Verknüpfe Druck, Volumen, Temperatur und Stoffmenge mit pV = nRT. Lerne die Einheiten und Modellannahmen kennen und berechne Zustände Schritt für Schritt.
nRTUnsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
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Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.
Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.
Ein ideales Gas ist ein vereinfachtes physikalisches Modell. Seine Teilchen werden als sehr klein gegenüber ihren mittleren Abständen behandelt. Abgesehen von elastischen Zusammenstößen berücksichtigt man keine Wechselwirkungskräfte zwischen ihnen.
Das Modell beschreibt viele verdünnte Gase näherungsweise gut. Hohe Dichten und Zustände nahe der Verflüssigung erfordern genauere Beschreibungen. Ein ideales Gas ist daher kein eigener Stoff, sondern eine Modellannahme.
Die Zustandsgleichung verknüpft Größen eines Gleichgewichtszustands. Sie sagt allein nicht, wie schnell ein Vorgang abläuft oder wie viel Wärme während eines beliebigen Vorgangs übertragen wird.
Lernschritt 2
Die Größen in pV = nRT verstehen
p · V = n · R · T
p: Absolutdruck
Druck in Pascal. 1 bar = 100.000 Pa. Überdruck muss zuerst umgerechnet werden.
V: Volumen
Raum des Gases in Kubikmetern. 1 L = 0,001 m³.
n: Stoffmenge
Angabe in Mol. Sie beschreibt die Teilchenanzahl über eine festgelegte Zähleinheit.
T: absolute Temperatur
Temperatur in Kelvin. Celsiuswerte müssen vor dem Einsetzen umgerechnet werden.
R ≈ 8,314 Jmol · K
Mit dieser Wahl von R verwendest du Pascal, Kubikmeter, Mol und Kelvin. Dann hat pV die Einheit Pascal mal Kubikmeter, die einem Joule entspricht.
Ein Mol enthält genau 6,02214076 · 1023 der jeweils benannten Teilchen. Bei einem molekularen Gas sind damit beispielsweise Moleküle gemeint. Gleiche Stoffmengen verschiedener Gase bedeuten gleiche Teilchenzahlen, nicht gleiche Massen.
Lernschritt 3
Warum Celsius in dieser Formel nicht funktioniert
Die Temperatur muss vom absoluten Nullpunkt aus gemessen werden. 0 °C bedeutet nicht, dass die ungeordnete Gasbewegung und der Gasdruck verschwinden.
T in K = Celsius-Zahlenwert + 273,15
20 °C entsprechen 293,15 K und 40 °C entsprechen 313,15 K. Eine Erwärmung von 20 °C auf 40 °C verdoppelt die absolute Temperatur daher nicht. Das Verhältnis beträgt nur ungefähr 1,068.
Die doppelte absolute Temperatur von 300 K ist 600 K. In Celsius sind das 26,85 °C und 326,85 °C. Für Temperaturverhältnisse darfst du die Celsiuswerte nicht verwenden.
Temperaturdifferenzen haben in Kelvin und Celsius denselben Zahlenwert. Temperaturverhältnisse dagegen müssen hier mit Kelvin berechnet werden.
Lernschritt 4
Ein Gasvolumen vollständig berechnen
Beispiel · Schritt für Schritt
Das Volumen mit pV = nRT berechnen
0,10 mol ideales Gas befinden sich bei 300 K und 1,0 bar absolut.
R = 8,314 J/(mol · K) · Gesucht: V
Rechenweg: Das Volumen mit pV = nRT berechnen
Rechnung
Erklärung zum Schritt
p = 1,0 bar = 100.000 Pa T = 300 K
1Einheiten vorbereiten
Zum angegebenen R gehören Pascal und Kubikmeter. Die Temperatur steht bereits in Kelvin.
V = nRTp
2Nach V umstellen
Teile die Zustandsgleichung durch p.
V = 0,10 · 8,314 · 300100.000 m³ = 0,0024942 m³
3Einsetzen
J/Pa entspricht m³. Einsetzen von 1 statt 100.000 für den Druck wäre mit diesem R falsch.
V ≈ 2,49 L
4In Liter umrechnen und prüfen
1 m³ = 1.000 L. Die zehnfache Stoffmenge hätte bei gleichem p und T das zehnfache Volumen.
Ergebnis: Das Modellvolumen beträgt ungefähr 2,49 L.
Lernschritt 5
Stoffmenge aus Masse oder Zustand bestimmen
n = mMn = pVRT
Beispiel · Schritt für Schritt
Die Stoffmenge aus dem Gaszustand bestimmen
Ein Gas hat V = 10 L, p = 1,0 bar absolut und T = 300 K.
R = 8,314 J/(mol · K) · Gesucht: n
Rechenweg: Die Stoffmenge aus dem Gaszustand bestimmen
Rechnung
Erklärung zum Schritt
V = 0,010 m³ p = 100.000 Pa
1Volumen und Druck umrechnen
Die passenden SI-Einheiten verhindern einen Faktor-1.000-Fehler beim Volumen.
n = pVRT = 100.000 · 0,0108,314 · 300 mol
2Nach n umstellen und einsetzen
Eine molare Masse wird für diese Zustandsrechnung nicht benötigt.
n ≈ 0,401 mol
3Berechnen und deuten
Mol beschreibt eine Stoffmenge. Für die Umrechnung in eine Gasmasse bräuchtest du zusätzlich M.
Ergebnis: Die Stoffmenge beträgt ungefähr 0,401 mol.
Wenn stattdessen die Masse bekannt ist
Beispiel · Schritt für Schritt
Gramm in Mol umrechnen
Die Gasmasse beträgt 2,8 g; die vorgegebene molare Masse beträgt 28 g/mol.
Gesucht: n
Rechenweg: Gramm in Mol umrechnen
Rechnung
Erklärung zum Schritt
n = mM
1Passende Beziehung wählen
M gibt die Masse pro Mol an.
n = 2,8 g28 g/mol = 0,10 mol
2Masseneinheiten abstimmen
Hier passen Gramm und Gramm pro Mol direkt zusammen. Verwende nicht kg im Zähler und g/mol im Nenner.
Ergebnis: 2,8 g entsprechen bei diesem M 0,10 mol.
Lernschritt 6
Zwei Zustände derselben Gasmenge vergleichen
Bei unveränderter Gasmenge gilt p₁V₁/T₁ = p₂V₂/T₂. Bleibt die Temperatur nicht gleich, darfst du Boyle-Mariotte nicht einfach verwenden.
Beispiel · Schritt für Schritt
Volumen und Temperatur ändern sich gleichzeitig
Anfangs: p₁ = 1,0 bar absolut, V₁ = 2,0 L, T₁ = 300 K. Danach: V₂ = 1,5 L, T₂ = 330 K.
Gasmenge konstant · Gesucht: p₂
Rechenweg: Volumen und Temperatur ändern sich gleichzeitig
Rechnung
Erklärung zum Schritt
p₁V₁T₁ = p₂V₂T₂
1Zwei Zustände vergleichen
n und R kürzen sich, weil dieselbe Gasmenge betrachtet wird.
p₂ = p₁V₁T₂T₁V₂
2Nach p₂ auflösen
Multipliziere mit T₂ und teile durch V₂.
p₂ = 1,0 · 2,0 · 330300 · 1,5 bar ≈ 1,47 bar
3Einsetzen
Bar und Liter sind in der Verhältnisform möglich. Beide Temperaturen müssen trotzdem in Kelvin stehen.
p₂p₁ = 2,01,5 · 330300 ≈ 1,47
4Richtung und Faktoren prüfen
Kompression und Erwärmung erhöhen hier beide den Druck.
Ergebnis: Der Enddruck beträgt ungefähr 1,47 bar absolut.
Lernschritt 7
Welche Größe bleibt gleich?
1 · Anfang: T₁ = 300 K, p₁ = 1,0 bar absolut.
2 · Danach: T₂ = 360 K, p₂ = 1,2 bar absolut.
V und n bleiben gleich. Die absolute Temperatur steigt um den Faktor 1,2; der absolute Druck ebenso.
Schematischer Zustandsvergleich. Die Punkte stehen für dieselbe Teilchenzahl; sie zeigen keine realen Teilchenbahnen.
Die Zustandsgleichung liefert verschiedene Spezialfälle. Bevor du kürzt, lies die Randbedingungen der Aufgabe:
T und n konstant: pV bleibt konstant. Das ist Boyle-Mariotte.
V und n konstant: p ist proportional zu T. Ein gedachtes starres, geschlossenes Gefäß ändert sein Volumen nicht.
p und n konstant: V ist proportional zu T. Ein ideal beweglicher Kolben kann sich bei konstanter äußerer Belastung verschieben.
Denkfrage: Eine Gasportion wird von 300 K auf 360 K erwärmt. Was passiert?
Antwort nach Randbedingung ansehen
Bei festem Volumen steigt der absolute Druck auf das 1,2-Fache. Bei festem Druck steigt das Volumen auf das 1,2-Fache. Ohne eine solche zusätzliche Randbedingung ist weder der neue Druck noch das neue Volumen eindeutig festgelegt.
Dies sind Vergleiche vorgegebener Modellzustände, keine Anleitung zum Erhitzen geschlossener Gefäße.
Lernschritt 8
Ein Rechenplan gegen typische Fehler
Prüfe, ob das ideale Gasmodell für die Aufgabe vorausgesetzt ist.
Notiere p, V, n und T für jeden Zustand.
Unterscheide Absolutdruck von Überdruck und rechne Celsius in Kelvin um.
Wähle pV = nRT oder bei gleicher Gasmenge die Verhältnisgleichung.
Verwende zu R passende Einheiten beziehungsweise konsistente Einheiten in der Verhältnisform.
Prüfe die Richtung der Änderung: Welche Größen erklären das Ergebnis?
Wenn beispielsweise ein Ballon erwärmt wird, sind Druck und Gasmenge nicht automatisch ideal konstant. Die Hülle und mögliche Undichtigkeiten können relevant sein. Formuliere zuerst die Modellannahmen, bevor du eine einfache Proportionalität verwendest.
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Berechne Druck, Volumen, Stoffmenge oder Temperatur mit der idealen Gasgleichung. Temperatur in Kelvin und absoluter Druck gehören dazu. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.