Was unterscheidet eine Batterie von einem Akku? Verstehe die chemischen Vorgänge beim Laden und Entladen, unterscheide Volt, Amperestunden und Wattstunden und stelle ein einfaches Akkupack zusammen.
Entladen: chemische → elektrische Energie
Laden: elektrische → chemische Energie
Ah beschreibt Ladung. Wh beschreibt Energie.
Eine elektrochemische Zelle liefert elektrische Energie
In einer elektrochemischen Zelle laufen Oxidation und Reduktion an getrennten Elektroden ab. Beim Entladen wird ein Teil der chemischen Energie als elektrische Energie nutzbar. Elektronen fließen durch den äußeren Stromkreis, Ionen übernehmen den Ladungstransport im Inneren.
Eine Zelle ist die grundlegende elektrochemische Einheit. Eine Batterie beziehungsweise ein Batteriepack kann aus einer oder mehreren Zellen bestehen. Im Alltag meint „Batterie“ häufig eine nicht wiederaufladbare Zelle; als technischer Oberbegriff kann das Wort auch Akkus einschließen.
Das lernst du: Primär- und Sekundärzellen unterscheiden, Lade- und Entladevorgänge erklären sowie Ladung, Energie und idealisierte Laufzeit berechnen. Grundlage: Galvanische Zellen und Daniell-Element.
Einmal verwenden oder wieder aufladen?
Primärzelle · nicht zum Aufladen vorgesehen
Die Reaktion und der Aufbau sind für die einmalige Entladung ausgelegt. Ein Beispiel ist eine gewöhnliche nicht wiederaufladbare Alkali-Mangan-Batterie. Nach der Entladung lässt sie sich nicht einfach sicher in ihren Ausgangszustand zurückversetzen.
Sekundärzelle · Akkumulator
Die wesentlichen elektrochemischen Vorgänge sind innerhalb vorgesehener Betriebsgrenzen umkehrbar. Ein geeignetes Ladegerät führt Energie zu und stellt einen energiereicheren chemischen Zustand wieder her. Beispiele sind Blei- und Lithium-Ionen-Akkus.
„Leer“ bedeutet nicht, dass keine Elektronen mehr vorhanden sind. Der chemische Zustand und die Zellspannung haben sich verändert; die nutzbare Ladungsmenge ist unter den vorgesehenen Bedingungen weitgehend abgegeben. Elektronen sind weiterhin Bestandteile der Materie.
Nicht wiederaufladbare Zellen dürfen nicht versuchsweise geladen werden. Reale Akkus benötigen passende Ladetechnik und Schutzfunktionen. Die Modelle dieser Seite sind keine Bau- oder Ladeanleitung.
Die Bauteile und ihre Aufgaben
Elektroden
Hier finden Elektronenabgabe und Elektronenaufnahme statt. Die aktiven Materialien bestimmen wesentlich die Reaktion und den Spannungsbereich.
Elektrolyt
Er ermöglicht den ionischen Ladungstransport. Je nach Zelltyp ist er eine Flüssigkeit, ein Gel oder ein geeigneter Feststoff.
Separator
Er trennt die Elektroden elektrisch und verhindert direkten Kontakt. Zugleich ermöglicht er den vorgesehenen Ionentransport durch die Elektrolytphase beziehungsweise die Membranstruktur.
Äußerer Stromkreis
Über Anschlüsse, Leitungen und Verbraucher fließen die Elektronen. Ohne geschlossenen äußeren Weg fließt kein anhaltender Nutzstrom.
Ein Akku – zwei Betriebsrichtungen
Das Beispiel zeigt einen Bleiakku. Die negative Bleielektrode liegt links, die positive Bleidioxid-Elektrode rechts. Wähle Entladen oder Laden und vergleiche die Reaktionstypen.
Chemische Energie → elektrische Energie im Verbraucher
−
Negative Elektrode · Anode
Oxidation: Blei wird zu Bleisulfat.
+
Positive Elektrode · Kathode
Reduktion: Bleidioxid wird zu Bleisulfat.
Entladen: Anode am Minuspol, Kathode am Pluspol.
Modell eines korrekt betriebenen Bleiakkus innerhalb seines nutzbaren Ladebereichs. Nebenreaktionen, Alterung und Übergangseffekte werden nicht dargestellt. Die Bilder zeigen Reaktionsrollen, keinen gemessenen Ladezustand.
Bleiakku: die Entladereaktion Schritt für Schritt
1 · Negative Elektrode: Blei gibt Elektronen ab
Pb + SO₄²⁻ → PbSO₄ + 2 e⁻
Blei wird von der Oxidationszahl 0 zu +II oxidiert. An der Elektrode entsteht Bleisulfat.
2 · Positive Elektrode: Bleidioxid nimmt Elektronen auf
PbO₂ + SO₄²⁻ + 4 H⁺ + 2 e⁻ → PbSO₄ + 2 H₂O
Das Blei im Bleidioxid wird von +IV zu +II reduziert. Auch an dieser Elektrode entsteht Bleisulfat. H⁺ ist hier die übliche Kurzschreibweise für hydratisierte Protonen.
3 · Addieren: Elektronen kürzen sich heraus
Pb + PbO₂ + 2 SO₄²⁻ + 4 H⁺ → 2 PbSO₄ + 2 H₂O
Gebräuchliche zusammengefasste Schreibweise:
Pb + PbO₂ + 2 H₂SO₄ → 2 PbSO₄ + 2 H₂O
Beim Entladen wird Schwefelsäure verbraucht und Wasser gebildet. Beim Laden laufen die wesentlichen Teilreaktionen in Gegenrichtung ab.
Die Namen folgen der Reaktion: Anode = Oxidation, Kathode = Reduktion. Beim Laden wechseln deshalb diese Rollen. Die negative Elektrode bleibt im normalen Ladebetrieb der negative Anschluss und wird zur Kathode. In der Batterietechnik werden „Anodenmaterial“ und „Kathodenmaterial“ oft dauerhaft nach ihrer Rolle beim Entladen benannt.
Lithium-Ionen-Akkus: Ionen werden eingelagert
In vielen Lithium-Ionen-Zellen werden Lithium-Ionen zwischen zwei Wirtsmaterialien umverteilt. Bei einem üblichen Aufbau mit Graphit als negativer Elektrode wandern Li⁺-Ionen beim Entladen von dort durch den Elektrolyten zur positiven Elektrode. Die Elektronen fließen außen über den Verbraucher zur positiven Elektrode.
Beim Laden führt die äußere Energiezufuhr die Vorgänge in Gegenrichtung. Die Lithium-Ionen werden wieder stärker in die negative Elektrode eingelagert. Dabei wird die Zelle nicht einfach mit „freien Elektronen aufgefüllt“: Entscheidend sind die gekoppelten Elektrodenreaktionen und die Verteilung der Ionen.
Es gibt verschiedene positive Elektrodenmaterialien und Zellchemien. Deshalb besitzen nicht alle Lithium-Ionen-Akkus denselben Spannungsbereich. Der Rechner unten verwendet 3,6 V als festgelegten Modellwert, nicht als allgemeinen Wert für jeden Akku.
Volt, Amperestunden und Wattstunden auseinanderhalten
Spannung U · Volt (V)
Spannung beschreibt Energie pro Ladung: 1 V = 1 J/C. Sie ist nicht die gespeicherte Energiemenge.
Ladungsmenge Q · Amperestunden (Ah)
1 Ah = 3600 C. Bei konstantem Strom gilt Q = I · t. Mit I in Ampere und t in Stunden erhältst du Q in Ah. 2000 mAh = 2 Ah.
Energie W · Wattstunden (Wh)
Bei näherungsweise konstanter Spannung gilt W ≈ U · Q. Beispiel: 3,6 V · 2 Ah ≈ 7,2 Wh. 1 Wh = 3600 J.
Leistung P · Watt (W)
Leistung beschreibt Energie pro Zeit. Bei konstanter Leistungsaufnahme gilt idealisiert t ≈ W/P. Eine Energie von 12 Wh reicht bei 3 W ungefähr vier Stunden.
Gleiche Ah-Zahl bedeutet nicht gleiche Energie: 2 Ah bei 3,6 V entsprechen ungefähr 7,2 Wh; 2 Ah bei 12 V ungefähr 24 Wh. Die Nennspannung erlaubt eine Näherung. Genauer muss die veränderliche Spannung während der Entladung berücksichtigt werden.
Reihe und parallel: Was addiert sich?
Für n gleiche, passend ausgelegte Zellen unterscheidet man im idealisierten Modell:
Reihenschaltung
Der Pluspol einer Zelle ist mit dem Minuspol der nächsten verbunden. Durch alle Zellen fließt derselbe Strom.
UPack = n · UZelle
QPack = QZelle
Die Spannungen addieren sich; die Ah-Kapazität bleibt gleich.
Parallelschaltung
Gleichnamige Pole sind verbunden. Die Teilströme der Zweige addieren sich.
UPack = UZelle
QPack = n · QZelle
Die Spannung bleibt gleich; die Ah-Kapazitäten addieren sich.
In beiden Fällen beträgt die gesamte Energie idealisiert n-mal die Energie einer Zelle. Beim Vergleich der Laufzeiten musst du daher wissen, ob ein Verbraucher gleiche Leistung oder gleiche Stromstärke aufnimmt.
Reale Packs brauchen aufeinander abgestimmte Zellen, Schutz- und gegebenenfalls Ausgleichselektronik. Unterschiedliche Ladezustände können beim Zusammenschalten gefährliche Ausgleichsströme verursachen. Hier werden nur ideale Rechenmodelle verglichen.
Akkupack-Labor: gleiche Zellen, andere Anordnung
Eine Modellzelle besitzt 3,6 V Nennspannung und 2,0 Ah Kapazität. Vergleiche die Energie bei gleicher Zellzahl.
4 Zellen in Reihe: 14,4 V · 2,0 Ah · 28,8 Wh · idealisierte Laufzeit bei 6 W: 4,8 h.
Vereinfachung: konstante Nennspannung, vollständige nutzbare Modellkapazität, keine Leitungs- oder Wandlerverluste. Ein ideal passender Verbraucher nimmt die eingestellte Leistung bei beiden Spannungen auf. Die tatsächliche Laufzeit hängt zusätzlich von Zellzustand, Temperatur, Belastung und Abschaltgrenzen ab.
Warum ein Akku mit der Zeit weniger liefert
Ein Akku ist nicht unbegrenzt reversibel. Nebenreaktionen, Veränderungen an den Elektroden und Verlust nutzbarer aktiver Stoffe können Kapazität und Leistung verringern. Alterung hängt sowohl von Nutzung und Ladezyklen als auch von der Zeit und den Betriebsbedingungen ab.
Außerdem kann die Klemmenspannung unter Belastung sinken, unter anderem durch Innenwiderstand und Elektrodenprozesse. Eine Geräteabschaltung bedeutet daher nicht, dass die Materie plötzlich keine Ladungsträger mehr enthält.
Selbstcheck: Reaktion und Rechnung verbinden
Was beschreibt die Angabe 2000 mAh?
Wähle eine Antwort.
Löse zuerst selbst. Nutze die Tipps nur bei Bedarf.
1 · Warum ist ein Akku wiederaufladbar?
Tipp öffnen
Denke an Reaktionsrichtung und Energiezufuhr.
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Die wesentlichen elektrochemischen Vorgänge sind innerhalb der vorgesehenen Grenzen umkehrbar. Ein geeignetes Ladegerät führt Energie zu und treibt die Gegenrichtung an.
2 · Welche Elektrode ist beim Entladen die Anode?
Tipp öffnen
Anode bedeutet Oxidation.
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Die negative Elektrode. Sie gibt Elektronen an den äußeren Stromkreis ab; die positive Elektrode ist die Kathode.
3 · Welche Rolle hat die negative Elektrode beim Laden?
Tipp öffnen
Die Reaktion läuft in Gegenrichtung.
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Sie ist reaktionsbezogen die Kathode, weil dort Reduktion stattfindet. Der negative Anschluss wird im normalen Laden nicht zum positiven Pol.
4 · Bleiakku: Welche Oxidationszahl ändert sich in PbO₂?
Tipp öffnen
Sauerstoff hat hier −II.
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Blei besitzt in PbO₂ +IV und in PbSO₄ +II. Beim Entladen wird es an der positiven Elektrode reduziert.
5 · Ein Akku hat 3,6 V und 2500 mAh. Energie?
Tipp öffnen
Erst mAh in Ah umrechnen.
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2500 mAh = 2,5 Ah. W ≈ 3,6 V · 2,5 Ah = 9,0 Wh. Die Rechnung verwendet die Nennspannung als Näherung.
6 · Drei Modellzellen à 3,6 V und 2 Ah in Reihe?
Tipp öffnen
In Reihe addieren sich die Spannungen.
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U = 10,8 V, Q = 2 Ah, W ≈ 21,6 Wh. Die Ah-Kapazität wird nicht verdreifacht.
7 · Dieselben drei Modellzellen parallel?
Tipp öffnen
Parallel addieren sich die Ah-Kapazitäten.
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U = 3,6 V, Q = 6 Ah, W ≈ 21,6 Wh. Die Energie ist im Idealmodell gleich groß wie bei der Reihenschaltung.
8 · Ein Pack liefert 21,6 Wh an ein Gerät mit konstant 4 W. Laufzeit?
Tipp öffnen
t ≈ Energie / Leistung.
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t ≈ 21,6 Wh / 4 W = 5,4 h. Reale Verluste und nutzbare Kapazität können die Laufzeit verkürzen.
Für den Unterricht: zwei typische Verwechslungen auflösen
25–35 Minuten · ab Klasse 10: Erst beim Bleiakku Entladen und Laden gegenüberstellen. Eine Person erklärt die negative Elektrode, die andere die positive. Erwartung: Die Reaktionstypen wechseln, die Anschlussvorzeichen bleiben beim normalen Betrieb erhalten.
Rechenphase: Vier gleiche Modellzellen zuerst in Reihe, dann parallel vergleichen. Vor jeder Umschaltung Spannung, Ah-Kapazität und Wh-Energie vorhersagen lassen. Bei gleicher Leistungsaufnahme ist die ideale Laufzeit gleich; bei gleicher Stromstärke wäre der Vergleich anders.
Abschlussfrage: „Zwei Akkus haben jeweils 2 Ah. Speichern sie gleich viel Energie?“ Eine vollständige Antwort verlangt die Spannung und weist auf die Näherung mit der Nennspannung hin.
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