1 · Nenne eine Stammfunktion von 4x³.
Lösung und Rechenweg ansehen
F(x) = x⁴. Durch Ableiten erhältst du wieder 4x³.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 40–55 Minuten
Du bildest Stammfunktionen, kontrollierst sie durch Ableiten und bestimmst Konstanten mit einer Anfangsbedingung.
Ableitungsregeln, Potenzen und einfache Gleichungen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche exakt mit /. Gib bei Zahlenaufgaben nur den Zahlenwert ein; die Einheit steht am Eingabefeld. Entscheidungen: ja oder nein. Terme mit x, Potenzen wie x^3 und der freien Konstante C eingeben. Ob + C dazugehört, steht in der Aufgabe.
02 · Verstehen
Ableiten rückwärts denken
F(x) = x³ → F′(x) = 3x²
Wenn f(x) = 3x² gegeben ist, ist F(x) = x³ eine Stammfunktion. Auch x³ + 5 und x³ − 2 haben dieselbe Ableitung.
Eine Funktion F heißt auf einem Intervall Stammfunktion von f, wenn F an jeder Stelle dieses Intervalls die Ableitung f besitzt:
Die Regel
F′(x) = f(x)
Die kleine Funktion f ist also gegeben; die große Funktion F wird gesucht. Für f(x) = 2x ist F(x) = x² eine Möglichkeit, denn (x²)′ = 2x.
Die sicherste Kontrolle lautet: Leite deine gefundene Stammfunktion wieder ab. Wenn dabei die ursprüngliche Funktion herauskommt, stimmt die Rechnung auf dem betrachteten Intervall.
Beim Ableiten verschwindet jede additive Konstante. Deshalb haben x², x² + 1 und x² − 1 dieselbe Ableitung 2x.
Verschiebe die Stammfunktion von f(x) = 2x nach oben oder unten. Beobachte den Punkt bei x = 1 und die Richtung seiner Tangente.
F(x) = x² + 0. F(1) = 1. Die Tangentensteigung bei x = 1 bleibt F′(1) = 2. Für alle C gilt F′(x) = 2x.
Erst vermuten, dann ausprobieren: Vergleiche C = −2 und C = 2. Was verändert sich am Funktionswert F(1), was bleibt an F′(1) gleich? Begründe ohne Ablesen.
F(1) verändert sich von −1 auf 3. Die Steigung bleibt 2: Beim Ableiten von x² + C fällt die Konstante C weg. Auch an jeder anderen festen x-Stelle bleibt die Steigung unverändert. Die möglichen Tangenten sind parallel.
Auf einem zusammenhängenden Intervall unterscheiden sich zwei Stammfunktionen derselben Funktion nur durch eine Konstante. Die ganze Familie wird daher als F(x) + C geschrieben, wobei C eine beliebige reelle Zahl ist.
C ist kein zusätzlicher Faktor vor der Funktion, sondern eine additive Konstante. Ohne weitere Bedingung kann ihr Wert nicht eindeutig bestimmt werden.
Die Regel
∫ f(x) dx = F(x) + C
Das Integralzeichen ∫ steht hier für das Bestimmen der Stammfunktionen. f(x) ist der Integrand, und dx zeigt die Integrationsvariable x an. Anders als bei einem bestimmten Integral stehen am Integralzeichen keine untere und obere Grenze.
Das Ergebnis ist eine Familie von Funktionen. Wenn nur eine Stammfunktion verlangt ist, darfst du eine Konstante wählen, zum Beispiel C = 0. Wird die allgemeine Stammfunktion oder das unbestimmte Integral gesucht, schreibst du + C dazu.
Erhöhe den Exponenten um 1 und teile durch diesen neuen Exponenten:
Die Regel
∫ xn dx = + C, n ≠ −1
Für nichtnegative ganze n funktioniert die Regel auf ganz ℝ. Bei anderen reellen Exponenten verwenden wir sie zunächst auf x > 0; negative ganze Exponenten lassen sich auch auf negativen Intervallen ohne 0 behandeln.
Beispiel · Schritt für Schritt
∫ x³ dx
Die neue Potenz ist x⁴. Teile durch den neuen Exponenten 4.
C ist eine beliebige reelle Konstante.
Der Faktor 4 aus der Ableitung kürzt den Nenner; C fällt weg. Die Ausgangsfunktion entsteht.
Für f(x) = 1 ist eine Stammfunktion F(x) = x, denn x′ = 1.
Die Regel
∫ 5 dx = 5x + C
Eine konstante Funktion wird beim Integrieren also nicht null. Das wäre die Ableitung der Konstante.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = 6x² − 4x + 3
Konstante Faktoren darfst du beibehalten, Summanden einzeln integrieren. Beispiel:
Integriere die Summanden einzeln und behalte konstante Faktoren bei.
Erhöhe jeden Exponenten um 1 und teile durch den neuen Exponenten. Die Konstante 3 wird zu 3x.
6 : 3 = 2 und −4 : 2 = −2. Eine gemeinsame Integrationskonstante C genügt.
Aus 2x³ wird 6x², aus −2x² wird −4x und aus 3x wird 3. C fällt weg.
Für Produkte oder Quotienten gibt es dagegen keine allgemeine Regel „beide Teile getrennt integrieren“. Versuche zunächst zu vereinfachen. Beispielsweise wird x · x² zu x³; dann genügt die Potenzregel.
| Integrand f(x) | Eine Stammfunktion F(x) | Gültigkeit |
|---|---|---|
| eˣ | eˣ | Alle reellen x |
| cos(x) | sin(x) | Bogenmaß |
| sin(x) | −cos(x) | Bogenmaß |
| ln|x| | Auf einem Intervall ohne 0 |
Der Exponent −1 ist die Ausnahme von der Potenzregel: n + 1 wäre null. Deshalb hat eine logarithmische Stammfunktion. Für x > 0 ist das ln(x); auf negativen Intervallen ln(−x).
Da der Definitionsbereich von durch 0 in zwei Teile getrennt ist, können auf den beiden Intervallen unterschiedliche Integrationskonstanten gelten. Über 0 hinweg ist die Funktion nicht definiert.
Beispiel · Schritt für Schritt
∫ (3x + 1)³ dx
Beim Ableiten von (3x + 1)⁴ entsteht durch die Kettenregel ein zusätzlicher Faktor 3. Beim Integrieren musst du diesen Faktor ausgleichen:
Die innere Ableitung ist konstant. Beim Ableiten einer Potenz von u entsteht der zusätzliche Faktor 3.
Die äußere Potenz erhöht sich von 3 auf 4: Teile durch 4. Gleiche zusätzlich die innere Ableitung durch Teilen durch 3 aus.
Beide Faktoren ergeben den Nenner 12.
Potenzregel und Kettenregel liefern die Faktoren 4 und 3. Zusammen kürzen sie den Nenner 12.
Beispiel · Schritt für Schritt
∫ e2x dx
Weiteres Beispiel mit linearer innerer Funktion:
Gesucht ist das unbestimmte Integral von e2x.
Die Exponentialfunktion bleibt erhalten. Teile durch die konstante innere Ableitung 2.
Die Kettenregel gleicht den Nenner 2 aus; C fällt weg.
Das einfache Teilen durch die innere Steigung funktioniert hier, weil die innere Ableitung konstant ist. Bei nichtlinearen inneren Funktionen darfst du dieses Muster nicht ungeprüft übertragen. Dafür lernst du später die Substitution.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = 2x
Gesucht: F mit F(1) = 4
Gesucht ist eine Stammfunktion von f(x) = 2x, die durch P(1 | 4) verläuft.
Die Ableitung von x² + C ist 2x.
Die Bedingung P(1 | 4) bedeutet F(1) = 4.
Subtrahiere 1 auf beiden Seiten.
Setze C = 3 ein. Zur Kontrolle: F′(x) = 2x und F(1) = 4.
Die Ableitung bestimmt die Form der Stammfunktion. Der zusätzliche Punkt legt die Verschiebung nach oben oder unten fest. In Sachaufgaben ist das oft ein Anfangsbestand.
Wenn du eine Stammfunktion gefunden hast, kannst du bei stetigen Integranden ein bestimmtes Integral über das Einsetzen zweier Grenzen berechnen:
Die Regel
f(x) dx = F(b) − F(a)
Beim unbestimmten Integral suchst du Funktionen; beim bestimmten Integral mit festen Grenzen entsteht eine Zahl. Die Konstante C hebt sich in der Differenz auf.
Ob dieser Zahlenwert zugleich ein geometrischer Flächeninhalt ist, hängt vom Vorzeichen der Funktion ab. Die Flächenseite erklärt diesen Unterschied an Beispielen oberhalb und unterhalb der x-Achse.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne zuerst auf Papier. Achte darauf, ob eine Funktion, ein Integralwert, ein Flächeninhalt oder ein Mittelwert gesucht ist.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
F(x) = x⁴. Durch Ableiten erhältst du wieder 4x³.
Erklärung wiederholen →3x + C. Die Ableitung von 3x ist 3.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
∫ (6x² − 4x) dx
Behalte die Faktoren 6 und −4 bei und integriere die Potenzen einzeln.
Erhöhe jeden Exponenten um 1 und teile durch den neuen Exponenten.
Fasse die Zahlenfaktoren zusammen. Die freie Konstante gehört zum unbestimmten Integral.
Beim Ableiten entsteht der ursprüngliche Integrand; C fällt weg.
Der Exponent ist −1, sodass n + 1 = 0 wäre. Eine Stammfunktion auf einem Intervall ohne 0 ist ln|x|.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
F′(x) = 2x; F(0) = 5
Alle Stammfunktionen von 2x haben diese Form.
Der vorgegebene Funktionswert legt die Konstante fest.
0² = 0.
Die Funktion erfüllt F′(x) = 2x und F(0) = 5.
Lösung · Schritt für Schritt
∫ e3x dx
Die innere Funktion ist linear und hat die konstante Ableitung 3.
Teile durch die innere Ableitung und ergänze C.
Beim Ableiten gleicht der Faktor 3 aus der Kettenregel den Nenner aus.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Mit bestimmten Integralen weiterlernen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Wenn alle Stammfunktionen oder das unbestimmte Integral gesucht sind, ja. Für eine einzelne Stammfunktion darfst du eine konkrete Konstante wählen.
Leite sie ab und vergleiche mit dem ursprünglichen Integranden auf dem betrachteten Definitionsintervall.
Nein. Für viele Integranden brauchst du weitere Methoden; manche Stammfunktionen lassen sich nicht durch die üblichen elementaren Funktionen ausdrücken.
Gesucht sind alle Stammfunktionen.