Nach einer Replikationsrunde
Eine Bande mittlerer Dichte: Jedes Molekül enthält einen schweren alten und einen leichten neuen Strang. Das widerlegt das konservative Modell mit getrennt ganz alter und ganz neuer DNA.
Biologie · Verstehen und üben
Wie wird DNA vor einer Zellteilung kopiert? Entdecke Enzyme, Strangrichtungen und den experimentellen Nachweis – mit beschrifteten Detailzeichnungen und Replikations-Werkstatt.
Vor einer Zellteilung wird die DNA in der S-Phase verdoppelt. Bei der Replikation dienen die beiden alten Einzelstränge als Vorlagen (Matrizen). Zu A wird T, zu G wird C ergänzt. So entstehen zwei DNA-Doppelstrangmoleküle mit grundsätzlich gleicher Basenfolge.
Nach der S-Phase besitzt ein Chromosom zwei Schwesterchromatiden. DNA-Menge und Chromatidenzahl sind verdoppelt; die Chromosomenzahl bleibt zunächst gleich.
| Baustein / Enzym | Aufgabe |
|---|---|
| Helicase | Öffnet die Doppelhelix, indem Basenpaarungen getrennt werden. |
| Topoisomerase und Einzelstrang-bindende Proteine | Entlasten die DNA vor der Gabel beziehungsweise stabilisieren geöffnete Einzelstränge. |
| Primase | Erstellt kurze RNA-Primer als Startstücke. |
| DNA-Polymerase | Verlängert einen vorhandenen Strang am freien 3′-OH-Ende mit passenden DNA-Nukleotiden. |
| Primerentfernung und DNA-Ergänzung | RNA-Startstücke werden entfernt; DNA füllt die entstandenen Lücken. Die beteiligten Enzyme unterscheiden sich bei Bakterien und Eukaryoten. |
| DNA-Ligase | Schließt verbleibende Unterbrechungen im Zucker-Phosphat-Rückgrat. |
Die alten Stränge verlaufen antiparallel: einer 3′→5′, der andere 5′→3′. Die DNA-Polymerase kann nur am 3′-Ende verlängern. Jeder neue DNA-Strang entsteht deshalb in 5′→3′-Richtung. Die Matrize wird dabei 3′→5′ gelesen.
Nach Entfernung der RNA-Primer und Ersatz durch DNA verbindet die Ligase die Abschnitte zu einem durchgehenden Strang. „Diskontinuierlich“ bedeutet in Teilstücken – nicht in wechselnder Syntheserichtung.
Die Matrize ist ausdrücklich von 3′ nach 5′ notiert. Trage bis zu zwölf DNA-Basen ein. Lass dir den dazu antiparallelen neuen Strang und dessen Schreibweise erklären.
5′–ATGCCATG–3′
A paart mit T, G mit C. Der neue Strang wächst 5′→3′.
Aus einem DNA-Molekül entstehen zwei. Beide enthalten einen ursprünglichen Strang.
Bakterien wurden zunächst mit schwerem Stickstoff ¹⁵N kultiviert, dann in ein Medium mit ¹⁴N überführt. Neu gebildete DNA enthält danach leichten Stickstoff. Die Dichte der DNA wird durch Zentrifugation untersucht.
Eine Bande mittlerer Dichte: Jedes Molekül enthält einen schweren alten und einen leichten neuen Strang. Das widerlegt das konservative Modell mit getrennt ganz alter und ganz neuer DNA.
Eine mittelschwere und eine leichte Bande: Im idealisierten Modell liegen je 50 % Hybrid-DNA und leichte DNA vor. Dies unterscheidet semikonservative von dispersiver Verdopplung.
Beim Modellbakterium E. coli beginnt die Replikation des ringförmigen Chromosoms an einem Ursprung; zwei Gabeln bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Eukaryotische Chromosomen besitzen viele Replikationsursprünge. So können ihre langen DNA-Moleküle parallel kopiert werden.
Viele replikative Polymerasen prüfen die gerade eingebaute Base (Proofreading). Weitere Reparatursysteme korrigieren Fehler. Verbleibende dauerhafte Änderungen können Mutationen sein.
Vertiefung: Die Enden linearer Chromosomen lassen sich durch gewöhnliche Replikation nicht vollständig erhalten. Telomere schützen diese Enden; Telomerase kann die Wiederholungssequenzen in bestimmten Zellen verlängern.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Welche Aussage stimmt?
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Modellarbeit: Zwei antiparallele Papierstränge mit 5′- und 3′-Enden auslegen. Neue Abschnitte ausschließlich am 3′-Ende verlängern.
Auswertung: Aus dem Modell begründen, warum mehrere Primer nötig werden. Anschließend die Banden des Meselson-Stahl-Versuchs vorhersagen.
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Vergleiche die natürliche Replikation mit der gezielten DNA-Vervielfältigung im Labor.
Material ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Biology 2e. Umfang und Klassenstufe unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart. Eigene Modellzeichnungen; nicht maßstabsgetreu.