← Alle Chemie-ThemenKlasse 11–13 · Energetik

Reaktionsenthalpie und Satz von Hess

Wie viel Wärme wird bei einer Reaktion frei? Lies Enthalpiediagramme, kombiniere Reaktionsgleichungen und berechne Energieumsätze aus Bildungsenthalpien.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Was kannst du schon?

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Eine Reaktion nimmt Wärme auf. Wie heißt sie?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Aufgabe 2Wie viel sind 1000 J in kJ?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Aufgabe 3Wofür steht (l) hinter H₂O?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Lösungen mit Erklärungen
  1. Endotherm – Wärmeaufnahme entspricht hier einer positiven Enthalpieänderung des reagierenden Systems.
  2. 1 kJ – Kilo bedeutet Tausend; der Joulewert wird durch 1000 geteilt.
  3. Flüssig – Die Zustandszeichen unterscheiden unter anderem (l) flüssig, (g) gasförmig und (aq) wässrig gelöst.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Reaktionsenthalpie: Wärmeabgabe und Wärmeaufnahme einer Reaktion beschreiben

Bei einer chemischen Reaktion werden Bindungen gelöst und neue gebildet. Bindungen zu lösen benötigt Energie; Bindungen zu bilden setzt Energie frei. Die Gesamtbilanz entscheidet, ob das reagierende System Wärme abgibt oder aufnimmt.

Die Enthalpie H ist eine Energiegröße für den Zustand eines Systems. Mit System meinen wir hier die reagierenden Stoffe; alles außerhalb gehört zur Umgebung. Die Reaktionsenthalpie vergleicht die Enthalpie vor und nach der Reaktion.

H₂(g) + ½ O₂(g) → H₂O(l)
ΔᵣH° ≈ −285,8 kJ/mol

Wenn 1 mol Wasserstoff nach dieser Gleichung zu flüssigem Wasser reagiert, werden unter den angegebenen Standardbedingungen bei 298 K etwa 285,8 kJ Wärme frei. Das Minuszeichen gehört zur Enthalpieänderung des Systems; die Umgebung erhält die Wärme.

Exotherm · ΔH < 0

Die Produkte liegen auf einem niedrigeren Enthalpieniveau als die Edukte. Das System gibt Wärme ab.

Endotherm · ΔH > 0

Die Produkte liegen auf einem höheren Enthalpieniveau. Das System nimmt Wärme auf.

Vertiefung: Was bedeutet H = U + pV?

U ist die innere Energie, p der Druck und V das Volumen. Enthalpie ist eine Zustandsgröße: Für ihren Unterschied zählen Anfangs- und Endzustand.

Bei konstantem Druck und ausschließlich Volumenarbeit gilt für die übertragene Wärme qp = ΔH. Diese Aussage beschreibt den Energieumsatz, nicht die Reaktionsgeschwindigkeit.

Reaktionsenthalpie angeben: Gleichung, Stoffmenge, Temperatur und Aggregatzustand

ΔᵣH bezeichnet hier die molare Reaktionsenthalpie bezogen auf die Gleichung wie geschrieben. Für H₂ + ½ O₂ → H₂O bedeutet 1 mol Reaktionsumsatz: 1 mol H₂ wird verbraucht. Bei 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O verdoppelt sich der zugehörige Wert.

Das Zeichen ° kennzeichnet Standardzustände; die Temperatur wird zusätzlich angegeben, hier 298 K (etwa 25 °C). Standarddruck: 1 bar. Die Zustandszeichen (s), (l), (g), (aq) bedeuten fest, flüssig, gasförmig und in Wasser gelöst.

H₂(g) + ½ O₂(g) → H₂O(g)
ΔᵣH° ≈ −241,8 kJ/mol

Gasförmiges Wasser liegt energetisch höher als flüssiges. Daher wird bei seiner Bildung weniger Wärme frei. Die Differenz von etwa 44,0 kJ/mol entspricht hier der Verdampfungsenthalpie.

½ O₂ beschreibt eine Stoffmenge, kein halbes Molekül

H2 + ½ O2 → H2O bedeutet hier: 1 mol H2 reagiert mit 0,5 mol O2. Mit ganzzahligen Koeffizienten lautet die Gleichung 2 H2 + O2 → 2 H2O.

Für diese verdoppelte Gleichung verdoppelt sich auch die zugehörige molare Reaktionsenthalpie: von −285,8 auf −571,6 kJ/mol Reaktionsumsatz, jeweils für flüssiges Wasser bei den angegebenen Bedingungen.

Satz von Hess: Enthalpieänderungen passender Teilreaktionen addieren

Enthalpieniveaus · 298 KC(Graphit) + O₂(g)CO(g) + ½ O₂(g)CO₂(g)−393,5 kJ−110,5 kJ−283,0 kJ

Enthalpie hängt nur vom Anfangs- und Endzustand ab. Deshalb ergibt die Summe mehrerer Teilreaktionen dieselbe Enthalpieänderung wie die Gesamtreaktion – wenn Gleichungen, Mengen und Zustände zusammenpassen.

ΔH(gesamt) = ΔH₁ + ΔH₂

Das Diagramm bezieht sich auf 1 mol umgesetzten Kohlenstoff. Die Höhenabstände entsprechen näherungsweise den Enthalpiedifferenzen. Die Pfeile zeigen eine Rechenzerlegung, keinen zwingenden Reaktionsmechanismus; Aktivierungsbarrieren sind nicht dargestellt.

Hess-Rechnung: Kohlenstoff über CO zu CO₂ umsetzen

1 · Die Teilgleichungen aufschreiben

C(Graphit) + ½ O₂(g) → CO(g)
ΔᵣH₁° = −110,5 kJ/mol
CO(g) + ½ O₂(g) → CO₂(g)
ΔᵣH₂° = −283,0 kJ/mol

2 · Gleichungen addieren und kürzen

CO steht einmal rechts und einmal links und fällt heraus. Die beiden halben Stoffmengen O₂ ergeben zusammen O₂.

C(Graphit) + O₂(g) → CO₂(g)

3 · Enthalpien mit Vorzeichen addieren

ΔᵣH° = −110,5 − 283,0 = −393,5 kJ/mol
Die zwei wichtigsten Rechenregeln: Gleichung umdrehen → Vorzeichen wechseln. Alle Koeffizienten mit einem Faktor multiplizieren → Enthalpie mit demselben Faktor multiplizieren.
Weiteres Beispiel: Die Bildung von CO durch Umkehren berechnen

Gesucht: C(Graphit) + ½ O2(g) → CO(g).

1. Verwende die Gesamtreaktion C + O2 → CO2 mit −393,5 kJ/mol.
2. Kehre CO + ½ O2 → CO2 um: CO2 → CO + ½ O2. Ihr Wert wird +283,0 kJ/mol.
3. Addiere und kürze CO2 sowie ½ O2.

ΔrH° = −393,5 + 283,0
= −110,5 kJ/mol

Alle Angaben gelten für dieselben Zustände und dieselbe Temperatur wie im Hauptbeispiel.

Hess-Labor: Teilwege addieren, Reaktion umkehren und Stoffmenge ändern

Blende die Rechenwege ein. Wähle anschließend die Richtung der Gesamtreaktion und die umgesetzte Stoffmenge.

Enthalpieniveaus · 298 KC(Graphit) + O₂(g)CO(g) + ½ O₂(g)CO₂(g)−393,5 kJ−110,5 kJ−283,0 kJ

Reaktionsrichtung

Die Grafik zeigt stets die Bildungsrichtung für 1 mol. Die Rechnung darunter berücksichtigt deine Richtung und Menge. Die Umkehrung ist eine thermochemische Bilanz, keine Versuchsanleitung.

Vorhersagen und überprüfen: Wähle die Bildungsrichtung und stelle 2,0 mol ein. Welchen Wert erwartest du? Was passiert danach beim Umkehren?

Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen

Bei der Bildung: ΔH = 2,0 mol · (−393,5 kJ/mol) = −787,0 kJ. Bei der Umkehrung: +787,0 kJ. Die Grafik zeigt weiterhin die Bildungsrichtung für 1 mol; die Ergebnisrechnung berücksichtigt deine Auswahl.

Standardbildungsenthalpien nutzen: Produkte minus Edukte mit Koeffizienten

Die Standardbildungsenthalpie ΔfH° gehört zur Bildung von 1 mol eines Stoffes aus seinen Elementen in deren Referenzzuständen. Für Elemente im Referenzzustand gilt per Definition ΔfH° = 0 – beispielsweise O₂(g) und C(Graphit). Das bedeutet nicht, dass diese Stoffe keine innere Energie besitzen.

ΔᵣH° = Σ ν · ΔfH°(Produkte) − Σ ν · ΔfH°(Edukte)

ν sind die Koeffizienten der ausgeglichenen Gleichung. Merke: Produkte minus Edukte, jeweils mit Koeffizienten.

CH₄(g) + 2 O₂(g) → CO₂(g) + 2 H₂O(l)
Stoff ΔfH° bei 298 K (kJ/mol)
CH₄(g) −74,8
O₂(g) 0
CO₂(g) −393,5
H₂O(l) −285,8
ΔᵣH° = [−393,5 + 2 · (−285,8)] − [−74,8 + 2 · 0]
ΔᵣH° = −890,3 kJ/mol

Das gilt pro 1 mol verbranntem Methan nach dieser Gleichung. Bei 0,20 mol CH₄ und ausreichendem Sauerstoff: ΔH = 0,20 mol · (−890,3 kJ/mol) = −178,1 kJ.

Kalorimetrie: Aus der Erwärmung des Wassers den Wärmeumsatz berechnen

q(Wasser) = m · c · ΔT

m: Wassermasse · c: spezifische Wärmekapazität des Wassers · ΔT: Temperaturänderung. Das c bedeutet hier Wärmekapazität pro Masse, nicht Stoffmengenkonzentration.

Erwärmt eine Reaktion 100 g Wasser um 5,0 K, nimmt das Wasser mit c = 4,18 J/(g·K) etwa 2 090 J auf. Vernachlässigt man Gefäßwärme und Wärmeverluste, gilt q(Reaktion) ≈ −2,09 kJ.

Für eine molare Reaktionsenthalpie wird zusätzlich durch den Reaktionsumsatz geteilt. Bei konstantem Druck passt die Wärmebilanz zu ΔH; ein starres Bombenkalorimeter misst zunächst eine Änderung der inneren Energie.

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.

Übe in deinem Tempo

Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst nach einem Tipp erneut antworten. Wähle die passende Antwort. Begründe deine Entscheidung zunächst selbst und vergleiche sie anschließend mit der Erklärung.

Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen

1 · Erkennen und zuordnen

1. Was bedeutet eine negative Reaktionsenthalpie aus Sicht des reagierenden Systems?

  • Die Reaktion ist exotherm
  • Die Reaktion ist endotherm
  • Die Reaktion läuft automatisch sehr schnell
Lösung und Erklärung

Die Reaktion ist exotherm

ΔH < 0 bedeutet, dass das System bei den angegebenen Bedingungen Wärme abgibt. Über die Geschwindigkeit sagt das allein nichts aus.

2. Welche Energieänderung gehört zum Lösen einer chemischen Bindung?

  • Es wird grundsätzlich Energie frei
  • Die Energie bleibt immer unverändert
  • Es wird Energie benötigt
Lösung und Erklärung

Es wird Energie benötigt

Bindungen zu lösen kostet Energie; die Bildung neuer Bindungen setzt Energie frei. Entscheidend ist die Gesamtbilanz.

3. Was bedeutet „Enthalpie ist eine Zustandsgröße“?

  • Sie ist identisch mit der Reaktionsgeschwindigkeit
  • Ihre Änderung hängt von Anfangs- und Endzustand ab
  • Ihre Änderung hängt nur von der Zahl gezeichneter Reaktionspfeile ab
Lösung und Erklärung

Ihre Änderung hängt von Anfangs- und Endzustand ab

Bei passenden Zuständen und Stoffmengen ergibt sich dieselbe Gesamtänderung unabhängig von der Rechenzerlegung.

4. Eine Reaktionsgleichung mit ΔᵣH = −80 kJ/mol wird umgekehrt. Neuer Wert?

  • +80 kJ/mol
  • −80 kJ/mol
  • 0 kJ/mol
Lösung und Erklärung

+80 kJ/mol

Die Umkehrung vertauscht Anfangs- und Endzustand; deshalb wechselt das Vorzeichen.

5. Alle Koeffizienten einer Gleichung mit ΔᵣH = −120 kJ/mol Reaktionsumsatz werden verdoppelt. Neuer zugehöriger Wert?

  • −60 kJ/mol Reaktionsumsatz
  • Unverändert −120 kJ/mol Reaktionsumsatz
  • −240 kJ/mol Reaktionsumsatz
Lösung und Erklärung

−240 kJ/mol Reaktionsumsatz

Der definierte Reaktionsumsatz umfasst nun die doppelte Stoffmenge. Die zugehörige Enthalpie wird ebenfalls verdoppelt.

6. Warum müssen Aggregatzustände bei Enthalpierechnungen angegeben werden?

  • Weil flüssige Stoffe keine Bindungen haben
  • Derselbe Stoff hat in verschiedenen Phasen unterschiedliche Enthalpien
  • Weil gasförmige Stoffe grundsätzlich keine Enthalpie besitzen
Lösung und Erklärung

Derselbe Stoff hat in verschiedenen Phasen unterschiedliche Enthalpien

Zum Beispiel unterscheiden sich H₂O(l) und H₂O(g) um den Beitrag des Phasenwechsels.

2 · Anwenden und erklären

1. Zwei passend addierbare Teilreaktionen haben −110,5 und −283,0 kJ/mol. Gesamtwert?

  • −393,5 kJ/mol
  • +172,5 kJ/mol
  • −172,5 kJ/mol
Lösung und Erklärung

−393,5 kJ/mol

Nach Hess werden die Enthalpien mit Vorzeichen addiert: −110,5 − 283,0 = −393,5.

2. Gegeben: C + O₂ → CO₂ mit −393,5 und CO + ½ O₂ → CO₂ mit −283,0 kJ/mol. Wert für C + ½ O₂ → CO?

  • −676,5 kJ/mol
  • +110,5 kJ/mol
  • −110,5 kJ/mol
Lösung und Erklärung

−110,5 kJ/mol

Die CO-Verbrennung umkehren und addieren: −393,5 + 283,0 = −110,5 kJ/mol.

3. Für eine Reaktion gilt ΔᵣH = −200 kJ/mol Reaktionsumsatz. Enthalpieänderung bei 0,30 mol Umsatz?

  • +60 kJ
  • −60 kJ
  • −666,7 kJ
Lösung und Erklärung

−60 kJ

ΔH = 0,30 mol·(−200 kJ/mol) = −60 kJ. Die Umgebung erhält dabei unter passenden Bedingungen 60 kJ Wärme.

4. Welche Rechenregel verwendet Standardbildungsenthalpien richtig?

  • Summe Produkte minus Summe Edukte, jeweils mit Koeffizienten
  • Summe Edukte minus Summe Produkte ohne Koeffizienten
  • Alle Tabellenwerte grundsätzlich addieren, unabhängig von der Reaktionsseite
Lösung und Erklärung

Summe Produkte minus Summe Edukte, jeweils mit Koeffizienten

Die Koeffizienten gewichten die molaren Bildungsenthalpien entsprechend den umgesetzten Stoffmengen.

5. Welcher Standardbildungsenthalpie-Wert gehört per Definition zu O₂(g) im elementaren Referenzzustand?

  • Immer −285,8 kJ/mol
  • Immer +1 kJ/mol
  • 0
Lösung und Erklärung

0

Für Elemente im jeweiligen Referenzzustand setzt man ΔfH° = 0. Das ist ein Bezugswert, keine Aussage über fehlende innere Energie.

6. Für H₂O(l) gilt ΔfH° = −285,8, für H₂O(g) −241,8 kJ/mol bei denselben Bedingungen. Enthalpie für H₂O(l) → H₂O(g)?

  • −527,6 kJ/mol
  • +44,0 kJ/mol
  • −44,0 kJ/mol
Lösung und Erklärung

+44,0 kJ/mol

Produkte minus Edukte: −241,8 − (−285,8) = +44,0. Verdampfen benötigt hier Energie.

3 · Prüfen und übertragen

1. Für CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O(l) sind ΔfH° gegeben: CH₄ −74,8; O₂ 0; CO₂ −393,5; H₂O(l) −285,8 kJ/mol. ΔᵣH°?

  • −890,3 kJ/mol
  • −1039,9 kJ/mol
  • −604,5 kJ/mol
Lösung und Erklärung

−890,3 kJ/mol

[−393,5 + 2·(−285,8)] − [−74,8 + 2·0] = −890,3 kJ/mol. Auch das negative Eduktvorzeichen muss berücksichtigt werden.

2. 200 g Wasser erwärmen sich um 3,0 K; c = 4,18 J/(g·K). Aufgenommene Wärme des Wassers?

  • 250,8 J
  • 2,508 J
  • 2508 J
Lösung und Erklärung

2508 J

q = m·c·ΔT = 200·4,18·3,0 = 2508 J.

3. Das Wasser nimmt 2508 J auf. Gefäßwärme und Verluste werden vernachlässigt. Wärme der verursachenden Reaktion?

  • −2508 kJ
  • −2,508 kJ
  • +2,508 kJ
Lösung und Erklärung

−2,508 kJ

Reaktion und Wasser haben entgegengesetzte Vorzeichen: q(Reaktion) ≈ −q(Wasser). 2508 J sind 2,508 kJ.

4. Eine Reaktion gibt bei 0,020 mol Umsatz 1,00 kJ Wärme ab. Konstanter Druck, nur Volumenarbeit. Molare Reaktionsenthalpie?

  • −50,0 kJ/mol
  • +50,0 kJ/mol
  • −0,020 kJ/mol
Lösung und Erklärung

−50,0 kJ/mol

Die Wärme des Systems ist −1,00 kJ. ΔᵣH = −1,00/0,020 = −50,0 kJ/mol.

5. Beweist ein stark negatives ΔᵣH, dass die Reaktion ohne Aktivierungsbarriere schnell abläuft?

  • Ja, jede exotherme Reaktion läuft augenblicklich ab
  • Ja, ein negatives Vorzeichen ist eine Zeitangabe
  • Nein, Enthalpieumsatz und Geschwindigkeit sind unterschiedliche Aussagen
Lösung und Erklärung

Nein, Enthalpieumsatz und Geschwindigkeit sind unterschiedliche Aussagen

Die Energiedifferenz der Zustände beschreibt nicht, wie schnell der Reaktionsweg überwunden wird.

6. Zeigt ein Hess-Rechenweg über CO zwingend den tatsächlichen Mechanismus einer CO₂-Bildung?

  • Ja, Enthalpiediagramme enthalten automatisch alle Aktivierungsbarrieren
  • Nein, er ist eine thermochemische Rechenzerlegung
  • Ja, jede addierte Teilgleichung muss experimentell nacheinander ablaufen
Lösung und Erklärung

Nein, er ist eine thermochemische Rechenzerlegung

Für Hess zählen passende Anfangs- und Endzustände. Der gewählte Rechenweg muss nicht der reale Mechanismus sein.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Eine Bildungsgleichung hat ΔᵣH = −150 kJ/mol. Sie wird umgekehrt und alle Koeffizienten werden halbiert. Neuer Wert?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Aufgabe 2100 g Wasser erwärmen sich um 2,0 K, c = 4,18 J/(g·K). Reaktionswärme ohne Gefäßbeitrag und Verluste?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Aufgabe 3„ΔfH° von O₂ ist null, also enthält O₂ keine Energie.“ Welche Beurteilung passt?

Wähle genau eine Antwort.

Antwort auswählen

Lösungen mit Erklärungen
  1. +75 kJ/mol Reaktionsumsatz – Umkehren: +150. Halbieren: +75. Beide Änderungen werden auf die Enthalpie übertragen.
  2. −0,836 kJ – Das Wasser nimmt 100·4,18·2 = 836 J auf. Die Reaktion gibt diese Wärme ab: −0,836 kJ.
  3. Falsch: Null ist ein definierter Bildungsenthalpie-Bezugswert – Ein festgelegter Referenzwert darf nicht mit einem absoluten Energieinhalt verwechselt werden.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Weitere Aufgaben zum Selbstcheck

Selbstcheck: Bilanz und Vorzeichen

Was passiert beim Umkehren einer thermochemischen Gleichung?

Wähle eine Antwort.

1 · Was bedeutet ΔᵣH = −80 kJ/mol?

Tipp öffnen
Aus Sicht des reagierenden Systems antworten.
Lösung ansehen
Pro mol Reaktionsumsatz wie in der zugehörigen Gleichung werden bei konstantem Druck und nur Volumenarbeit 80 kJ Wärme abgegeben; die Reaktion ist exotherm.

2 · Drehe H₂(g) + ½ O₂(g) → H₂O(l) um.

Tipp öffnen
Auch das Vorzeichen ändern.
Lösung ansehen
H₂O(l) → H₂(g) + ½ O₂(g); ΔᵣH° = +285,8 kJ/mol bei 298 K.

3 · Verdopple dieselbe Bildungsgleichung.

Tipp öffnen
Koeffizienten und Enthalpie zusammen verändern.
Lösung ansehen
2 H₂ + O₂ → 2 H₂O(l); ΔᵣH° = −571,6 kJ/mol bezogen auf die verdoppelte Gleichung.

4 · Bestimme ΔᵣH° für C + ½ O₂ → CO aus −393,5 und −283,0 kJ/mol.

Tipp öffnen
CO-Verbrennung von der C-Verbrennung abziehen.
Lösung ansehen
−393,5 − (−283,0) = −110,5 kJ/mol. Die CO-Verbrennung muss dazu umgedreht werden.

5 · Wie viel Wärme setzt 0,50 mol Methan frei?

Tipp öffnen
Vollständige Verbrennung zu flüssigem Wasser; −890,3 kJ/mol.
Lösung ansehen
ΔH = −445,15 kJ ≈ −445,2 kJ. An die Umgebung abgegeben werden 445,2 kJ.

6 · Warum darf H₂O(l) nicht einfach durch H₂O(g) ersetzt werden?

Tipp öffnen
Beide Zustände haben verschiedene Enthalpien.
Lösung ansehen
Der Phasenwechsel benötigt Energie. Mit Wasserdampf als Produkt wird weniger Wärme frei; man braucht den passenden Tabellenwert.

7 · Was ist falsch an „ΔfH° von O₂ ist null, also enthält O₂ keine Energie“?

Tipp öffnen
Bezugswert und Energieinhalt unterscheiden.
Lösung ansehen
Null ist der definierte Bildungsenthalpie-Referenzwert des Elements, keine Aussage über seine gesamte innere Energie.

8 · 100 g Wasser erwärmen sich um 3 K. Welche Wärme gibt die Reaktion näherungsweise ab?

Tipp öffnen
c = 4,18 J/(g·K); Gefäß und Verluste vernachlässigen.
Lösung ansehen
q(Wasser) = 100 · 4,18 · 3 = 1 254 J. q(Reaktion) ≈ −1,254 kJ; an die Umgebung werden 1,254 kJ abgegeben.
Dein nächster Lernschritt

Wie möchtest du weiterlernen?

Passende Materialien zum Thema „Reaktionsenthalpie und Satz von Hess“. Wähle aus, was dir beim Üben und Wiederholen hilft.

Kostenlos · Materialien & Erklärung

Kostenlos weiterüben

Diese Materialien ergänzen die Erklärung und unterstützen dich beim Üben und Nachschlagen.

Optional ergänzen

Bei Bedarf vertiefen

Für die Oberstufe: Das Thema im Zusammenhang mit weiteren Chemieinhalten nachschlagen und wiederholen. Die Bände richten sich an die Sekundarstufe II.

Wähle aus, was dir hilft0,00 € EUR

Preise inkl. MwSt. Downloads erhältst du per E-Mail, gedruckte Materialien per Post. Ggf. zzgl. Versandkosten.

Footer image

© 2026 Lernmarktplatz, Die ganze Bildungswelt an einem Ort

    • American Express
    • Apple Pay
    • Google Pay
    • Klarna
    • Maestro
    • Mastercard
    • MobilePay
    • PayPal
    • Satispay
    • Visa