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Sammellinsen

Wie erzeugt eine Linse ein scharfes Bild? Konstruiere Lichtwege, vergleiche verschiedene Gegenstandsweiten und berechne Bildweite und Bildgröße. Auch der vergrößerte Blick durch eine Lupe wird verständlich.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Finde heraus, was du schon kannst

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

Nur die Zahl in cm eingeben.

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Lösungen mit Erklärungen
  1. 7,5 – b = 5 · 15/(15 − 5) = 7,5 cm.
  2. 3 – |B| = 6 · 15/30 = 3 cm. Das Bild ist umgekehrt.
  3. -10 – b = 10 · 5/(5 − 10) = −10 cm. Das Bild ist virtuell auf der Gegenstandsseite.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Lernschritt 1

Was macht eine Sammellinse?

Eine Sammellinse lenkt achsenparallel einfallende Lichtstrahlen in Richtung eines gemeinsamen Brennpunkts. Eine typische Glaslinse in Luft ist dafür in der Mitte dicker als am Rand. Die Wirkung entsteht durch Brechung an ihren beiden Oberflächen.

Wir verwenden das Modell einer dünnen Linse: Ihre Dicke wird gegenüber den übrigen Abständen vernachlässigt. Die Richtungsänderung zeichnen wir an einer einzigen Linsenebene. Das ist eine vereinfachte Darstellung der Brechung an zwei Flächen.

Die Regeln gelten näherungsweise für achsennahe Strahlen und kleine Winkel. Reale Linsen können Unschärfen, Farbfehler und weitere Abbildungsfehler zeigen. Eine maßstäbliche Schulzeichnung erklärt zunächst die ideale Bildlage.

Lernschritt 2

Brennpunkt und die fünf wichtigen Größen

Die optische Achse verläuft durch die Linsenmitte. Auf ihr liegen die beiden Brennpunkte: Bei Beleuchtung von links sammeln sich achsenparallele Strahlen im rechten Brennpunkt; bei Beleuchtung von rechts entsprechend im linken.

Die Brennweite f ist die Entfernung zwischen Linsenebene und Brennpunkt. In unseren Rechnungen ist sie für die Sammellinse positiv. g bezeichnet die Gegenstandsweite, b die Bildweite, G die Gegenstandshöhe und B die Bildhöhe.

Alle Weiten werden von der Linse aus gemessen. Der Abstand zwischen Gegenstand und Schirm ist bei einem reellen Bild g + b, nicht allein b. Brennweite und Bildweite sind verschiedene Größen: Ein naher Gegenstand wird im Allgemeinen nicht genau in der Brennebene abgebildet.

Lernschritt 3

Mit zwei Hauptstrahlen ein Bild konstruieren

So entsteht der reelle Bildpunkt

  1. Grundgerüst zeichnen

    Zeichne Achse, Linsenebene und Brennpunkte im Abstand f. Stelle den Gegenstand als Pfeil vor die Linse.

  2. Parallelstrahl verfolgen

    Von der Gegenstandsspitze parallel zur Achse bis zur Linse zeichnen; dahinter durch den bildseitigen Brennpunkt.

  3. Mittelpunktstrahl ergänzen

    Von derselben Spitze durch die Linsenmitte zeichnen. Im Modell der dünnen Linse läuft dieser Strahl gerade weiter.

  4. Schnittpunkt als Bildspitze markieren

    Bei g > f treffen sich die Strahlen hinter der Linse. Ergänze den Bildpfeil von der Achse zum Schnittpunkt und prüfe Lage, Größe und Orientierung.

Ein dritter Hauptstrahl kann als Kontrolle dienen: Ein Strahl durch den gegenstandsseitigen Brennpunkt wird hinter der Linse achsenparallel. Zwei korrekt gezeichnete Strahlen reichen zur Bestimmung eines Bildpunkts.

Alle verwendeten Strahlen müssen vom selben Gegenstandspunkt ausgehen. Die Linse vereinigt nicht sämtliche Strahlen des gesamten Gegenstands in einem einzigen Punkt. Verschiedene Punkte erzeugen verschiedene Bildpunkte.

Lernschritt 4

Ausprobieren: Den Gegenstand näher stellen

FFGB

g = 3f → b = 1,5f

Dunkel: Gegenstand G. Türkis: Bild B. Blau: Parallelstrahl; Orange: Mittelpunktstrahl. Beide starten an derselben Gegenstandsspitze.

Die echten Strahlen treffen sich hinter der Linse: Das Bild ist reell und umgekehrt.

Dünnlinsenmodell; gleiche Längenskala für Gegenstand, Bild und Brennweite. Die senkrechte Linie mit Pfeilspitzen ist das Linsensymbol, keine Oberfläche. F liegt jeweils im Abstand |f|.

FFGB

g = 1,5f → b = 3f

Dunkel: Gegenstand G. Türkis: Bild B. Blau: Parallelstrahl; Orange: Mittelpunktstrahl. Beide starten an derselben Gegenstandsspitze.

Die echten Strahlen treffen sich hinter der Linse: Das Bild ist reell und umgekehrt.

Dünnlinsenmodell; gleiche Längenskala für Gegenstand, Bild und Brennweite. Die senkrechte Linie mit Pfeilspitzen ist das Linsensymbol, keine Oberfläche. F liegt jeweils im Abstand |f|.

Außerhalb der doppelten Brennweite entsteht zwischen F und 2F auf der anderen Linsenseite ein verkleinertes, umgekehrtes, reelles Bild. Im ersten Bild beträgt g = 3f und b = 1,5f.

Wird der Gegenstand zwischen F und 2F gestellt, entsteht das reelle Bild jenseits von 2F. Es ist größer als der Gegenstand und weiterhin umgekehrt. Im zweiten Zustand gilt g = 1,5f und b = 3f.

Die Linse bleibt unverändert. Obwohl der Gegenstand näher rückt, entfernt sich das Bild. Ein feststehender Schirm müsste deshalb verschoben werden, um das neue Bild scharf aufzufangen.

Lernschritt 5

Die Bildfälle nach der Gegenstandsweite ordnen

  • g > 2f: reell, umgekehrt, verkleinert; f < b < 2f.
  • g = 2f: reell, umgekehrt, gleich groß; b = 2f.
  • f < g < 2f: reell, umgekehrt, vergrößert; b > 2f.
  • g = f: Die Strahlen eines Gegenstandspunkts verlassen die ideale Linse parallel. Es entsteht kein Bild in endlicher Entfernung.
  • 0 < g < f: virtuell, aufrecht und vergrößert auf der Gegenstandsseite.

Reell heißt, dass sich die Strahlen tatsächlich treffen und ein Schirm an diesem Ort ein Bild auffangen kann. Virtuell heißt, dass nur gedachte Rückverlängerungen einen Bildpunkt ergeben.

Lernschritt 6

Bildweite und Bildhöhe vollständig berechnen

Für eine dünne Linse gilt die Linsengleichung. f ist bei der Sammellinse positiv; g > 0 bezeichnet einen reellen Gegenstand. Alle Weiten werden von der Linse aus gemessen.

1/f = 1/g + 1/bb = fg/(g − f)

Beispiel · Schritt für Schritt

Bildweite und Bildhöhe bestimmen

Berechne auch, wo ein Schirm für ein scharfes Bild stehen muss.

f = 10 cm · g = 30 cm · G = 6 cm

Rechenweg: Bildweite und Bildhöhe bestimmen
Rechnung Erklärung zum Schritt
g = 30 cm > 2f = 20 cm
1Bildfall vorhersagen

Erwartet wird ein verkleinertes, umgekehrtes, reelles Bild zwischen F und 2F.

b = fg/(g − f)
= (10 · 30)/(30 − 10) cm = 15 cm
2Bildweite berechnen

Alle Längen dürfen hier in Zentimetern eingesetzt werden. Positives b bedeutet: Bild hinter der Linse.

m = −b/g = −15/30 = −0,5
B = mG = −0,5 · 6 cm = −3 cm
3Gerichtete Bildhöhe berechnen

Das Minuszeichen zeigt die umgekehrte Orientierung. Der Betrag der Bildhöhe ist 3 cm.

g + b = 30 cm + 15 cm = 45 cm
4Schirmposition zuordnen

Der Schirm steht 15 cm hinter der Linse, insgesamt 45 cm vom Gegenstand entfernt.

Ergebnis: Das reelle Bild liegt 15 cm hinter der Linse und ist umgekehrt sowie halb so hoch.
Die Linsengleichung addiert Kehrwerte, nicht Entfernungen. Bei g = f entsteht kein Bild in endlicher Entfernung; in b = fg/(g − f) wäre der Nenner null.

Lernschritt 7

Innerhalb der Brennweite: die Wirkung einer Lupe

FFGB

g = 0,5f → b = −f

Dunkel: Gegenstand G. Türkis: Bild B. Blau: Parallelstrahl; Orange: Mittelpunktstrahl. Beide starten an derselben Gegenstandsspitze.

Nur die gestrichelten Rückverlängerungen treffen sich vor der Linse: Das Bild ist virtuell und aufrecht.

Dünnlinsenmodell; gleiche Längenskala für Gegenstand, Bild und Brennweite. Die senkrechte Linie mit Pfeilspitzen ist das Linsensymbol, keine Oberfläche. F liegt jeweils im Abstand |f|.

Bei g < f laufen die austretenden Strahlen eines Gegenstandspunkts auseinander. Ihre gedachten Rückverlängerungen treffen sich auf der Gegenstandsseite. Du siehst beim Blick durch die Linse ein aufrechtes, vergrößertes virtuelles Bild.

Mit f = 10 cm und g = 5 cm ergibt sich b = −10 cm. Das Minuszeichen kennzeichnet die Bildlage auf der Gegenstandsseite. Für die gerichtete Vergrößerung gilt m = −b/g = +2: Das Bild ist aufrecht und doppelt so hoch.

Das ist das Grundprinzip einer Lupe. Die wahrgenommene Winkelvergrößerung hängt zusätzlich von Auge, Betrachtungsabstand und Einstellung ab. Sie ist nicht einfach in jeder Situation mit der berechneten Bildhöhenvergrößerung gleichzusetzen.

Die Lupe Schritt für Schritt berechnen

Beispiel · Schritt für Schritt

Gegenstand innerhalb der Brennweite

Deute Bildweite und Vergrößerung mit Vorzeichen.

f = 10 cm · g = 5 cm

Rechenweg: Gegenstand innerhalb der Brennweite
Rechnung Erklärung zum Schritt
b = (10 · 5)/(5 − 10) cm = −10 cm
1Bildweite bestimmen

Das negative b kennzeichnet ein virtuelles Bild auf der Gegenstandsseite.

m = −b/g = −(−10)/5 = +2
2Vergrößerung deuten

Positiv bedeutet aufrecht, der Betrag 2 bedeutet doppelte Bildhöhe.

Rückverlängerungen schneiden sich
3Mit der Zeichnung abgleichen

Die echten austretenden Strahlen laufen auseinander. Ein Schirm am virtuellen Bildort fängt dieses Bild nicht direkt auf.

Ergebnis: Das virtuelle Bild liegt 10 cm vor der Linse und ist aufrecht sowie doppelt so hoch.

Lernschritt 8

Scharfstellen und typische Denkfehler

Für ein reelles Bild braucht der Schirm die passende Entfernung b. Eine Linse erzeugt nicht bei jeder beliebigen Schirmposition ein scharfes Bild. Bei einer Kamera übernimmt ein Sensor die Rolle des Schirms; beim Fokussieren wird die optische Einstellung an die Gegenstandsweite angepasst.

Deckst du einen Teil der Linse ab, bleibt im idealen Abbildungsmodell für ein noch durchgelassenes Strahlenbündel das ganze Bild erhalten, wird aber dunkler. Es verschwindet nicht automatisch die entsprechende Bildhälfte: Jeder Gegenstandspunkt sendet Licht zu mehreren Stellen der Linse.

Für praktische Versuche eignen sich beleuchtete Gegenstände und Schuloptik. Niemals mit einer Linse direkt in die Sonne schauen oder Sonnenlicht auf Augen richten.

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Tipps lernen oder ohne Hilfe testen – du entscheidest.

Wähle deine Stufe. Du löst jeweils sechs Aufgaben mit direkter Rückmeldung, Tipps und Rechenwegen.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

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Nur die Zahl in cm eingeben.

Nur die Zahl in cm eingeben.

Lösungen mit Erklärungen
  1. 37,5 – b = 25 · 75/(75 − 25) = 37,5 cm.
  2. 3 – |B| = 6 · 75/150 = 3 cm. Das Bild ist umgekehrt.
  3. -50 – b = 50 · 25/(25 − 50) = −50 cm. Das Bild ist virtuell auf der Gegenstandsseite.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Eigene Werte einsetzenMit dem Physikhelfer

Physikhelfer

Eigene Werte einsetzen

Berechne Brennweite, Gegenstandsweite und Bildweite für ein reelles Bild oder bestimme die Bildgröße. Der Gegenstand muss für das erste Modell außerhalb der Brennweite stehen. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.

Passende Aufgabe öffnen →

Kostenlos und ohne Anmeldung. Ein Rücklink führt dich wieder zu dieser Erklärung.

Lieber auf Papier? 6 Aufgaben mit aufklappbaren Lösungen

Dein Wissen anwenden

Auf Papier üben

Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.

1 · Was wird aus einem achsenparallel einfallenden Strahl?

Lösung und Rechenweg ansehen

Er verläuft hinter der Sammellinse durch den bildseitigen Brennpunkt.

Erklärung wiederholen →

2 · g = 3f. Ist das Bild größer oder kleiner als der Gegenstand?

Lösung und Rechenweg ansehen

Kleiner, reell und umgekehrt. Es liegt zwischen f und 2f hinter der Linse.

Erklärung wiederholen →

3 · f = 10 cm und g = 20 cm. Berechne b.

Lösung und Rechenweg ansehen

b = f · g geteilt durch (g − f) = 200 cm² geteilt durch 10 cm = 20 cm.

Erklärung wiederholen →

4 · G = 4 cm, g = 30 cm, b = 15 cm. Wie groß ist das reelle Bild?

Lösung und Rechenweg ansehen

Der Betrag der Bildhöhe ist 4 cm · 0,5 = 2 cm. Das Bild ist umgekehrt.

Erklärung wiederholen →

5 · Was passiert bei g = f?

Lösung und Rechenweg ansehen

Die Strahlen eines Gegenstandspunkts verlassen die Linse parallel. Ein scharfes Bild entsteht nicht in endlicher Schirmentfernung.

Erklärung wiederholen →

6 · Kann eine Sammellinse ein virtuelles Bild erzeugen?

Lösung und Rechenweg ansehen

Ja. Bei einem reellen Gegenstand innerhalb der Brennweite ist das Bild virtuell, aufrecht und vergrößert.

Erklärung wiederholen →

Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.

Häufige Fragen

Liegt das Bild immer im Brennpunkt?

Nein. Für einen Gegenstand in endlicher Entfernung liegt das reelle Bild bei einer Sammellinse weiter als f entfernt. Sehr weit entfernte Gegenstände werden näherungsweise in der Brennebene abgebildet.

Warum steht ein reelles Bild auf dem Kopf?

Die Strahlen von der oberen Gegenstandsspitze treffen sich unterhalb der Achse. Die Bildkonstruktion zeigt die Umkehrung.

Kann ich das Lupenbild auf einem Schirm auffangen?

Nicht direkt am virtuellen Bildort. Dort treffen sich keine tatsächlichen austretenden Strahlen.

Dein nächster Lernschritt

Wie möchtest du weiterlernen?

Passende Materialien zum Thema „Sammellinsen“. Wähle aus, was dir beim Üben und Wiederholen hilft.

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