Bindend · ohne Stern
Die Besetzung erhöht die Elektronendichte zwischen den Kernen und stabilisiert die Bindung.
Chemie · Verstehen und üben
Besetze bindende und antibindende Orbitale, berechne Bindungsordnungen und erkläre den Magnetismus von Sauerstoff.
Orbitalbesetzung · Bindung · Magnetismus
Ein Atomorbital beschreibt einen Elektronenzustand an einem Atom. Ein Molekülorbital (MO) erstreckt sich über das Molekül. Kombiniert man zwei passende 1s-Atomorbitale, erhält man ein energieärmeres bindendes σ1s-Orbital und ein energiereicheres antibindendes σ*1s-Orbital.
An einer Knotenfläche ist die Wellenfunktion dieses Orbitals null; ein Elektron in diesem Orbital hat dort keine Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte. Andere besetzte Orbitale können im selben Raumbereich dennoch Elektronendichte beitragen. „Knoten“ meint also keine feste Trennwand.
Die Besetzung erhöht die Elektronendichte zwischen den Kernen und stabilisiert die Bindung.
Die Besetzung wirkt der Bindung entgegen. Das Sternchen in σ* oder π* kennzeichnet antibindende Orbitale.
Addiere die Elektronen beider Atome. Bei einem Kation ziehst du Elektronen ab, bei einem Anion addierst du sie.
Zuerst werden die energieärmsten Orbitale besetzt. Pro Orbital passen höchstens zwei Elektronen mit entgegengesetztem Spin hinein.
Energetisch gleiche Orbitale werden zunächst einzeln mit parallelen Spins besetzt (Hundsche Regel).
Zähle die Elektronen in beiden Gruppen. Die Differenz geteilt durch zwei ergibt die MO-Bindungsordnung.
Die Bindungsordnung kann auch halbzahlig sein. Innerhalb vergleichbarer Moleküle oder Ionen bedeutet eine höhere Bindungsordnung meist eine kürzere und stärkere Bindung. Sie ist aber keine allgemeine Formel für die Bindungsenergie beliebiger Stoffe.
Wähle ein Teilchen und verfolge die Besetzung der beiden Molekülorbitale.
Ein Elektron im bindenden Orbital: positive Bindungsordnung, ein ungepaartes Elektron.
Die Schemata vergleichen Besetzungen, keine absoluten Orbitalenergien verschiedener Elemente. Bindungsordnung 0 schließt sehr schwache Wechselwirkungen, etwa in einem Helium-Dimer, nicht aus.
Es ist rotationssymmetrisch um die Kernverbindungsachse. σ-Orbitale können unter anderem aus s-Orbitalen oder aus längs ausgerichteten p-Orbitalen entstehen.
Seitliche Überlappung passender p-Orbitale ergibt π-Orbitale. Eine Knotenebene enthält die Kernverbindungsachse; bindende Dichte liegt seitlich davon.
Aus zwei Atomorbitalen entstehen zwei Molekülorbitale. Zwei seitliche p-Orbital-Paare liefern entsprechend zwei gleichenergetische bindende π- und zwei antibindende π*-Orbitale.
Die Lewis-Formel O=O zeigt eine Doppelbindung, erklärt aber nicht die zwei ungepaarten Elektronen des O₂-Grundzustands. Im MO-Diagramm stehen sie einzeln in zwei gleich hohen π*-Orbitalen. Dadurch ist O₂ paramagnetisch: Es wird von einem inhomogenen Magnetfeld angezogen.
12 Valenzelektronen · 2 ungepaarte Elektronen · paramagnetisch
Jedes O-Atom liefert 6 Valenzelektronen, zusammen also 12. Von unten gelesen:
Die Linienhöhe zeigt die Energie; jeder kurze Strich steht für ein Orbital. Die beiden einzelnen Pfeile erklären den Paramagnetismus.
Bei O₂ wird bei der ersten Ionisation ein Elektron aus einem antibindenden π*-Orbital entfernt. Die Bindungsordnung steigt. Zusätzliche Elektronen besetzen dagegen π*: O₂⁻ hat BO = 1,5, das Peroxid-Ion O₂²⁻ BO = 1.
Mindestens ein ungepaartes Elektron: H₂⁺, He₂⁺, O₂, O₂⁺ und O₂⁻ in den gezeigten Grundzuständen.
Alle Elektronen gepaart: zum Beispiel H₂ und O₂²⁻. Diamagnetische Stoffe werden schwach aus einem inhomogenen Magnetfeld verdrängt.
Welche Besetzung erklärt den Paramagnetismus von O₂?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Bindendes und antibindendes Orbital vergleichen.
Partnerarbeit: H₂/He₂ besetzen und Bindungsordnungen berechnen.
Vertiefung: O₂-Ionen vergleichen und Magnetismus aus ungepaarten Elektronen begründen.

Ergänzende Grundlage: Orbitale besetzen sowie Pauli-Prinzip und Hundsche Regel anwenden.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladenWeiterführend: OpenStax: Molecular Orbital Theory.