Exotherm · ΔH < 0
Die Produkte liegen auf einem niedrigeren Enthalpieniveau als die Edukte. Das System gibt Wärme ab.
Chemie · Klasse 11–13 · Energetik
Wie viel Wärme wird bei einer Reaktion frei? Lies Enthalpiediagramme, kombiniere Reaktionsgleichungen und berechne Energieumsätze aus Bildungsenthalpien.
Vorzeichen · Bildungsenthalpie · Stoffmenge
Bei einer chemischen Reaktion werden Bindungen gelöst und neue gebildet. Bindungen zu lösen benötigt Energie; Bindungen zu bilden setzt Energie frei. Die Gesamtbilanz entscheidet, ob das reagierende System Wärme abgibt oder aufnimmt.
Wenn 1 mol Wasserstoff nach dieser Gleichung zu flüssigem Wasser reagiert, werden unter den angegebenen Standardbedingungen bei 298 K etwa 285,8 kJ Wärme frei. Das Minuszeichen gehört zur Enthalpieänderung des Systems; die Umgebung erhält die Wärme.
Die Produkte liegen auf einem niedrigeren Enthalpieniveau als die Edukte. Das System gibt Wärme ab.
Die Produkte liegen auf einem höheren Enthalpieniveau. Das System nimmt Wärme auf.
ΔᵣH bezeichnet hier die molare Reaktionsenthalpie bezogen auf die Gleichung wie geschrieben. Für H₂ + ½ O₂ → H₂O bedeutet 1 mol Reaktionsumsatz: 1 mol H₂ wird verbraucht. Bei 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O verdoppelt sich der zugehörige Wert.
Das Zeichen ° kennzeichnet Standardzustände; die Temperatur wird zusätzlich angegeben, hier 298 K (etwa 25 °C). Standarddruck: 1 bar. Die Zustandszeichen (s), (l), (g), (aq) bedeuten fest, flüssig, gasförmig und in Wasser gelöst.
Gasförmiges Wasser liegt energetisch höher als flüssiges. Daher wird bei seiner Bildung weniger Wärme frei. Die Differenz von etwa 44,0 kJ/mol entspricht hier der Verdampfungsenthalpie.
Enthalpie hängt nur vom Anfangs- und Endzustand ab. Deshalb ergibt die Summe mehrerer Teilreaktionen dieselbe Enthalpieänderung wie die Gesamtreaktion – wenn Gleichungen, Mengen und Zustände zusammenpassen.
Das Diagramm bezieht sich auf 1 mol umgesetzten Kohlenstoff. Die Höhenabstände entsprechen näherungsweise den Enthalpiedifferenzen. Die Pfeile zeigen eine Rechenzerlegung, keinen zwingenden Reaktionsmechanismus; Aktivierungsbarrieren sind nicht dargestellt.
CO steht einmal rechts und einmal links und fällt heraus. Die beiden halben Stoffmengen O₂ ergeben zusammen O₂.
Blende die Rechenwege ein. Wähle anschließend die Richtung der Gesamtreaktion und die umgesetzte Stoffmenge.
Reaktionsrichtung
Die Grafik zeigt stets die Bildungsrichtung für 1 mol. Die Rechnung darunter berücksichtigt deine Richtung und Menge. Die Umkehrung ist eine thermochemische Bilanz, keine Versuchsanleitung.
Die Standardbildungsenthalpie ΔfH° gehört zur Bildung von 1 mol eines Stoffes aus seinen Elementen in deren Referenzzuständen. Für Elemente im Referenzzustand gilt per Definition ΔfH° = 0 – beispielsweise O₂(g) und C(Graphit). Das bedeutet nicht, dass diese Stoffe keine innere Energie besitzen.
ν sind die Koeffizienten der ausgeglichenen Gleichung. Merke: Produkte minus Edukte, jeweils mit Koeffizienten.
| Stoff | ΔfH° bei 298 K (kJ/mol) |
|---|---|
| CH₄(g) | −74,8 |
| O₂(g) | 0 |
| CO₂(g) | −393,5 |
| H₂O(l) | −285,8 |
Das gilt pro 1 mol verbranntem Methan nach dieser Gleichung. Bei 0,20 mol CH₄ und ausreichendem Sauerstoff: ΔH = 0,20 mol · (−890,3 kJ/mol) = −178,1 kJ.
Erwärmt eine Reaktion 100 g Wasser um 5,0 K, nimmt das Wasser mit c = 4,18 J/(g·K) etwa 2 090 J auf. Vernachlässigt man Gefäßwärme und Wärmeverluste, gilt q(Reaktion) ≈ −2,09 kJ.
Für eine molare Reaktionsenthalpie wird zusätzlich durch den Reaktionsumsatz geteilt. Bei konstantem Druck passt die Wärmebilanz zu ΔH; ein starres Bombenkalorimeter misst zunächst eine Änderung der inneren Energie.
Wähle eine Antwort.
30–45 Minuten: Teilgleichungen auf Karten anordnen, umkehren und kürzen. Erst danach die Enthalpiewerte addieren. Das Hess-Labor dient zur gemeinsamen Kontrolle.
Prüfungstraining: Methanverbrennung aus Tabellenwerten berechnen und auf eine vorgegebene Stoffmenge übertragen. Zusatzauftrag: Erklären, wie Wasserdampf statt flüssigem Wasser die Bilanz verändert.
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