Elektrophil · Elektronenpaar-Akzeptor
Das H-Atom in HBr ist partiell positiv (δ+). Es kann ein Elektronenpaar der Doppelbindung für eine neue C–H-Bindung aufnehmen.
Chemie · Klasse 11–13 · Organische Reaktionen
Wie reagiert eine Doppelbindung mit HBr? Verstehe Elektronenpaarpfeile, Carbokationen und die Markovnikov-Regel direkt an den Molekülen.
Aus einer Doppelbindung wird eine Einfachbindung.
H und Br werden an die beiden C-Atome angelagert.
Ein Alken besitzt eine C=C-Doppelbindung: eine σ-Bindung und eine zusätzliche π-Bindung. Bei einer Addition reagiert die π-Bindung; die C–C-σ-Bindung bleibt bestehen. An beide C-Atome kommt eine neue Gruppe.
Aus Ethen und Bromwasserstoff wird Bromethan. Hier wird nichts abgespalten: Beide Atome des HBr werden in das Produkt aufgenommen.
Das H-Atom in HBr ist partiell positiv (δ+). Es kann ein Elektronenpaar der Doppelbindung für eine neue C–H-Bindung aufnehmen.
Die π-Bindung ist elektronenreich und stellt zunächst das Elektronenpaar bereit. Später wirkt Br⁻ mit einem freien Elektronenpaar als Nucleophil.
δ+ und δ− kennzeichnen Teilladungen in einer polaren Bindung. Sie sind keine vollen Ionenladungen. Beim heterolytischen Spalten der H–Br-Bindung erhält Br beide Bindungselektronen.
Ein Elektronenpaar der π-Bindung bildet die neue C–H-Bindung. Gleichzeitig geht das Elektronenpaar der H–Br-Bindung zu Br. Das andere C-Atom besitzt danach nur drei Bindungen und trägt eine positive Ladung: ein Carbokation.
Ein freies Elektronenpaar von Br⁻ bildet die C–Br-Bindung. Die Ladungen verschwinden aus der Produktformel, weil ein neutrales Molekül entsteht.
H bindet am endständigen CH₂. Es entsteht CH₃–CH⁺–CH₃: ein sekundäres Carbokation. Br⁻ greift danach am mittleren C-Atom an. Produkt: 2-Brompropan.
H bindet am mittleren C-Atom. Es entstünde CH₃–CH₂–CH₂⁺: ein primäres Carbokation. Dieser Weg zu 1-Brompropan ist weniger begünstigt.
Alkylgruppen können ein benachbartes Carbokation durch Elektronendichte stabilisieren (+I-Effekt und Hyperkonjugation). Das sekundäre Carbokation ist hier stabiler als das primäre.
Geltungsbereich: einfache Alkene bei ionischer Addition. Radikalische HBr-Addition unter Peroxidbedingungen kann die Orientierung umkehren; mögliche Umlagerungen werden hier nicht modelliert.
Wähle ein Alken. Sage das Produkt voraus und gehe dann den Mechanismus Schritt für Schritt durch.
Modell der ionischen HBr-Addition ohne Peroxide; gezeigt wird jeweils der bevorzugte Reaktionsweg.
Auch Brom kann an eine Doppelbindung addiert werden. Die π-Elektronen polarisieren Br₂. Zunächst entsteht ein verbrücktes Bromonium-Ion, bei dem Br mit beiden C-Atomen verbunden ist. Br⁻ öffnet anschließend die Brücke durch Angriff von der gegenüberliegenden Seite: anti-Addition.
In einem nichtnucleophilen Lösungsmittel führt das zum vicinalen Dibromid, also zu zwei Br-Atomen an benachbarten C-Atomen. In Wasser kann Wasser als Nucleophil konkurrieren; dann sind auch Bromhydrine möglich. Die Entfärbung allein identifiziert deshalb kein bestimmtes Alken eindeutig.
Eine Probe enthält 0,010 mol Ethen. Bei vollständiger Addition wird pro C=C-Bindung ein Br₂-Molekül verbraucht.
Für die vollständige Umsetzung benötigt man rechnerisch etwa 1,60 g Br₂. Das Produkt ist 1,2-Dibromethan; die Rechnung beschreibt ein ideales Reaktionsmodell.
Wer ist im zweiten Schritt der HBr-Addition das Nucleophil?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Ethen zeichnen und σ- sowie π-Bindung kennzeichnen.
Partnerarbeit: Im Labor vor jedem Klick die nächste Struktur vorhersagen. Anschließend Propen und Ethen vergleichen.
Sicherung: Die Markovnikov-Regel über die Carbokationen begründen und die HBr-Addition von der Brom-Addition unterscheiden.

Direkt zum Thema: HBr-Addition und Produkte aus dem Mechanismus herleiten.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Vertiefung: Elektrophile, Nucleophile und Elektronenpaarpfeile trainieren.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Grundlagen: Doppelbindungen und Strukturformeln sicher lesen.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladenFachlich weiterführend: OpenStax · Organic Chemistry