Ionengitter auftrennen
Die Anziehung zwischen entgegengesetzt geladenen Ionen muss überwunden werden. Dafür wird Energie benötigt.
Chemie · Verstehen und üben
Erkläre das Lösen auf Teilchenebene: Wasserdipole richten sich aus, Ionen werden hydratisiert und zwei Energiebeiträge bestimmen die Wärmebilanz.
Wasserdipole · Ionengitter · Energiebilanz
Wasser ist ein Dipol: Am O-Atom liegt eine negative Teilladung δ⁻, an den H-Atomen liegen positive Teilladungen δ⁺. Deshalb ziehen Wassermoleküle die Ionen an der Oberfläche eines Salzkristalls an.
Um ein Kation wie Na⁺ zeigt bevorzugt die O-Seite nach innen. Um ein Anion wie Cl⁻ zeigt die H-Seite nach innen. Die Anziehung zwischen Ion und Dipol hilft, Ionen aus dem Gitter zu lösen und in der Lösung zu stabilisieren.
Die Anziehung zwischen entgegengesetzt geladenen Ionen muss überwunden werden. Dafür wird Energie benötigt.
Wasser lagert sich an die freigesetzten Ionen an. Diese Hydratation setzt Energie frei.
Hydratisierte Ionen verteilen sich in der Lösung. Die geordneten Wasserschichten direkt an den Ionen sind zugleich dynamisch.
Wassermoleküle werden laufend ausgetauscht. Eine Hydrathülle ist keine starre Schale und kein fest anhaftender Wassertropfen.
Wechsle zwischen Kation und Anion. Suche jeweils die entgegengesetzte Teil- und Ionenladung.
Die negativ polarisierte O-Seite wird vom positiv geladenen Na⁺-Ion angezogen.
Zweidimensionales Orientierungsschema mit vier ausgewählten Wassermolekülen; keine maßstäbliche Darstellung und keine Aussage über die tatsächliche Koordinationszahl.
Wir verwenden die Gitterzerlegungsenthalpie als positiven Wert: Ein mol Salz wird gedanklich in voneinander getrennte gasförmige Ionen zerlegt. Die Hydratationsenthalpie beschreibt deren Übergang in die wässrige Umgebung und ist negativ.
Bei der Hydratation wird mehr Energie frei, als das Auftrennen benötigt. Unter geeigneten Bedingungen erwärmt sich die Lösung.
Das Auftrennen benötigt mehr Energie, als die Hydratation freisetzt. Wärme wird aus der Umgebung aufgenommen; die Lösung kann abkühlen.
Verändere zwei frei gewählte Modellwerte. Sie gehören zu keinem bestimmten Salz. Beide Angaben beziehen sich auf ein mol Salz; der Hydratationsbeitrag umfasst alle zugehörigen Ionen.
Für ein hypothetisches Salz gelten ΔH(Gitter trennen) = +750 kJ/mol und ΔH(Hydratation) = −800 kJ/mol. Es lösen sich 0,020 mol unter den angenommenen Bedingungen.
Der Lösungsvorgang gibt bei konstantem Druck 1,0 kJ Wärme ab. Für die Temperaturänderung braucht man zusätzlich die Wärmekapazität von Lösung und Gefäß sowie Angaben zu Wärmeverlusten.
Ob sich ein Salz unter bestimmten Bedingungen spontan löst, hängt nicht allein von der Enthalpie ab. Auch die Entropie und die Zusammensetzung der Lösung spielen eine Rolle. Ein endothermer Lösungsvorgang kann deshalb thermodynamisch begünstigt sein.
Die Verteilung der Ionen kann zur Entropiezunahme beitragen; geordnetes Wasser in den Hydrathüllen wirkt dem entgegen. Eine einfache Regel „Beim Lösen steigt die Entropie immer“ wäre daher falsch. In einer gesättigten Lösung stehen Lösen und Kristallisieren im dynamischen Gleichgewicht.
Hydratation bedeutet …
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Einstieg: Wasserdipole um Na⁺ und Cl⁻ ausrichten.
Partnerarbeit: Energiebeiträge verändern und vorab Erwärmung oder Abkühlung vorhersagen.
Sicherung: Lösungsenthalpie berechnen und Hydratation von Hydrolyse unterscheiden.

Direkt passend: Wasserdipole, Ion-Dipol-Kräfte und Hydrathüllen nachschlagen.
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Material ansehen und herunterladenVertiefung: OpenStax: The Dissolution Process.