. Klasse · 12. Klasse · 13. Klasse
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Mit Extremwertaufgaben weiterlernen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Bei einem Polynom höchstens n-ten Grades gibt es n + 1 Koeffizienten. Für eine eindeutige Lösung brauchst du entsprechend viele unabhängige, verträgliche Gleichungen.
Entweder wurden Angaben falsch übersetzt oder es existiert im gewählten Ansatz keine Funktion, die alle Bedingungen erfüllt.
Nein. Nach dem Lösen musst du die geforderten Eigenschaften und gegebenenfalls den exakten Grad kontrollieren.
Die quadratische Funktion hat drei unbekannte Koeffizienten.