Einsatzbereiche im Unterricht
Schulspace ist eine browserbasierte Plattform für Lehrkräfte aller Schularten und Fächer. Sie verbindet mehrere digitale Unterrichtswerkzeuge in einem Konto: Du kannst interaktive Lernspiele bereitstellen, Live-Quizze durchführen, Ideen über Kartenabfragen sammeln, anonyme Umfragen starten, eine digitale Tafel gestalten und kleinere Tests automatisch auswerten lassen. Ergänzend stehen eine digitale Pinnwand, eine öffentliche Materialgalerie sowie Werkzeuge wie Timer, Notenrechner, QR-Code-Generator, Glücksrad, Würfel, Lärmampel und Soundboard zur Verfügung.
Im Unterricht eignet sich Schulspace besonders für aktivierende Einstiege, Wiederholungen, Lernstandskontrollen, Brainstormings und kurze Feedbackphasen. Live-Quizze funktionieren ähnlich wie bei bekannten Quizplattformen: Du zeigst die Fragen über einen Beamer oder ein Display, während die Schüler*innen über einen Code oder QR-Code mit ihren eigenen Geräten teilnehmen. Eine Registrierung oder App benötigen sie nicht.
Die Kartenabfrage eignet sich für offene Fragen und Ideensammlungen. Beiträge lassen sich sortieren, clustern, bewerten und als Wortwolke darstellen. Mit den Meinungsbildern kannst du unter anderem Stimmungsskalen, Schätzfragen, Rankings, Zielscheiben, Wortwolken und Peer-Feedback umsetzen. Die digitale Pinnwand ist dagegen für längerfristige Sammlungen gedacht, auf denen Texte, Links, Bilder, Videos, Checklisten und eigene Schulspace-Inhalte in Spalten geordnet werden können.
Für Projekttage und Unterrichtsreihen gibt es einen Klassenzimmer- beziehungsweise Workshop-Modus. Dabei erhalten Schüler*innen pseudonyme Zugänge über einen Code und eine PIN. Du kannst Materialien verteilen und erkennen, welche Inhalte geöffnet wurden. Im Workshop-Modus können Lernende außerdem eigene interaktive HTML-Inhalte erstellen. Ohne Schullizenz beträgt die Laufzeit eines Workshops höchstens 30 Tage, mit Schullizenz bis zu 365 Tage. Klassenzimmer-Modus
Schulspace ist allerdings kein vollständiges Lernmanagementsystem. Funktionen wie Stundenplanung, verbindliche Notenverwaltung, Elternkommunikation, Videokonferenzen oder die umfassende Organisation von Kursen und Schulklassen stehen nicht im Mittelpunkt.
Funktionen & Anwendung
Schulspace läuft vollständig im Browser und funktioniert auf Computern, Tablets und Smartphones. Eine eigene App muss nicht installiert werden. Für die Nutzung im Klassenraum werden eine stabile Internetverbindung und – abhängig vom gewählten Werkzeug – ein Beamer, ein digitales Display oder Schülergeräte benötigt.
Die wichtigsten Funktionen sind:
- Lernspiele mit KI: Über einen Prompt-Generator wählst du Schulart, Fach, Thema, Zielgruppe und gewünschtes Format aus. Schulspace erstellt daraus einen optimierten Befehl für eine externe KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Die KI erzeugt den HTML-Code, den du anschließend bei Schulspace einfügst oder als HTML-Datei hochlädst.
- Vielfältige Lernformate: Möglich sind beispielsweise Quizze, Escape Rooms, Memory-Spiele, Karteikartentrainer, Lernpfade, Simulationen, fiktive Chats oder Arcade-Lernspiele
- Galerie und Sammlungen: Bereits veröffentlichte Inhalte anderer Lehrkräfte lassen sich nach Fach und Zielgruppe durchsuchen, aufrufen und in eigenen Sammlungen organisieren. Die Galerie umfasst nach Angaben des Anbieters inzwischen mehr als 400 Inhalte.
- Live-Quiz: Quizze können manuell erstellt, mithilfe einer integrierten KI generiert oder aus einer Excel-Vorlage importiert werden. Zur Auswahl stehen acht Fragetypen. Zeitlimits, Punkte, Schnelligkeitsboni, Teams, Streaks und eine Rangliste sorgen für einen spielerischen Ablauf. Ein Challenge-Modus ermöglicht die zeitversetzte Nutzung als Hausaufgabe.
- Leistungskontrollen: Digitale Tests unterstützen Single-Choice-, Multiple-Choice-, Wahr/Falsch- und Freitextfragen. Die Ergebnisse werden automatisch ausgewertet. Ein Fokus-Wächter protokolliert, wenn das Testfenster verlassen wird. Das kann Hinweise geben, verhindert Täuschungsversuche aber nicht vollständig.
- Kartenabfrage: Schüler*innen reichen anonym Begriffe oder kurze Texte ein. Du kannst Karten zusammenfassen, verschieben, clustern, verbinden, zur Abstimmung freigeben und anschließend exportieren.
- Meinungsbild: Anonyme Live-Abstimmungen mit verschiedenen schulbezogenen Vorlagen liefern unmittelbar ein sichtbares Stimmungs- oder Verständnisbild der Klasse.
- Digitale Tafel: Auf bis zu neun Seiten pro Tafel lassen sich Timer, Gruppenbildung, zufällige Namensauswahl, Würfel, Glücksrad, QR-Codes, Arbeitsphasen und weitere Widgets platzieren. Tafeln werden automatisch gespeichert und können wiederverwendet werden.
- Pinnwand: Materialien und Medien lassen sich ähnlich wie bei einer digitalen Medienwand sammeln. Schülerbeiträge können zugelassen, moderiert und bei Bedarf mit einem Passwort geschützt werden.
- Mini-Tools: Timer, Stoppuhr, Lärmampel, Notenrechner, QR-Code-Generator, Glücksrad, Würfel und weitere kleine Helfer funktionieren teilweise ohne Registrierung.
- Schul-Chatbot: Schulen können einen eigenen Chatbot mit schulischen Informationen, Regeln oder Support-Dokumenten aufbauen. Die KI-gestützten Antworten und der Dokumentenimport gehören zur Schullizenz.
Der Einstieg in die fertigen Unterrichtstools ist niedrigschwellig: Quiz, Umfrage oder Kartenabfrage erstellen, Code anzeigen und die Klasse teilnehmen lassen. Das Erstellen eigener KI-Lernspiele umfasst dagegen mehrere Schritte. Du arbeitest zunächst mit einem externen KI-Dienst, übernimmst den erzeugten Code und lädst ihn anschließend zu Schulspace hoch. Programmierkenntnisse sind dafür grundsätzlich nicht erforderlich, eine sorgfältige Kontrolle des Ergebnisses bleibt aber notwendig. Schulspace-FAQ
Didaktischer Mehrwert
Der größte didaktische Mehrwert liegt in der Verbindung verschiedener Aktivierungs- und Feedbackmethoden. Du musst nicht für jede Unterrichtsphase einen anderen Dienst öffnen, sondern kannst Quiz, Kartenabfrage, Meinungsbild, Pinnwand und digitale Tafel über ein gemeinsames Konto nutzen. Das spart organisatorische Zeit und erleichtert spontane Methodenwechsel.
Live-Quizze und Lernspiele können Wiederholungsphasen motivierender gestalten. Durch sofortige Rückmeldungen erkennen Lernende direkt, ob ihre Antwort richtig war. Du erhältst gleichzeitig Hinweise darauf, welche Inhalte bereits verstanden wurden und wo weiterer Erklärungsbedarf besteht. Der spielerische Wettbewerb kann die Beteiligung erhöhen, sollte aber nicht jede Lernphase bestimmen. Für sensible Lerngruppen lassen sich kooperative Varianten oder anonyme Rückmeldungen sinnvoller einsetzen als eine öffentliche Rangliste.
Kartenabfragen und Meinungsbilder unterstützen eine breitere Beteiligung. Auch zurückhaltende Schüler*innen können Ideen oder Einschätzungen abgeben, ohne sich vor der gesamten Klasse melden zu müssen. Die Ergebnisse stehen sofort für das Unterrichtsgespräch bereit. Bei offenen Beiträgen bleiben eine klare Aufgabenstellung und Moderation wichtig, damit die Sammlung fachlich verwertbar bleibt.
Besonders flexibel ist die Möglichkeit, eigene Lernspiele mithilfe von KI zu erstellen. Inhalte können genauer an Unterrichtsthema, Lernstand, Fachsprache und Schulart angepasst werden als bei einer ausschließlich vorgegebenen Materialsammlung. Der Nutzen hängt allerdings stark von der Qualität des verwendeten Prompts und des erzeugten Codes ab. KI-generierte Aufgaben können fachliche Fehler, unpassende Formulierungen oder fehlerhafte Lösungen enthalten. Vor dem Einsatz musst du deshalb Inhalte, Funktionsweise und Schwierigkeitsgrad selbst überprüfen.
Schulspace unterstützt vor allem einzelne Unterrichtsphasen und projektorientierte Formate. Eine systematische Lernverlaufsdiagnostik über Monate, adaptive Lernpfade auf Grundlage individueller Schülerdaten oder eine vollständige Kursverwaltung bietet die Plattform derzeit nicht.
Datenschutz & Hosting
Schulspace verfolgt einen konsequent datensparsamen Ansatz. Die Plattform wird bei Hetzner auf Servern in Nürnberg beziehungsweise Falkenstein und damit in Deutschland betrieben. Schüler*innen benötigen weder ein eigenes Konto noch eine E-Mail-Adresse. Die Teilnahme erfolgt über Links, QR-Codes, Zugangscodes oder pseudonyme Code-PIN-Kombinationen. Server-Logdateien einschließlich IP-Adressen werden nach Anbieterangaben spätestens nach 14 Tagen gelöscht. Datenschutzerklärung von Schulspace
Bei Live-Quizzen solltest du Spitznamen oder Kürzel statt Klarnamen verwenden. Teilnehmerbezogene Quizdaten und Ergebnisse aus Leistungskontrollen werden spätestens 14 Tage nach der Durchführung automatisch gelöscht und können vorher manuell entfernt werden. Kartenabfragen sind grundsätzlich anonym angelegt. Auch bei Meinungsbildern werden Antworten normalerweise nicht einer Person zugeordnet.
Sobald Klarnamen oder andere personenbezogene Schülerdaten eingegeben werden, ist die Schule datenschutzrechtlich verantwortlich und Schulspace wird zum Auftragsverarbeiter. In diesem Fall ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich. Dieser steht auf der Website zum Download bereit. Vor einem regelmäßigen Einsatz – insbesondere für benotete Leistungskontrollen, Klassenlisten oder den Workshop-Modus – sollte die Nutzung mit Schulleitung beziehungsweise Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden.
Hochgeladene HTML-Inhalte werden automatisch auf Tracker, externe Schriftarten und unerwünschte Drittanbieter-Verbindungen geprüft und bereinigt. Der Anbieter weist in seinen Nutzungsbedingungen jedoch darauf hin, dass eine vollständige Entfernung technisch nicht garantiert werden kann. Du bleibst außerdem für Urheberrechte und die datenschutzgerechte Gestaltung eigener Inhalte verantwortlich.
Die eingebauten KI-Funktionen werden vorrangig über Open Hippo mit Rechenzentrum in Augsburg und Mistral AI in Frankreich ausgeführt. Sollte ein europäischer Dienst ausfallen, kann Anthropic in den USA als automatischer Ersatz eingesetzt werden. Nach Anbieterangaben basiert die Übermittlung dann auf Standardvertragsklauseln. Die beteiligten Dienste sollen die Eingaben nicht zum Training ihrer Modelle verwenden. Personenbezogene Schülerdaten dürfen nicht in KI-Eingabefelder eingegeben werden.
Insgesamt bietet Schulspace gute Voraussetzungen für einen datensparsamen Unterrichtseinsatz. Die Bezeichnung „DSGVO-konform“ ersetzt allerdings nicht die schulinterne Prüfung, die erforderliche Rechtsgrundlage oder einen AV-Vertrag, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Kosten & Lizenzmodelle
Der kostenlose Basic-Tarif eignet sich gut, um die Plattform im eigenen Unterricht kennenzulernen. Er umfasst fünf hochgeladene Lerninhalte, zwei digitale Tafeln, zwei Meinungsbilder sowie jeweils fünf Live-Quizze und Leistungskontrollen. Der Prompt-Generator und der automatische Datenschutzfilter sind ebenfalls enthalten. Für eine gelegentliche Nutzung kann dieser Umfang bereits ausreichen.
Plus kostet 24 € pro Jahr und wird jährlich im Voraus abgerechnet. Der Tarif erweitert den Speicher auf 25 Lerninhalte und erlaubt fünf digitale Tafeln. Auf der zentralen Preisseite werden außerdem 20 Live-Quizze und zehn Leistungskontrollen genannt. Kartenabfragen und Meinungsbilder werden dort als unbegrenzt ausgewiesen.
Premium kostet 39 € pro Jahr. Der Tarif umfasst unbegrenzte Uploads, Tafeln, Live-Quizze, Leistungskontrollen, Kartenabfragen und Meinungsbilder. Hinzu kommen unter anderem Klickstatistiken sowie laut Nutzungsbedingungen Logo-Branding und automatische Sicherungskopien vor dem Überschreiben eines Inhalts.
Referendar*innen erhalten Premium nach Vorlage einer Seminarbestätigung oder eines Dienstausweises kostenlos. Es muss kein Zahlungsmittel hinterlegt werden. Dieses Angebot ist gerade für Lehrkräfte in Ausbildung interessant, die verschiedene digitale Methoden ausprobieren und eigene Materialien aufbauen möchten.
Für Schulen gibt es eine Schullizenz mit gemeinsamer Inhaltsbibliothek, Schulprofil, Lizenzverwaltung, unbegrenzten Werkzeugen, verlängertem Klassenzimmer-Modus und KI-gestützten Schul-Chatbots. Ein öffentlicher Festpreis wird derzeit nicht angegeben.
Plus und Premium haben eine Laufzeit von einem Jahr und verlängern sich automatisch. Eine Kündigung ist jederzeit über die Kontoeinstellungen möglich und wird zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums wirksam. Nach einem Downgrade bleiben bereits erstellte Inhalte erhalten. Neue Inhalte können jedoch nicht angelegt werden, solange die Zahl der vorhandenen Inhalte über dem kostenlosen Limit liegt.
Auffällig sind einzelne widersprüchliche Angaben zu den Nutzungslimits. Beispielsweise nennt die zentrale Preisübersicht für Plus 20 Live-Quizze und unbegrenzte Meinungsbilder, während die AGB beziehungsweise einzelne Funktionsseiten teilweise niedrigere Grenzen aufführen. Laut AGB sind die im Nutzerprofil unter „Abo & Limits“ angezeigten Werte maßgeblich. Diese solltest du deshalb vor einer Buchung kontrollieren.
Erfahrungen & Bewertungen
Schulspace ist eine noch sehr junge Plattform. Die interaktiven Unterrichtswerkzeuge wurden überwiegend im Frühjahr 2026 veröffentlicht, und Ende Juni 2026 wurde aus dem zunächst privaten Projekt die Schulspace UG (haftungsbeschränkt) i. G. Nach eigenen Angaben verzeichnete die Plattform im Juli 2026 mehr als 150 registrierte Lehrkräfte, über 400 Lerninhalte und mehr als 20.000 Schülernutzungen. Geschichte von Schulspace
Eine größere und unabhängige Bewertungsbasis auf bekannten Bewertungsportalen ist bislang nicht vorhanden. Belastbare Durchschnittsnoten oder langfristige Erfahrungswerte lassen sich deshalb noch nicht angeben. Auch Aussagen zur dauerhaften Zuverlässigkeit, zum Support bei stark wachsender Nutzung und zur langfristigen Produktentwicklung sind derzeit nur eingeschränkt möglich.
Im praktischen Vergleich überzeugt vor allem der einfache Zugang für Schüler*innen. Der Verzicht auf Schülerkonten, Werbung und App-Installation reduziert typische Hürden im Unterricht. Positiv sind außerdem der günstige Premium-Preis, die deutsche Benutzeroberfläche, das Hosting in Deutschland und die ungewöhnlich breite Kombination verschiedener Unterrichtswerkzeuge.
Etwas mehr Einarbeitung erfordert das Erstellen eigener KI-Lernspiele. Der Ablauf ist zwar verständlich erklärt, aber weniger direkt als ein vollständig integrierter Baukasten: Du wechselst zu einer externen KI, erzeugst dort den Inhalt und übernimmst anschließend den HTML-Code. Zudem musst du die Qualität selbst kontrollieren. Auch die teilweise widersprüchlichen Tarifangaben sollten vereinheitlicht werden.
Da Schulspace jung ist und der Anbieter keine ununterbrochene Verfügbarkeit garantiert, solltest du wichtige Lerninhalte zusätzlich lokal sichern und für zentrale Unterrichtsphasen eine Alternative bereithalten. Die AGB verpflichten Nutzer*innen ausdrücklich dazu, eigene Sicherungskopien ihrer Inhalte aufzubewahren.