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Entropie und Gibbs-Energie

Warum kann auch ein endothermer Vorgang begünstigt sein? Verbinde Teilchenvorstellungen mit ΔH, ΔS und Temperatur und beurteile die thermodynamische Reaktionsrichtung.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Was kannst du schon?

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Welche Einheit hat eine molare Entropie?

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Aufgabe 2Welche Formel verbindet Gibbs-Energie, Enthalpie und Entropie?

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Aufgabe 3Beweist eine exotherme Reaktion allein, dass die Vorwärtsrichtung unter allen Bedingungen begünstigt ist?

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Lösungen mit Erklärungen
  1. J/(mol·K) – Die molare Entropie wird pro Stoffmenge und Temperatureinheit angegeben.
  2. ΔG = ΔH − T·ΔS – Der Term T·ΔS wird von der Enthalpieänderung abgezogen.
  3. Nein, auch Entropie, Temperatur und Zusammensetzung sind wichtig – Die thermodynamische Richtung folgt aus ΔG für die betrachteten Bedingungen, nicht allein aus ΔH.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Entropie: Wie viele Verteilungen von Teilchen und Energie sind möglich?

Eis kann in einem warmen Raum schmelzen, obwohl es dafür Wärme aufnimmt. Auch bei chemischen Reaktionen reicht die Frage „exotherm oder endotherm?“ deshalb nicht aus. Neben der Enthalpie zählt, auf wie viele mikroskopische Arten Teilchen und Energie verteilt sein können.

Die Entropie S beschreibt, wie vielfältig Teilchen und Energie unter gegebenen Bedingungen verteilt sein können. Eine einzelne genaue Verteilung heißt Mikrozustand. Viele verschiedene Mikrozustände können von außen dieselbe Temperatur, denselben Druck und dasselbe Volumen ergeben.

Mehr zugängliche Verteilungsmöglichkeiten bedeuten größere Entropie. Die Merkhilfe „Unordnung“ reicht dafür nicht aus: Entscheidend sind die physikalisch möglichen Verteilungen, nicht wie aufgeräumt eine Zeichnung aussieht.

Ein MolekülZwei MoleküleN₂O₄(g)NO₂(g)NO₂(g)1 mol Gas ⇌ 2 mol Gas

Beispiel: N₂O₄(g) ⇌ 2 NO₂(g). Aus einem Molekül werden zwei unabhängig bewegliche Moleküle. Für diese Dissoziation ist ΔᵣS° positiv; sie ist zugleich endotherm. Die Abbildung zeigt Molekülzahlen, keine räumlichen Strukturformeln.

Entropieänderungen abschätzen und aus Standardentropien berechnen

Häufig ΔS > 0

Schmelzen, Verdampfen, Expansion eines idealen Gases oder Reaktionen mit deutlich mehr Gasteilchen auf der Produktseite erweitern oft die Verteilungsmöglichkeiten.

Häufig ΔS < 0

Kondensieren, Erstarren oder Reaktionen mit weniger Gasteilchen auf der Produktseite schränken diese Möglichkeiten häufig ein.

N₂(g) + 3 H₂(g) → 2 NH₃(g)

Bei der Ammoniakbildung sinkt die Gasstoffmenge von 4 auf 2 mol je mol Reaktionsumsatz; ΔᵣS° ist negativ. Gasteilchen zu zählen liefert eine qualitative Orientierung. Für den Zahlenwert braucht man Stoffdaten.

ΔᵣS° = Σ ν · S°(Produkte) − Σ ν · S°(Edukte)

Standardmolare Entropien S° haben die Einheit J/(mol·K). Anders als Standardbildungsenthalpien sind die Entropien von Elementen bei 298 K nicht generell null.

Gibbs-Energie: Enthalpie und Entropie bestimmen die Reaktionsrichtung

ΔᵣG = ΔᵣH − T · ΔᵣS

Bei konstanter Temperatur und konstantem Druck zeigt die molare Gibbs-Reaktionsenergie an, welche Richtung bei der aktuellen Zusammensetzung thermodynamisch begünstigt ist. T steht in Kelvin; ΔᵣH und T·ΔᵣS müssen dieselbe Energieeinheit besitzen.

Die Größen in ΔrG = ΔrH − T · ΔrS
Größe Was du einsetzt
ΔrH Molaren Enthalpieunterschied, z. B. in kJ/mol
T Absolute Temperatur in Kelvin
ΔrS Molare Entropieänderung, passend dazu in kJ/(mol·K)
T · ΔrS Entropiebeitrag in derselben Einheit wie ΔrH

ΔᵣG < 0 · exergonisch

Die Vorwärtsreaktion ist thermodynamisch begünstigt. Eine Aktivierungsbarriere kann sie trotzdem sehr langsam machen.

ΔᵣG > 0 · endergonisch

Die Vorwärtsreaktion ist unter diesen Bedingungen nicht begünstigt; die Rückrichtung ist begünstigt.

ΔᵣG = 0 → chemisches Gleichgewicht

Die Entropie des reagierenden Systems darf dabei sinken: Für einen freiwilligen Vorgang muss die Gesamtentropie von System und Umgebung zunehmen. Die Wärmeabgabe eines exothermen Vorgangs kann die Entropie der Umgebung erhöhen.

Gibbs-Energie berechnen: N₂O₄ → 2 NO₂ bei 298 K

1 · Werte und Bezug festlegen

Für N₂O₄(g) → 2 NO₂(g) verwenden wir gerundete Standardwerte bei 298 K: ΔᵣH° = +57,2 kJ/mol und ΔᵣS° = +175,8 J/(mol·K).

2 · Entropieeinheit umrechnen

175,8 J/(mol·K)
= 0,1758 kJ/(mol·K)

3 · Entropiebeitrag berechnen und abziehen

T · ΔrS° ≈ 52,39 kJ/mol

Rechnung: 298 K · 0,1758 kJ/(mol·K). Die Einheit Kelvin kürzt sich heraus.

ΔrG° = 57,2 − 52,39
≈ +4,81 kJ/mol

Der Entropiebeitrag gleicht die positive Reaktionsenthalpie bei dieser Temperatur noch nicht vollständig aus.

4 · Das Ergebnis richtig deuten

Bei 298 K ist die Vorwärtsreaktion unter Standardbedingungen nicht begünstigt. Das bedeutet nicht, dass überhaupt kein NO₂ entstehen kann: Die tatsächliche Richtung hängt auch von der Zusammensetzung ab.

Temperaturwirkung auf ΔG: Die Vorzeichen von ΔH und ΔS vergleichen

Ist ΔᵣS positiv, wird der Term −T·ΔᵣS mit steigender Temperatur negativer. Eine endotherme Reaktion kann dadurch bei hoher Temperatur begünstigt werden. Ist ΔᵣS negativ, wirkt eine Temperaturerhöhung umgekehrt.

ΔᵣH ΔᵣS Wann ist ΔᵣG < 0?
− + Bei allen T > 0 im Modell
+ − Bei keinem T > 0 im Modell
− − Bei niedrigen Temperaturen
+ + Bei hohen Temperaturen
Bei ΔᵣG = 0: T* = ΔᵣH / ΔᵣS

Für das N₂O₄-Beispiel ergibt sich näherungsweise T* = 57,2 / 0,1758 ≈ 325 K. Dabei werden ΔᵣH° und ΔᵣS° als temperaturunabhängig angenommen. T* ist hier der rechnerische Vorzeichenwechsel von ΔᵣG°, kein allgemeiner „Startpunkt“ der Reaktion.

Gibbs-Labor: Temperatur ändern und das Vorzeichen von ΔᵣG° vorhersagen

Wähle das chemische Beispiel oder einen der vier Modellfälle. Verändere T und beobachte ΔᵣG°.

Datensatz

Lineares Rechenmodell: ΔᵣH° und ΔᵣS° bleiben konstant; reale Werte ändern sich mit der Temperatur. Der markierte Punkt zeigt deinen Wert. Alle Aussagen im Labor beziehen sich auf Standardzustände.

Vorhersagen und überprüfen: Bleibe beim N₂O₄-Beispiel und erhöhe die Temperatur von 298 auf 350 K. Wird ΔᵣG° größer oder kleiner?

Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen

Kleiner: ΔᵣG° = 57,2 − 350 · 0,1758 = −4,33 kJ/mol. Bei positivem ΔᵣS° wächst der abgezogene Entropiebeitrag mit T. Das Modell zeigt nun eine unter Standardbedingungen begünstigte Hinreaktion. Für eine konkrete Mischung muss zusätzlich Q berücksichtigt werden.

ΔᵣG° und ΔᵣG unterscheiden: Standardbezug und tatsächliche Mischung

ΔᵣG = ΔᵣG° + R · T · ln Q

Q ist der dimensionslose Reaktionsquotient aus Aktivitäten. Bei idealen Gasen werden dafür Partialdrücke relativ zum Standarddruck eingesetzt. ΔᵣG° beschreibt den Standardbezug; ΔᵣG berücksichtigt die tatsächliche Mischung.

Im Gleichgewicht: Q = K und ΔᵣG = 0
ΔᵣG° = −R · T · ln K

Für das Beispiel mit ΔᵣG° ≈ 4,81 kJ/mol bei 298 K ergibt sich mit R = 8,314 J/(mol·K) näherungsweise K ≈ 0,14. ΔᵣG° > 0 bedeutet K < 1, nicht „keine Produkte“. Für die aktuelle Richtung werden Q und K verglichen: Q < K → vorwärts; Q > K → rückwärts.

Gibbs-Energie beschreibt die Richtung, Aktivierungsenergie beeinflusst die Geschwindigkeit

Ein Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch kann trotz stark begünstigter Wasserbildung zunächst bestehen bleiben: Es muss eine Aktivierungsbarriere überwunden werden. Gibbs-Energie beschreibt die thermodynamische Richtung, die Kinetik die Geschwindigkeit.

Ein Katalysator bietet einen schnelleren Reaktionsweg. Er verändert weder ΔᵣG° noch K und verschiebt das Gleichgewicht nicht. Er beschleunigt dessen Einstellung.

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.

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Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst nach einem Tipp erneut antworten. Wähle die passende Antwort. Begründe deine Entscheidung zunächst selbst und vergleiche sie anschließend mit der Erklärung.

Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen

1 · Erkennen und zuordnen

1. Was beschreibt Entropie in der hier verwendeten Erklärung?

  • Nur sichtbare Unordnung auf einem Foto
  • Nur die Geschwindigkeit einer Reaktion
  • Die Vielfalt zugänglicher Verteilungen von Teilchen und Energie
Lösung und Erklärung

Die Vielfalt zugänglicher Verteilungen von Teilchen und Energie

Entropie hängt mit möglichen Mikrozuständen zusammen. Der optische Eindruck einer Zeichnung reicht nicht aus.

2. Welche Entropieänderung erwartet man häufig beim Verdampfen?

  • Eine Abnahme, weil Gas keinen Raum einnimmt
  • Eine Zunahme
  • Immer exakt null
Lösung und Erklärung

Eine Zunahme

Der Gaszustand ermöglicht typischerweise mehr Verteilungen. Für genaue Werte braucht man Stoffdaten und Bedingungen.

3. Welche qualitative Orientierung ergibt sich bei N₂(g) + 3 H₂(g) → 2 NH₃(g) für ΔᵣS°?

  • Negativ
  • Positiv allein wegen der Zahl 3 in NH₃
  • Immer null, weil Atome erhalten bleiben
Lösung und Erklärung

Negativ

Die Gasstoffmenge sinkt im Reaktionsverhältnis von vier auf zwei mol. Für diese Reaktion ist ΔᵣS° negativ.

4. Welche Temperatur wird in ΔᵣG = ΔᵣH − T·ΔᵣS eingesetzt?

  • Die Temperaturzahl in Grad Celsius ohne Umrechnung
  • Immer 0 unabhängig vom Zustand
  • Die absolute Temperatur in Kelvin
Lösung und Erklärung

Die absolute Temperatur in Kelvin

T ist eine absolute Temperatur. Energieeinheiten müssen ebenfalls zueinander passen.

5. Was bedeutet ΔᵣG < 0 bei konstanter Temperatur und konstantem Druck für die aktuelle Mischung?

  • Es können grundsätzlich keine Edukte vorhanden sein
  • Die Vorwärtsreaktion ist thermodynamisch begünstigt
  • Die Vorwärtsreaktion läuft garantiert schnell
Lösung und Erklärung

Die Vorwärtsreaktion ist thermodynamisch begünstigt

Das Vorzeichen beschreibt die Richtung der Triebkraft, nicht die Reaktionsgeschwindigkeit.

6. Welche Bedingung gilt im chemischen Gleichgewicht für die tatsächliche Gibbs-Reaktionsenergie?

  • ΔᵣG = 0
  • ΔᵣG ist immer stark negativ
  • ΔᵣG° muss bei jeder Temperatur null sein
Lösung und Erklärung

ΔᵣG = 0

Im Gleichgewicht gibt es keine Triebkraft für eine gerichtete Nettoumsetzung. Der Standardwert ΔᵣG° ist davon zu unterscheiden.

2 · Anwenden und erklären

1. Wie werden 120 J/(mol·K) passend zu ΔH in kJ/mol umgerechnet?

  • 120 000 kJ/(mol·K)
  • 12,0 kJ/(mol·K)
  • 0,120 kJ/(mol·K)
Lösung und Erklärung

0,120 kJ/(mol·K)

Joule werden durch 1000 geteilt. Erst dann haben ΔH und T·ΔS dieselbe Energieeinheit.

2. ΔᵣH = −50 kJ/mol, ΔᵣS = −100 J/(mol·K), T = 300 K. Wie groß ist ΔᵣG?

  • +20 kJ/mol
  • −20 kJ/mol
  • −80 kJ/mol
Lösung und Erklärung

−20 kJ/mol

ΔS = −0,100 kJ/(mol·K). ΔG = −50 − 300·(−0,100) = −20 kJ/mol.

3. ΔᵣH = +40 kJ/mol, ΔᵣS = +100 J/(mol·K), T = 300 K. Wie groß ist ΔᵣG?

  • +10 kJ/mol
  • −10 kJ/mol
  • +70 kJ/mol
Lösung und Erklärung

+10 kJ/mol

ΔG = 40 − 300·0,100 = 10 kJ/mol. Der Entropiebeitrag gleicht ΔH noch nicht vollständig aus.

4. Im Modell bleiben ΔH = +40 kJ/mol und ΔS = +0,100 kJ/(mol·K) konstant. Bei welcher Temperatur ist ΔG = 0?

  • 4 K
  • 40 K
  • 400 K
Lösung und Erklärung

400 K

T* = ΔH/ΔS = 40/0,100 = 400 K. Das ist ein Modellwert, kein allgemeiner Startpunkt der Reaktion.

5. Welche Vorzeichen ergeben bei allen T > 0 im Modell mit konstantem ΔH und ΔS ein negatives ΔG?

  • ΔH > 0 und ΔS > 0 unabhängig von T
  • ΔH < 0 und ΔS > 0
  • ΔH > 0 und ΔS < 0
Lösung und Erklärung

ΔH < 0 und ΔS > 0

Ein negatives ΔH und der negative Beitrag −T·ΔS wirken dann beide in dieselbe Richtung.

6. Welche Vorzeichen ergeben bei keinem T > 0 im Modell mit konstantem ΔH und ΔS ein negatives ΔG?

  • ΔH > 0 und ΔS < 0
  • ΔH < 0 und ΔS > 0
  • ΔH < 0 und ΔS < 0 unabhängig von T
Lösung und Erklärung

ΔH > 0 und ΔS < 0

Hier sind ΔH und −T·ΔS beide positiv. Ihre Summe kann bei positiven Temperaturen nicht negativ sein.

3 · Prüfen und übertragen

1. Eine Reaktion hat im konstanten Modell ΔH < 0 und ΔS < 0. Bei welchen Temperaturen ist sie eher begünstigt?

  • Nur bei beliebig hohen Temperaturen
  • Unabhängig von der Temperatur immer gleich
  • Bei niedrigen Temperaturen
Lösung und Erklärung

Bei niedrigen Temperaturen

Die Wärmeabgabe begünstigt die Reaktion; der positive Beitrag −T·ΔS wächst mit T und wirkt ihr entgegen.

2. Welche Aussage folgt aus ΔᵣG° > 0 über die Gleichgewichtskonstante?

  • K > 1
  • K < 1, aber nicht K = 0
  • K = 0 und niemals Produkte
Lösung und Erklärung

K < 1, aber nicht K = 0

Aus ΔᵣG° = −RT ln K folgt ln K < 0 und damit 0 < K < 1.

3. Eine Mischung hat Q = 0,05, die Gleichgewichtskonstante ist K = 0,20. Welche Richtung ist begünstigt?

  • Vorwärts
  • Rückwärts
  • Keine Richtung, weil beide Werte kleiner als 1 sind
Lösung und Erklärung

Vorwärts

Q < K bedeutet, dass sich durch Vorwärtsreaktion der Quotient dem Gleichgewichtswert annähert.

4. Darf bei einem freiwilligen Vorgang die Entropie des reagierenden Systems sinken?

  • Nein, jede Teilregion muss immer größere Entropie erhalten
  • Ja, selbst wenn die Gesamtentropie dabei sinkt
  • Ja, wenn die Gesamtentropie von System und Umgebung zunimmt
Lösung und Erklärung

Ja, wenn die Gesamtentropie von System und Umgebung zunimmt

System und Umgebung müssen gemeinsam betrachtet werden. Wärmeabgabe kann die Entropie der Umgebung erhöhen.

5. Warum kann eine thermodynamisch begünstigte Reaktion trotzdem sehr langsam sein?

  • Weil thermodynamisch begünstigt und schnell dasselbe bedeuten
  • Eine Aktivierungsbarriere kann den Reaktionsweg hemmen
  • Ein negatives ΔG verhindert automatisch jede Reaktion
Lösung und Erklärung

Eine Aktivierungsbarriere kann den Reaktionsweg hemmen

Gibbs-Energie beschreibt die Richtung; kinetische Barrieren beeinflussen die Geschwindigkeit.

6. Verändert ein Katalysator bei gleicher Temperatur ΔᵣG° oder K?

  • Nein, er bietet einen schnelleren Reaktionsweg
  • Ja, er macht ΔᵣG° immer null
  • Ja, er vergrößert K unbegrenzt
Lösung und Erklärung

Nein, er bietet einen schnelleren Reaktionsweg

Anfangs- und Endzustand bleiben gleich. Der Katalysator verändert die Gleichgewichtseinstellung, nicht die Lage.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1ΔᵣH = +60 kJ/mol, ΔᵣS = +200 J/(mol·K), T = 350 K. Welche Aussage passt?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 2Eine aktuelle Mischung hat Q = 0,80 und K = 0,20. Welche Richtung ist begünstigt?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 3Sind Standardentropien elementarer Stoffe bei 298 K wie Standardbildungsenthalpien generell null?

Wähle genau eine Antwort.

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Lösungen mit Erklärungen
  1. ΔG = −10 kJ/mol; vorwärts begünstigt – ΔS = 0,200 kJ/(mol·K). ΔG = 60 − 350·0,200 = −10 kJ/mol.
  2. Rückwärts – Q > K. Durch Rückreaktion nähert sich der Quotient K; die Vorwärtsrichtung hat hier ΔG > 0.
  3. Nein, diese Bezugsregeln dürfen nicht verwechselt werden – Für ΔfH° von Elementen im Referenzzustand gilt die Nullfestlegung. Für ihre Standardentropien bei 298 K gilt sie nicht.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Weitere Aufgaben zum Selbstcheck

Selbstcheck: rechnen und beurteilen

Was muss beim Einsetzen von ΔᵣS = 150 J/(mol·K) und ΔᵣH in kJ/mol geschehen?

Wähle eine Antwort.

1 · Warum ist „Entropie = sichtbare Unordnung“ zu ungenau?

Tipp öffnen
Teilchen und Energie betrachten.
Lösung ansehen
Entropie beschreibt die Vielfalt zugänglicher Mikrozustände. Eine optisch ordentliche Anordnung allein genügt nicht, um S zu bestimmen.

2 · Begründe das Vorzeichen von ΔᵣS° bei N₂ + 3 H₂ → 2 NH₃.

Tipp öffnen
Alle Stoffe gasförmig.
Lösung ansehen
Die Gasstoffmenge sinkt von 4 auf 2 mol je mol Reaktionsumsatz. Das spricht für weniger Verteilungsmöglichkeiten und ΔᵣS° < 0; für den exakten Wert braucht man Tabellenwerte.

3 · Berechne ΔᵣG bei ΔᵣH = −40 kJ/mol, ΔᵣS = −100 J/(mol·K), T = 300 K.

Tipp öffnen
Zuerst Joule in Kilojoule umrechnen.
Lösung ansehen
ΔᵣS = −0,100 kJ/(mol·K). ΔᵣG = −40 − 300 · (−0,100) = −10 kJ/mol; vorwärts begünstigt.

4 · Bei welcher Temperatur wechselt im vorigen Modell das Vorzeichen?

Tipp öffnen
ΔᵣG = 0 setzen.
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T* = (−40)/(−0,100) = 400 K. Unterhalb ist ΔᵣG negativ, oberhalb positiv; bei 400 K null.

5 · Welche Vorzeichen ergeben bei allen positiven Temperaturen ΔᵣG < 0?

Tipp öffnen
Beide Beiträge müssen negativ sein.
Lösung ansehen
ΔᵣH < 0 und ΔᵣS > 0, sofern beide Größen im betrachteten Modell konstant bleiben.

6 · Beweist ΔᵣG° > 0, dass nie Produkte entstehen?

Tipp öffnen
Standardzustand und aktuelle Mischung unterscheiden.
Lösung ansehen
Nein. ΔᵣG = ΔᵣG° + RT ln Q hängt von der Mischung ab. Ein positives ΔᵣG° bedeutet K < 1, nicht K = 0.

7 · Verändert ein Katalysator ΔᵣG° oder K?

Tipp öffnen
Energiebarriere versus Anfangs- und Endzustand.
Lösung ansehen
Nein. Er beschleunigt die Einstellung des Gleichgewichts durch einen anderen Reaktionsweg, verändert aber nicht dessen Lage.

8 · Q = 0,02 und K = 0,14: Welche Richtung ist begünstigt?

Tipp öffnen
Q mit K vergleichen.
Lösung ansehen
Q < K, daher ist die Vorwärtsreaktion begünstigt und ΔᵣG < 0. Durch Reaktion nähert sich Q dem Gleichgewichtswert K.
Dein nächster Lernschritt

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