1 · Welche Substitution passt zu 2x · (x² + 1)³?
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u = x² + 1. Dann ist du = 2x dx und es bleibt u³ du.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · Grundlagen und Wiederholung
Ersetze einen passenden inneren Ausdruck und vereinfache damit ein Integral. Lerne, den Ableitungsfaktor mitzunehmen, sauber zurückzusetzen und bei bestimmten Integralen die Grenzen zu ändern.
Die Kettenregel rückwärts
u = x² + 1; du = 2x dx
Im Integral ∫ 2x · (x² + 1)³ dx passen innerer Ausdruck und seine Ableitung zusammen. Nach dem Ersetzen bleibt ∫ u³ du.
Lernschritt 1
Substitution bedeutet, einen Ausdruck durch eine neue Variable zu ersetzen. Besonders günstig ist das, wenn eine innere Funktion g(x) zusammen mit ihrer Ableitung g′(x) als Faktor vorkommt. Dahinter steckt die Kettenregel rückwärts.
∫ f(g(x)) · g′(x) dx = F(g(x)) + C
Dabei ist F eine Stammfunktion von f. Wir verwenden die Regel auf Intervallen, auf denen die beteiligten Ausdrücke definiert und die benötigten Funktionen stetig beziehungsweise differenzierbar sind.
Beispiel: Im Produkt 2x · (x² + 1)³ ist x² + 1 der innere Ausdruck und 2x seine Ableitung. Die Potenz wird einfacher, wenn du x² + 1 vorübergehend u nennst.
Lernschritt 2
Setze u = x² + 1.
Aus = 2x folgt die Rechenschreibweise du = 2x dx.
(x² + 1)³ wird zu u³, und 2x dx wird zusammen zu du.
Die Schreibweise mit du fasst den Variablenwechsel zusammen. Sie bedeutet nicht, dass dx einfach ersatzlos wegfällt. Der Faktor aus der Ableitung bestimmt, wie der Integrand beim Wechsel umgerechnet wird.
Nach dem Ersetzen muss das neue Integral vollständig zur Variablen u passen. Ein ungeklärtes Gemisch aus x, u und falschem Differential ist ein Warnsignal.
Lernschritt 3
I = ∫ 2x · (x² + 1)³ dx
Substitution: u = x² + 1 und du = 2x dx. Damit wird das Integral:
I = ∫ u³ du = + C
Rücksubstitution: Ersetze u wieder durch den ursprünglichen Ausdruck:
I = + C
Probe: Beim Ableiten ergibt die äußere Potenz den Faktor 4 und die innere Ableitung den Faktor 2x. Der Nenner 4 kürzt sich. Es bleibt genau 2x · (x² + 1)³.
Lernschritt 4
Nun fehlt vor demselben inneren Ausdruck der Faktor 2:
∫ x · (x² + 1)³ dx
Mit u = x² + 1 gilt weiterhin du = 2x dx. Deshalb ist x dx gleich du. Dieser Faktor muss erhalten bleiben:
∫ u³ du = + C
Ergebnis: + C
Konstante Faktoren kannst du auf diese Weise ergänzen und ausgleichen. Einen fehlenden variablen Faktor darfst du dagegen nicht einfach wie eine Konstante behandeln.
Lernschritt 5
Bei u = ax + b mit a ≠ 0 ist die innere Ableitung konstant: du = a dx. Deshalb ist dx = du.
Für ∫ (3x + 1)⁴ dx setze u = 3x + 1. Du erhältst:
∫ u⁴ du = + C
Ergebnis: + C
Genauso entsteht ∫ e2x dx = + C. Die bekannte Regel „durch die innere Steigung teilen“ ist hier eine einfache Substitution.
Lernschritt 6
Auch bei einem Bruch kann die innere Struktur passen:
∫ dx
Setze u = x² + 1 und du = 2x dx. Übrig bleibt:
∫ du = ln|u| + C
Da x² + 1 immer positiv ist, lautet das Ergebnis ln(x² + 1) + C. Allgemein besitzt auf einem passenden Intervall ohne Nullstellen von g die Stammfunktion ln|g(x)|.
Die Betragsstriche ermöglichen auch negative Werte von g. Sie erlauben aber nicht, über eine Nullstelle hinweg die Definitionsbedingungen zu ignorieren.
Lernschritt 7
Betrachte dasselbe erste Beispiel auf dem Intervall [0; 1]. Aus u = x² + 1 folgt: Für x = 0 ist u = 1; für x = 1 ist u = 2.
2x · (x² + 1)³ dx = u³ du
= − =
Wenn du die Grenzen in u umgerechnet hast, wertest du auch die Stammfunktion in u aus. Eine Rücksubstitution ist dann nicht nötig.
Alternativ kannst du erst eine Stammfunktion in x bestimmen und anschließend die ursprünglichen x-Grenzen einsetzen. Beide Wege stimmen. Vermische aber keine u-Stammfunktion mit x-Grenzen.
Lernschritt 8
Auch eine fallende innere Funktion ist möglich. Bei u = 1 − x gilt du = −dx. Für x von 0 bis 1 läuft u von 1 bis 0:
(1 − x)² dx = − u² du
= u² du =
Das Minuszeichen und die umgekehrte Reihenfolge der Grenzen passen zusammen. Ordne die neuen Grenzen nicht stillschweigend um, ohne den Vorzeichenwechsel zu berücksichtigen.
Lernschritt 9
Bei ∫ (x² + 1)³ dx fehlt die Ableitung 2x als Faktor. Die einfache Wahl u = x² + 1 macht dieses Integral daher nicht unmittelbar leichter. Hier kannst du die dritte Potenz ausmultiplizieren und anschließend gliedweise integrieren.
Bei ∫ x · eˣ dx passt x nicht als Ableitung zu eˣ. Hier ist partielle Integration oft günstiger. Suche also nicht nur nach irgendeiner Klammer, sondern nach einer Substitution, die die ganze Rechnung vereinfacht.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
u = x² + 1. Dann ist du = 2x dx und es bleibt u³ du.
Erklärung wiederholen →vor dem u-Integral. Das Ergebnis hat deshalb den Nenner 8 statt 4.
Erklärung wiederholen →+ C. Die innere Ableitung ist 3.
Erklärung wiederholen →Untere u-Grenze 1, obere u-Grenze 2.
Erklärung wiederholen →Die neue Variable läuft in Gegenrichtung. Beim Vertauschen der Integrationsgrenzen entsteht ein Minuszeichen.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Spickzettel ansehen – Preis und Details →Bei unbestimmten Integralen in x setzt du am Ende zurück. Bei bestimmten Integralen kannst du stattdessen vollständig mit den umgerechneten Grenzen arbeiten.
Ja, wenn du ihn korrekt ergänzt und ausgleichst. Beispielsweise ist x dx bei u = x² + 1 gleich einem halben du.
Nein. Entscheidend ist, ob der komplette Integrand dadurch einfacher wird. Ausmultiplizieren oder partielle Integration können günstiger sein.