1 · In welche Richtung zeigt ein elektrisches Feld per Definition?
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In die Richtung der elektrischen Kraft auf eine positive Probeladung.
Erklärung wiederholen →Physik · Elektrizitätslehre · Oberstufe
Wie wirkt eine elektrische Ladung auf ihre Umgebung? Lerne Feldlinien zu lesen, Feldstärken zu berechnen und die Kraft auf positive und negative Ladungen zu unterscheiden – mit Beispielen und einem umschaltbaren Modell.
Das Feld zeigt die Wirkung am Ort
Fel = |q| · E
Für die Beträge: Je größer die Ladung und die Feldstärke, desto größer die Kraft. Die Richtung hängt zusätzlich vom Vorzeichen der Ladung ab.
Lernschritt 1
Elektrische Ladungen beeinflussen den Raum um sich: Eine weitere Ladung kann dort eine elektrische Kraft erfahren, ohne die erste Ladung zu berühren. Diese Wirkung beschreiben wir durch das elektrische Feld.
Jedem Ort ordnen wir eine Feldstärke mit Betrag und Richtung zu. Damit können wir die Wirkung auf verschiedene Probeladungen am selben Ort vorhersagen, ohne jedes Mal ein neues Feld erfinden zu müssen.
Die Feldrichtung ist per Vereinbarung die Richtung der Kraft auf eine positive Probeladung. Auf eine negative Ladung wirkt die Kraft entgegengesetzt. Die Probeladung soll so klein sein, dass sie die ursprüngliche Ladungsverteilung nicht wesentlich verändert.
Ein Feld kann auch dort vorhanden sein, wo gerade keine Probeladung sitzt. Die Probeladung macht die Wirkung untersuchbar; sie erzeugt nicht erst das betrachtete äußere Feld.
Lernschritt 2
Eine Feldlinie zeigt mit ihrer Tangentenrichtung die lokale Feldrichtung. Im elektrostatischen Feld verlaufen die Linien von positiven Ladungen weg und zu negativen Ladungen hin; bei einer einzelnen Ladung können sie bis ins Unendliche reichen beziehungsweise von dort kommen.
Feldlinien sind Hilfslinien, keine sichtbaren Fäden. Ihre Anzahl ist frei gewählt. Aus zehn eingezeichneten Linien folgt ohne zusätzliche Skala keine bestimmte Feldstärke.
Die Bahn eines geladenen Teilchens ist auch nicht automatisch eine Feldlinie. Seine Anfangsgeschwindigkeit spielt mit: Ein Elektron kann beispielsweise seitlich in ein Plattenfeld eintreten und auf einer gekrümmten Bahn abgelenkt werden.
Lernschritt 3
Das Feld der Platten bleibt beim Umschalten gleich. Wir tauschen nur die Probeladung aus und halten ihren Betrag gleich. Deshalb ändert sich die Kraftrichtung, aber nicht der Kraftbetrag.
Mathematisch lautet die gerichtete Beziehung Kraftvektor = q · Feldvektor. Positives q erhält die Richtung, negatives q kehrt sie um. Für positive Beträge verwenden wir Fel = |q| · E.
Für ein Elektron gilt q = −e mit e ≈ 1,602 · 10−19 C. Seine elektrische Kraft zeigt entgegen der Feldrichtung. Die Beschleunigung zeigt bei ausschließlich elektrischer Kraft ebenfalls entgegen E; seine momentane Geschwindigkeit muss nicht in diese Richtung zeigen.
Lernschritt 4
E =
Die Einheit ist Newton pro Coulomb. Gleichwertig ist Volt pro Meter. Verwechsle das Formelzeichen E der Feldstärke nicht mit einem E für Energie; die Einheit verrät, welche Größe gemeint ist.
Beispiel: Auf eine Probeladung von +2,0 µC wirkt eine elektrische Kraft von 0,0060 N. Rechne zuerst die Ladung um: 2,0 µC = 2,0 · 10−6 C.
E = = 3 000 Newton pro Coulomb
Setzen wir am selben Ort eine Ladung von −4,0 µC ein, folgt für den Kraftbetrag:
Fel = 4,0 · 10−6 C · 3 000 = 0,012 N
Der Betrag verdoppelt sich; die Richtung ist wegen des negativen Vorzeichens entgegengesetzt zur Feldrichtung. Das äußere Feld selbst bleibt bei unveränderter Ladungsverteilung gleich.
Lernschritt 5
Zwischen großen parallelen, entgegengesetzt geladenen Platten ist das Feld im mittleren Bereich näherungsweise homogen. Das bedeutet: Betrag und Richtung sind dort überall gleich. Im Bild sind die Feldlinien deshalb parallel und gleichmäßig verteilt.
E ≈
Hier rechnen wir mit dem positiven Spannungsbetrag U zwischen den Platten und dem senkrechten Plattenabstand d. Die Näherung gilt fern von den Rändern bei kleinem Abstand im Vergleich zu den Plattenabmessungen.
Beispiel: U = 120 V, d = 3,0 cm = 0,030 m:
E ≈ = 4 000 Volt pro Meter
Auf eine Ladung von +5,0 nC = 5,0 · 10−9 C wirkt dort eine Kraft von 2,0 · 10−5 N in Feldrichtung. Bei −5,0 nC wäre der Betrag gleich und die Richtung umgekehrt.
U geteilt durch d ist kein allgemeines Gesetz für jedes Feld. Im radialen Feld einer Punktladung ändert sich die Feldstärke mit dem Ort. Dort darfst du nicht einfach irgendeine Spannung durch irgendeinen Abstand teilen.
Lernschritt 6
Für eine einzelne Punktladung Q im Vakuum beträgt die Feldstärke im Abstand r:
E = ·
Der Vorfaktor ist näherungsweise 8,99 · 109 Newton-Quadratmeter pro Quadratcoulomb. In Luft ist diese Näherung für viele Schulaufgaben ausreichend. r wird vom Ort der Punktladung gemessen.
Wichtiger als das Auswendiglernen der großen Zahl ist zunächst die Abhängigkeit: Doppelter Abstand bedeutet ein Viertel der Feldstärke. Dreifacher Abstand bedeutet ein Neuntel. Verdoppeln der Quellladung bei gleichem Abstand verdoppelt dagegen die Feldstärke.
Bei Q = +1,0 nC und r = 0,10 m ergibt sich E ≈ 899 Newton pro Coulomb. In 0,20 m Abstand bleiben etwa 225 Newton pro Coulomb. Die Richtung zeigt jeweils radial von Q weg.
Lernschritt 7
Wirken mehrere Quellladungen, addieren sich ihre Feldvektoren. Du musst also Richtungen berücksichtigen und darfst nicht grundsätzlich alle Beträge addieren.
Beispiel auf einer Linie: Zwei Felder zeigen nach rechts und haben die Beträge 400 und 600 Newton pro Coulomb. Zusammen ergeben sie 1 000 Newton pro Coulomb nach rechts. Zeigt das zweite stattdessen nach links, bleiben 200 Newton pro Coulomb nach links.
In der Mitte zwischen zwei gleich großen positiven Punktladungen sind die Teilfelder gleich groß und entgegengesetzt. Das Gesamtfeld ist dort null. In der Mitte zwischen gleich großen Ladungen mit entgegengesetztem Vorzeichen zeigen dagegen beide Teilfelder von Plus zu Minus und verstärken sich.
Die Aussage „Gesamtfeld null“ gilt im ersten Beispiel nur an diesem besonderen Ort. Daraus folgt nicht, dass der ganze Raum feldfrei wäre.
Lernschritt 8
Für Ladungen gilt: 1 µC = 10−6 C und 1 nC = 10−9 C. Ein vergessenes Präfix kann das Ergebnis um viele Größenordnungen verändern.
Die Rechenwerte sind keine Anleitung für eigene Hochspannungsversuche. Das digitale Modell und die Arbeitsblätter können ohne elektrischen Versuchsaufbau verwendet werden.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
In die Richtung der elektrischen Kraft auf eine positive Probeladung.
Erklärung wiederholen →Nach links, weil das Elektron negativ geladen ist. Seine momentane Bewegungsrichtung ist dadurch noch nicht festgelegt.
Erklärung wiederholen →E = 0,015 N geteilt durch 3,0 · 10−6 C = 5 000 Newton pro Coulomb.
Erklärung wiederholen →Zuerst d = 0,020 m. Dann E = 60 V geteilt durch 0,020 m = 3 000 Volt pro Meter.
Erklärung wiederholen →Die Feldstärke sinkt auf ein Neuntel, weil E umgekehrt proportional zu r² ist.
Erklärung wiederholen →Die Vektoren wirken entgegengesetzt. Es bleiben 500 Newton pro Coulomb nach rechts.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Buch, Preis und Details ansehen →Nein. Sie zeigen die Feldrichtung und damit die Kraftrichtung auf positive Probeladungen. Elektronen erfahren eine entgegengesetzte Kraft; ihre Bahn hängt zusätzlich von der Anfangsgeschwindigkeit ab.
Beide sind gleichwertige Einheiten der elektrischen Feldstärke. Die erste passt zur Kraftwirkung, die zweite zum Zusammenhang mit der Spannung.
Nein. Diese einfache Beziehung verwenden wir für ein homogenes Feld entlang der betrachteten Strecke, etwa näherungsweise im Inneren eines Plattenkondensators.