1 · Welche Bedingung liefert P(2 | 5) auf dem Graphen?
Lösung und Rechenweg ansehen
f(2) = 5.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · Grundlagen und Wiederholung
Bestimme einen Funktionsterm aus Punkten, Steigungen und besonderen Stellen. Übersetze die Angaben in Gleichungen, löse das Koeffizientensystem und kontrolliere die geforderten Eigenschaften.
Vom Graphenmerkmal zur Gleichung
P(1 | 2) auf dem Graphen → f(1) = 2
Waagerechte Tangente bei x = 1 → f′(1) = 0
Jede Angabe liefert eine Bedingung für die unbekannten Koeffizienten.
Lernschritt 1
Bei einer Steckbriefaufgabe kennst du Eigenschaften des Graphen und suchst die Funktion. Häufig ist eine ganzrationale Funktion vorgegeben. Der Grad bestimmt den allgemeinen Ansatz:
Grad 2: f(x) = ax² + bx + c
Grad 3: f(x) = ax³ + bx² + cx + d
Eine Funktion höchstens dritten Grades besitzt vier Koeffizienten. Für eine eindeutige Bestimmung brauchst du genügend unabhängige und miteinander verträgliche Bedingungen. Soll sie genau dritten Grades sein, muss am Ende a ungleich 0 gelten.
Vier Angaben garantieren nicht automatisch Eindeutigkeit: Manche sagen dasselbe aus, andere widersprechen sich. Entscheidend ist das entstehende Gleichungssystem.
Lernschritt 2
| Angabe | Bedingung |
|---|---|
| P(u | v) liegt auf dem Graphen | f(u) = v |
| Nullstelle bei u | f(u) = 0 |
| Steigung m an der Stelle u | f′(u) = m |
| Waagerechte Tangente bei u | f′(u) = 0 |
| Extrempunkt E(u | v) | f(u) = v und f′(u) = 0; Art anschließend prüfen |
| Wendepunkt W(u | v) | f(u) = v und f″(u) = 0; Krümmungswechsel anschließend prüfen |
Ein Punkt liefert eine Funktionswertbedingung. Ein benannter Extrem- oder Wendepunkt enthält zusätzlich eine Ableitungsbedingung. Nutze dabei immer die x-Koordinate als Einsetzstelle.
f′(u) = 0 allein beweist keinen Extrempunkt. Auch f″(u) = 0 allein beweist keinen Wendepunkt. Diese Gleichungen liefern zunächst notwendige Bedingungen für die hier betrachteten Polynome.
Lernschritt 3
Gesucht ist eine quadratische Funktion durch P(0 | 1) und Q(2 | 5), deren Tangente bei x = 0 die Steigung −2 hat. Setze an:
f(x) = ax² + bx + c, f′(x) = 2ax + b
Übersetze die Angaben:
f(0) = 1 → c = 1
f′(0) = −2 → b = −2
f(2) = 5 → 4a + 2b + c = 5
Mit b = −2 und c = 1 folgt 4a − 4 + 1 = 5, also a = 2. Die Funktion lautet:
f(x) = 2x² − 2x + 1
Kontrolle: f(0) = 1, f(2) = 5 und f′(0) = −2. Alle drei Bedingungen stimmen.
Lernschritt 4
Gesucht ist eine Funktion dritten Grades mit Hochpunkt H(0 | 2) und Tiefpunkt T(2 | −2). Setze f(x) = ax³ + bx² + cx + d und f′(x) = 3ax² + 2bx + c an.
Die vier Bedingungen ergeben:
f(0) = 2 → d = 2
f′(0) = 0 → c = 0
f(2) = −2 → 8a + 4b + 2c + d = −2
f′(2) = 0 → 12a + 4b + c = 0
Nach Einsetzen von c und d bleiben 8a + 4b = −4 und 12a + 4b = 0. Subtrahiere: 4a = 4, also a = 1. Danach folgt b = −3.
f(x) = x³ − 3x² + 2
Die Funktion hat tatsächlich Grad 3. Jetzt müssen noch Hoch- und Tiefpunkt bestätigt werden.
Lernschritt 5
Für die gefundene Funktion ist f″(x) = 6x − 6. Es gilt f″(0) = −6 < 0 und f″(2) = 6 > 0. Damit ist H tatsächlich ein Hochpunkt und T ein Tiefpunkt.
Die Punktproben liefern f(0) = 2 und f(2) = −2. Die erste Ableitung ist an beiden Stellen 0. Somit erfüllt die Funktion alle geforderten Eigenschaften.
Der Wendepunkt liegt zusätzlich bei x = 1. Mit f(1) = 0 und f‴(1) = 6 ungleich 0 ergibt sich W(1 | 0). Diese zusätzliche Eigenschaft wurde nicht benötigt, ist aber eine hilfreiche Kontrolle des Verlaufs.
Lernschritt 6
Ist t(x) = mx + n die Tangente an f an der Stelle x = u, entstehen zwei Bedingungen:
f(u) = mu + n
f′(u) = m
Beispiel: Die Tangente bei x = 1 lautet y = 3x − 2. Dann muss f(1) = 1 und f′(1) = 3 gelten. Die Zahl −2 ist der y-Achsenabschnitt der Tangente, nicht automatisch f(0).
Wenn eine Gerade nur irgendwo Tangente sein soll und keine Berührstelle gegeben ist, wird die Berührstelle selbst zu einer weiteren Unbekannten.
Lernschritt 7
Ist eine ganzrationale Funktion zur y-Achse symmetrisch, enthält sie nur gerade Potenzen. Eine gerade Funktion höchstens vierten Grades hat deshalb den Ansatz f(x) = ax⁴ + bx² + c.
Bei Punktsymmetrie zum Ursprung enthält sie nur ungerade Potenzen. Für höchstens dritten Grad genügt f(x) = ax³ + bx. Dadurch brauchst du weniger unbekannte Koeffizienten zu bestimmen.
Diese Regeln gelten für die genannten Symmetriezentren beziehungsweise Achsen. Eine Symmetrie zu einem verschobenen Punkt oder zu x = 2 erfordert einen entsprechend verschobenen Ansatz.
Lernschritt 8
Ein Wendepunkt W(u | v) liefert f(u) = v und f″(u) = 0. Die Steigung f′(u) muss dort nicht 0 sein.
Nur wenn ein stationärer Wendepunkt oder eine waagerechte Wendetangente gefordert ist, kommt f′(u) = 0 hinzu. Anschließend prüfst du den Krümmungswechsel, zum Beispiel über f‴(u) ungleich 0 als hinreichendes Kriterium.
Das unnötige Hinzufügen von f′(u) = 0 bei einem gewöhnlichen Wendepunkt kann aus einer lösbaren Aufgabe ein widersprüchliches Gleichungssystem machen.
Lernschritt 9
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
f(2) = 5.
Erklärung wiederholen →f(1) = 1 und f′(1) = 3.
Erklärung wiederholen →f(x) = 2x² − 2x + 1.
Erklärung wiederholen →Auch ein Tiefpunkt oder ein stationärer Wendepunkt kann diese Bedingung erfüllen. Die Art muss zusätzlich geprüft werden.
Erklärung wiederholen →f(x) = ax⁴ + bx² + c.
Erklärung wiederholen →Nein. Das gilt nur bei einer waagerechten Wendetangente.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Spickzettel ansehen – Preis und Details →Bei einem Polynom höchstens n-ten Grades gibt es n + 1 Koeffizienten. Für eine eindeutige Lösung brauchst du entsprechend viele unabhängige, verträgliche Gleichungen.
Entweder wurden Angaben falsch übersetzt oder es existiert im gewählten Ansatz keine Funktion, die alle Bedingungen erfüllt.
Nein. Nach dem Lösen musst du die geforderten Eigenschaften und gegebenenfalls den exakten Grad kontrollieren.