1 · Welche Bedingung müssen die zwei Spannvektoren erfüllen?
Lösung und Rechenweg ansehen
Sie müssen linear unabhängig sein: keine Vielfachen voneinander und beide ungleich null.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 11–13 · etwa 45–60 Minuten
Du prüfst Spannvektoren, stellst vollständige Ebenengleichungen auf und wechselst zwischen Koordinaten- und Parameterform.
Vektoren, Verbindungsvektoren, Skalarprodukt und lineare Gleichungssysteme.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.
Komponenten mit Semikolon trennen, z. B. 2; −1; 3. Brüche mit /, Wurzeln als sqrt(…). Ebenengleichungen z. B. 3x+y-z=7; x1, x2, x3 sind ebenfalls möglich. Bei Parameterformen alle drei Terme in r und s angeben.
02 · Verstehen
Eine Ebene – drei Darstellungen
E: x₁ + x₂ + x₃ = 1
Diese Gleichung beschreibt alle Punkte, deren drei Koordinaten zusammen 1 ergeben. Dieselbe Ebene lässt sich auch mit einem Stützpunkt und zwei Spannvektoren beschreiben.
Stell dir eine flache Fläche vor, die sich in zwei unabhängige Richtungen unbegrenzt ausdehnt. Ein gezeichnetes Parallelogramm zeigt nur einen Ausschnitt davon. Eine Ebene besitzt keine Dicke und keinen Rand.
Um sie in Parameterform festzulegen, brauchst du einen Punkt auf der Ebene und zwei voneinander unabhängige Spannvektoren. Unabhängig bedeutet hier: Die Vektoren sind keine Vielfachen voneinander. Keiner darf der Nullvektor sein.
Mit dem Stützvektor a und den Spannvektoren u und v lautet die allgemeine Form:
E: x = a + r · u + s · v
Die reellen Parameter r und s sind unabhängig voneinander frei wählbar. Vom Stützpunkt aus gehst du r-mal in Richtung u und s-mal in Richtung v. So erreichst du jeden Punkt der Ebene.
E: x = + r · + s ·
Für r = 0 und s = 0 erhältst du A(1 | 0 | 0). Für r = 1, s = 0 entsteht B(0 | 1 | 0); für r = 0, s = 1 entsteht C(0 | 0 | 1). Die Spannvektoren sind keine Vielfachen und legen tatsächlich eine Ebene fest.
Beispiel · Schritt für Schritt
A(1 | 0 | 0)
B(0 | 1 | 0); C(0 | 0 | 1)
Gegeben seien A(1 | 0 | 0), B(0 | 1 | 0) und C(0 | 0 | 1). Wähle A als Stützpunkt. Berechne anschließend die Verbindungsvektoren von A nach B und von A nach C: jeweils Ziel minus Start.
Berechne ebenso den zweiten Spannvektor.
u kann kein Vielfaches von v sein: Bereits die zweite Komponente widerspricht dem. Beide Vektoren sind ungleich null.
A liefert den Stützvektor. r und s durchlaufen unabhängig alle reellen Zahlen. Das ist die Ebene aus dem vorherigen Abschnitt.
Drei Punkte bestimmen nur dann genau eine Ebene, wenn sie nicht auf einer Geraden liegen. Sind die beiden Verbindungsvektoren abhängig, reicht die Angabe nicht für eine eindeutige Ebene.
Ein Normalenvektor n steht senkrecht auf beiden Spannvektoren. Er darf nicht der Nullvektor sein. Du kannst ihn mit zwei Skalarproduktgleichungen bestimmen:
n · u = 0 und n · v = 0
Beispiel · Schritt für Schritt
u = (−1; 1; 0)
v = (−1; 0; 1)
Setze u = (−1; 1; 0) und v = (−1; 0; 1) ein.
Beide Gleichungen bestimmen die Komponenten relativ zu n₁.
Wähle n₁ = 1. Jedes von null verschiedene Vielfache ist ebenfalls geeignet.
Der Vektor x − a verbindet den Stützpunkt mit einem beliebigen Ebenenpunkt. Er liegt in der Ebene und ist deshalb orthogonal zu n. Daraus folgt die Normalenform:
E: n · (x − a) = 0
· (x − ) = 0
Du brauchst dafür keinen Vektor der Länge 1. Das Normieren ist für die gewöhnliche Normalenform nicht erforderlich.
Multipliziere das Skalarprodukt aus. Für unser Beispiel bedeutet das:
Beispiel · Schritt für Schritt
n = (1; 1; 1)
A(1 | 0 | 0)
Multipliziere zugehörige Komponenten und addiere die Produkte.
Die Faktoren 1 ändern die Terme nicht.
Addiere auf beiden Seiten 1.
Allgemein hat die Koordinatenform die Gestalt:
E: n₁x₁ + n₂x₂ + n₃x₃ = d
Die Koeffizienten vor den Koordinaten bilden einen Normalenvektor. Die rechte Seite ist d = n · a. Mindestens einer der drei Koeffizienten muss ungleich 0 sein. Ist d = 0, liegt der Ursprung auf der Ebene.
Multiplizierst du die gesamte Gleichung mit einer Zahl ungleich 0, bleibt die Ebene gleich. Deshalb beschreibt 2x₁ + 2x₂ + 2x₃ = 2 dieselbe Ebene wie unsere Ausgangsgleichung.
In Koordinatenform geht die Punktprobe besonders schnell: Setze die drei Koordinaten ein und prüfe die Gleichung.
Beispiel · Schritt für Schritt
E: x₁ + x₂ + x₃ = 1
P(2 | −1 | 0); Q(1 | 1 | 1)
Die linke Seite ist gleich der rechten Seite 1. P liegt auf E.
Die Ebenengleichung ist nicht erfüllt. Q liegt nicht auf E.
Auch die Parameterform eignet sich. Für P muss gelten:
Beispiel · Schritt für Schritt
P(2 | −1 | 0)
E: x = (1; 0; 0)
+ r · (−1; 1; 0) + s · (−1; 0; 1)
Setze P(2 | −1 | 0) in die Parameterform ein.
Die zweite und dritte Gleichung liefern das einzige mögliche Parameterpaar.
Auch die erste Gleichung ist erfüllt. Alle drei Koordinaten stimmen mit demselben Parameterpaar: P liegt auf E.
Beispiel · Schritt für Schritt
E: x₁ + x₂ + x₃ = 1
Der Koeffizient von x₁ ist 1 und ungleich 0.
r und s sind unabhängig frei wählbare reelle Zahlen.
Achte auf die Reihenfolge x₁, x₂, x₃.
Trenne konstanten Anteil, r-Anteil und s-Anteil. Die beiden Spannvektoren sind unabhängig.
So erhältst du wieder unsere Parameterform. Bei einer anderen Ebene löst du nach einer Koordinate auf, deren Koeffizient ungleich 0 ist. Beispielsweise ergibt x₃ = 2 die Parameterform x = (0; 0; 2) + r(1; 0; 0) + s(0; 1; 0).
Formen sicher umwandeln
Beispiel · Schritt für Schritt
E: 2x₁ − x₂ + 3x₃ = 4
Gegeben ist E: 2x₁ − x₂ + 3x₃ = 4. Die Koeffizienten liefern sofort einen Normalenvektor n = (2; −1; 3). Für die Normalenform brauchst du zusätzlich einen Punkt auf der Ebene.
Setze zwei Koordinaten auf 0 und berechne die dritte. A(2 | 0 | 0) liegt auf E.
Nutze den aus den Koeffizienten abgelesenen Normalenvektor und den gefundenen Stützpunkt.
Berechne das Skalarprodukt.
Addiere 4 auf beiden Seiten. Die Normalenform beschreibt dieselbe Ebene.
Nicht jeder frei gewählte Stützpunkt passt. Beispielsweise liegt der Ursprung nicht auf dieser Ebene. Wähle beim Bestimmen eines Punkts eine Koordinate mit einem Koeffizienten ungleich 0 als zu berechnende Größe.
Lösung · Schritt für Schritt
E: x₁ + 2x₂ − x₃ = 3
Der Normalenvektor ist ungleich null.
A(3 | 0 | 0) erfüllt die Koordinatengleichung.
Ausmultipliziert: x₁ − 3 + 2x₂ − x₃ = 0. Daraus entsteht wieder die Ausgangsgleichung.
Formen sicher umwandeln
Beispiel · Schritt für Schritt
n = (2; −1; 3)
a = (2; 0; 0)
Starte mit n · (x − a) = 0 für n = (2; −1; 3) und a = (2; 0; 0).
Multipliziere die Normalenform aus.
Fasse zusammen und addiere 4.
Der Koeffizient −1 ist ungleich 0.
r und s durchlaufen unabhängig die reellen Zahlen.
Die Reihenfolge bleibt x₁, x₂, x₃.
Trenne konstanten Anteil und beide Parameteranteile.
Der neue Stützpunkt B(0 | −4 | 0) ist erlaubt: 2·0 − (−4) + 3·0 = 4. Die Spannvektoren sind unabhängig und beide orthogonal zu n: 2·1 − 1·2 + 3·0 = 0 sowie 2·0 − 1·3 + 3·1 = 0.
Auch der ursprüngliche Punkt A ist enthalten: Mit r = 2 und s = 0 erhältst du A(2 | 0 | 0). Eine andere Parameterform kann also dieselbe Ebene beschreiben. Entscheidend sind die Punkte der Ebene, nicht ein identisches Aussehen der Formel.
Lösung · Schritt für Schritt
n = (1; 2; −1)
a = (3; 0; 0)
Verwende n = (1; 2; −1) und a = (3; 0; 0).
Löse nach x₁ auf und wähle die anderen Koordinaten frei.
Die Koeffizienten von r und s werden zu Spannvektoren.
Die Spannvektoren sind unabhängig und orthogonal zu n. Der Stützpunkt erfüllt die Koordinatengleichung.
| Aufgabe | Praktischer Einstieg |
|---|---|
| Ebene aus drei Punkten | Parameterform mit zwei Verbindungsvektoren |
| Punkte erzeugen | Parameterform: r und s einsetzen |
| Punktprobe oder Schnitt mit Gerade | Koordinatenform |
| Senkrechte Richtung erkennen | Normalenform oder Koeffizienten der Koordinatenform |
Eine Ebene hat viele gültige Parameterformen. Andere Stützpunkte oder Spannvektoren bedeuten nicht automatisch eine andere Ebene. Entscheidend ist die Menge der beschriebenen Punkte.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. Prüfe anschließend die vollständige Lage, die Koordinaten oder die gefragte Gleichung. Tipps und Rechenwege helfen dir bei Bedarf weiter.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Sie müssen linear unabhängig sein: keine Vielfachen voneinander und beide ungleich null.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
A(1 | 0 | 0)
B(0 | 1 | 0)
Subtrahiere die Koordinaten von A von denen von B.
Der Pfeil zeigt von A nach B.
Zum Beispiel . Die Koeffizienten bilden den Normalenvektor.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
E: x₁ + x₂ + x₃ = 1
P(2 | −1 | 0)
Setze alle drei Koordinaten in x₁ + x₂ + x₃ = 1 ein.
Ja, die linke Seite stimmt mit der rechten Seite überein.
Lösung · Schritt für Schritt
E: 2x₁ − x₂ + x₃ = 0
O(0 | 0 | 0)
Für O(0 | 0 | 0) sind alle Koordinaten 0.
Ja: Die Gleichung 0 = 0 ist erfüllt.
Lösung · Schritt für Schritt
E: x = (0; 0; 2)
+ r · (1; 0; 0) + s · (0; 1; 0)
Die ersten beiden Koordinaten sind frei, die dritte ist fest.
Alle Punkte in der Höhe x₃ = 2 gehören dazu. Die beiden Spannvektoren sind unabhängig.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Geraden und Ebenen gemeinsam untersuchen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Nein. Durch zwei verschiedene Punkte verläuft eine Gerade, die in unendlich vielen Ebenen liegen kann.
Nein. Sie müssen nur unabhängig sein. Ein rechter Winkel zwischen ihnen ist nicht erforderlich.
Nein. Jedes von null verschiedene Vielfache eines Normalenvektors ist ebenfalls geeignet.
Berechne Ziel minus Start für den ersten Spannvektor.