1 · Marathon · 490 v. Chr.
Ein Heer aus Athen und Plataiai besiegte die gelandete persische Streitmacht. Dieser Erfolg beendete nicht dauerhaft die Gefahr eines neuen Angriffs.
Geschichte · Griechische Antike · Klasse 5–6
Wie verteidigten verbündete Poleis ihre Unabhängigkeit gegen ein Großreich? Erkunde Ursachen, Schauplätze und Folgen – und prüfe bekannte Heldengeschichten.

Das kannst du danach: Du erklärst den Konflikt, ordnest vier Schlachten ein und unterscheidest politische Selbstständigkeit von gleichen Rechten.
Lernschritt 1
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. lag rund um die Ägäis kein einheitlicher griechischer Staat. Es gab zahlreiche Poleis mit eigenen Interessen. An der Westküste Kleinasiens lebten ebenfalls griechischsprachige Menschen; ihre Städte standen unter persischer Oberherrschaft.
Das Achämenidenreich, meist Perserreich genannt, erstreckte sich über große Teile Westasiens und Ägypten. Ein Großkönig herrschte über viele Bevölkerungsgruppen. Statthalter, die Satrapen, und überregionale Verkehrswege halfen bei der Verwaltung. Die Menschen im Reich hatten unterschiedliche Sprachen und Traditionen.
Begriffe sauber verwenden: „Die Griechen gegen die Perser“ ist eine starke Vereinfachung. Nicht alle griechischen Poleis kämpften gegen den Großkönig; auch auf persischer Seite standen Truppen aus verschiedenen Regionen, darunter Griechen.
Lernschritt 2
Anlass und Hintergrund sind nicht dasselbe: Ein einzelnes Ereignis kann einen Konflikt verschärfen. Um den Krieg zu erklären, müssen wir zugleich Machtinteressen, bestehende Herrschaft und die Entscheidungen der Beteiligten betrachten.
Nein. Der Begriff bezeichnet eine Reihe von Konflikten und Feldzügen. Diese Seite konzentriert sich auf die Angriffe 490 und 480/479 v. Chr. Die Auseinandersetzungen im Ägäisraum endeten nicht mit einer einzigen Schlacht.
Lernschritt 3
Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Karte seitlich verschieben. Alle Orte, Daten und Erklärungen stehen auch unter der Karte.
Wähle einen Ort und ordne das Ereignis ein.
Ein Heer aus Athen und Plataiai besiegte die gelandete persische Streitmacht. Dieser Erfolg beendete nicht dauerhaft die Gefahr eines neuen Angriffs.
Unter Xerxes griff ein großes persisches Heer an. Die Verteidiger des Engpasses wurden besiegt. Neben den bekannten 300 Spartanern waren auch Kämpfer anderer Poleis beteiligt.
Eine Flotte verbündeter Poleis, zu der Athen besonders viele Schiffe stellte, besiegte die persische Flotte. Die enge Meerenge war für den Verlauf wichtig.
Ein verbündetes Heer unter spartanischer Führung besiegte das verbliebene persische Landheer. Im selben Jahr kam es auch bei Mykale an der kleinasiatischen Küste zu einem Sieg der Verbündeten.
Eigene Karte mit moderner vereinfachter Küstenlinie nach Natural Earth. Die Küste hat sich seit der Antike verändert, besonders bei den Thermopylen. Nummern und Markierungen dienen der Orientierung; sie zeigen weder genaue Schlachtaufstellungen noch Truppenbewegungen. Mykale liegt außerhalb dieses Kartenausschnitts.
Welche der vier markierten Schlachten war eine Seeschlacht? Welche beiden fanden im selben Jahr statt?
Lösung: Salamis war eine Seeschlacht. Thermopylen und Salamis gehören in das Jahr 480 v. Chr. Die räumliche Nähe oder die Nummerierung allein würde das nicht beweisen; dafür brauchen wir die Datierung.
Lernschritt 4

Ein Landheer konnte einen Küstenraum nicht allein sichern. Schiffe transportierten Menschen und Nachschub und kämpften gegen die gegnerische Flotte. Trieren waren lange Ruderschiffe mit drei übereinander angeordneten Ruderreihen. Ihr Einsatz erforderte geübte Besatzungen und gemeinsames Handeln.
Die Verbündeten mussten sich über Führung, Orte und Vorgehen verständigen. Ihr Sieg lässt sich deshalb nicht allein auf einen berühmten Anführer oder eine einzelne Waffe zurückführen. Gelände, Versorgung, Erfahrung und Entscheidungen wirkten zusammen.
Eine Entscheidung durchdenken: Welche Fragen musste ein Bündnis klären?
Wähle einen Hinweis.
Wo kämpfen?: Ein enger Raum kann andere Möglichkeiten bieten als offenes Gelände. Ein Vorteil ist aber von Schiffen, Truppen, Kenntnissen und dem Verhalten des Gegners abhängig.
Wie versorgen?: Ruderer, Soldaten und die übrige Bevölkerung benötigen Wasser und Nahrung. Eine lange Versorgungslinie kann Entscheidungen beeinflussen.
Wie zusammenarbeiten?: Die Poleis verfolgten eigene Interessen. Gemeinsame Führung musste ausgehandelt werden; ein Bündnis beseitigte nicht automatisch jeden Streit.
Lernschritt 5
Die siegreichen Poleis verhinderten ihre Unterwerfung durch Xerxes. Das Perserreich bestand dennoch weiter und blieb eine bedeutende Macht. Es war nicht nach Salamis oder Plataiai verschwunden.
Athen gewann durch seine Flotte an Einfluss. Im 478/477 v. Chr. gegründeten Attisch-Delischen Seebund übernahm es die Führung. Aus einem Bündnis gegen Persien entwickelte sich zunehmend ein Herrschaftsbereich Athens: Beiträge und militärischer Druck begrenzten die Selbstständigkeit anderer Mitglieder.
Mehrere Poleis hatten zusammengearbeitet. Der Erfolg stärkte Erinnerungen an gemeinsame Sprache, Kulte und Anstrengungen.
Die Macht Athens wuchs. Gemeinsame Gegnerschaft zu Persien garantierte keinen dauerhaften Frieden unter den Poleis.
Freiheit – für wen? Die Unabhängigkeit einer Polis bedeutete keine gleichen Rechte für alle Bewohner. Frauen, versklavte Menschen und andere ausgeschlossene Gruppen erhielten durch den militärischen Sieg nicht automatisch politische Mitbestimmung.
Lernschritt 6
Der griechischsprachige Geschichtsschreiber Herodot verfasste seine Historien im 5. Jahrhundert v. Chr. Er sammelte Überlieferungen und Erklärungen. Seine Darstellung ist eine wichtige Quelle, aber kein neutraler Film und kein lückenloser Bericht eines Augenzeugen aller Ereignisse.
In der Einleitung erklärt Herodot sinngemäß: Taten von Menschen sollen nicht vergessen werden. Er will bedeutende Leistungen sowohl von Griechen als auch von Nichtgriechen bewahren und den Gründen ihres Konflikts nachgehen.
Eigene gekürzte Wiedergabe der Einleitung zu Herodots Historien, Buch I. Kein wörtliches Zitat.
Herodot interessiert sich nicht ausschließlich für griechische Leistungen. Trotzdem müssen wir prüfen, welche Berichte er auswählt, wer sprechen darf und worauf seine Angaben beruhen. Eine erklärte Absicht garantiert weder Vollständigkeit noch Fehlerfreiheit.
Ordne jede Aussage zu. Prüfe danach die Begründungen.
Die Unterstützung gehört zur Vorgeschichte und verschärft den Konflikt. Sie ist ein Anlass, aber nicht die einzige Erklärung.
Salamis ist ein Ereignis des Feldzugs von 480 v. Chr.
Der Machtzuwachs Athens gehört zu den Folgen und weiteren Entwicklungen.
Wir untersuchen hier eine antike Darstellung und die Perspektive ihres Autors.
Wähle je Frage eine Antwort. Prüfe anschließend deine Begründung. Du kannst beliebig oft neu starten.
Das folgende Arbeitsblatt vertieft die politische Ordnung Athens und hilft beim Vergleich von Unabhängigkeit und Mitbestimmung.
Vertiefe das Thema mit den passenden kostenlosen Arbeitsblättern für Klasse 5–6. Die PDFs enthalten Lösungen.

Als Grundlage: Bürgerrechte, Beteiligung und politische Ausschlüsse in Athen verstehen.
Arbeitsblatt ansehen →Ordne 490, 480 und 479 v. Chr. zeitlich. Ergänze die vier Orte der Karte. Erkläre, warum die Zahlen vor Christus kleiner werden, wenn wir uns zeitlich nach vorn bewegen.
Prüfe: „300 Spartaner allein besiegten das Perserreich.“
Lösungshinweis: Die Verteidiger der Thermopylen wurden besiegt; weitere Kämpfer waren beteiligt. Die Abwehr der Invasion umfasste mehrere Schlachten und viele Verbündete. Das Perserreich bestand weiter.
Erkläre den Unterschied zwischen der Selbstständigkeit einer Polis und gleichen politischen Rechten aller dort lebenden Menschen. Nutze das Beispiel Athen.
Lehrplanbezug: historisches Einordnen, Quellen und Darstellungen unterscheiden, Lebensweisen vergleichen und Urteile begründen. Die Klassenangabe 5–6 ist eine Orientierung; die Einordnung variiert nach Schulform und Bundesland.
Die erzählenden Bilder sind KI-generierte Illustrationen bzw. Rekonstruktionen von Lernmarktplatz. Sie veranschaulichen mögliche Situationen und zeigen keine konkreten historischen Ereignisse. Kleidung, Gesichter und die dargestellte Aufgabenverteilung sind nicht im Einzelnen belegt.