1 · Welche Einheit besitzt Entropie?
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Joule pro Kelvin, J·K⁻¹.
Physik verstehen und üben · Wärmelehre
Physik · Sekundarstufe I und II
Warum fließt Wärme von selbst vom heißen zum kalten Körper, obwohl die umgekehrte Richtung die Energieerhaltung ebenfalls erfüllen könnte? Untersuche die Entropiebilanz von System und Umgebung.
In einem isolierten Gesamtsystem bleibt die Entropie bei reversiblen Vorgängen gleich; bei irreversiblen Vorgängen nimmt sie zu.
Der erste Hauptsatz bilanziert Energie. Er allein schließt nicht aus, dass ein kalter Körper Wärme abgibt und ein heißer dieselbe Energie aufnimmt. Der zweite Hauptsatz beschreibt zusätzlich, welche Richtung ein Vorgang ohne weitere Änderungen annehmen kann.
Wärme fließt von selbst vom höheren zum niedrigeren Temperaturniveau. Ein Kühlschrank kann Wärme in die Gegenrichtung transportieren, benötigt dafür aber Arbeit und verändert damit auch die Umgebung.
Die Entropie S ist eine Zustandsgröße mit der Einheit J·K−1. Sie hilft, diese Richtungsfrage quantitativ zu beantworten. Die verkürzte Gleichsetzung mit „Unordnung“ ist dafür oft zu ungenau.
dS = δQrevT
Zur Berechnung einer Entropieänderung verwendet man eine reversible Vergleichsübertragung zwischen den Zuständen. Das Kürzel rev ist wichtig: Bei einem beliebigen irreversiblen Vorgang darf die tatsächlich übertragene Wärme nicht ohne Weiteres durch eine beliebige Temperatur geteilt werden.
Für ein ideales Wärmereservoir bei konstanter Temperatur ist die Änderung besonders einfach:
ΔSReservoir = Qzum ReservoirT
Aufgenommene Wärme zählt für dieses Reservoir positiv, abgegebene negativ. Temperaturen werden in Kelvin eingesetzt. Ein Reservoir ist ein idealisiertes großes Wärmebad mit praktisch unveränderter Temperatur.
ΔSgesamt = ΔSSystem + ΔSUmgebung
Für ein isoliertes Gesamtsystem gilt ΔSgesamt ≥ 0. Ein einzelner Teil darf Entropie verlieren, solange die gesamte Bilanz passt. Beim Abkühlen verliert beispielsweise der heiße Körper Entropie, während die Umgebung Entropie aufnimmt.
Reversibel bedeutet idealisiert vollständig umkehrbar, ohne bleibende Änderungen irgendwo anders. Reibung und Wärmefluss bei endlicher Temperaturdifferenz sind Beispiele für irreversible Vorgänge.
Adiabatisch bedeutet nur, dass keine Wärme über die Systemgrenze fließt. Ein adiabatischer Vorgang muss nicht reversibel sein: Durch Reibung kann auch ohne Wärmezufuhr Entropie erzeugt werden.
Eine Wärmemenge Q fließt direkt vom heißen zum kalten Reservoir. Das kalte Reservoir bleibt bei 300 K. Wähle die heiße Temperatur und die übertragene Wärme. Die Reservoirtemperaturen ändern sich im Modell nicht.
Stelle Q = 600 J und Th = 600 K ein. Das heiße Reservoir verliert 1 J/K, das kalte gewinnt 2 J/K. Die Energiemenge ist auf beiden Seiten gleich; die Entropieänderungen sind wegen der verschiedenen Temperaturen unterschiedlich. Die Gesamtänderung beträgt +1 J/K.
ΔSheiß = −600 J600 K = −1 J·K−1
ΔSkalt = +600 J300 K = +2 J·K−1
ΔSgesamt = −1 + 2 = +1 J·K−1
Der Wärmeaustausch ist mit dem zweiten Hauptsatz vereinbar und irreversibel. Würden allein dieselben 600 J umgekehrt vom kalten zum heißen Reservoir fließen, wäre die Gesamtänderung −1 J/K. Dieser Vorgang ist ohne zusätzliche Änderungen nicht möglich.
Bei einem Kühlschrank muss unter anderem die Arbeit des Antriebs mitbetrachtet werden. Das warme Reservoir erhält dann mehr Wärme, als dem kalten entzogen wurde. Die vollständige Entropiebilanz kann dadurch wieder nichtnegativ sein.
Zwei endliche Körper sind keine idealen Reservoire. Ihre Temperaturen ändern sich beim Wärmeaustausch. Dann darf man nicht für den gesamten Vorgang einfach Q durch die Anfangstemperatur teilen.
Für einen Körper mit konstanter Wärmekapazität C ohne Phasenwechsel gilt zwischen zwei Gleichgewichtstemperaturen:
ΔS = C · ln(T₂T₁)
Beispiel: Ein Körper mit C = 100 J/K erwärmt sich von 300 K auf 330 K. Seine Entropieänderung beträgt 100·ln(1,1) J/K ≈ 9,53 J/K. Zur Bewertung des gesamten Vorgangs muss auch die Entropieänderung der Wärmequelle hinzugenommen werden.
Mikroskopisch hängt Entropie damit zusammen, wie viele passende mikroskopische Zustände mit einem makroskopischen Zustand vereinbar sind. Für gleichwahrscheinliche Mikrozustände lautet die statistische Beziehung S = kB ln Ω. Das ist präziser als ein bloßer Vergleich mit einem unaufgeräumten Zimmer.
Entropie ist keine Energie und keine „verbrauchte Energie“. Energie bleibt erhalten; ihre Fähigkeit, unter bestimmten Umgebungsbedingungen in Arbeit umgewandelt zu werden, kann jedoch eingeschränkt werden.
Auch Lebewesen oder Kühlschränke widerlegen den zweiten Hauptsatz nicht. Sie sind keine isolierten Systeme und tauschen Energie sowie gegebenenfalls Materie mit ihrer Umgebung aus.
Entropie müsse in jedem einzelnen Körper steigen: Entscheidend ist die vollständige Bilanz.
Q/T ohne Bedingungen verwenden: Prüfe konstante Temperatur, Systemgrenze und reversible Vergleichsrechnung.
Adiabatisch mit isentrop gleichsetzen: Konstante Entropie folgt bei adiabatischen Vorgängen zusätzlich aus Reversibilität.
Celsius in Temperaturverhältnisse einsetzen: Verwende Kelvin.
Erst vorhersagen oder selbst rechnen, dann die Lösung öffnen.
Joule pro Kelvin, J·K⁻¹.
Sie steigt um 0,50 J/K.
−0,50 J/K.
Ja. Die Gesamtbilanz einschließlich Umgebung muss berücksichtigt werden.
Nein. Bei irreversiblen adiabatischen Vorgängen kann Entropie erzeugt werden.
ΔSgesamt = 0.

Als Grundlage: Energiebilanzen mit Wärme und Arbeit. Die gezielten Entropieaufgaben stehen direkt auf dieser Seite.
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