Radikal · ungepaartes Elektron
Cl• trägt ein ungepaartes Elektron. Der Punkt ist kein Ladungszeichen: Ein Chlor-Radikal ist nicht dasselbe wie ein Chlorid-Ion Cl⁻.
Chemie · Klasse 11–13 · Organische Reaktionen
Wie wird aus Methan Chlormethan? Verfolge Radikale durch Kettenstart, Fortpflanzung und Abbruch – mit Strukturzeichnungen, interaktivem Labor und Aufgaben.
Ein H-Atom wird durch ein Cl-Atom ersetzt.
Licht startet die Radikalkette.
Bei einer Substitution wird ein Atom oder eine Atomgruppe durch ein anderes Atom oder eine andere Gruppe ersetzt. Bei der Chlorierung von Methan bleibt das Kohlenstoffgerüst erhalten: Aus CH₄ wird CH₃Cl.
Die Gesamtgleichung zeigt Edukte und Produkte. Der Reaktionsmechanismus erklärt die einzelnen Schritte dazwischen. Hier reagieren kurzlebige Teilchen mit ungepaarten Elektronen: Radikale.
Cl• trägt ein ungepaartes Elektron. Der Punkt ist kein Ladungszeichen: Ein Chlor-Radikal ist nicht dasselbe wie ein Chlorid-Ion Cl⁻.
Beim Spalten der Cl–Cl-Bindung erhält jedes Cl-Atom eines der beiden Bindungselektronen. Licht liefert die Energie für den Kettenstart.
Aus einem Molekül entstehen zwei Radikale. Für die folgenden Kettenschritte sind nun reaktive Teilchen vorhanden.
Ein Chlor-Radikal entreißt Methan ein H-Atom. Aus der C–H-Bindung bleibt ein Elektron am Kohlenstoff: Ein Methyl-Radikal entsteht.
Das Methyl-Radikal reagiert mit einem weiteren Chlormolekül. Chlormethan entsteht und ein neues Chlor-Radikal setzt die Kette fort.
Treffen zwei Radikale zusammen, können ihre ungepaarten Elektronen eine Bindung bilden. Es entsteht kein neues Radikal. So endet diese Reaktionskette.
Wähle einen Schritt. Vergleiche die Zahl der Radikale vor und nach der Reaktion.
0 → 2 Radikale
Licht spaltet eine Cl–Cl-Bindung homolytisch. Es entstehen zwei Chlor-Radikale.
Die Bilanz zählt Radikale pro gezeigtem Reaktionsschritt. Das Modell beschreibt keine zeitliche Konzentrationskurve.
Addiere die beiden Fortpflanzungsschritte. Cl• und •CH₃ stehen auf beiden Seiten und fallen beim Zusammenfassen weg.
Auch Chlormethan besitzt C–H-Bindungen. Weitere Substitutionen können zu Dichlormethan, Trichlormethan und Tetrachlormethan führen. Bei längeren Alkanen können zusätzlich unterschiedliche Positionen chloriert werden.
Viel Methan im Vergleich zu Chlor begünstigt die Einfachchlorierung. Ein ausschließlich reines Produkt ist dadurch nicht garantiert.
Ein Austausch am Kettenende ergibt 1-Chlorpropan, in der Mitte 2-Chlorpropan. Die Mengen hängen sowohl von der Anzahl als auch von der Reaktivität der H-Atome ab.
Im idealisierten Modell reagieren 0,20 mol Methan mit 0,12 mol Chlor ausschließlich zu Chlormethan.
1. Chlor reicht nur für 0,12 mol Umsatz und ist der limitierende Stoff.
2. Es entstehen 0,12 mol CH₃Cl und 0,12 mol HCl.
3. Übrig bleiben 0,20 − 0,12 = 0,08 mol CH₄.
Reale Produktgemische und Abbruchprodukte sind in dieser Bilanzaufgabe bewusst ausgeblendet.
Welcher Schritt verbraucht zwei Radikale und bildet kein neues?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Methan und Chlormethan vergleichen. Welche Bindung wurde ersetzt?
Partnerarbeit: Eine Person wählt im Radikal-Labor einen Schritt, die andere ordnet die Phase anhand der Radikalbilanz zu.
Sicherung: Beide Fortpflanzungsschritte addieren und die Gesamtgleichung begründen. Aufgabe 7 verbindet den Mechanismus mit Stöchiometrie.

Direkt zum Thema: Kettenstart, Fortpflanzung und Abbruch unterscheiden.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Vertiefung: Elektronenbewegungen und unterschiedliche Reaktionstypen vergleichen.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Grundlagen auffrischen: Alkane, Summenformeln und homologe Reihe.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladenFachlich weiterführend: OpenStax · Organic Chemistry