Einsatzbereiche im Unterricht
Teachino ist vor allem dann interessant, wenn du KI nicht nur „als Chat“ nutzen willst, sondern Unterrichtsmaterialien und Lernaktivitäten direkt unterrichtspraktisch vorbereiten, im Unterricht einsetzen und anschließend auswerten möchtest. Der Anbieter stellt Teachino als Lösung dar, um Lernende individuell zu fördern, interaktiven Unterricht zu gestalten und Unterricht zu organisieren (u. a. mit Stundenplan- und Klassenbuch-Anbindung).
Aus Lehrkraftsicht lassen sich drei typische Einsatzszenarien unterscheiden:
- Erstens Vorbereitung: Materialideen entwickeln, Aufgabenformate differenzieren, Inhalte strukturieren und wiederverwenden.
- Zweitens Durchführung: Materialien mit der Klasse teilen (Link/QR), Aufgaben bearbeiten lassen und optional einen Präsentationsmodus nutzen.
- Drittens Nachbereitung: Antworten werden automatisch ausgewertet, Lernfortschritt soll sich nachvollziehen lassen und Materialien können anhand der Ergebnisse weiterentwickelt werden.
Für Lehrkräfte, die viel unterwegs planen, ist relevant: Teachino hat einen offiziellen Beitrag zur „Unterrichtsplanung am Smartphone“ und beschreibt dort, dass der Unterrichtsplaner auch am Handy nutzbar ist und sich sogar per Browser direkt auf den Homescreen legen lässt (Android/iPhone-Anleitung).
Funktionen & Anwendung
Teachino bündelt Materialeditor, KI-Unterstützung und (optional) Schüler:innen-Interaktion in einem Arbeitsablauf. Dabei ist die Funktionstiefe besonders in vier Bereichen sichtbar: Materialerstellung, Interaktivität mit Lernenden, Auswertung sowie Organisation/Integration.
Ein zentraler Baustein ist der Materialeditor. Teachino beschreibt seit einem größeren Update u. a. eine „aufgeräumte Oberfläche“ mit Block-System (Überschriften, Bilder, Dateien usw.), separatem KI-Reiter und Detail-Einstellungen – plus Wechsel zwischen Bearbeitungs- und Vorschau-Ansicht. Ergänzend nennt Teachino eine integrierte Bildersuche, KI-Bildgenerierung und einen vorformatierten „Merksatz“-Block zum Hervorheben zentraler Inhalte.
Für die Materialerstellung mit KI nennt Teachino als Nutzen: Unterricht „im Handumdrehen“ vorbereiten, Materialien erstellen, differenzieren und anpassen – bei gleichzeitigem Kontrollanspruch der Lehrkraft. Auf der Funktionsseite wird konkretisiert, dass interaktive Aufgaben verfügbar sind und multimediale Einheiten möglich sind (z. B. Bilder, YouTube-Videos) sowie „flexible Bausteine“ zur Strukturierung.
Besonders lehrernah ist die Schüler-KI / interaktive Aufgaben: Teachino beschreibt, dass du Materialien/Übungen mit Lernenden teilen kannst und dass Lernende in interaktiven Formaten (z. B. offene Fragen, Chats, Multiple Choice, Lückentexte) direkt Feedback/Hilfen erhalten. Außerdem wird erklärt, dass du die KI-Unterstützung über einen Erwartungshorizont beeinflussen kannst und im Nachhinein nachvollziehen kannst, welche Hinweise/Feedback Lernende erhalten haben.
Für fertige KI-Übungen gibt es eine Anleitung („So nutzt du die Schüler-KI“) mit einem sehr praxisnahen Ablauf: Übung auswählen, in den eigenen Account speichern, per QR-Code/Link teilen und bei Bedarf für alle Lernenden stoppen/reaktivieren.
Zusätzlich betont Teachino im Kontext der Schüler-KI: Übungen sollen ohne Login der Schüler:innen nutzbar sein; zugleich wird auf einen Verhaltenskodex und einen „Safe Space“ verwiesen (z. B. Umgang mit beleidigendem/übergriffigem Verhalten).
Wichtig für die Unterrichtspraxis: In der Schüler:innen-Ansicht wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um KI handelt und Antworten ungenau oder fehlerhaft sein können.
Im Bereich Organisation nennt Teachino u. a. Stundenplan, Team-Teaching und Wiederverwendung von Materialien über Schuljahre hinweg. Für Schulen wird zusätzlich hervorgehoben, dass Teachino sich in bereits genutzte Schultools integrieren soll – inklusive Single-Sign-On und Datenschnittstellen. Als Beispiele werden WebUntis (Stundenplan + Klassenbuch; Synchronisation und „mit einem Klick ins Klassenbuch schreiben“) sowie das Digitale Register genannt; außerdem wird ein Bildungsportal-SSO beschrieben (klar erkennbar mit Bezug zu Österreich).
In der Preisliste werden außerdem Integrationen mit externen Tools genannt – inklusive WebUntis, Digital Register sowie Anwendungen aus der Microsoft-Umgebung (OneNote/Teams).
Didaktischer Mehrwert
Teachino zielt didaktisch vor allem auf zwei große Entlastungshebel: Zeitgewinn in der Vorbereitung und bessere Differenzierung/Individualisierung im Unterricht. Das wird auf der Website explizit als Kernnutzen formuliert (u. a. „individuell fördern“ und „in einem Bruchteil der Zeit“).
Für die Unterrichtsqualität ist entscheidend: Teachino betont selbst, dass KI-Übungen als zusätzliche Methode gedacht sind und traditionellen Unterricht nicht ersetzen sollen; persönlicher Austausch und individuelle Betreuung bleiben essenziell. Das ist didaktisch relevant, weil damit ein realistisches Rollenbild entsteht: KI als Werkzeug für Übungs- und Feedbackschleifen – nicht als „Lehrkraft-Ersatz“.
Konkreter Mehrwert entsteht dort, wo Teachino Lernmaterial sprachlich und inhaltlich zugänglicher machen soll. Ein Beispiel aus einem Teachino-Beitrag zur Differenzierung: Sachtexte sollen „auf Knopfdruck“ vereinfacht werden können; Lehrkräfte wählen dafür ein Sprachniveau, und es wird sogar eine Silbentrennung als Unterstützungsoption für Lernende mit LRS erwähnt.
Im Unterricht selbst ist vor allem das Zusammenspiel aus interaktiven Aufgaben und Echtzeit-Feedback relevant: Lernende bearbeiten Aufgabenformate, erhalten Hilfestellungen, und du kannst anschließend anhand der Analyse gezielt nachsteuern. Teachino beschreibt diesen Ablauf als Weg, alle Lernenden einzubinden und Fortschritte zu verfolgen – „alles in einem Tool“.
Datenschutz & Hosting
Für deutsche Schulen ist Datenschutz oft das wichtigste K.-o.-Kriterium. Teachino stellt auf mehreren Seiten eine DSGVO-konforme Nutzung in Aussicht und kombiniert das mit sehr konkreten technischen Angaben. In der Datenschutzbeschreibung heißt es: „Alle notwendigen Daten“ für den Betrieb werden auf Servern der OVH GmbH in Frankfurt am Main gespeichert und verarbeitet; außerdem wird ein Kubernetes-Cluster erwähnt und ein bestehender Auftragsverarbeitungsvertrag mit OVH. Für den Produktbetrieb, so Teachino, werde auf keine Anbieter außerhalb der EU zurückgegriffen.
Für den E-Mail-Versand nennt Teachino als Dienstleister Mailjet SAS (mit AV-Vertrag); Nutzer:innen können E-Mail-Kategorien steuern (z. B. notwendige E-Mails, wöchentliche Planungs-Mail, Support) und Marketing-E-Mails sollen freiwillig und Double-Opt-in-basiert sein.
Beim rechtlichen Rahmen ist wichtig: Teachino bietet Institutionen einen AVV an und empfiehlt ihn explizit für die Schullizenz. Gleichzeitig wird betont, dass ein AVV für die reine Nutzung durch einzelne Lehrkräfte nicht notwendig sei – allerdings dürften dann keine Schüler:innendaten im Produkt verarbeitet werden.
Eine entscheidende Nuance betrifft die KI selbst: Teachino schreibt, die KI-Funktionen seien so strukturiert, dass keine personenbezogenen Daten übergeben werden (z. B. keine Identität von Schüler:innen/Lehrkraft); Planungen werden nicht fürs Training verwendet. Gleichzeitig steht dort aber auch: Für den Betrieb der KI würden auch Anbieter außerhalb der EU genutzt – laut Teachino datenschutzkonform, weil dabei keine personenbezogenen Daten übertragen/verwendet würden.
Für Integrationen (z. B. WebUntis/Digitales Register) betont Teachino eine datensparsame Logik: Über Schnittstellen sollen ausschließlich Daten von Lehrkräften verarbeitet werden, die Teachino aktiv nutzen; keine Daten anderer Lehrkräfte oder Schüler:innen. Im Datenschutztext wird zudem ein Vertrag zwischen Teachino GmbH und Untis GmbH erwähnt.
Praktisch sinnvoll ist außerdem die von Teachino beschriebene Trennung von Datenkategorien: (1) Daten der Lehrkraft (Materialien, Notizen) und (2) Daten, die im Auftrag der Schule verarbeitet werden (z. B. Daten einzelner Schüler:innen). Diese Trennung soll u. a. ermöglichen, dass du bei einem Schulwechsel deine Unterlagen mitnehmen kannst, ohne Zugriff auf Schüler:innendaten zu behalten. Ein ähnliches Prinzip wird in der Integrationshilfe zum Digitalen Register wiederholt (Inhalte bleiben erhalten; Schüler:innendaten bleiben in der Schule).
Für den Unterrichtsalltag bleibt trotz Anbieterzusagen eine Grundregel wichtig: In KI-Systeme sollten keine sensiblen personenbezogenen Daten eingegeben werden, wenn das nicht ausdrücklich erlaubt ist (z. B. echte Schülernamen, Notenlisten, Diagnosen); stattdessen sollte anonymisiert gearbeitet werden.
Kosten & Lizenzmodelle
Teachino setzt im deutschen Markt sichtbar auf ein Abo-Modell für Lehrkräfte und ein individuelles Schulangebot für ganze Einrichtungen. Die Lehrkraft-Preisseite ist bewusst einfach gehalten: 7 Tage kostenlos testen, danach kostenpflichtig (7,95 € pro Monat; Laufzeit 6/12/24 Monate).
Für den Testzeitraum wird zugesagt, dass du alle Funktionen ausprobieren kannst; nach 7 Tagen wird der Zugriff auf „erweiterte Funktionen“ (u. a. KI-Tools, Präsentationsmodus, Freigabe für Schüler:innen) eingeschränkt. Wenn du upgradest, sollen alle Materialien und Daten erhalten bleiben.
Die Schullizenz wird nicht öffentlich bepreist („auf Anfrage“). Als Paketbestandteile nennt Teachino u. a. schulweite Verfügbarkeit der Funktionen, persönliche Ansprechperson, administrative Unterstützung bei der Einführung, AVV sowie Mengenrabatte. Zusätzlich wirbt die Schulseite mit persönlicher Begleitung „unabhängig von Lizenz oder Bestellumfang“ und einem kostenlosen Testmonat (wenn im Formular angegeben).
Ein konkreter Hinweis auf Reichweite/Marktdurchdringung findet sich auf der Website ebenfalls: Teachino kommuniziert „40.000+ Lehrkräfte“ als Nutzerzahl.
Erfahrungen & Bewertungen
Teachino veröffentlicht auf der Website mehrere Erfahrungsstatements namentlich benannter Lehrkräfte und Schulen. Inhaltlich drehen sich diese Rückmeldungen häufig um Zeitgewinn, bessere Unterrichtsqualität und Entlastung bei Organisation/Verwaltung – sinngemäß: weniger „verwalten“, mehr „unterrichten“ sowie mehr Möglichkeiten individueller Förderung.
In einer Teachino-Mitteilung zum Investment der Klett Gruppe wird zusätzlich berichtet, Teachino sei 2022 von Stefan Raffeiner gegründet worden; außerdem wird dort beschrieben, dass die KI Vorschläge auf Basis von Lehrplänen, vorhandenen Materialien und Integrationen liefern soll. In diesem Beitrag werden zudem unterstützende Stimmen zitiert und eine Nutzung „in 4 Ländern“ sowie in der Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule erwähnt (Selbstdarstellung des Anbieters).
Als unabhängige Einordnung ist ein Tool-Steckbrief von Medien in die Schule hilfreich: Dort wird Teachino als didaktisches Werkzeug für individualisierten/differenzierten Unterricht beschrieben – mit Begleitung des Prozesses von Planung über Erstellung differenzierter Materialien bis Nachbereitung; außerdem wird die Zusammenarbeit im Kollegium erwähnt.
Bei der Bewertung der Praxistauglichkeit sollten zwei Punkte immer mitgedacht werden: Erstens ist die Schüler:innen-Kommunikation KI-basiert (und kann falsch liegen). Zweitens hängt die Qualität stark davon ab, wie du Material, Erwartungshorizonte und Aufgabenstellungen fachlich sauber vorbereitest und nachsteuerst. Beide Punkte werden indirekt auch durch Teachinos Hinweise zu Kontrolle/Anpassbarkeit und die KI-Fehlerhinweise in der Schüleransicht gestützt.