Unterscheide Energie von Leistung, berechne Watt und Kilowattstunden und bestimme den Wirkungsgrad. Mit alltagsnahen Beispielen, vollständigen Lösungen und passenden Materialien.
P · ηUnsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
Finde heraus, was du schon kannst
Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.
Rechne ohne Nachschlagen. Dezimalkomma oder Dezimalpunkt sind möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.
Zwei Motoren heben dieselbe Last um dieselbe Höhe an. Einer braucht dafür drei Sekunden, der andere sechs. Beide verrichten unter gleichen Bedingungen dieselbe Hubarbeit. Der schnellere Motor hat dabei die größere mittlere Leistung.
P̄ = WΔt = ΔEΔt
Die Leistung hat das Formelzeichen P und wird in Watt gemessen. Ein Watt bedeutet ein Joule pro Sekunde. In einfachen Aufgaben mit konstanter Leistung schreiben wir meist P = W geteilt durch t. Bei wechselnder Leistung liefert die Rechnung über einen ganzen Zeitraum die mittlere Leistung.
1 W = 1 Js · 1 kW = 1 000 W
Achtung auf den Zusammenhang: Das W als Formelzeichen kann Arbeit bedeuten; das W hinter einer Zahl ist die Einheit Watt. Arbeit wird in Joule angegeben, Leistung in Watt.
Lernschritt 2
Leistung, Arbeit und Zeit berechnen
Wenn Masse und Höhe gegeben sind, berechnest du zuerst die Hubarbeit. Erst danach teilst du durch die Dauer. Achte darauf, ob nutzbare oder zugeführte Energie gemeint ist.
Beispiel · Schritt für Schritt
Die nutzbare Leistung eines Motors bestimmen
Ein Motor hebt 20 kg um 3 m in 6 s. Die Last beginnt und endet in Ruhe. Rechne mit g = 10 N/kg.
Gegeben: m = 20 kg, h = 3 m, t = 6 s · Gesucht: P̄Nutz
Rechenweg: Die nutzbare Leistung eines Motors bestimmen
Rechnung
Erklärung zum Schritt
WHub = m · g · h WHub = 20 · 10 · 3 J = 600 J
1Die nutzbare Arbeit berechnen
Die Last erhält 600 J zusätzliche Lageenergie.
P̄Nutz = WHubt
2Arbeit durch Dauer teilen
Leistung beschreibt, wie schnell Energie übertragen wird.
P̄Nutz = 600 J : 6 s = 100 W
3Werte einsetzen
Ein Joule pro Sekunde entspricht einem Watt.
Bei 3 s: 600 J : 3 s = 200 W
4Den Zusammenhang prüfen
Dieselbe Arbeit in halber Zeit verlangt die doppelte mittlere Nutzleistung.
Ergebnis: Die mittlere nutzbare mechanische Leistung beträgt 100 W. Die elektrische Aufnahmeleistung kann wegen Verlusten höher sein.
Andere gesuchte Größen: Energie oder Zeit
Bei konstanter Leistung gilt W = P · t. Beispiel: 50 W · 20 s = 1 000 J. Für die Zeit gilt t = W/P. Beispiel: 900 J : 150 W = 6 s. Die Formeln funktionieren auch mit passend definierten Mittelwerten über denselben Zeitraum.
Lernschritt 3
Kilowattstunde ist eine Energieeinheit
Auf Stromrechnungen stehen Kilowattstunden. Eine Kilowattstunde ist die Energie, die bei einer Leistung von einem Kilowatt innerhalb einer Stunde übertragen wird. Sie ist keine Leistungseinheit.
1 kWh = 1 000 W · 3 600 s = 3 600 000 J
Du kannst E = P · t entweder mit Watt und Sekunden verwenden und erhältst Joule, oder mit Kilowatt und Stunden und erhältst Kilowattstunden.
Die Rechnung beschreibt die aufgenommene Energie für diesen Zeitraum. Bei wechselnder Leistung brauchst du den zeitlichen Mittelwert oder berechnest die einzelnen Betriebsabschnitte getrennt. Eine Nennleistung auf dem Typenschild muss nicht bedeuten, dass das Gerät jederzeit genau diese Leistung aufnimmt.
Beispiel · Schritt für Schritt
Energie in Kilowattstunden berechnen
Ein Gerät nimmt konstant 2 kW auf und läuft 15 min.
Gegeben: P = 2 kW, t = 15 min · Gesucht: E in kWh
Rechenweg: Energie in Kilowattstunden berechnen
Rechnung
Erklärung zum Schritt
t = 15 : 60 h = 0,25 h
1Minuten in Stunden umrechnen
Für Kilowattstunden muss die Zeit in Stunden eingesetzt werden.
E = P · t
2Leistung mit Dauer multiplizieren
Die Formel beschreibt hier die aufgenommene Energie.
E = 2 kW · 0,25 h = 0,5 kWh
3Werte einsetzen
kW mal h ergibt kWh. Eine Kilowattstunde ist eine Energieeinheit.
0,5 · 3 600 000 J = 1 800 000 J
4Optional in Joule umrechnen
Dasselbe Ergebnis erhältst du aus 2 000 W · 900 s.
Ergebnis: Das Gerät nimmt 0,5 kWh = 1,8 MJ auf.
Lernschritt 4
Wirkungsgrad: Wie viel Energie ist für den Zweck nutzbar?
Der Wirkungsgrad η (gesprochen „Eta“) beschreibt den nutzbaren Anteil der zugeführten Energie. Was als Nutzen zählt, hängt vom Zweck ab: Beim Motor ist es mechanische Energie, beim Heizgerät kann es Wärmeübertragung sein.
η = ENutzEzugeführt
Grün: gewünschter Nutzen. Der Motor gibt 700 J mechanisch ab.
Orange: übrige Energie. 300 J gelangen zum Beispiel als innere Energie an Motor und Umgebung. Sie verschwinden nicht.
Beispiel · Schritt für Schritt
Den Wirkungsgrad berechnen
Ein Motor erhält 1 000 J elektrische Energie und gibt 700 J nutzbare mechanische Energie ab.
Die Joule kürzen sich. Der Wirkungsgrad hat keine Einheit.
0,70 · 100 % = 70 %
3Als Prozentwert schreiben
Für spätere Rechnungen verwendest du wieder den Dezimalwert 0,70.
1 000 J − 700 J = 300 J
4Die übrige Energie prüfen
Ohne zusätzliche Speicherung gilt: Zufuhr = Nutzenergie + sonstige Energie.
Ergebnis: Der Wirkungsgrad beträgt 70 %.
Anschaulich verstehen
Nutzenergie und übrige Energie sichtbar aufteilen
Der betrachtete Vorgang erhält insgesamt 1000 J. Die türkise Fläche zeigt den Anteil, der für den gewählten Zweck nutzbar ist; die helle Restfläche steht für andere Energieabgaben, beispielsweise Wärme an die Umgebung.
Ein vereinfachter abgeschlossener Umwandlungsvorgang ohne verbleibende Speicheränderung. 100 % ist ein idealer Grenzfall.
Ein vereinfachter abgeschlossener Umwandlungsvorgang ohne verbleibende Speicheränderung. 100 % ist ein idealer Grenzfall.
Leistung ist eine andere Frage: Werden die 1000 J in 5 s zugeführt, beträgt die mittlere Eingangsleistung 200 W; bei 10 s sind es 100 W. Der eingestellte Wirkungsgrad allein sagt nicht, wie schnell der Vorgang abläuft.
Lernschritt 5
Nutzenergie und notwendige Zufuhr bestimmen
Setze Prozentwerte beim Rechnen als Dezimalzahlen ein. Aus η = ENutz/Ezugeführt folgen:
ENutz = η · Ezugeführt
Ezugeführt = ENutzη
Beispiel · Schritt für Schritt
Wie viel Energie muss zugeführt werden?
Ein Motor soll 600 J Hubarbeit verrichten. Sein Wirkungsgrad beträgt 75 %.
Rechenweg: Wie viel Energie muss zugeführt werden?
Rechnung
Erklärung zum Schritt
75 % = 0,75
1Prozent in Dezimalzahl umwandeln
75 % bedeutet 75 von 100.
Ezugeführt = ENutzη
2Nach der Zufuhr umstellen
Gesucht ist die gesamte Energie, von der 75 % nutzbar werden.
Ezugeführt = 600 J : 0,75 = 800 J
3Einsetzen
Weil η kleiner als 1 ist, muss die Zufuhr größer als die Nutzenergie sein.
0,75 · 800 J = 600 J 800 J − 600 J = 200 J
4Nutzen und Bilanz prüfen
Die Rechnung liefert den gewünschten Nutzen und 200 J sonstige Energie.
Ergebnis: Zugeführt werden müssen 800 J.
Den Wirkungsgrad mit Leistungen berechnen
Für denselben Zeitraum und ohne zu berücksichtigende Änderung gespeicherter Energie gilt auch η = PNutz/Pzugeführt. Bei 6 s Dauer sind 600 J : 6 s = 100 W nutzbar und 800 J : 6 s ≈ 133,3 W zugeführt. Vermische keine unterschiedlichen Betriebszustände.
Lernschritt 6
Mehrere Umwandlungsstufen hintereinander
Wird die Nutzenergie der ersten Stufe vollständig zur zugeführten Energie der zweiten Stufe, multiplizierst du die Wirkungsgrade. Jede Stufe bekommt nur die Energie, die die vorherige weitergibt.
Beispiel · Schritt für Schritt
Zwei Wirkungsgrade hintereinander
Eine erste Stufe hat 80 %, eine zweite 75 % Wirkungsgrad. Anfangs stehen 1 000 J zur Verfügung.
Nur 800 J werden an die zweite Stufe weitergegeben.
E₂ = 0,75 · 800 J = 600 J
2Den zweiten Anteil auf die Restenergie anwenden
Die 75 % beziehen sich auf 800 J, nicht auf die ursprünglichen 1 000 J.
ηgesamt = 600 : 1 000 = 0,60
3Endnutzen mit Anfangszufuhr vergleichen
Es bleiben 60 % der ursprünglichen Energie für den gewünschten Endzweck.
0,80 · 0,75 = 0,60 = 60 %
4Mit der Kurzform prüfen
Die Wirkungsgrade werden multipliziert und nicht addiert.
Ergebnis: Der Gesamtwirkungsgrad beträgt 60 %.
Warum hier höchstens 100 % möglich sind
Für den hier definierten Umwandlungswirkungsgrad liegt η zwischen 0 und 1. Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltwärme. Ihre Leistungszahl ist deshalb eine andere Kennzahl und kein Wirkungsgrad nach dieser einfachen Bilanzdefinition.
Lernschritt 7
Leistung und Effizienz nicht verwechseln
Ein leistungsstärkeres Gerät ist nicht automatisch effizienter. Leistung beschreibt, wie schnell Energie übertragen wird. Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil für den festgelegten Zweck nutzbar ist. Ein langsamer Motor kann einen höheren Wirkungsgrad haben als ein schneller.
Markiere, ob Arbeit, Energie, Leistung oder Wirkungsgrad gesucht ist.
Unterscheide zugeführte und nutzbare Werte.
Rechne Minuten in Sekunden oder Stunden passend zur gewählten Einheit um.
Verwende bei Rechnungen mit η den Dezimalwert, beispielsweise 0,8 statt 80.
Prüfe, ob das Ergebnis zur Aufgabe passt: Eine kleinere Zeit bedeutet bei gleicher Arbeit eine größere Leistung.
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Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Rechne ohne Nachschlagen. Dezimalkomma oder Dezimalpunkt sind möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.
Lösungen mit Erklärungen
1000 – P = E / t = 4000 / 4 = 1000 W.
7,5 – E = 2,5 · 3 = 7,5 kWh.
2000 – Ezu = Enutz / η = 1200 / 0,6 = 2000 J.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Eigene Werte einsetzenMit dem Physikhelfer
Physikhelfer
Eigene Werte einsetzen
Öffne „Mittlere Leistung“, wähle die gesuchte Größe und gib deine Werte mit Einheiten ein. Der Physikhelfer zeigt dir den Rechenweg. Energie / Zeit ergibt die mittlere Leistung im betrachteten Zeitraum. Mechanische Arbeit W kannst du hier als übertragene Energie E eingeben.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen kW und kWh?
Kilowatt ist eine Leistungseinheit. Kilowattstunde ist eine Energieeinheit: Leistung mal Zeit.
Bedeutet 80 % Wirkungsgrad, dass 20 % Energie verschwinden?
Nein. 20 % werden für den festgelegten Zweck nicht nutzbar abgegeben oder umgewandelt. Die vollständige Energiebilanz bleibt erhalten.
Spart ein Gerät mit kleinerer Leistung immer Energie?
Nein. Entscheidend ist auch die Betriebsdauer und der benötigte Nutzen. Ein Gerät kann mit kleinerer Leistung länger laufen und dabei dieselbe oder mehr Energie benötigen.