1 · Zehn faire unabhängige Münzwürfe, X zählt Kopf: n und p?
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n = 10 und p = 0,5. Bei festgelegter Trefferwertung sind die vier Bedingungen erfüllt.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 10–13 · Grundlagen und Wiederholung
Berechne die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Trefferanzahl. Erkenne Bernoulli-Ketten und unterscheide genau, höchstens und mindestens – mit Verteilungstabelle, Säulendiagramm und gelösten Aufgaben.
Gleiche Chance, mehrere Versuche
n = 5; p = 0,25
Fünf unabhängige Fragen mit je vier Antwortmöglichkeiten, genau eine davon richtig: Wer zufällig rät, trifft pro Frage mit Wahrscheinlichkeit 25 %. X zählt die richtigen Antworten.
Lernschritt 1
Eine Bernoulli-Kette besteht aus einer festen Anzahl gleichartig modellierter, unabhängiger Versuche. Jeder Versuch wird nur als Treffer oder Nichttreffer gewertet. Die Trefferwahrscheinlichkeit bleibt gleich.
| Prüffrage | Im Beispiel mit fünf Ratefragen |
|---|---|
| Feste Anzahl n? | Ja, n = 5 Fragen. |
| Zwei Wertungen? | Richtig oder falsch. |
| Konstante Trefferwahrscheinlichkeit p? | Ja, zufälliges Raten aus vier Antworten: p = 0,25. |
| Unabhängige Versuche? | Ja, wir nehmen unabhängiges Raten bei jeder Frage an. |
Dann ist X, die Anzahl der Treffer, binomialverteilt. Wir schreiben X ∼ B(n; p). X kann die ganzen Zahlen von 0 bis n annehmen. Ein „Treffer“ ist einfach das Ereignis, das du zählst – es kann auch ein defektes Bauteil sein.
Ziehen ohne Zurücklegen aus einer endlichen Urne mit beiden Farben ist im Allgemeinen keine Bernoulli-Kette: Die bedingten Chancen ändern sich. Auch bei Übungsaufgaben mit Lerneffekt oder unterschiedlich schweren Fragen ist ein konstantes p nicht automatisch gegeben.
Lernschritt 2
Eine feste Reihenfolge mit k Treffern und n − k Nichttreffern hat die Wahrscheinlichkeit pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Mehrere Reihenfolgen können dieselbe Trefferanzahl ergeben. Der Binomialkoeffizient zählt diese Reihenfolgen:
P(X = k) = C(n, k) · pk · (1 − p)n − k
C(n, k) =
C(n, k) wird „n über k“ gesprochen und am Taschenrechner oft als nCr bezeichnet. Es ist kein Bruch aus n und k. Das Ausrufezeichen bedeutet Fakultät: 4! = 4 · 3 · 2 · 1 = 24. Per Definition ist 0! = 1.
Für genau zwei richtige Antworten unter fünf ist C(5, 2) = 10. Zum Beispiel zählen RRFFF und RFRFF als verschiedene Reihenfolgen mit derselben Trefferanzahl. Die Formel gilt hier für ganzzahliges k zwischen 0 und n.
Lernschritt 3
Wir setzen n = 5, p = 0,25 und k = 2 ein. Es bleiben drei falsche Antworten mit Wahrscheinlichkeit 0,75 pro Frage:
P(X = 2) = 10 · 0,25² · 0,75³
P(X = 2) = 0,263671875 ≈ 26,37 %
Der Faktor 10 ist entscheidend: Ohne ihn würdest du nur eine bestimmte Reihenfolge berechnen. Runde erst am Ende, damit spätere Summen nicht unnötig ungenau werden.
Lernschritt 4
| Treffer k | P(X = k), gerundet | P(X ≤ k), gerundet |
|---|---|---|
| 0 | 23,73 % | 23,73 % |
| 1 | 39,55 % | 63,28 % |
| 2 | 26,37 % | 89,65 % |
| 3 | 8,79 % | 98,44 % |
| 4 | 1,46 % | 99,90 % |
| 5 | 0,10 % | 100 % |
Die mittlere Spalte enthält Einzelwahrscheinlichkeiten. Die rechte Spalte addiert jeweils alle Wahrscheinlichkeiten von 0 bis k; sie heißt kumulierte Verteilung. Die Säulen beziehen sich auf die mittlere Spalte. Ein Treffer ist hier am wahrscheinlichsten.
Lernschritt 5
„Höchstens zwei“ schließt die 2 ein. Du addierst die Werte 0, 1 und 2. „Weniger als zwei“ schließt die 2 aus und umfasst nur 0 und 1.
| Formulierung | Gezählte Werte | Wahrscheinlichkeit im Beispiel |
|---|---|---|
| Höchstens 2 | 0, 1, 2 | P(X ≤ 2) ≈ 89,65 % |
| Weniger als 2 | 0, 1 | P(X < 2) = P(X ≤ 1) ≈ 63,28 % |
P(X ≤ 2) = P(X = 0) + P(X = 1) + P(X = 2)
Bei ganzzahligen Trefferzahlen kannst du strenge Grenzen so übersetzen: X < k bedeutet X ≤ k − 1. Das hilft beim Eingeben in die kumulierte Verteilungsfunktion des Rechners.
Lernschritt 6
„Mindestens zwei“ bedeutet 2, 3, 4 oder 5 Treffer. Das Gegenereignis lautet „höchstens ein Treffer“. Deshalb:
P(X ≥ 2) = 1 − P(X ≤ 1) ≈ 36,72 %
Wenn du stattdessen 1 − P(X ≤ 2) rechnest, erhältst du mehr als zwei Treffer. Das ist eine andere Frage:
| Formulierung | Gegenereignis | Ergebnis |
|---|---|---|
| Mindestens 2 | Höchstens 1 | ≈ 36,72 % |
| Mehr als 2 | Höchstens 2 | ≈ 10,35 % |
| Mindestens 1 | Genau 0 | ≈ 76,27 % |
Die häufigste Fehlerstelle ist die Grenze: P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k − 1). Schreibe zuerst die passenden ganzen Zahlen auf.
Lernschritt 7
„Mindestens zwei und höchstens vier“ umfasst die Werte 2, 3 und 4. Dafür kannst du diese drei Einzelwahrscheinlichkeiten addieren oder kumulierte Werte voneinander abziehen:
P(2 ≤ X ≤ 4) = P(X ≤ 4) − P(X ≤ 1)
P(2 ≤ X ≤ 4) ≈ 36,62 %
Allgemein gilt für ganzzahlige Grenzen a und b mit 0 ≤ a ≤ b ≤ n: P(a ≤ X ≤ b) = P(X ≤ b) − P(X ≤ a − 1). Für a = 0 ist der abgezogene Anteil null, denn negative Trefferzahlen sind unmöglich.
Lernschritt 8
Für eine Binomialverteilung ergeben sich die Kennwerte direkt aus n und p:
μ = E(X) = n · p
Var(X) = n · p · (1 − p)
σ = √(n · p · (1 − p))
Im Beispiel: μ = 5 · 0,25 = 1,25 richtige Antworten. Var(X) = 0,9375 und σ ≈ 0,968. 1,25 richtige Antworten sind bei einem einzelnen Test unmöglich, als langfristiger Durchschnitt vieler gleichartig durchgeführter Tests aber sinnvoll.
Die Standardabweichung beschreibt die Streuung um den Erwartungswert. Sie ist keine feste Grenze, innerhalb der alle Ergebnisse liegen müssen.
Lernschritt 9
Am Rechner bedeutet eine Einzelwahrscheinlichkeitsfunktion P(X = k), eine kumulierte Funktion üblicherweise P(X ≤ k). Die Namen und Eingabereihenfolgen hängen vom Gerät ab. Prüfe deshalb die angezeigte Bedeutung der gewählten Funktion.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
n = 10 und p = 0,5. Bei festgelegter Trefferwertung sind die vier Bedingungen erfüllt.
Erklärung wiederholen →C(5, 2) · 0,25² · 0,75³ = 0,263671875 ≈ 26,37 %.
Erklärung wiederholen →0, 1 und 2. Im Beispiel ist ihre Gesamtwahrscheinlichkeit etwa 89,65 %.
Erklärung wiederholen →P(X ≥ 3) = 1 − P(X ≤ 2). Im Beispiel etwa 10,35 %.
Erklärung wiederholen →E(X) = 20 · 0,3 = 6. Var(X) = 20 · 0,3 · 0,7 = 4,2; σ = √4,2 ≈ 2,049.
Erklärung wiederholen →P(X ≤ 4) − P(X ≤ 1). Die 2 muss enthalten bleiben. Im Beispiel etwa 36,62 %.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
Kostenlos weiterlernen
Die kleinen Bilder zeigen eine Vorschau. Über Bild oder Link gelangst du zur Produktseite mit den Angaben zum Material und zum PDF-Bezug.

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Weiterführendes Arbeitsblatt mit Lösungen für die Oberstufe. Festige das Rechnen mit mehreren Trefferzahlen.
Material ansehen →Nein. Entscheidend sind zwei Wertungen. Beim Würfeln kannst du „Sechs“ als Treffer und alle anderen Augenzahlen als Nichttreffer zusammenfassen.
Nein. Für p = 0,5 ist sie symmetrisch. Bei anderen Trefferwahrscheinlichkeiten ist sie im Allgemeinen schief.
Bei p = 0 ist X sicher 0. Bei p = 1 ist X sicher n. Diese Randfälle kannst du direkt ohne Potenzrechnung lösen.