Einprotonig
Ethansäure CH₃COOH besitzt zwar vier H-Atome, ist in den üblichen wässrigen Säure-Base-Reaktionen aber einprotonig: Das H der Carboxylgruppe wird abgegeben.
Chemie · Verstehen und üben
Verfolge die stufenweise Protonenabgabe an Strukturformeln und lerne, pKₛ-Werte, Teilchenverteilung und Laugenverbrauch zu unterscheiden.
Protolysefolge · je Stufe eine Protonenabgabe
Eine mehrprotonige Säure kann pro Molekül mehr als ein Proton abgeben. Bei Phosphorsäure H₃PO₄ sind es drei. Die Struktur zeigt drei O–H-Gruppen: Ihre H-Atome können schrittweise als Protonen auf Wasser oder eine andere Base übertragen werden.
Ethansäure CH₃COOH besitzt zwar vier H-Atome, ist in den üblichen wässrigen Säure-Base-Reaktionen aber einprotonig: Das H der Carboxylgruppe wird abgegeben.
Schwefelsäure H₂SO₄ und Kohlensäure H₂CO₃ sind zweiprotonig; Phosphorsäure H₃PO₄ ist dreiprotonig.
Jede Stufe hat ihre eigene Säurekonstante. Hier gilt Kₛ₁ > Kₛ₂ > Kₛ₃ und entsprechend pKₛ₁ < pKₛ₂ < pKₛ₃. Ein weiteres positiv geladenes Proton lässt sich aus einem bereits negativer geladenen Teilchen schwerer entfernen.
Bei jeder Abgabe bleibt das Bindungselektronenpaar am Säurerest. Dessen Ladung wird um eins negativer. Alle drei Gleichgewichte bestehen gleichzeitig; die Stufenschreibweise bedeutet nicht, dass im Wasser erst alle Moleküle Stufe 1 durchlaufen müssten.
Wähle eine Form des Phosphatsystems. Vergleiche die Zahl gebundener H-Atome und die Ionenladung.
0 Protonen abgegeben · 3 OH-Gruppen · Gesamtladung 0
Die Auswahl zeigt die Struktur einer einzelnen Teilchenart. Welche Anteile in einer Lösung vorliegen, bestimmt der pH im folgenden Modell.
Für zwei benachbarte Formen gilt im Konzentrationsmodell: Wenn pH = pKₛ der zugehörigen Stufe, liegen diese beiden Formen gleich konzentriert vor. Zwischen pKₛ₁ und pKₛ₂ überwiegt meist H₂PO₄⁻, zwischen pKₛ₂ und pKₛ₃ meist HPO₄²⁻.
Der pH wird von außen vorgegeben, nicht aus einer bestimmten Säuremenge berechnet. Das Modell berücksichtigt alle drei Protolysegleichgewichte bei 25 °C; Aktivitäts- und weitere Reaktionseffekte bleiben unberücksichtigt.
H₂PO₄⁻ kann ein Proton aufnehmen oder eines abgeben. Solche Teilchen nennt man Ampholyte. Auch HPO₄²⁻ ist ein Ampholyt. Die Ladung allein verrät deshalb noch nicht, ob ein Teilchen in einer bestimmten Reaktion als Säure oder Base wirkt.
Die erste Gleichung beschreibt die Umsetzung bis zur ersten, die zweite bis zur zweiten und die dritte bis zur dritten Neutralisationsstufe. Es sind Gesamtbilanzen, keine Aussage über eine ausschließlich aus dieser einen Phosphatform bestehende Lösung.
Bei der Titration können mehrere Äquivalenzbereiche auftreten. Ob sie gut getrennt erkennbar sind, hängt von den Säurekonstanten und Konzentrationen ab. Bei Phosphorsäure ist besonders die dritte Stufe in Wasser nicht einfach als scharfer Sprung erfassbar.
20,0 mL Phosphorsäure mit c = 0,0500 mol/L werden mit NaOH der Konzentration 0,100 mol/L titriert.
Bis Stufe 1 sind rechnerisch 10,0 mL nötig; die formale Bilanz bis Stufe 3 ergibt 30,0 mL. Die Aufgabenstellung muss daher sagen, welcher Endzustand gemeint ist.
Welche Aussage über H₂PO₄⁻ stimmt?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Die drei OH-Gruppen in der Struktur finden.
Partnerarbeit: Stufen auswählen und Ladungen sowie Protonenzahlen begründen.
Sicherung: Verteilung bei pH = pKₛ erklären und Laugenverbrauch für einen vorgegebenen Endzustand berechnen.

Ergänzende Grundlage: pKₛ-Werte und Säurestärke sicher unterscheiden.
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Ergänzende Rechenübungen: Reaktionsverhältnisse und Verbrauchsvolumen.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladenVertiefung: OpenStax: Polyprotic Acids.