Werkstofflich · Ketten überwiegend erhalten
Sortieren, waschen, zerkleinern und aufschmelzen: Ein Thermoplast wird neu geformt. Es werden nicht gezielt Monomere hergestellt.
Chemie · Verstehen und üben
Polymerketten erhalten oder spalten? Vergleiche Recyclingwege, erkläre die PET-Hydrolyse und berechne nutzbare Materialmengen.
Kettenstruktur · Reaktion · Stoffstrom
Kunststoffe bestehen aus langen Polymerketten. Beim Recycling werden gebrauchte Kunststoffe zu neuem Material aufbereitet. Entscheidend ist: Bleiben die Ketten überwiegend erhalten, oder werden ihre kovalenten Bindungen gezielt gespalten?
Polyethen (PE) besitzt eine C–C-Hauptkette. PET ist ein Polyester mit Estergruppen –C(=O)–O–. Diese Gruppen können hydrolytisch gespalten werden. Im PET-Ausschnitt steht C₆H₄ für einen para-disubstituierten Benzolring.
Sortieren, waschen, zerkleinern und aufschmelzen: Ein Thermoplast wird neu geformt. Es werden nicht gezielt Monomere hergestellt.
Hydrolyse, andere Solvolysen oder Pyrolyse zerlegen Polymere in kleinere Moleküle. Diese müssen aufbereitet werden, bevor sie als Rohstoffe dienen.
Der Kunststoff reagiert mit Sauerstoff. Energie wird genutzt, aber der Werkstoff geht verloren. Das ist kein stoffliches Recycling.
Ein Produkt wird erneut benutzt, möglichst ohne aufwendige Umwandlung. Es muss dafür geeignet, sicher und ausreichend haltbar sein.
Beim Erwärmen werden Bewegungen der Polymerketten möglich; zwischenmolekulare Anziehungen werden teilweise überwunden. Die kovalenten Bindungen entlang der Ketten bleiben beim schonenden Aufschmelzen überwiegend erhalten.
Lineare oder verzweigte, nicht dauerhaft kovalent vernetzte Ketten können gegeneinander gleiten. PE und PET lassen sich unter geeigneten Bedingungen aufschmelzen.
Kovalente Vernetzungen verhindern freies Fließen. Duroplaste sind engmaschig, Elastomere weitmaschig vernetzt. Sie lassen sich nicht wie Thermoplaste einfach einschmelzen.
Wasser wird an einer Esterbindung umgesetzt. Dabei entstehen eine Carboxylgruppe und eine Hydroxygruppe. Werden die Esterbindungen einer PET-Kette vollständig hydrolysiert, erhält man die Bausteine Terephthalsäure und Ethylenglycol.
Idealisiert für Wiederholungseinheiten, Endgruppen vernachlässigt. Je nach Verfahren werden Temperatur, Druck und Katalysatoren eingesetzt. Bei alkalischer Spaltung entstehen zunächst Carboxylat-Salze statt freier Säure.
Wähle einen Kunststoff. Das Modell zeigt den chemischen Grund für die Eignung; es ersetzt keine Prüfung eines konkreten Abfallstroms.
Thermoplastische, nicht vernetzte C–C-Ketten lassen sich bei geeigneter Qualität neu formen. Sortierung und Reinigung bleiben notwendig.
Ketten überwiegend erhalten
Beispiel: Von 100 kg gesammeltem Material gelangen 80 % in die passende Sortierfraktion. Bei der Aufbereitung werden davon 90 % als nutzbares Rezyklat gewonnen.
Die Gesamtausbeute beträgt 72 %. 20 kg fallen bei der Sortierung heraus, weitere 8 kg bei der Aufbereitung. Die ausgeschiedenen Mengen können andere Verwertungswege haben; sie sind nicht automatisch vollständig entsorgt.
72,0 kg Rezyklat · Gesamtausbeute 72,0 %
Der Kohlenstoff stammt ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen. Bio-PE hat dieselbe Polymerstruktur wie fossiles PE und ist deshalb nicht automatisch biologisch abbaubar.
Mikroorganismen können den Stoff unter geeigneten Bedingungen umsetzen. Temperatur, Feuchtigkeit, Zeit und Umgebung sind entscheidend; Abbaubarkeit ist keine Erlaubnis zum Wegwerfen.
Struktur, Zusatzstoffe, Produktaufbau, Sortierbarkeit und vorhandene Anlagen müssen zusammenpassen. Ein Recyclingzeichen garantiert keinen tatsächlich geschlossenen Kreislauf.
Vergleiche Materialbedarf, Nutzungsdauer, Wiederverwendung, Energie, Transport und Verluste. Die Bezeichnung „bio“ allein beweist keinen Umweltvorteil.
Bei der PET-Hydrolyse werden …
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Einstieg: PE- und PET-Strukturen vergleichen.
Partnerarbeit: Im Labor einen Verwertungsweg wählen und mit Kettenstruktur oder funktionellen Gruppen begründen.
Sicherung: Stoffstromrechnung lösen und eine Werbeaussage wie „biobasiert = abbaubar“ prüfen.

Direkt passend: Verwertungswege, Stoffströme und Grenzen des Recyclings.
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Grundlagen: Kettenstruktur, Vernetzung und Verhalten beim Erwärmen.
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Vertiefung: Monomere, PET und Wiederholungseinheiten erkennen.
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Ergänzung: Bildungsreaktionen der Polymere mit dem chemischen Abbau verbinden.
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