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Ideales Gasgesetz

Verknüpfe Druck, Volumen, Temperatur und Stoffmenge mit pV = nRT. Lerne die Einheiten und Modellannahmen kennen und berechne Zustände Schritt für Schritt.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Finde heraus, was du schon kannst

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

Nur die Zahl in K eingeben.

Nur die Zahl in mol eingeben.

Nur die Zahl in bar eingeben.

Lösungen mit Erklärungen
  1. 283,15 – T = 10 + 273,15 = 283,15 K.
  2. 0,2 – n = 5,6 / 28 = 0,2 mol.
  3. 3 – p₂ = p₁ · T₂/T₁ = 2 · 450/300 = 3 bar absolut.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Lernschritt 1

Was ist ein ideales Gas?

Ein ideales Gas ist ein vereinfachtes physikalisches Modell. Seine Teilchen werden als sehr klein gegenüber ihren mittleren Abständen behandelt. Abgesehen von elastischen Zusammenstößen berücksichtigt man keine Wechselwirkungskräfte zwischen ihnen.

Das Modell beschreibt viele verdünnte Gase näherungsweise gut. Hohe Dichten und Zustände nahe der Verflüssigung erfordern genauere Beschreibungen. Ein ideales Gas ist daher kein eigener Stoff, sondern eine Modellannahme.

Die Zustandsgleichung verknüpft Größen eines Gleichgewichtszustands. Sie sagt allein nicht, wie schnell ein Vorgang abläuft oder wie viel Wärme während eines beliebigen Vorgangs übertragen wird.

Lernschritt 2

Die Größen in pV = nRT verstehen

p · V = n · R · T

p: Absolutdruck

Druck in Pascal. 1 bar = 100.000 Pa. Überdruck muss zuerst umgerechnet werden.

V: Volumen

Raum des Gases in Kubikmetern. 1 L = 0,001 m³.

n: Stoffmenge

Angabe in Mol. Sie beschreibt die Teilchenanzahl über eine festgelegte Zähleinheit.

T: absolute Temperatur

Temperatur in Kelvin. Celsiuswerte müssen vor dem Einsetzen umgerechnet werden.

R ≈ 8,314

Mit dieser Wahl von R verwendest du Pascal, Kubikmeter, Mol und Kelvin. Dann hat pV die Einheit Pascal mal Kubikmeter, die einem Joule entspricht.

Ein Mol enthält genau 6,02214076 · 1023 der jeweils benannten Teilchen. Bei einem molekularen Gas sind damit beispielsweise Moleküle gemeint. Gleiche Stoffmengen verschiedener Gase bedeuten gleiche Teilchenzahlen, nicht gleiche Massen.

Lernschritt 3

Warum Celsius in dieser Formel nicht funktioniert

Die Temperatur muss vom absoluten Nullpunkt aus gemessen werden. 0 °C bedeutet nicht, dass die ungeordnete Gasbewegung und der Gasdruck verschwinden.

T in K = Celsius-Zahlenwert + 273,15

20 °C entsprechen 293,15 K und 40 °C entsprechen 313,15 K. Eine Erwärmung von 20 °C auf 40 °C verdoppelt die absolute Temperatur daher nicht. Das Verhältnis beträgt nur ungefähr 1,068.

Die doppelte absolute Temperatur von 300 K ist 600 K. In Celsius sind das 26,85 °C und 326,85 °C. Für Temperaturverhältnisse darfst du die Celsiuswerte nicht verwenden.

Temperaturdifferenzen haben in Kelvin und Celsius denselben Zahlenwert. Temperaturverhältnisse dagegen müssen hier mit Kelvin berechnet werden.

Lernschritt 4

Ein Gasvolumen vollständig berechnen

Beispiel · Schritt für Schritt

Das Volumen mit pV = nRT berechnen

0,10 mol ideales Gas befinden sich bei 300 K und 1,0 bar absolut.

R = 8,314 J/(mol · K) · Gesucht: V

Rechenweg: Das Volumen mit pV = nRT berechnen
Rechnung Erklärung zum Schritt
p = 1,0 bar = 100.000 Pa
T = 300 K
1Einheiten vorbereiten

Zum angegebenen R gehören Pascal und Kubikmeter. Die Temperatur steht bereits in Kelvin.

V = nRTp
2Nach V umstellen

Teile die Zustandsgleichung durch p.

V = 0,10 · 8,314 · 300100.000 m³
= 0,0024942 m³
3Einsetzen

J/Pa entspricht m³. Einsetzen von 1 statt 100.000 für den Druck wäre mit diesem R falsch.

V ≈ 2,49 L
4In Liter umrechnen und prüfen

1 m³ = 1.000 L. Die zehnfache Stoffmenge hätte bei gleichem p und T das zehnfache Volumen.

Ergebnis: Das Modellvolumen beträgt ungefähr 2,49 L.

Lernschritt 5

Stoffmenge aus Masse oder Zustand bestimmen

n = mMn = pVRT

Beispiel · Schritt für Schritt

Die Stoffmenge aus dem Gaszustand bestimmen

Ein Gas hat V = 10 L, p = 1,0 bar absolut und T = 300 K.

R = 8,314 J/(mol · K) · Gesucht: n

Rechenweg: Die Stoffmenge aus dem Gaszustand bestimmen
Rechnung Erklärung zum Schritt
V = 0,010 m³
p = 100.000 Pa
1Volumen und Druck umrechnen

Die passenden SI-Einheiten verhindern einen Faktor-1.000-Fehler beim Volumen.

n = pVRT = 100.000 · 0,0108,314 · 300 mol
2Nach n umstellen und einsetzen

Eine molare Masse wird für diese Zustandsrechnung nicht benötigt.

n ≈ 0,401 mol
3Berechnen und deuten

Mol beschreibt eine Stoffmenge. Für die Umrechnung in eine Gasmasse bräuchtest du zusätzlich M.

Ergebnis: Die Stoffmenge beträgt ungefähr 0,401 mol.
Wenn stattdessen die Masse bekannt ist

Beispiel · Schritt für Schritt

Gramm in Mol umrechnen

Die Gasmasse beträgt 2,8 g; die vorgegebene molare Masse beträgt 28 g/mol.

Gesucht: n

Rechenweg: Gramm in Mol umrechnen
Rechnung Erklärung zum Schritt
n = mM
1Passende Beziehung wählen

M gibt die Masse pro Mol an.

n = 2,8 g28 g/mol = 0,10 mol
2Masseneinheiten abstimmen

Hier passen Gramm und Gramm pro Mol direkt zusammen. Verwende nicht kg im Zähler und g/mol im Nenner.

Ergebnis: 2,8 g entsprechen bei diesem M 0,10 mol.

Lernschritt 6

Zwei Zustände derselben Gasmenge vergleichen

Bei unveränderter Gasmenge gilt p₁V₁/T₁ = p₂V₂/T₂. Bleibt die Temperatur nicht gleich, darfst du Boyle-Mariotte nicht einfach verwenden.

Beispiel · Schritt für Schritt

Volumen und Temperatur ändern sich gleichzeitig

Anfangs: p₁ = 1,0 bar absolut, V₁ = 2,0 L, T₁ = 300 K. Danach: V₂ = 1,5 L, T₂ = 330 K.

Gasmenge konstant · Gesucht: p₂

Rechenweg: Volumen und Temperatur ändern sich gleichzeitig
Rechnung Erklärung zum Schritt
p₁V₁T₁ = p₂V₂T₂
1Zwei Zustände vergleichen

n und R kürzen sich, weil dieselbe Gasmenge betrachtet wird.

p₂ = p₁V₁T₂T₁V₂
2Nach p₂ auflösen

Multipliziere mit T₂ und teile durch V₂.

p₂ = 1,0 · 2,0 · 330300 · 1,5 bar
≈ 1,47 bar
3Einsetzen

Bar und Liter sind in der Verhältnisform möglich. Beide Temperaturen müssen trotzdem in Kelvin stehen.

p₂p₁ = 2,01,5 · 330300 ≈ 1,47
4Richtung und Faktoren prüfen

Kompression und Erwärmung erhöhen hier beide den Druck.

Ergebnis: Der Enddruck beträgt ungefähr 1,47 bar absolut.

Lernschritt 7

Welche Größe bleibt gleich?

12

1 · Anfang: T₁ = 300 K, p₁ = 1,0 bar absolut.

2 · Danach: T₂ = 360 K, p₂ = 1,2 bar absolut.

V und n bleiben gleich. Die absolute Temperatur steigt um den Faktor 1,2; der absolute Druck ebenso.

Schematischer Zustandsvergleich. Die Punkte stehen für dieselbe Teilchenzahl; sie zeigen keine realen Teilchenbahnen.

Die Zustandsgleichung liefert verschiedene Spezialfälle. Bevor du kürzt, lies die Randbedingungen der Aufgabe:

  • T und n konstant: pV bleibt konstant. Das ist Boyle-Mariotte.
  • V und n konstant: p ist proportional zu T. Ein gedachtes starres, geschlossenes Gefäß ändert sein Volumen nicht.
  • p und n konstant: V ist proportional zu T. Ein ideal beweglicher Kolben kann sich bei konstanter äußerer Belastung verschieben.

Denkfrage: Eine Gasportion wird von 300 K auf 360 K erwärmt. Was passiert?

Antwort nach Randbedingung ansehen

Bei festem Volumen steigt der absolute Druck auf das 1,2-Fache. Bei festem Druck steigt das Volumen auf das 1,2-Fache. Ohne eine solche zusätzliche Randbedingung ist weder der neue Druck noch das neue Volumen eindeutig festgelegt.

Dies sind Vergleiche vorgegebener Modellzustände, keine Anleitung zum Erhitzen geschlossener Gefäße.

Lernschritt 8

Ein Rechenplan gegen typische Fehler

  1. Prüfe, ob das ideale Gasmodell für die Aufgabe vorausgesetzt ist.
  2. Notiere p, V, n und T für jeden Zustand.
  3. Unterscheide Absolutdruck von Überdruck und rechne Celsius in Kelvin um.
  4. Wähle pV = nRT oder bei gleicher Gasmenge die Verhältnisgleichung.
  5. Verwende zu R passende Einheiten beziehungsweise konsistente Einheiten in der Verhältnisform.
  6. Prüfe die Richtung der Änderung: Welche Größen erklären das Ergebnis?

Wenn beispielsweise ein Ballon erwärmt wird, sind Druck und Gasmenge nicht automatisch ideal konstant. Die Hülle und mögliche Undichtigkeiten können relevant sein. Formuliere zuerst die Modellannahmen, bevor du eine einfache Proportionalität verwendest.

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Tipps lernen oder ohne Hilfe testen – du entscheidest.

Wähle deine Stufe. Du löst jeweils sechs Aufgaben mit direkter Rückmeldung, Tipps und Rechenwegen.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

Nur die Zahl in K eingeben.

Nur die Zahl in mol eingeben.

Nur die Zahl in bar eingeben.

Lösungen mit Erklärungen
  1. 323,15 – T = 50 + 273,15 = 323,15 K.
  2. 1 – n = 28 / 28 = 1 mol.
  3. 15 – p₂ = p₁ · T₂/T₁ = 10 · 450/300 = 15 bar absolut.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Eigene Werte einsetzenMit dem Physikhelfer

Physikhelfer

Eigene Werte einsetzen

Berechne Druck, Volumen, Stoffmenge oder Temperatur mit der idealen Gasgleichung. Temperatur in Kelvin und absoluter Druck gehören dazu. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.

Passende Aufgabe öffnen →

Kostenlos und ohne Anmeldung. Ein Rücklink führt dich wieder zu dieser Erklärung.

Lieber auf Papier? 6 Aufgaben mit aufklappbaren Lösungen

Dein Wissen anwenden

Auf Papier üben

Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.

1 · Welche Einheiten passen zu R = 8,314 Joule pro Mol und Kelvin?

Lösung und Rechenweg ansehen

p in Pascal, V in Kubikmetern, n in Mol und T in Kelvin.

Erklärung wiederholen →

4 · T steigt bei gleichem n und V von 300 K auf 450 K. Wie ändert sich p?

Lösung und Rechenweg ansehen

Der absolute Druck steigt auf das 1,5-Fache.

Erklärung wiederholen →

5 · Welche Stoffmenge sind 5,6 g bei M = 28 Gramm pro Mol?

Lösung und Rechenweg ansehen

n = 5,6 geteilt durch 28 mol = 0,20 mol.

Erklärung wiederholen →

6 · Darf p₁V₁/T₁ = p₂V₂/T₂ verwendet werden, wenn die Hälfte des Gases entweicht?

Lösung und Rechenweg ansehen

Nein. Die Stoffmenge ist dann nicht konstant. Die vollständige Zustandsgleichung muss für beide Zustände verwendet werden.

Erklärung wiederholen →

Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.

Häufige Fragen

Was bedeutet das n im Gasgesetz?

n ist die Stoffmenge in Mol. Es ist nicht die Masse und nicht unmittelbar die Teilchenzahl.

Ist ein ideales Gas eine bestimmte Gasart?

Nein. Es ist ein Modell, das auf verschiedene Gase unter geeigneten Bedingungen näherungsweise angewendet werden kann.

Kann ich allein aus einer Temperaturänderung den neuen Druck berechnen?

Nicht allgemein. Dafür müssen zusätzlich etwa Volumen und Stoffmenge festgelegt sein.

Dein nächster Lernschritt

Wie möchtest du weiterlernen?

Passende Materialien zum Thema „Ideales Gasgesetz“. Wähle aus, was dir beim Üben und Wiederholen hilft.

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Diese Materialien ergänzen die Erklärung und unterstützen dich beim Üben und Nachschlagen.

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Optionale Ergänzungen zum Üben und Nachschlagen. Klassenstufe und Umfang findest du beim jeweiligen Produkt.

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