Qₗ < Kₗ · ungesättigt
Keine Fällung zu erwarten. Vorhandener Feststoff kann sich lösen, bis Sättigung erreicht oder der Feststoff verbraucht ist.
Chemie · Klasse 11–13 · Gleichgewichte
Wann entsteht beim Mischen zweier Lösungen ein Niederschlag? Leite das Löslichkeitsprodukt aus der Ionengleichung ab, berechne Löslichkeiten und prüfe eine Fällung mit dem Ionenprodukt.
Lösen · Fällen · Konzentrationen berechnen
Silberchlorid AgCl ist ein schwer lösliches Salz. Gibt man es in Wasser, geht ein kleiner Teil als Silber- und Chlorid-Ionen in Lösung. Gleichzeitig können sich gelöste Ionen wieder am Feststoff anlagern.
In einer gesättigten Lösung mit Bodenkörper laufen Lösen und Kristallisieren gleich schnell ab: ein dynamisches Gleichgewicht. Die Konzentrationen bleiben konstant, obwohl weiterhin Teilchen ausgetauscht werden.
Das Teilchenbild ist schematisch: Wasser und Hydrathüllen sind weggelassen, Größen und Anzahlen nicht maßstäblich. Die Farben kennzeichnen Ionenarten, nicht die reale Farbe der Lösung.
Das Löslichkeitsprodukt Kₗ ist die Gleichgewichtskonstante des Lösungsgleichgewichts. In der schulischen Konzentrationsnäherung multipliziert man die Konzentrationen der gelösten Ionen; ihre Koeffizienten werden zu Exponenten.
Reines festes AgCl steht nicht im Ausdruck: Seine Aktivität wird als 1 behandelt. Mehr Bodenkörper vergrößert Kₗ nicht. Der Wert gehört zu einem Stoff bei einer bestimmten Temperatur.
Die 2 vor F⁻ führt zum Quadrat der Fluorid-Konzentration, nicht zu einem Faktor 2 vor c(F⁻).
s ist die molare Löslichkeit des Salzes in mol/L. In reinem Wasser liefert jedes gelöste AgCl-Verhältnis ein Ag⁺ und ein Cl⁻:
Wir verwenden als gerundeten Übungswert bei 25 °C: Kₗ(AgCl) = 1,8 · 10⁻¹⁰ (mol/L)².
Diese Rechnung gilt für reines Wasser im vereinfachten Modell ohne zusätzliche Ionen, Komplexbildung oder weitere Reaktionen.
Pro gelöstem Formeleinheiten-Verhältnis CaF₂ entstehen ein Ca²⁺ und zwei F⁻. Deshalb gilt c(Ca²⁺) = s, aber c(F⁻) = 2s.
Mit dem gerundeten Übungswert Kₗ = 4,0 · 10⁻¹¹ (mol/L)³ ergibt sich s ≈ 2,15 · 10⁻⁴ mol/L und c(F⁻) ≈ 4,31 · 10⁻⁴ mol/L. Nebenreaktionen werden hier vernachlässigt.
Das Ionenprodukt Qₗ hat denselben Aufbau wie Kₗ. Dafür setzt man jedoch die gerade vorliegenden Konzentrationen ein – beim Mischen zunächst die rechnerischen Konzentrationen nach Verdünnung, aber vor Fällung.
Keine Fällung zu erwarten. Vorhandener Feststoff kann sich lösen, bis Sättigung erreicht oder der Feststoff verbraucht ist.
Die Lösung ist bezüglich dieses Salzes gesättigt. Mit vorhandenem Feststoff liegt ein Lösungsgleichgewicht vor.
Fällung ist thermodynamisch begünstigt. Ionen werden dem gelösten Zustand entzogen, bis im Gleichgewicht Qₗ = Kₗ gilt. Keimbildung kann das sichtbare Ausfallen verzögern.
Die rechnerische Anfangskonzentration von Ag⁺ nach dem Mischen bleibt 1,0 · 10⁻⁵ mol/L. Ändere c(Cl⁻) und vergleiche Qₗ mit Kₗ = 1,8 · 10⁻¹⁰ (mol/L)².
Das Bild zeigt die qualitative Erwartung, keine berechnete Niederschlagsmenge. Der Regler stellt Anfangskonzentrationen ein; nach einer Fällung sind die freien Ionenkonzentrationen geringer.
50,0 mL AgNO₃-Lösung und 50,0 mL NaCl-Lösung werden gemischt. Beide besitzen c = 1,0 · 10⁻³ mol/L. Volumina werden als additiv angenommen.
Jede Lösung wird von 50 auf 100 mL verdünnt. Ihre Konzentration halbiert sich.
Qₗ ist deutlich größer als Kₗ: AgCl fällt aus. Na⁺ und NO₃⁻ bleiben als Zuschauerionen in Lösung.
Bei gleichen Anfangskonzentrationen bleiben hier im Gleichgewicht jeweils etwa 1,34 · 10⁻⁵ mol/L gelöst. Ausgefallene Stoffmenge:
Im ersten Rechenschritt wird eine Konzentrationsdifferenz in mol/L mit 0,100 L multipliziert. Fällung entfernt nicht automatisch sämtliche Ionen.
Enthält das Wasser bereits Chlorid-Ionen, wird für die Sättigung weniger zusätzliches Ag⁺ benötigt. Bei einem großen Chlorid-Überschuss gilt näherungsweise:
Mit c(Cl⁻) ≈ 1,0 · 10⁻² mol/L: c(Ag⁺) ≈ 1,8 · 10⁻⁸ mol/L. Das ist der gleichionige Effekt. Kₗ selbst bleibt bei gleicher Temperatur unverändert.
Das Modell hat Grenzen: pH-Änderungen oder Komplexbildung können freie Ionen binden und die Löslichkeit erhöhen. Entscheidend im Ionenprodukt sind die freien Ionen, nicht jede analytisch erfasste Form des Elements.
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30–45 Minuten: Das dynamische Gleichgewicht am Teilchenbild erklären, Kₗ für 1:1- und 1:2-Salze aufstellen und eine Löslichkeit berechnen.
Partnerauftrag: Im Fällungs-Labor die Sättigungsgrenze vorhersagen. Danach eine Mischungsaufgabe lösen und die Zuschauerionen in der Ionengleichung streichen. Als Vertiefung die verbleibende gelöste Stoffmenge berücksichtigen.
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